Visum: Wichtige Informationen für Reisende aus und nach Deutschland

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 15. Mai 2020

Ein Visumantrag bringt hohe einen hohen bürokratischen Aufwand mit sich.
Ein Visumantrag bringt einen hohen bürokratischen Aufwand mit sich.

Der allgemeine Begriff Visum ist schon in der heutigen globalisierten Welt durch grenzüberschreitendes Reisen bekannt. Die Thematik um das Visum kommt durch die Flüchtlingsdebatte noch mehr ins Gespräch.

Denn es stellt sich die Frage, ob die geflüchteten Menschen, die einen gefährlichen Weg auf sich nehmen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben und an den Küsten Europas ankommen, sei es die italienische Insel Lampedusa oder die griechische Insel Lesbos, rechtlich gesehen überhaupt auf dem europäischen Kontinent aufhalten dürfen. Die Außengrenzen und nationalen Regelungen bestimmen, welcher Voraussetzungen es bedarf, damit ausländische Bürger das jeweilige nationale Gebiet betreten dürfen.

Um nach Deutschland einreisen zu können, steht den Einreisenden aus bestimmten Nationen noch eine kleine Hürde bevor, ehe sie überhaupt das Land betreten können. Genauso ist das für deutsche Staatsangehörige: Wenn sie in bestimmte Länder reisen möchten, benötigen sie ebenfalls ein Visum.

Was genau ist ein Visum und wer benötigt in welche Situationen ein Visum? Wo muss es beantragt werden und für wie lange ist es überhaupt gültig? In diesem Artikel erhalten Sie die wichtigsten Antworten zu diesen Fragen.

Rund um den Visumantrag

Staatsangehörige der EU benötigen kein Visum, um in die anderen Mitgliedsstaaten zu reisen.
Staatsangehörige der EU benötigen kein Visum, um in die anderen Mitgliedsstaaten zu reisen.

Ein Visum ist ein Vermerk im Reisepass, der das Überschreiten einer internationalen Landesgrenze genehmigt. Für die Einreise und den Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland wird bei ausländischen Einreisenden zwischen zwei Gruppen unterschieden. Staatsangehörige der EU-Länder benötigen zur Einreise in die Bundesrepublik Deutschland kein Visum. Andererseits besteht für Mitglieder der Nicht EU-Länder, grundsätzlich eine Visumpflicht.

Diesen wird in der Regel ein Einreisevisum ausgestellt. Eine Visumpflicht wird eingeführt um primär in einem Verwaltungsverfahren die Voraussetzungen des Grenzübertritts vorab, zu prüfen um, die Echtheit und Aussagekraft der vorgelegten Unterlagen besser beurteilen zu können.
Die Rechtsordnung des Ausstellerstaates bestimmt, welche Behörde das Visum erteilt. Die zuständige Stelle für die Erteilung der Visa ist meistens das Konsulat oder die konsularische Abteilung der Botschaft des jeweiligen Landes. Mittlerweile kann man ein Visum online beantragen.

Ein Visumantrag muss persönlich in dem Heimatland bei der zuständigen Auslandsvertretung in dem Amtsbezirk, bei dem der Antragsteller seinen Wohnsitz hat, eingereicht werden. Um ein Visum zu erhalten, bedarf es mehrerer Voraussetzungen. Meistens ist der Zweck der Reise, die ausreichende Finanzierung des Aufenthaltes sowie den Nachweis eines Krankenversicherungsschutzes sowie die Bereitschaft und die Möglichkeit zur Rückkehr in das Herkunftsland zu belegen.

Nachweise können in Form einer Einladung aus dem Zielland und mittels Dokumenten vorgelegt werden, wie z.B. Gehaltsnachweise, die die finanzielle Situation des Antragstellers im Herkunftsland belegen.
Die Visakosten, um nach Deutschland einzureisen, betragen seit dem 14. Mai 2008 einheitlich für alle Kategorien 60 Euro.

Im weiteren Verlauf dieses Artikels werden wir beim Visumantrag zwischen Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, und Deutschen, die ins Ausland reisen, unterscheiden.“

Schengen-Visum

Am 14.06.1985 unterzeichneten die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande das Abkommen von Schengen über den schrittweisen Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen der Vertragsparteien. Die Abschaffung der Binnengrenzkontrollen ist Regelungsgegenstand des Abkommens, welches für den einheitlichen Raum Sicherheit und des Rechts gewährleisten soll.

Dabei werden die Vorschriften für den kurzfristigen Aufenthalt von Ausländern im gemeinsamen “Schengen-Raum” vereinheitlicht. Die Mitgliedsländer der Europäischen Union, die zum Schengen-Raum gehören, genießen einige Vorteile. Zum einen ergibt sich eine Reisefreiheit für die Bürgerinnen und Bürger aufgrund des Wegfalls der Grenzkontrollen an den Binnengrenzen. Das heißt sie müssen kein Visum beantragen, wenn sie in einem der Mitgliedsstaaten reisen. Auf der anderen Seite entsteht eine höhere Sicherheit, dadurch, dass die Kontrollen an den Binnengrenzen wegfallen, werden diese durch effizientere und bessere Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen ausgeglichen.

An den Binnengrenzen im Schengen-Raum finden seit dem Abkommen keine Personalkontrollen mehr statt. Jedoch besteht die Pflicht weiterhin für deutsche Staatsangehörige, bei der Ausreise aus Deutschland oder bei der Einreise nach Deutschland einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mitzuführen. Eine Missachtung dieser Regelung kann mit einem Bußgeld von 5.000 Euro geahndet werden.

Regelungsgegenstände des Schengen-Abkommens

  1. Bürger der Schengen-Staaten können die Schengen-Binnengrenzen ohne Personalkontrollen überschreiten, wobei für deutsche Staatsangehörige trotz des Abkommens beim Verlassen des Bundesgebietes und der Einreise nach Deutschland die Pflicht, einen gültigen Pass oder Passersatz z.B. Personalausweis mitzunehmen, weiterhin besteht. Die einzelnen Staaten können bei Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder nationalen Sicherheit für einen begrenzten Zeitraum Kontrollen an den Binnengrenzen wieder durchführen.
  2. Inhaber eines Visums für den kurzen Aufenthalt (“Schengen-Visum” der Visumkategorie C), das von einem Schengen-Staat ausgestellt wurde, sind in ihrer Bewegungsfreiheit nicht beschränkt. Sie dürfen sich im Rahmen der räumlichen Gültigkeit des Visums im gesamten Hoheitsgebiet frei bewegen. Diese Personengruppe unterliegt auch keinen Kontrollen bei Überschreitung der Binnengrenzen. Die Visa für den Flughafentransit (Visumkategorie A) berechtigen nur den Inhaber zum Aufenthalt in den internationalen Transitzonen von Flughäfen, aber nicht zur Einreise in den Schengen-Raum.
  3. Inhaber eines nationalen Aufenthaltstitels von einem der Schengen-Staaten dürfen sich im Rahmen von dessen Gültigkeit für bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen auch im Hoheitsgebiet der übrigen Schengen-Staaten aufhalten. Das gilt auch für die Inhaber des “nationalen” Visums (Visumkategorie D), das von einem Schengen-Staat ausgestellt wurde.
  4. Die Mitgliedstaaten führen eine gemeinsame Visumspolitik, d.h. sie haben eine allgemeine Liste der visumpflichtigen bzw. visumfreien Drittstaaten.
  5. Die Außengrenzkontrollen erfolgen nach einheitlichen Standards.
  6. Die Mitgliedstaaten haben Zugriff auf das Schengener Informationssystem (SIS). Dieses umfasst schengenweite Personen- und Sachdaten und dient insbesondere zu Fahndungszwecken.
  7. Zwischen den Mitgliedstaaten herrscht eine enge polizeiliche und juristische Zusammenarbeit.
  8. Gemeinschaftliche Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität ist allen Mitgliedsstaaten ein großes Anliegen.
  9. Die Zuständigkeitsregeln für die Durchführung von Asylverfahren wurde inzwischen ersetzt durch die sogenannte Dublin-II-Verordnung.
Die Mitgliedsstaaten führen eine gemeinsame Visumspolitik.
Die Mitgliedsstaaten führen eine gemeinsame Visumspolitik.

Visa-Typen

Visa gibt es in allen Ländern zu verschiedenen Zwecken. Ob ein Visum zum Arbeiten, Studieren, Reisen oder nur Besuchen eines Landes, es ist wichtig, die Unterschiede je nach Zweck zu kennen. Denn diese Visa und Aufenthaltstitel sind an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

Bei der Visumbeschaffung ist es daher wichtig, auf die unterschiedlichen Arten und Typen von Visa zu achten. Denn ein Visum ist nicht gleichzusetzen mit einer Erlaubnis, ein Land zu betreten. Bei dem Schengen-Visum unterscheiden wir zwischen zwischen vier unterschiedlichen Typen. Alle Arten von Visa sind mit bestimmten Auflagen verbunden.

Flughafen-Transitvisum (Typ A)

Das Flughafen-Transitvisum (Typ A) ist das Visum mit der kürzesten Dauer und der beschränktesten räumlichen Gültigkeit. Es erlaubt nur den Aufenthalt im Transitbereich des Flughafengeländes, ohne dass eine Einreise als solches erfolgt.

Das Flughafen-Transitvisum ist nur eine Betretenserlaubnis und stellt kein Aufenthaltstitel im rechtlichen Sinne dar, denn der Inhaber dieses Visums hält sich im Staatsgebiet, auf ohne die Grenzkontrollstellen zu umgehen.

Durchreisevisum (Typ B) (oder Transitvisum)

Das Durchreisevisum (Typ B) erlaubt das Überschreiten der Grenzen des Schengen-Raums bzw. der eingetragenen Staaten, um ein Drittland zu erreichen. Der Aufenthalt darf nur bei besonderer Erlaubnis des betreffenden Mitgliedstaates für andere Zwecke genutzt werden, wie z.B. eine Kurzreise für touristische Aktivitäten.
Eine Durchreise liegt vor, wenn der Ausgangsort, von dem der Reisende abreist, und sein Zielort außerhalb des Schengen-Raumes liegen.

Unabhängig von der Aufenthaltsdauer wird ein Visum ausgestellt, wenn eine Visumpflicht besteht.
Unabhängig von der Aufenthaltsdauer wird ein Visum ausgestellt, wenn eine Visumpflicht besteht.

Das Durchreisevisum kann für die Dauer von bis zu fünf Tagen erteilt werden. Die zukünftige Rechtslage sieht vor, dass das Visum Typ B nicht mehr erteilt wird. Diese Form des Visums wird künftig als Visa Typ C mit dem Zusatz ‘Transit’ bei der Durchreise durch das Schengen-Gebiet erteilt. Der Berechtigungsinhalt wird sich gegenüber dem B-Visum jedoch nicht ändern.

Kurzaufenthaltsvisum (Typ C)

Bei dem Kurzaufenthaltsvisum (Typ C) wird ein kurzfristiger Aufenthalt aufgrund eines zeitgebundenen Anlasses im eingetragenen Geltungsbereich innerhalb des Gültigkeitszeitraumes erlaubt. Mit dem Visum ist eine ein- oder mehrmalige Einreise über die Außengrenzen möglich und von wenigen bis mehreren (max. fünf) Jahren gültig.

Bei der ‘ersten’ Einreise dürfen die erlaubten Kurzaufenthalte eine Dauer von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Bezugzeitraums von 6 Monaten nicht überschreiten. Das heißt, der Inhaber darf innerhalb des Gültigkeitszeitraums mehrmals in das Land einreisen, wobei er die Fristen einhalten muss.

Das Schengen-Gebiet muss bereits am letzten Geltungstag des Visums verlassen werden. In Zukunft wird das Visum Typ C sowohl für den Kurzaufenthalt als auch den Transit erteilt. Die Regelungen über den Kurzaufenthalt bleiben jedoch unberührt.

Visum für den längerfristigen Aufenthalt (Typ D)

Bei diesem Typ vom Visum handelt es sich um eine nationale Variante, die vom jeweiligen Zielstaat nach dessen nationalen Aufenthaltsregeln ausgestellt wird. Es erlaubt den Aufenthalt in dem Ausstellerstaat. Ein nationales Visum eines Schengen-Staates erlaubt zusätzlich den erforderlichen Transit durch andere Schengen-Staaten in das Gastland, wenn die Einreisevoraussetzungen eingehalten werden.

Diese Regelung gilt aber nur für die allererste Einreise. Das Durchreiserecht erlischt dann sofort bei der ersten Einreise in den Zielstaat, auch wenn mit diesem Visum kein Transit durch andere Schengen-Staaten in Anspruch genommen wurde.

Schengen-Visa und Aufenthaltstitel

In Fällen des Familiennachzugs, in welchen die Einreisende einen längeren oder unbefristeten Aufenthalt im Gastland haben, müssen die Inhaber vor Ablauf des nationalen Visums einen nationalen Aufenthaltstitel beantragen. Mit dem nationalen Aufenthaltstitel sind visumfreie kurzfristige Aufenthalte in anderen Schengen-Staaten zulässig.

Dafür muss ein gültiger und anerkannter Pass vom Zielreisestaat vorliegen. Außerdem muss der Reisende über genügend Reisemittel verfügen und der Zielstaat sollte keine Sicherheitsbedenken vorbringen können.

Visum für Flüchtlinge

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat im Jahr 2016 mehr als 300.000 Asylanträge entgegengenommen. Damit sind die Antragszahlen um mehr als 130 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Für die Einreise nach Deutschland benötigen Staatsbürger aus bestimmte Nationen einen Visum.
Für die Einreise nach Deutschland benötigen Staatsbürger aus bestimmte Nationen einen Visum.

Bevor die Flüchtlinge in Deutschland Asyl beantragen, müssen sie auf legalem Weg in die Bundesrepublik einreisen, um nicht als illegale Einwanderer zu gelten. Das ist zu verhindern, wenn vor der Reise ein Visum beantragt wird. Der derzeitig verstärkte Zuzug von Flüchtlingen stellt Europa und besonders Deutschland und seine Behörden vor große Herausforderungen.

Deswegen ist es umso wichtiger, bei dem größten Flüchtlingsstrom nach dem zweiten Weltkrieg einen Überblick über die Anzahl der Einreisenden zu haben. Besonders Deutschland und das Bundesland Niedersachsen haben seit 2014 neue Regelungen erlassen, um die Einreise syrischer Flüchtlinge zu erleichtern und deren Aufenthaltsstatus in Deutschland zu verbessern.

Familiennachzug für syrische Flüchtlinge

Seit 2011 hält der Bürgerkrieg in Syrien, der dazu führte, dass zahlreiche Menschen ihre Heimat verlassen mussten, an. Der von dem Krieg ausgelöste Flüchtlingsstrom hat mittlerweile dramatische Züge genommen.

Umso wichtiger wird es für die Behörden, passende Regelungen zu finden, die sowohl deren als auch die Zufriedenheit der Schutzsuchenden garantieren. Während der hektischen Flucht kommt es sogar zu Fällen, in denen Familien voneinander getrennt werden oder einige Familienmitglieder vorerst in der Heimat bleiben.

Unter anderem Gründen wurde 2013 in einer Bundesentscheidung beschlossen, dass einzelne Länderprogramme zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge im Rahmen von Familiennachzügen auf den Weg gebracht werden sollen. Einzelne Bundesländer können die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen für syrische Flüchtlinge, die eine Aufnahme durch ihre in Deutschland lebenden Verwandten beantragen, vornehmen.

Das ist eine der verschiedenen Möglichkeiten, die es für syrische Flüchtlinge gibt, um in Deutschland oder insbesondere in Niedersachsen einen legalen Aufenthaltstitel zu erhalten.

Visumbestimmungen für einen Asylantrag mit Familiennachzug

Sie gelten jedoch nur für besondere Personengruppen und sind an besondere Anforderungen gebunden. Die Personen, die nach Deutschland einreisen und Anspruch auf die Anordnung nach § 23 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes haben, müssen infolge des Bürgerkrieges von ihrem Wohnort geflohen sein und sich in Syrien, einem Anrainerstaat oder Ägypten aufhalten.

§ 23 Aufenthaltsgesetz gewährt den Aufenthalt durch die obersten Landesbehörden.
§ 23 Aufenthaltsgesetz gewährt den Aufenthalt durch die obersten Landesbehörden.

Zum Beispiel hatten syrische Staatsangehörige, die vom Bürgerkrieg in Syrien betroffen sind, die Gelegenheit, eine Aufenthaltserlaubnis gemäß § 23 Absatz 1 AufenthG zu erhalten, wenn sie enge Verwandte in Niedersachsen hatten. Diese sollten über eine Aufenthaltsberechtigung verfügen und bereit sein, den Lebensunterhalt ihrer Verwandten während des Aufenthalts in Deutschland zu gewährleisten.

In Dezember 2014 wurde eine Erneuerung der niedersächsischen Aufnahmeordnung erlassen, welche keine Obergrenze für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge vorgibt. Zudem gab das Bundesministerium für Inneres bekannt, dass zum Stichtag am 5. Januar 2014 insgesamt 243 Visa auf Grundlage des niedersächsischen Landesprogramms vergeben wurden.

Ablauf eines Visumverfahrens

Voraussetzung dafür ist, dass zuerst ein schriftlicher Asylantrag gestellt wird in dem Land, in dem sich der Flüchtling vor der Einreise nach Deutschland befindet. Um nachweisen zu können, dass Deutschland nach der Dublin-Verordnung für das Asylverfahren zuständig ist, müssen die Flüchtlinge Kopien des Aufenthaltstitels des in Deutschland lebenden Familienangehörigen vorzeigen. Erst dann beginnt das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedsstaates.

Die Vorbereitung des Verfahrens findet in den meisten Fällen in Griechenland statt, da dieses die Tür nach Europa und in vielen Fällen, neben der Türkei, die erste Station für Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten ist. Das Verfahren läuft nach einem Asylantrag wie bei dem Dublin-Verfahren. Griechenland prüft hierbei die Zuständigkeit und sendet ein Aufnahmeersuchen, worauf Deutschland dieses prüft und entweder zustimmt oder ablehnt.

Nach der Zustimmung Deutschlands können Flugtickets gekauft werden, mit welchen sie anschließend nach Deutschland fliegen. Außerdem erhalten die Flüchtlinge eine amtliche Bescheinigung von dem Staat, in dem sie sich zu dem Zeitpunkt aufhalten. Normalerweise ist der Staat, in dem die Flüchtlinge sich übergangsweise aufhalten, verantwortlich dafür, das Flugticket zu organisieren und zu kaufen. Jedoch beschleunigt es das Verfahren, wenn selbst das Ticket gekauft wird.

Eine Wohnsitzauflage bestimmt den Ort, an dem Ausländer, verpflichtet sind zu wohnen
Eine Wohnsitzauflage bestimmt den Ort, an dem Ausländer, verpflichtet sind zu wohnen.

Es folgt ein Visumantrag. Dafür muss ein Visumantragsformular ausgefüllt werden und nachdem ein Verfahren zur Ausstellung eines gültigen Visums erfolgreich durchlaufen ist, erhalten die ausgewählten Flüchtlinge eine einjährig befristete Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Abs. 1 AufenthG. Es gibt gemäß § 8 AufenthG die Möglichkeit einer Verlängerung.

Die syrischen Flüchtlinge, die im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland eingereist sind, dürfen nur in Niedersachsen wohnen, solange sie keinen Lebensunterhalt sichernden Arbeitsplatz gefunden haben. Den Flüchtlingen wird also in der Zeit eine Art Wohnsitzauflage gegeben. Die Verwandten müssen nämlich vorher eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, worin sie sich verpflichten, die Kosten für den Lebensunterhalt des Flüchtlings zu tragen.

Ohne Visum nach Deutschland?

Die deutsche Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat bis auf weiteres geschlossen, was bedeutet, dass dort ein Visum beantragen u.a. für Deutschland nicht möglich ist. Inzwischen können Syrer ein Visum im Libanon und der Türkei beantragen. Aufgrund des großen Andrangs sind die Wartezeiten sehr lang.
Das Jugendamt gewährleistet die Versorgung von Flüchtlingskindern.
Das Jugendamt gewährleistet die Versorgung von Flüchtlingskindern.

Nur für Flüchtlinge, die im Rahmen des Familiennachzugs bereits Familienmitglieder als anerkannte Flüchtlinge in Deutschland haben, geht das Verfahren schneller. Genau wie für allein reisende Flüchtlingskinder, medizinische Notfälle und Schwangere gibt es Sonderregelungen. Die Flüchtlinge können somit erst dann die Reise nach Deutschland auf sich nehmen, wenn sie ein gültiges Visum erhalten haben.

Visa für Deutsche ins Ausland

Vor jeder Reise, besonders in ein Nicht-EU Land, stellt sich die Frage, für welche Länder braucht man ein Visum. Passkontrollen oder eine aufwendige Visumbeantragung sind für Deutsche eine Seltenheit, denn die Visumpflicht für Deutsche ist noch lange nicht so streng wie für andere Nationen. Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Visum für Deutsche.

Eine gute Nachricht für deutsche Staatsangehörige ist, dass sie mittlerweile in 177 Länder visumfrei reisen können. Wie aus dem jährlichen Bericht der “Visa Restrictions Index” der Beratungsfirma Henley & Partners und der International Air Transport Association (Iata) hervorgeht, ist der deutsche Reisepass der mächtigste Reisepass der Welt, da sich damit mehr Länder ohne Visum bereisen lassen als mit jedem anderen.

Ebenso wie Einreisende aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland kommen, reisen deutsche Staatsbürger zu verschiedenen Zwecken ins Ausland. In den Ländern, in dem Visumpflicht für Deutsche herrscht, können Visa je nach Zweck beantragt werden. Touristenvisum, Besuchervisum, sowie Geschäftsvisum sind die gängigsten Antragsformen.

Wichtig ist zu beachten, wie lange der Reisepass beim Visumantrag noch gültig ist, damit die Beantragung rechtzeitig erfolgen kann. Viele Nationen geben eine Gültigkeit des Reisepasses von mindestens sechs Monaten über die beantragte Visumdauer hinaus an. In den meisten Fällen wird geraten, die Antragsformulare frühestens drei Monate vor dem geplanten Einreisezeitpunkt einzureichen. Für genauere Angaben zu den bestimmten Visabestimmungen bzw. Voraussetzungen, besuchen Sie die Internetseite der jeweiligen Botschaften.

Der Unterschied zwischen Touristenvisum und Besuchervisum

Touristen brauchen ein Visum, um in visumpflichtige Länder zu reisen.
Touristen brauchen ein Visum, um in visumpflichtige Länder zu reisen.

Um ein Besuchervisum beantragen zu können, braucht der Antragsteller einen berechtigten Grund bzw. Anlass, um in das spezifische Land einreisen zu können. Dafür ist eine offizielle Einladung aus dem Zielland erforderlich. Anlässe, die für ein Touristenvisum bzw. Besuchervisum gebraucht werden können, sind z.B um Urlaub zu machen, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, Verwandte oder Freunde zu besuchen oder anderen Freizeitaktivitäten nachzugehen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Touristenvisa und Besuchervisa ist, dass der Reisezweck in einem visumpflichtigen Land beim Besuchervisum eine private Angelegenheit darstellt, z.B. der Besuch einer Hochzeit. Wie lange die Visa gültig sind und was sie kosten, variiert von Staat zu Staat. Das ausgestellte Visum gestattet hier keine Arbeitsaufnahme in dem jeweiligen Zielland.

Arbeitsvisum

Das Arbeitsvisum ist eine Möglichkeit, einen temporären Aufenthalt im Ausland zu rechtfertigen. Um ein Arbeitsvisum zu beantragen, muss der Antragsteller persönlich bei dem zuständigen Konsulat anwesend sein. Vorzulegen sind aussagekräftige Dokumente, die die beabsichtigte Tätigkeit nachweist, wie z.B das konkrete Arbeitsplatzangebot, eine Stellenbeschreibung und Muster des Arbeitsvertrages.

Auslandsentsandte müssen für ihre Tätigkeit im Ausland ein Visumantrag stellen.
Auslandsentsandte müssen für ihre Tätigkeit im Ausland ein Visumantrag stellen.

Arbeitsvisa werden z.B. ausgestellt für Angestellte, die von ihrem Arbeitsgeber ins Ausland entsendet werden, um dort für die Außenstelle zu arbeiten. Die Bestimmungen für eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis sind länderspezifisch geregelt.

Wenn Sie ein Arbeitsvisum beantragen, benötigen Sie wie bei den meisten Visa-Arten eine offizielle Einladung, auch Visa Support Brief oder Invitation Letter genannt. Die Visumgültigkeit variiert hier auch von Staat zu Staat und richtet sich nach der Einladung. Die Dauer kann für ein halbes Jahr oder für mehrere Jahre ausgestellt werden.

Geschäftsvisum

Diese Art von Visum ist für Geschäftsreisende geeignet, die in ein visumpflichtiges Land reisen, um einer unternehmerischen Aktivität nachzugehen, die mit der Arbeit aus ihrem Wohnsitzland zusammenhängt.

Dazu zählen z.B. der Besuch einer Messe, von Konferenzen oder Meetings, Vertragsverhandlungen oder die Kundenbetreuung vor Ort. Die für die Visa anfallenden Kosten und Gültigkeit variieren je nach Zielland.

Studentenvisum

Durch die Globalisierung und unsere vernetzte Welt entsteht bei immer mehr jungen Leute das Bedürfnis, im Ausland zu studieren. Während eine Studienaufnahme im europäischen Ausland aufgrund des Gesetzes über die allgemeine Freizügigkeit kein Problem darstellt, müssen Studierende aus Deutschland ein Studentenvisum beantragen, wenn sie im außereuropäischen Ausland studieren wollen.

Auch hier unterscheiden sich die Einreisebestimmungen für Hochschüler in Abhängigkeit zum Zielland. Konsulate und Botschaften verlangen oftmals Einladungsschreiben aus dem Zielland, wobei eine Bestätigungsmail der zu besuchenden Universität nicht ausreicht. Der Visa-Support-Brief ist in diesem Fall ein Schreiben der ausländischen Hochschule. Dieser sollte begründen, dass der Grund der Reise im Gastland der Studienaufenthalt ist.

Für viele Studierende gehört mindestens ein Auslandssemester zum Studium dazu.
Für viele Studierende gehört mindestens ein Auslandssemester zum Studium dazu.

Mit diesem Visum ist es gestattet, Ausflüge innerhalb des Ziellandes zu unternehmen. Jedoch ist die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit, um den Lebensunterhalt im Ausland zu finanzieren, nicht gestattet. In der Einreisebestimmung ist enthalten, was mit dem Studentenvisum erlaubt und verboten ist. Die Gültigkeitsdauer des Studentenvisums hängt von der Dauer des geplanten Studienaufenthalts ab.

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Visum: Wichtige Informationen für Reisende aus und nach Deutschland
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57 Gedanken zu „Visum: Wichtige Informationen für Reisende aus und nach Deutschland

  1. mann

    guten tag ,
    Eine Freundin aus Kasachstan möchte mich Besuchen in Deutschland . Mit einem Besuchervisum kann sie meines wissens 4 Wochen hier in Deutschland sein . Ihr wurde mitgeteilt das sie 1500,- euro Bargeld vorlegen soll . damit sie ihren Aufenthalt hier Finanzieren Kann . Frage : ist das Richtig ?
    Und muss ich als Besuchter mehr als 1250,- euro Verdienen , das sie sich hier Aufhalten kann . Das Visum und das Flugticket hat sie bereits Bezahlt . Wie kann ich ihr von Deutschland aus helfen .
    danke für Antwort

    Antworten
  2. Michel

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    meine Freundin aus Indien möchte mich in Deutschland besuchen. Dafür muss Sie ihr Schengen-Visum verlängern. Das stellt sich aber kurzfristig als schwierig heraus, weil sie in Indien die Steuererklärungen der letzten drei Jahre nachweisen muss, welche sie so schnell nicht bekommt.
    Alle anderen Dokumente und finanzielle Aspekte sind aber kein Problem.
    Gibt es eine Möglichkeit was ich von Deutschland aus machen kann um ein Visum für sie zu bekommen?
    Vielen Dank!

    Antworten
  3. hossein

    Guten Tag,
    da ich ein Asylbewerber aus dem Iran bin und zwar wurde meinen Antrag eingestellt und bereits einen Duldung habe, kann ich nicht wegen Wehrpflicht ebenso Religionsverfolgung nach Iran zurückkähren.

    Ich habe alle nötige Sachen zum Studium erfüllt und habe eine Zugangsberechtigung von der Universität erhalten.
    Ich würde gerne wissen, ob ich in der Lage bin als Student in Deutschland Visum bekomme, sofern ich meine Förderungen selbst finanzieren zu möchten.

    wie kann das laufen?

    Ich wäre Ihnen sehr Dankbar, wenn mich informiert wird

    mit freundlichen Grüssen

    Antworten

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