Rentenversicherung – Alle wichtigen Informationen

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 16. Februar 2021

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist f√ľr jeden Arbeitnehmer verpflichtend.

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist f√ľr jeden Arbeitnehmer verpflichtend.

Das System der Sozialversicherung in Deutschland setzt voraus, dass jeder Beschäftigte zur Altersvorsorge einer Rentenversicherungspflicht unterliegt.

Die deutsche Rentenversicherung stellt neben der Kranken-, Unfall-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung eine der f√ľnf S√§ulen der Sozialversicherung dar und ist deshalb gesetzlich f√ľr jeden Deutschen, der in einem Arbeitsverh√§ltnis steht, vorgeschrieben.

Aber was ist eine Rentenversicherung eigentlich genau? Welche Formen der Rentenversicherung gibt es? Und wer ist rentenversicherungspflichtig in Deutschland? Diese und weitere Fragen sollen im folgenden Ratgeber¬†√ľber die Sozialversicherung beantwortet werden.

Gesetzliche Rentenversicherung und die Lebensversicherung

Laut Gesetz ist jeder deutsche Arbeitnehmer dazu verpflichtet, einen Teil seines Einkommens in die Rentenversicherung einzuzahlen. Die Rentenversicherung unterscheidet sich dadurch von der Lebensversicherung, dass sie nicht hauptrangig auf den Hinterbliebenenschutz abzielt, sondern sich vielmehr auf den Versicherungsnehmer selbst beschränkt. Dieser erwartet von seiner Rentenversicherung, dass nach Eintritt in die Rente ein monatlicher Betrag ausgezahlt wird, der zur Altersvorsorge dienen soll.

Au√üerdem ist eine Gesundheitspr√ľfung meist unn√∂tig. Denn: Sowohl Versicherungsnehmer als auch -geber profitieren von einem langen Leben des Versicherten und gehen deshalb von diesem aus. Bei einer Lebensversicherung – gegens√§tzlich zur Rentenversicherung – ist das anders, hier wird der Hauptaugenmerk darauf gelegt, die Hinterbliebenen im Todesfall abzusichern.

Die Leistungen der Rentenversicherung

Die Leistungen der Rentenversicherung können auch Hinterbliebenenschutz garantieren.

Die Leistungen der Rentenversicherung können auch Hinterbliebenenschutz garantieren.

Eine gesetzliche Rentenversicherung wird oft auch als Altersrente bezeichnet, die daf√ľr vorgesehen ist, Besch√§ftigte im Alter durch eine regelm√§√üige ‚Äď bzw. einmalige – Geldzahlung zu unterst√ľtzen. Auch im Falle der Erwerbsminderung oder des Todes kann eine Rente ausgezahlt werden. In diesen Situationen wird nicht von einer Altersrente, sondern von einer Erwerbsminderungsrente oder einer Hinterbliebenenrente ‚Äď oder auch Witwen- und Witwerrente gesprochen.

Wie hoch die aus der Rentenversicherung entstehenden Leistungen sind, ist davon abhängig, wie viel Geld Sie bereits in Ihre Versicherung eingezahlt haben bzw. wie hoch der Beitragssatz Ihrer Rentenversicherung während der Erwerbstätigkeit war. Dabei errechnet sich der monatlich auszuzahlende Beitrag durch die deutsche Rentenversicherung nach § 64 des Sozialgesetzbuches (SGB), Sechstes Buch wie folgt:

Der Monatsbetrag der Rente ergibt sich, wenn
1. die unter Ber√ľcksichtigung des Zugangsfaktors ermittelten pers√∂nlichen Entgeltpunkte,
2. der Rentenartfaktor und
3. der aktuelle Rentenwert
mit ihrem Wert bei Rentenbeginn miteinander vervielfältigt werden.“

Den exakten monatlichen Auszahlungsbetrag zu berechnen, ist aufgrund der vielen hineinspielenden Faktoren deshalb schwierig. Eine Ermittlung des Betrags ist oft nur mithilfe der jährlichen Renteninformation möglich, die der Versicherungsnehmer von seiner Rentenversicherung erhält.

Wie hoch ist das Renteneintrittsalter?

Je nachdem, wann ein Versicherungsnehmer in Rente geht, kann die Auszahlungsleistung vermindert bzw. erh√∂ht werden. Sollte der/die Versicherte fr√ľher als geplant Rentner oder Rentnerin werden, ist ein geringerer Versicherungsauszahlungsbetrag m√∂glich. Das Renteneintrittsalter in Deutschland liegt momentan bei 67 Jahren. Zum ersten Januar 2012 wurde dieses von 65 auf 67 Jahre erh√∂ht. Hinsichtlich der sinkenden Geburtsraten und der steigenden Lebenserwartungen war das ein Schritt, den die Bundesregierung f√ľr sinnvoll erachtet hat.

Je nachdem, wann Sie geboren wurden, gilt f√ľr Sie ein unterschiedliches Rentenalter. Liegt Ihr Geburtsdatum vor 1947, haben Sie das Recht, mit 65 Jahren bereits in Rente zu gehen. Geborene seit dem Jahr 1947¬†k√∂nnen fr√ľhestens im Alter von 67 regul√§r die Rente beziehen. Selbstverst√§ndlich ist es auch m√∂glich, den Rentenbeginn vorzuziehen. In diesem Fall muss der Beg√ľnstigte allerdings damit rechnen, dass ihm die Leistungen f√ľr die gesamte Zeit der Altersvorsorge gek√ľrzt werden.

Die Altersrente

Wer ist versicherungspflichtig? Eine Altersrente steht allen deutschen Arbeitnehmern zu.

Wer ist versicherungspflichtig? Eine Altersrente steht allen deutschen Arbeitnehmern zu.

Hat ein Versicherungsnehmer die regul√§re Renteneintrittsgrenze erreicht, so erh√§lt er die Rente ohne Abz√ľge oder Zuschl√§ge ausgezahlt. Sollte der Versicherungsnehmer fr√ľher in Rente gehen, wird die Zahlung vermindert. Ein sp√§terer Renteneintritt kann die Zahlung andersherum auch erh√∂hen.¬†Je nachdem, wie hoch die eingezahlten Beitr√§ge sind, ergibt sich auch eine mehr oder weniger hohe Rentenzahlung im Alter. Die Einheit der Beitr√§ge wird in der deutschen Rentenversicherung in Entgeltpunkten angegeben.

Sollte ein Renter noch nach seinem Eintritt in die gesetzliche Rente arbeiten wollen, so ist dieser nicht mehr versicherungspflichtig. Trotzdem muss der jeweilige Arbeitgeber weiterhin Beitr√§ge f√ľr den Arbeitnehmer in die Rentenversicherung einzahlen.

So soll verhindert werden, dass Arbeitgeber durch die Versicherungsvorteile nur noch Rentner und Rentnerinnen einstellen, die nicht mehr versicherungspflichtig sind.

Die Erwerbsminderungsrente

Verminderte Erwerbsfähigkeit bedeutet, dass der entsprechende Versicherungsnehmer nicht mehr in der Lage ist, im vollen Umfang am Arbeitsleben teilzunehmen. Sollte der Arbeitnehmer so eingeschränkt sein, dass er weniger als drei Stunden täglich am Arbeitsleben teilnehmen kann, so liegt eine volle Erwerbsminderung vor. Teilweise erwerbsgemindert ist ein Beschäftigter dann, wenn eine tägliche Arbeitszeit zwischen drei und sechs Stunden trotzdem noch möglich ist.

Das kann aufgrund einer Krankheit, einer Behinderung oder eines Unfalls geschehen. Sie ist gem√ľnzt auf die im Berufsumfeld n√∂tige Leistungsf√§higkeit. Welcher Beitrag im Falle einer Erwerbsminderungsrente ausgezahlt wird, h√§ngt ebenfalls wie bei der Altersrente von den bereits gesammelten Entgeltpunkten ab.¬†Grunds√§tzlich gilt bei Rentenversicherungen der Leitsatz: ‚ÄěReha vor Rente‚Äú.

Damit ist gemeint, dass im Falle einer Erwerbsminderung alles im Zuge einer Rehabilitation daf√ľr getan wird, den Erwerbsf√§higen beruflich oder medizinisch soweit aufzup√§ppeln, dass dieser wieder am Arbeitsleben teilnehmen kann. Sollte dieser Versuch der Rehabilitation keine Fr√ľchte tragen, so wird der Umfang der Leistungsf√§higkeit und der Beteiligung des Versicherten am Arbeitsmarkt bestimmt.

Die Witwen- bzw. Witwerrente

Im Todesfall kann die Rentenversicherung des Verstorbenen einen Teil zur Witwen- bzw. Witwerrente beitragen.

Im Todesfall kann die Rentenversicherung des Verstorbenen einen Teil zur Witwen- bzw. Witwerrente beitragen.

Im Falle des Ablebens eines Ehepartners kann ebenfalls eine Auszahlung der Rente an den noch lebenden Ehegatten erfolgen. Ob der jeweilige Ehepartner eine kleine oder eine große Witwen- bzw. Witwerrente bezieht, ist von verschiedenen Faktoren wie der Länge der Ehe, dem Erreichen der Altersgrenze oder der Existenz eines Kindes abhängig.

Allerdings ist es auch m√∂glich, dass keine Rente an den Hinterbliebenen gezahlt wird.¬†Das ist zum Beispiel in gewissen F√§llen einer Versorgungsehe¬†so.¬†Auch die (Halb-)Waisenrente wird zur Rente wegen Todes gez√§hlt. Sollte ein Kind einen oder beide Elternteile verlieren, so steht diesem ein gewisser Satz der Rente zu, die den Eltern ‚Äď bzw. der Mutter oder dem Vater ‚Äď ausgezahlt worden w√§re.

Bei Halbwaisen ist dies ein Satz von 10 %, bei Vollwaisen 20 % der Rente, die nach der Höhe des am Todestag fälligen Betrags berechnet wird. Außerdem gibt es laut § 78, sechstes Buch des SGB einen Zuschlag, der noch zu dieser Rente hinzukommt, um die Nachkommen finanziell abzusichern.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung

In der Regel sind deutsche Rentenversicherungsbetr√§ge dadurch finanziert, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zu gleichen Teilen in die Rentenkasse einzahlen. Der Teil des Arbeitnehmers wird direkt vom Lohn abgezogen. Der entsprechende Arbeitgeber tr√§gt seinen Zuschuss bei. Durch eine der Einzugsstellen ‚Äď zum Beispiel die Krankenkasse – wird dieser Beitrag der Rentenversicherung eingezogen und an den Tr√§ger √ľberwiesen, der den Rentenversicherungsbeitrag schlie√ülich auszahlt. Je nachdem, wie hoch der Lohn eines Arbeitsnehmers ist, gleicht sich entsprechend auch der an die Rentenversicherung abzuf√ľhrende Anteil an. Zurzeit betr√§gt dieser Anteil 18,7 %.

Sollten Sie selbstst√§ndig oder freiwillig versichert sein, m√ľssen Sie den f√ľr Ihre Rentenversicherung f√§lligen Beitragssatz selbst in voller H√∂he zahlen, da im strengen Sinne kein Arbeitgeber vorhanden ist. Als Selbstst√§ndiger sind Sie allerdings von der Beitragspflicht befreit. Das hei√üt also: Als Selbstst√§ndiger m√ľssen Sie keine Beitr√§ge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, k√∂nnen das aber freiwillig tun, wenn Sie m√∂chten. Sollten Sie sich daf√ľr entscheiden, m√ľssen Sie den gesamten Betrag alleine zahlen. Eine Alternative stellt eine private Rentenversicherung dar. Andere Teile der deutschen Sozialversicherung – wie zum Beispiel die Krankenversicherung – sind allerdings auch f√ľr Selbstst√§ndige verpflichtend.

Die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung

In eine Rentenversicherung kann nur bis zu einem bestimmten Beitrag eingezahlt werden.

In eine Rentenversicherung kann nur bis zu einem bestimmten Beitrag eingezahlt werden.

Es ist allerdings nur n√∂tig, den Beitrag f√ľr die gesetzliche Rentenversicherung bis zu einer bestimmten H√∂he zu zahlen. Diese Beschr√§nkung der Rentenversicherung wird auch Beitragsbemessungsgrenze genannt. Je nachdem, in welchem Bundesland Sie als Versicherungsnehmer der Sozialversicherung zuhause sind, kann sich diese Begrenzung unterscheiden. In den alten Bundesl√§ndern zahlen sie in Ihre Rentenversicherung nur den Beitrag bis zu einer H√∂he von 6.200 Euro monatlich ein. Die Beitragsbemessungsgrenze in den neuen Bundesl√§ndern liegt etwas tiefer bei 5.400 Euro.

Zudem wird die Rentenversicherung durch Beitr√§ge vom Bund erg√§nzt. Dieser Bundeszuschuss bildet mit den Zahlungen von Arbeitgeber und –nehmer die Rentenversicherungsfinanzierung.

Sollte ein Versicherungsnehmer freiwillig versichert sein, so liegt der Mindestbeitrag f√ľr die Rentenversicherung im Jahr 2016 bei knapp 85 Euro im Monat. Ein H√∂chstbeitrag von etwa 1160 Euro monatlich darf dabei nicht √ľberschritten werden. Damit unterscheiden sich die freiwillige und die gesetzliche Rentenversicherung im Beitrag, den der jeweilige Versicherungsnehmer monatlich zahlen muss.

Finanzierung der Rentenversicherungsbeiträge: der Generationenvertrag

Durch regelm√§√üige Einzahlungen von Beitr√§gen in die Rentenversicherung, die von derzeit Erwerbst√§tigen geleistet werden, erfolgt die Auszahlung der Renten an die Ruhest√§ndler. Dieser sogenannte Generationenvertrag sorgt daf√ľr, dass es einen durchg√§ngigen Kreislauf¬†zwischen Einnahmen und Ausgaben gibt. Es soll dadurch garantiert werden, dass es einen stetigen Wechsel zwischen jungen, erwerbst√§tigen Einzahlern und √§lteren Bezugsberechtigten gibt.

Die heute Erwerbstätigen werden in ein paar Jahren deshalb diejenigen sein, an die ebenfalls eine Rente ausgezahlt wird. Diese wird dann von der nächsten arbeitenden Generation finanziert. Zudem gilt der bereits erwähnte Bundeszuschuss, der ebenfalls einen erheblichen Teil zur Finanzierung der Renten in Deutschland beiträgt. Der Ablauf des Generationenvertrags, der es ermöglicht, quasi direkt aus den erarbeiteten Rentenversicherungsbeiträgen die Renten der Ruheständler zu bezahlen, wird oft auch als Umlageverfahren bezeichnet.

Besteuerung der Rentenversicherung und ihrer Auszahlung

Der Rentenversicherungsbeitrag ist unterschiedlich hoch, da er sich am Bruttoeinkommen orientiert.

Der Rentenversicherungsbeitrag ist unterschiedlich hoch, da er sich am Bruttoeinkommen orientiert.

Seit 2005 gibt es die sogenannte ‚Äěnachgelagerte Besteuerung‚Äú von Rentenversicherungen. Das hei√üt, dass Sie als Versicherungsnehmer nahezu keine Steuern f√ľr diverse Vorsorgeunternehmungen w√§hrend Ihres Berufslebens zahlen m√ľssen, daf√ľr aber sp√§ter die Rente besteuert wird. Das ist nicht nur die Vorgabe f√ľr Altersrenten, sondern auch f√ľr Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrenten.

Ab 2040 sollen allerdings alle Renten komplett besteuert werden. In den Jahren davor gibt es einen sogenannten Rentenfreibetrag. Dieser Betrag wird nicht versteuert und ist davon abhängig, mit welchem Alter Sie in den Ruhestand treten und eine monatliche Rentenzahlung erhalten. Sind Sie bereits vor dem Jahr 2005 in Rente gegangen, ist die Hälfte der Bruttoauszahlung steuerpflichtig. Bei einem Rentenbeginn bis zum Jahr 2015 sind es bereits 70 % der Bruttorentenzahlung, die besteuert werden.

Deutscher Rentenversicherungsbund

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland wird von der Deutschen Rentenversicherung organisiert. Seit dem Jahr 2005 wird der Name Deutsche Rentenversicherung f√ľr alle Aufgaben der gesetzlichen Rentenversicherung genutzt. Alle Bundes-¬†und Regionaltr√§ger sind unter diesem Begriff im Versicherungsrecht zusammengefasst. Die Tr√§ger der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung auf Bundesebene sind die¬†“Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See” sowie die “Deutsche Rentenversicherung Bund”.

Sollten Sie sich nach dem Jahr 2005 haben rentenversichern lassen, wird Ihnen Ihr Rentenversicherungstr√§ger per Post mitgeteilt. Die Deutsche Rentenversicherung besitzt insgesamt 16 Versicherungstr√§ger, die selbstst√§ndig arbeiten und regional oder bundesweit zust√§ndig sind. Der Name dieser Tr√§ger wird durch die Region bestimmt, in der sie angesiedelt sind und setzt sich aus dem Namen ‚ÄěDeutsche Rentenversicherung‚Äú und dem Regionsnamen zusammen. Wer f√ľr Ihre deutsche Rentenversicherung der Tr√§ger ist, wird deshalb gr√∂√ütenteils regional entschieden.

Zusatzrentenversicherung: Formen der privaten Rentenversicherung

Eine Zusatzversicherung - wie z. B. der Hinterbliebenenschutz - kann sich bei privaten Rentenversicherungen lohnen.

Eine Zusatzversicherung – wie z. B. der Hinterbliebenenschutz – kann sich bei privaten Rentenversicherungen lohnen.

Neben der klassischen Art der gesetzlichen Lebensversicherung gibt es auch andere Formen dieser Sozialversicherung: So beispielsweise eine private Rentenversicherung. Diese kann ein Arbeitnehmer abschlie√üen, um erg√§nzend zur gesetzlichen Rentenversicherung f√ľr das Alter vorzusorgen. Da eine gesetzliche Versicherung in vielen F√§llen zur Altersvorsorge nicht ausreicht, wird der Abschluss einer privaten Rentenzusatzversicherung f√ľr viele Arbeitnehmer immer attraktiver.

Die Höhe der privaten Rentenauszahlung ergibt sich aus den Beiträgen, die Sie in diese einzahlen. Im Zuge der privaten Rentenversicherung ergeben sich zwei weitere Varianten dieser, die Sie als Versicherungsnehmer nutzen können. Dazu gehören die Sofortrente und die aufgeschobene Rentenversicherung.

Die Sofortrente

Bei einem Bezug einer Sofortrente wird durch den Versicherten kurz vor Eintritt ins Rentenalter eine Einmalzahlung geleistet, die dann in Form einer monatlich ausgezahlten Rente wieder an den Bezugsberechtigten zur√ľckflie√üt. Diese Renten werden¬†dann ein Leben lang gezahlt. Das ist zum Beispiel dann eine sinnvolle Variante f√ľr einen Pension√§r, wenn dieser kurz vor Eintritt ins Rentenalter im Erlebensfall eine Auszahlung ‚Äď zum Beispiel aus einer Kapitallebensversicherung – erh√§lt.

Dieser Geldbetrag kann dann sinnvoll in Form einer Sofortrente eingezahlt und zur Altersvorsorge angelegt werden. Im Hinblick auf eine doch eher niedrige Rentenzahlung durch die gesetzliche Rentenversicherung kann eine Sofortrente bei vorhandenem Geldbetrag eine sinnvolle Möglichkeit zur Anlage des Geldes sein.

Die aufgeschobene Rentenversicherung

Bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung wird der Zeitpunkt der Auszahlung der Rente ‚Äď ob monatlich oder als Einmalzahlung ‚Äď nach hinten verschoben. Trotzdem wird regelm√§√üig vorher vom Versicherungsnehmer in die Rentenversicherung eingezahlt. Im Gegensatz zur sofort beginnenden Rentenversicherung, die mit einer Einmalzahlung abgeschlossen wird, ist die aufgeschobene Rentenversicherung so nach hinten verlagert, dass eine monatliche Rentenzahlung ‚Äď bzw. eine Einmalzahlung – auch nach Jahrzehnten erst m√∂glich ist. Nach der sogenannten Aufschubzeit wird dann die Rente an den Versicherten ausgezahlt.

Beachten Sie: Die Zeitspanne, in der Sie Ihre Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, darf nicht länger sein, als die Aufschubzeit, die vereinbart wurde.

Staatlich gef√∂rderte Form der privaten Altersvorsorge: Riester und R√ľrup-Rente

Eine aufgeschobene Rentenversicherung ist eine Form der privaten, nicht der gesetzlichen Rentenversicherung.

Eine aufgeschobene Rentenversicherung ist eine Form der privaten, nicht der gesetzlichen Rentenversicherung.

Vielen sind die Begrifflichkeiten der Riester- und der R√ľrup-Rente bekannt, allerdings kann sich nicht jeder etwas unter diesen Begriffen vorstellen. Was genau ist eigentlich eine Riester-Rente? Und wie unterscheidet sie sich von der R√ľrup-Rente? Welche Vorteile hat der Versicherungsnehmer, wenn er sich f√ľr eine staatlich gef√∂rderte Altersvorsorge entscheidet?

Sowohl eine Riester- als auch eine R√ľrup-Rente kann als Zusatz zur Rentenversicherung, die Ihnen gesetzlich vorgeschrieben wird, dienen und die Rentenzahlung im Alter durch staatlich gef√∂rdertes Kapital erg√§nzen. Ob sich das f√ľr Sie und Ihre Rentenauszahlung lohnt, kommt immer auf den individuellen Fall an.

Die Riester-Rente

Nicht f√ľr jeden Deutschen ist es auch m√∂glich, eine Riester-Rente zu erhalten. Bestimmte Personengruppen sind von dieser Form der Altersvorsorge ausgeschlossen. Sollten Sie selbstst√§ndig sein und nicht in Ihre Rentenversicherung einzahlen, pflichtversichert in der berufsst√§ndischen Versorgung oder geringf√ľgig besch√§ftigt sein, haben Sie keinen Anspruch auf die Riester-Rente. F√ľr viele andere Personengruppen kann das Angebot einer Riester-Rente jedoch durchaus sinnvoll sein.

Denn: Jedes Jahr erh√§lt der Versicherungsnehmer vom Staat eine Zulage in H√∂he von 154 Euro. Zudem ist auch ein Kinderzuschlag von 185 Euro – bzw. f√ľr seit dem 1. Januar 2008 geborene Kinder 300 Euro ‚Äď m√∂glich. Das gilt allerdings nur bei Rentenversicherungsvertr√§gen, die auch staatlich zertifiziert sind. Bei Beginn der Rentenzahlung ist es au√üerdem m√∂glich, bis zu 30 % des bereits eingezahlten Kapitals durch eine Einmalzahlung erstattet zu bekommen.

Die restlichen 70 % werden als monatliche Rente bis zum Lebensende ausgezahlt. Um die volle staatliche Zulage zu bekommen, muss allerdings vom Versicherungsnehmer mindestens 4 % des Einkommens aus dem Vorjahr eingezahlt werden. Eine Einzahlung von bis zu 2.100 Euro im Jahr ist m√∂glich. Dieser Betrag darf allerdings nicht √ľberschritten werden.

Die R√ľrup-Rente

Eine Rentenzusatzversicherung kann in Form einer privaten R√ľrup- oder Riester-Rente erfolgen.

Eine Rentenzusatzversicherung kann in Form einer privaten R√ľrup- oder Riester-Rente erfolgen.

Die R√ľrup-Rente ‚Äď auch Basisrente genannt – kann im Gegensatz zur Riester-Rente nicht als Einmalzahlung, sondern lediglich als monatliche Rente ab der Vollendung des 62. Lebensjahrs ausgezahlt werden. Zielgruppe der R√ľrup-Rente sind haupts√§chlich Selbstst√§ndige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sowie Vielverdiener.

Allerdings ist es generell auch jedem Sozialversicherten m√∂glich, eine R√ľrup-Rente abzuschlie√üen. Der Betrag, den Sie j√§hrlich in Ihre private Rentenversicherung einzahlen k√∂nnen, ist allerdings um einiges h√∂her als bei Riester-Renten. Denn hier ist ein Einzahlungsbetrag bis zu 20.000 Euro m√∂glich, wenn der Versicherungsnehmer ledig ist.

Bei Ehepaaren kann dieser Satz sogar auf bis zu 40.000 Euro steigen. Zudem ist es m√∂glich, R√ľrup-Renten mit einer Hinterbliebenenabsicherung-¬†bzw. Berufsunf√§higkeitsversicherung zu kombinieren. Das ist insofern sinnvoll, da das eingezahlte Kapital im Falle des Todes des Versicherungsnehmers bereits w√§hrend der Einzahlphase nicht an die Versichertengemeinschaft zur√ľckflie√üt, sondern dem finanziellen Schutz der Hinterbliebenen dienen kann.

Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung werden private Rentenversicherung und Kapitalanlage miteinander kombiniert. Das passiert ähnlich wie bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung. Die Beiträge des Versicherungsnehmers werden in Fonds angelegt, die eine hohe Rendite versprechen können. Je nachdem, wie sich die Investmentfonds entwickeln, ist eine entsprechend größere Wertentwicklung möglich. Da sich die Börsenlage jedoch nicht genau vorhersagen lässt, können auch Wertverluste entstehen.

Aus diesem Grund kann sich eine Rentenversicherung, die fondsgebunden ist, zwar durchaus lohnen, allerdings auch genau ins Gegenteil umschlagen und finanzielle Verluste f√ľr den Versicherungsnehmer bedeuten.

Was passiert nach dem Tod des Versicherungsnehmers mit dem Geld aus der Versicherung?

Nach dem Tod des Versicherungsnehmers flie√üt ein Gro√üteil der Beitr√§ge aus der Rentenversicherung wieder in die Rentenkasse zur√ľck.

Nach dem Tod des Versicherungsnehmers flie√üt ein Gro√üteil der Beitr√§ge aus der Rentenversicherung wieder in die Rentenkasse zur√ľck.

Viele Rentner werden sich bereits gefragt haben, was mit Geld passiert, das noch nicht als Rentenzahlung an den Bezugsberechtigten ausgezahlt wurde, diesem allerdings durch einen fr√ľhzeitigen Tod auch nicht mehr ausgezahlt werden kann.

Im Normalfall erhalten Hinterbliebene durch die Hinterbliebenen- bzw. Witwen- oder Waisenrente einen Anteil an der noch ausstehenden Rentenzahlung des Verstorbenen. Der restliche Geldbetrag flie√üt allerdings wieder in die deutsche¬†allgemeine Rentenkasse zur√ľck.

M√∂glichkeiten zur K√ľndigung einer Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung verspricht zwar Leistungen, kann die Erwartungen des Versicherungsnehmers aber in manchen F√§llen nicht befriedigen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Menschen daf√ľr, zus√§tzlich eine private Rentenversicherung abzuschlie√üen. Sollte einmal dringender Kapitalbedarf vorliegen, ist es m√∂glich, die private Versicherung zu k√ľndigen. Die K√ľndigung einer gesetzlichen Rentenversicherung ist aufgrund der Gesetzm√§√üigkeit zur deutschen Sozialversicherung nicht m√∂glich.

Sollten Sie sich als Versicherter f√ľr diesen Schritt entscheiden, steht Ihnen ‚Äď √§hnlich wie bei der K√ľndigung einer Lebensversicherung ‚Äď ein R√ľckkaufswert zu. Dieser ist jedoch oft weitaus niedriger, als die Summe der von Ihnen bereits eingezahlten Beitr√§ge. Besonders in den ersten Laufzeitjahren der Rentenversicherung ist es deshalb wenig sinnvoll, √ľber eine K√ľndigung nachzudenken.

In den ersten Laufjahren werden oft die Abschlusskosten von Ihren Beitr√§gen in die Versicherung abgezogen, sodass der R√ľckkaufswert nicht allzu hoch ist. Oft muss au√üerdem ein Entsch√§digung f√ľr ausfallende Leistungen seitens des Versicherten gezahlt werden. Aber welche Alternativen bleiben, wenn die K√ľndigung nicht rentabel ist?

Die Beitragsfreistellung der Rentenversicherung

Bei dringendem Kapitalbedarf die Rentenversicherung zu k√ľndigen, lohnt sich nicht immer.

Bei dringendem Kapitalbedarf die Rentenversicherung zu k√ľndigen, lohnt sich nicht immer.

Wenn Sie Ihre private Rentenversicherung nicht mehr bedienen, aber auch nicht k√ľndigen wollen, haben Sie die M√∂glichkeit, eine Beitragsfreistellung zu beantragen. Die Beitr√§ge, die Sie bereits eingezahlt haben, bleiben so erhalten. Sie zahlen dann f√ľr eine Zeit lang keine Beitr√§ge mehr in Ihre Versicherung ein, haben allerdings die M√∂glichkeit, bei finanziell besserer Lage wieder damit zu beginnen.

Sollten Sie nach der Beitragsfreistellung gar nicht mehr in Ihre Versicherung einzahlen, ist eine verminderte Rentenauszahlung zu erwarten. Allerdings ist eine Beitragsfreistellung im Gegensatz zur K√ľndigung eine weitaus bessere L√∂sung, da Sie so kein bereits aufgebautes Kapital verlieren k√∂nnen. Liegt in Ihrem Fall also kein akuter Geldbedarf vor, sondern Sie sind lediglich zur Zeit illiquide, so sollten Sie √ľber die Freistellung der Beitr√§ge nachdenken.

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Rentenversicherung – Alle wichtigen Informationen
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Ein Gedanke zu „Rentenversicherung – Alle wichtigen Informationen

  1. B

    Gut zu wissen, dass das System der Sozialversicherung in Deutschland voraussetzt, dass jeder Besch√§ftigte zur Altersvorsorge einer Rentenversicherungspflicht unterliegt. Als meine Mutter verstarb, bekam ich von der Rentenversicherung auch meine Halbwaisenrente. Bis dahin dachte ich immer, dass diese Institution nur f√ľr √§ltere Menschen relevant w√§re.

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