Familiennachzug: Neues Gesetz tritt in Kraft

News von anwalt.org, veröffentlicht am 1. August 2018

Deutschland. Der Familiennachzug von Flüchtlingen war monatelang ein heiß diskutiertes Thema im Bundestag, bis die große Koalition schlussendlich zu einer Einigung kam. Das neue Gesetz zum Familiennachzug tritt nun in Kraft und regelt unter anderem, wer seine Familie nach Deutschland holen darf und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.

Familiennachzug: Was ändert sich durch das neue Gesetz?

Familiennachzug: Ein neues Gesetz regelt nun, wann Flüchtlinge Angehörige nach Deutschland nachholen dürfen.

Familiennachzug: Ein neues Gesetz regelt nun, wann Flüchtlinge Angehörige nach Deutschland nachholen dürfen.

Wann ist denn nun gemäß des neuen Gesetzes ein Familiennachzug möglich? In folgenden Fällen können Flüchtlinge Familienangehörige nach Deutschland nachholen:

  • Minderjährige Flüchtlinge dürfen ihre Eltern nach Deutschland holen.
  • Erwachsene Flüchtlinge dürfen ihren Ehepartner sowie minderjährige Kinder nachholen.

Hintergrund: Erhält eine Person den Flüchtlings-Status, darf diese Familienangehörige nach Deutschland holen. Seit 2016 war der Familiennachzug aber für Geflüchtete mit sogenanntem subsidiären Schutz zwei Jahre lang nicht mehr erlaubt. Diese zwei Jahre sind jetzt abgelaufen und so musste durch die Regierung ein neues Gesetz geschaffen werden, damit die Familienzusammenführung nicht ohne Einschränkungen stattfindet.

Was heißt “subsidiärer Schutzstatus”?

Subsidiären Schutz erhalten Geflüchtete, die gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention zwar nicht als Flüchtling anerkannt werden, aber die bei Rückkehr in das jeweilige Heimatland Folter oder anderen lebensbedrohlichen Gefahren aufgrund von Kriegshandlungen ausgesetzt wären.

Das betrifft hauptsächlich Menschen, die aus Ländern mit anhaltenden Bürgerkriegen kommen, wie beispielsweise Syrien. Geflüchtete mit subsidiärem Schutzstatus erhalten im Gegensatz zu anerkannten Flüchtlingen eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Es besteht die Möglichkeit, diese mehrmals um zwei Jahre zu verlängern. Durch das neue Gesetz ist der Familiennachzug für diese Menschen nun wieder möglich.

Wann ist ein Familiennachzug eigentlich nicht möglich?

Familiennachzug: Der Ehepartner darf nachgeholt werden, wenn dieser nicht minderjährig ist.

Familiennachzug: Der Ehepartner darf nachgeholt werden, wenn dieser nicht minderjährig ist.

Es gibt laut Asylrecht mehrere Gründe, warum ein Familiennachzug letztendlich doch nicht realisiert werden kann.

Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der bereits in Deutschland lebende Flüchtling sich strafbar gemacht hat oder bereits eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr erhalten hat.

Ein wichtige Voraussetzung für den Nachzug des Ehepartners ist, dass dieser nicht minderjährig sein darf und dass die Eheschließung bereits vor der Flucht stattgefunden hat. Ausgeschlossen sind außerdem polygame Ehen (Ehe mit mehr als einer Person).

Übrigens: Beim Familiennachzug gibt es aber eine zahlenmäßige Begrenzung. Bis Ende dieses Jahres sollen insgesamt 5.000 Anträge genehmigt werden. Ab 2019 werden monatlich 1.000 Plätze vergeben.

Bildnachweis: fotolia.com/©itakdalee, fotolia.com/©AK-DigiArt

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Familiennachzug: Neues Gesetz tritt in Kraft
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2 Gedanken zu „Familiennachzug: Neues Gesetz tritt in Kraft

  1. Birte Maurer

    Gut zu wissen, dass eine Person, die den Flüchtlings-Status erhält, Familienangehörige nach Deutschland holen darf. Allerdings gilt dies nur, wenn sich die Person nicht strafbar gemacht hat. Sollte dies nicht der Fall sein, kann ein Anwalt für Familienrecht sicherlich beim Antrag unterstützen.

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  2. Franz

    Ich finde es sehr gut, dass es mit dem neuen Gesetz möglich ist, dass minderjährige Flüchtlinge ihre Eltern nach Deutschland holen können. Kinder sollten nicht ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Deshalb versuche ich meine Klienten auch durch einen Rechtsanwalt für Familienrecht zu unterstützen.

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