BGH-Urteil: Ausfallentschädigung für Reise muss nicht Reisepreis entsprechen

News von anwalt.org, veröffentlicht am 31. Mai 2018

Karlsruhe: Der Bundesgerichtshof (BGH) verkündete nun in einem Urteil, dass die Ausfallfallentschädigung für eine Reise nicht dem vollständigen Reisepreis entsprechen muss. Das heißt, fällt ein Urlaub ins Wasser, besteht für den Reiseveranstalter keine Pflicht, dem Geschädigten den kompletten Preis der Reise zu erstatten.

Besteht ein Anspruch auf volle Reisepreiserstattung?

BGH-Urteil: Die Ausfallentschädigung für eine Reise kann auch nur einen Teil des Reisepreises betragen.
BGH-Urteil: Die Ausfallentschädigung für eine Reise kann auch nur einen Teil des Reisepreises betragen.

Bei dem Kläger handelte es sich um ein Ehepaar, das mit dem Kreuzfahrtschiff für zwei Wochen in die Karibik fahren wollte. Die Kosten für die Reise betrugen 5000 Euro.

Als das Paar drei Tage vor Anbruch des Urlaubs erfuhr, dass keine Buchung für sie existiert, entschieden sie sich stattdessen für eine Reise nach Florida.

Das Paar forderte anschließend Ersatz für die Mehrkosten von 900 Euro, die durch die zusätzliche Reise entstanden waren und außerdem die Erstattung des vollen Kreuzfahrtreisepreises. Vom Landgericht wurden Ihnen letztendlich 73 Prozent des Reisepreises zugesprochen, die Mehrkostenübernahme wurde hingegen abgelehnt. Das reichte dem Ehepaar allerdings nicht und es zog vor den Bundesgerichtshof.

Der Zivilsenat des BGH, der für Reiserecht zuständig ist, bestätigte nun das Urteil, dass eine Ausfallentschädigung bei einer Reise zwar gerechtfertigt ist, die komplette Erstattung der Kosten aber in diesem Fall nicht angemessen wäre. Die volle Preiserstattung ist laut des Gerichts nur möglich, wenn es im Urlaub durch besondere Umstände und Gegebenheiten zu keinerlei Erholung kam.

Sonderfall: Reiserecht bei einer Kreuzfahrt: Was ist zu beachten?

Urteil zur Ausfallentschädigung bei einer Reise: Welches Reiserecht haben Fahrgäste bei einer Kreuzfahrt?
Urteil zur Ausfallentschädigung bei einer Reise: Welches Reiserecht haben Fahrgäste bei einer Kreuzfahrt?

Kreuzfahrten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder – Hotel, Bars, Restaurants, Pool, Entertainment und Ausblick aufs Meer – all das befindet sich bei einer Reise mit dem Kreuzfahrtschiff an einem Ort.

Doch wie sieht es mit dem Reiserecht bei einer Kreuzfahrt aus? Entspricht das BGH-Urteil zur Ausfallentschädigung für eine Reise der Regel? Von folgenden Rechten können Fahrgäste bei Verspätung oder Ausfall einer Kreuzfahrtreise Gebrauch machen:

  • Erstattung des Fahrpreises bei Annullierung oder Verspätung der Abfahrt von mehr als 90 Minuten
  • Ersatz-Unterbringung bei längerer Verzögerung der Abfahrt
  • Entschädigung bei verspäteter Ankunft abhängig von Fahrt- und Verspätungsdauer
Das neuste BGH-Urteil zur Ausfallentschädigung bei einer Reise zeigt allerdings, dass jeder Fall individuell von einem Richter bewertet werden muss und der Reisepreis oft nur zu einem Teil erstattet werden kann.

Bildnachweise: fotolia.com/©Unclesam, fotolia.com/©pebergh

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