Busspur – keine freie Fahrt für Jedermann

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 30. April 2021

Bußgeldkatalog: Verbotswidriges Befahren und Parken auf der Busspur

Der Bussonderfahrstreifen ist Linienbussen vorbehalten und für andere Fahrzeuge bis auf wenige Ausnahmen tabu.
Der Bussonderfahrstreifen ist Linienbussen vorbehalten und für andere Fahrzeuge bis auf wenige Ausnahmen tabu.
Tat­bestandBuß­geldPunkte
verbots­wid­riges Befahren der Bus­spur15 €
… mit Be­hin­derung des Linien- oder Taxen­verkehrs35 €
Halten auf dem Bus­sonder­fahr­streifen15 €
Parken auf der Bus­spur15 €
Ab­biegen, ohne den ent­gegen­kommenden gerade­aus fahren­den Nutzer der Bus­spur durch­fahren zu lassen20 €
… mit Ge­fähr­dung70 €1
… mit Unfall85 €1

FAQ: Busspur bzw. Bussonderfahrstreifen

Woran erkenne ich eine Busspur?

Dieser Fahrstreifen wird durch das Verkehrszeichen 245 (weißer Bus auf einem blauen, runden Schild) oder eine entsprechende Markierung auf der Fahrbahn gekennzeichnet. Das Verkehrsschild haben wir hier für Sie abgebildet.

Wer darf auf einer Busspur fahren?

Der Bussonderfahrstreifen ist ausschließlich dem Linienverkehr vorbehalten. Andere Verkehrsteilnehmer dürfen diese Verkehrsfläche nicht benutzen, es sei denn, Zusatzzeichen erlauben bestimmten Fahrzeugen das Befahren der Busspur. Welche das sind, können Sie dieser Übersicht entnehmen.

Was muss ich beachten, wenn ich erlaubterweise auf der Busspur fahre?

Als berechtigter Nutzer haben Sie Vorrang vor dem abbiegenden Individualverkehr. Sie müssen die für diese Spur geltenden Leichtzeichen beachten und dürfen den Linienverkehr nicht behindern. Demnach ist es nicht gestattet, auf der Busspur zu parken oder zu halten.

Durchfahrvorrang für den Linienverkehr auf der Busspur

Die Busspur wird durch das Verkehrszeichen 245 ausgewiesen.
Die Busspur wird durch das Verkehrszeichen 245 ausgewiesen.

Das Verkehrszeichen 245 – ein rundes, blaues Schild und dem weißen Piktogramm eines Busses – kennzeichnet die Busspur, die den Linienbussen des öffentlichen Nahverkehrs vorbehalten ist. Auch Fahrbahnmarkierungen zeigen eine solche Spur an.

Dieser Sonderfahrstreifen gibt den berechtigten Nutzern den Vorrang beim Durchfahren.

Insbesondere Linienbusse genießen Vorrang, wenn sie auf dieser Spur fahren. Für sie gilt keine Wartepflicht gegenüber dem abbiegenden Verkehr. Das heißt, dass abbiegende Verkehrsteilnehmer dem Linienverkehr Vorfahrt gewähren müssen.

Busspuren räumen dem öffentlichen Nahverkehr damit eine höhere Priorität und Vorrang vor dem Individualverkehr ein. So sollen die Busse des Linienverkehrs ungehindert ihren Fahrplan einhalten können, sodass möglichst viele Menschen mit dem Bus in kurzer Zeit von A nach B kommen – trotz dichten Straßenverkehrs.

In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) zum Verkehrszeichen 245 heißt es hierzu:

„Der Sonderfahrstreifen soll im Interesse der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs Störungen des Linienverkehrs vermeiden und einen geordneten und zügigen Betriebsablauf ermöglichen. Er ist damit geeignet, den öffentlichen Personenverkehr gegenüber dem Individualverkehr zu fördern.“

[Quelle: http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm]

Fahrzeuge, die die Busspur laut StVO benutzen dürfen

Unberechtigt auf der Busspur fahren: Als „Strafe“ droht ein Bußgeld von mindestens 15 Euro.
Unberechtigt auf der Busspur fahren: Als „Strafe“ droht ein Bußgeld von mindestens 15 Euro.

So verlockend es gerade bei dichtem oder stockendem Verkehr sein mag – Rad-, Auto- und Motorradfahrern ist es nicht gestattet, den Sonderstreifen für Busse zu nutzen – selbst dann nicht, wenn diese Spur gerade frei und kein Bus in Sicht ist. Laut Straßenverkehrsordnung ist die Busspur nur ganz bestimmten Fahrzeugen vorbehalten.

Die folgende Übersicht verdeutlicht, welche Fahrzeuge eine Busspur befahren dürfen und für welche Verkehrsteilnehmer auf dieser Spur ein Fahrverbot gilt.

Berechtigte Nutzer …

  • Linienbusse des ÖPNV
  • Schüler- und Behindertenverkehr mit Schulbusschild
  • Taxen mit Zusatzzeichen
  • Rettungsfahrzeuge bei Notfalleinsätzen

Fahrverbot auf der Busspur für …

  • Reisebusse
  • Fahrräder
  • E-Scooter
  • alle anderen Fahrzeuge

Bestimmte Zusatzschilder oder Zeichen auf der Fahrbahn können Ausnahmen von diesem Fahrverbot auf der Busspur festlegen oder dieses zeitlich begrenzen und es etwa nachts aufheben. Fehlen derartige Kennzeichnungen, ist es nicht erlaubt, auf dem Bussonderfahrstreifen zu fahren. Solche Zusatzzeichen erlauben den Fahrern folgender Fahrzeuge die Nutzung des Sonderfahrstreifens:

Zusatzzeichen geben die Busspur für andere Nutzer frei, z. B. für Krankenfahrzeuge.
Zusatzzeichen geben die Busspur für andere Nutzer frei, z. B. für Krankenfahrzeuge.
  • Krankenfahrzeuge
  • Taxen
  • Fahrräder
  • Busse des Gelegenheitverkehrs
  • Elektrofahrzeuge

Insbesondere Radfahrer sollten beachten, dass sie nicht ohne Weiteres die Busspur benutzen dürfen. Dies ist ihnen nur erlaubt, wenn das oben erwähnte Verkehrszeichen mit dem Zusatzzeichen „Fahrrad frei“ ergänzt wird.

Achtung! Ist die Sonderspur für andere Fahrzeuge freigegeben, müssen die betroffenen Fahrer die Ampel-Regelungen befolgen, die für die von ihnen benutzte Busspur gelten. Und sie dürfen den Linienverkehr auch weiterhin nicht behindern.

Sanktionen für die ordnungswidrige Benutzung des Bussonderfahrstreifens

Wenn Sie die Busspur verbotswidrig benutzen, droht als „Strafe“ ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro. Im Falle einer Behinderung des vorrangigen Linienverkehrs beträgt die Geldbuße 35 Euro. Wenn Sie gar abbiegen, ohne den entgegenkommenden geradeaus fahrenden Nutzer des Sonderfahrstreifens durchfahren zu lassen, riskieren Sie ein Bußgeld in Höhe 20 Euro, das im Falle einer Gefährdung auf 70 Euro und bei einem Unfall sogar auf 80 Euro ansteigt. In beiden zuletzt genannten Fällen kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

Halten und Parken auf der Busspur

Weder das Halten noch das Parken ist auf dieser Spur erlaubt. Wer dies dennoch tut, behindert den Linienverkehr und verursacht möglicherweise sogar einen Stau. Stellen Sie dennoch Ihr Fahrzeug damit ab, riskieren Sie nicht nur, auf Ihre Kosten abgeschleppt zu werden, sondern auch ein Bußgeld von mindestens 15 Euro.

Allenfalls (gekennzeichnete) Taxen dürfen ihre Fahrgäste an einer freien Bushaltestelle aus- oder einsteigen lassen – vorausgesetzt, sie behindern dadurch nicht den Linienverkehr.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (35 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Busspur – keine freie Fahrt für Jedermann
Loading...

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.