Ist eine Rente mit 63 nur mit Abschlägen zu beziehen?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 27. Mai 2020

Viele können den Ruhestand kaum erwarten. Aber: Eine Rente mit 63 ist oft mit Abschlägen verbunden.

Viele können den Ruhestand kaum erwarten. Aber: Eine Rente mit 63 ist oft mit Abschlägen verbunden.

Zukünftige Rentner stellen sich einige Jahre vor Erreichen der Regelaltersgrenze die Frage, ob es auch möglich ist, vorzeitig in Rente zu gehen. Die Antwort auf diese Frage zur Altersvorsorge lautet zunächst einmal: „Ja!“ Trotzdem muss dabei oft mit Nachteilen gerechnet werden.

Denn: Die Rente mit 63 ohne Abschläge in Anspruch zu nehmen, ist unter anderem nur für Menschen, die 45 Beitragsjahre vorweisen können und die vor dem 1. Januar 1953 geboren wurden, möglich.

Auch in anderen Situationen kann eine vorzeitige Rente beansprucht werden. Aber wann ist das der Fall? Der folgende Ratgeber soll Sie über die Abzüge bei der Rente mit 63 Jahren aufklären.

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Volle Rente mit 63: Wie geht das?

Beachten Sie vorab: Eine herkömmliche Regelaltersrente kann nicht vorzeitig in Anspruch genommen werden. Eine Rente ohne Abschläge ist deshalb beispielsweise nur dann möglich, wenn Sie bereits 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt haben und vor dem 1. Januar 1953 geboren wurden. Dann erhalten Sie eine Rente mit 63 ohne Abschlag, die für besonders langjährig Versicherte im Ruhestand gezahlt wird.

Eine Rente für langjährig Versicherte können Sie dann in Anspruch nehmen, wenn Sie bereits 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Wurden Sie vor 1949 geboren, ist das Renteneintrittsalter, in dem Sie keine Abzüge zu erwarten haben, 65 Jahre. Allerdings können Sie die Rente als Arbeitnehmer auch vorzeitig beanspruchen. In Rente mit 63 oder 64? Abzüge gibt es leider immer. Denn dann ist die Rente ab 63 allerdings nur mit gewissen Abschlägen zu beziehen.

Diese betragen je Monat, den Arbeitnehmer früher in Rente gehen, 0,3 Prozent. Die Abschläge bei der Rente mit 63 betragen dann also 7,2 % bei Menschen, die vor 1949 geboren wurden – und das ein Leben lang.

Je nachdem, wann der Rentner geboren wurde, steigt das Renteneintrittsalter – und somit auch der Abschlag für die Rente mit 63 Jahren oder früher. Ein Abschlag von maximal 14,4 % sind möglich.

Altersrente für Frauen: Rente mit 63 nur durch Abschläge

Rente mit 63 Jahren? Abzüge sind dabei oft die Folge.

Rente mit 63 Jahren? Abzüge sind dabei oft die Folge.

Eine Rente mit 63, bei der Abzüge ebenfalls in Kauf genommen werden müssen, ist auch bei der Altersrente für Frauen möglich.

Diese erhalten jedoch nur Frauen bis zum Geburtsjahrgang 1951, wenn sie mindestens 15 Jahre Versicherungszeit vorweisen können und mindestens zehn Jahre nach ihrem 40. Lebensjahr Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Das Renteneintrittsalter beträgt normalerweise 65 Jahre. Gehen Frauen in Rente mit 63 Jahren, sind Abschläge bei der Altersvorsorge die Folge: Wie bei der Rente für langjährig Versicherte betragen diese 0,3 % pro Monat, also für ein glattes Alter von 63 insgesamt 7,2 %.

Wollen sie die Rente vor 63 beanspruchen, muss mit weiteren Abschlägen gerechnet werden.

Rente ab 60 Jahren für schwerbehinderte Menschen

Schwerbehinderte Menschen, die bei Renteneintritt einen Grad der Behinderung von mindestens 50 aufweisen und bereits 35 Jahre versichert sind, können auch mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen, müssen aber Abschläge hinnehmen. Das ist auch nur dann möglich, wenn sie vor 1952 geboren sind. Ohne Abschläge können Sie mit 63 in Rente gehen.

Für ältere Jahrgänge wird das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben. Wollen Schwerbehinderte, die nach 1952 geboren sind, mit 63 Jahren in Rente gehen, müssen sie pro Monat wie bei anderen Renten auch – einen Abschlag von 0,3 Prozent monatlich in Kauf nehmen. Maximal möglich ist ein Renteneintritt mit frühestens 60 Jahren – und somit einem Abschlag von 10,8 %.

Beachten Sie: Abzüge bei einer Rente mit 63 müssen auch bei einer Arbeitslosen- bzw. Altersteilzeitarbeitsrente hingenommen werden. Denn das Renteneintrittsalter liegt hier bei 65 Jahren, allerdings kann sie auch früher mit einem monatlichen Abschlag von 0,3 Prozent in Anspruch genommen werden. Eine Rente mit 63 Jahren mit Abschlägen zu erhalten, ist somit der Regelfall.

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18 Gedanken zu „Ist eine Rente mit 63 nur mit Abschlägen zu beziehen?

  1. Zilk

    bin Jahrgang 57, habe 45 Jahre beisammen und möchte nicht mit 63 Jahren und 10 Monaten in Rente gehen, sondern einen Abzug für 10 Monate in Kauf nehmen – geht das?

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    1. Anwalt.org

      Hallo Zilk,

      theoretisch könnten Sie in Rente gehen, wenn Sie die Abzüge in Kauf nehmen. Am besten klären Sie das mit der zuständigen Rentenkasse ab. Diese wird Ihnen genau erklären können, wie hoch die Abzüge sind und was Sie tun müssen.

      Ihr Team von anwalt.org

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      1. Manfred Z

        Sie müssen mit einem Abschlag von 10,2% rechnen. 34 Monate mal 0,3%. Abschlagsfrei können sie nur mit 63Jahren und 10 Monaten in Rente gehen. Wollen sie mit 63 in Rente gehen wird leider bis zum Eintritt der Regelaltersrente also 65 und 1o Monate die Abschläge berechnet.

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    1. Anwalt.org

      Hallo Rolf B.,

      ein Eintritt in die Altersrente mit Abschlägen sollte für Sie in der Regel mit dem 63. Lebensjahr möglich sein. Hier ist es empfehlenswert, wenn Sie sich an Ihre Rentenversicherung bzw. die Rentenkasse wenden und sich dort informieren.

      Ihr Team von anwalt.org

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  2. Ina

    Bin Jahrgang / 3./ 1956 Habe 44 Arbeitsjahre, kann bereits körperlich nicht mehr( Pflegeberuf) EU Rente gibs nicht usw. Nun arbeite ich nicht mehr. Bin Familieversichert….hatte zwei Bandscheibenvorfälle. Wie viel wird da abgezogen?

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    1. Anwalt.org

      Hallo Ina,

      Sie müssen in der Regel mit einem Abzug von 0,3 % pro Monat den Sie früher in Rente gehen rechnen. In Ihrem Fall könnten sich die Abzüge dann auf 10,2 % belaufen. Lassen Sie sich am besten der Rentenversicherung direkt beraten.

      Ihr Team von anwalt.org

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  3. Irmgard M.

    Bin im Juni 1960 geboren und arbeite bereits 42 Jahre . Wenn ich mich 63 in Rente gehen möchte und nehme Abschläge in Kauf. Bekomme ich dann Rente ab 63 oder erst ab 64 und 4 Monate.

    Antworten
    1. Anwalt.org

      Hallo Irmgard M.,

      in der Regel sollte die Rente ab 63 mit Abschlägen für Sie möglich sein. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Rentenkasse bzw. Rentenversicherung über die Höhe der Abschläge.

      Ihr Team von anwalt.org

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  4. Gunnar S.

    Hallo
    Möchte auch mit 63 Jahren in Rente gehen.Bin Jahrgang 1957.
    würde also mit 63 jahren und 10 monaten die abschlagsfreie Rente bekommen. Habe aber bei meinem 63. geburtstag nur 44 Jahre und
    8 Monate zusammen (statt 45 jahren). Kann ich die Rente trotzdem bekommen wenn ich 4 Monate länger arbeite, um die 45 Jahre voll zu bekommen ?

    mfG Gunnar.S

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  5. D.

    Ich bin jetzt mit 63 Jahren in Rente gegangen. Habe auch bei der TARGO Versicherung eine Riester Rente. Da ich aber nicht viel eingezahlt habe, bekomme ich jetzt den Betrag von etwa 8000 Euro komplett ausgezahlt. Da meine gesetzliche Rente zu wenig ist,stocke ich auch mit Sozialhilfe auf. Kann jetzt das Sozialamt an meine Altersvorsorge, einen Teil des Vermögens zugreifen, oder bin ich vor dem Zugriff geschützt?

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  6. Manuela

    Bin 62 Jahre alt
    Habe bis zur Geburt meiner Tochter
    Gearbeitet. Seit 28 Jahren Hausfrau. Ab wann kann ich Rente beantragen. Auch mit Abschlägen.

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  7. Müller

    Hallo,
    Ich bin Jahrgang 1960. Im Jahr 2020 habe ich bereits 45 Versichertenjahre voll. Im Jahr 2023 möchte ich mit 63, mit Abschlägen, in Rente gehen. Ist das ohne weiteres möglich?

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  8. Rolf

    56er Jahrgang, also 63 Jahre alt. Habe nur ca. 10 Jahre in die RV einbezahlt und war dann selbstständig. Seit 9 Jahren berufsunfähig und nur noch gelegentlich Freelance-Jobs. Seit 2019 gar nichts mehr. Möchte schnellstmöglich Rente beziehen – auch mit Abzügen (u.a. auch, damit ich von meinen hohen Kosten bei der PKV herunter komme). RV sagt, Rente gibt es erst ab 2022, weil ich keine 35 Jahre einbezahlt habe – obwohl in einer Renteninformation von 07/2017 die Frührente mit Abschlag von 0,3% pro Monat früherem Renteneinstieg OHNE irgendwelche Einschränkung beschrieben wird.

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  9. Hans

    Hallo , habe eine Frage ; wahr von 1976 bis Ende 1995 bei der DR pflichtversichert. Also 19 Jahre, davon 8 als Studium an der Uni. Danach ab 1995 25 Jahre bei einem ständischen Versorgungswerk. DH 19 J DR und 25 Jahre Versorgungswerk.
    1. werden die Jahre bei der DR zusammengefasst und kann ich bei der DR mit 63 in Rente. Bin Jahrgang 1958.
    VIelen Dank für Rückinfo

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