Sorgerecht – Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 25. August 2020

Das Sorgerecht ist im Grundgesetz verankert.

Das Sorgerecht ist im Grundgesetz verankert.

Das Sorgerecht ĂŒber das eigene Kind ist in Deutschland ein Grundrecht. Die MĂŒtter und VĂ€ter der Verfassung von 1949 haben dies im sechsten Artikel derselben festgelegt.

Artikel 6 Grundgesetz

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natĂŒrliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre BetĂ€tigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

In diesem Ratgeber wollen wir erklĂ€ren, was “Sorgerecht” im Einzelnen bedeutet und welche Rechte und Pflichten daraus erwachsen. Denn hierbei handeltes sich um einen Grundpfeiler des Familienrechts.

Dabei betrachten wir sowohl gemeinsames als auch alleiniges Sorgerecht. In den Kommentaren helfen Ihnen unsere Experten bei individuellen FĂ€llen gerne weiter. Eine Rechtsberatung kann in diesem Rahmen jedoch nicht stattfinden.

Was ist Sorgerecht?

WĂ€hrend im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben wird, dass das Sorgerecht den Eltern zugesteht, finden sich im BĂŒrgerlichen Gesetzbuch nĂ€here ErlĂ€uterungen dazu. In Paragraph 1626 BGB werden die GrundsĂ€tze der elterlichen Sorge festgelegt.

§ 1626 BGB Elterliche Sorge, GrundsÀtze

(1) Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, fĂŒr das minderjĂ€hrige Kind zu sorgen […]. Die elterliche Sorge umfasst die Sorge fĂŒr die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).

Prinzipiell gilt also, dass die Eltern fĂŒr die Person des Kindes sowie fĂŒr dessen Vermögen zu sorgen haben. Dabei soll das Kind, sobald es alt genug ist, eingebunden werden. Der Umgang mit beiden Eltern wird vom Gesetzgeber als wichtige Voraussetzung fĂŒr die Entwicklung des Kindes angesehen. Auch andere Bezugspersonen können einen wichtigen Grundpfeiler im Leben des Schutzbefohlenen darstellen. Hier muss im Einzelfall entschieden werden.

Bei schwerer Missachtung der GrundsĂ€tze kann ein Familiengericht den Sorgeberechtigten das Sorgerecht entziehen. Die rechtliche Grundlage hierfĂŒr findet sich im Paragraphen 1666 BGB.

Personensorge, Vermögenssorge und andere elterliche Sorgen

Die beiden Hauptbelange der elterlichen Sorge werden in eigenen Paragraphen genauer konkretisiert. Die Paragraphen 1631 ff. BGB befassen sich mit der Personensorge, die Vermögenssorge ist Gegenstand der Paragraphen 1638 ff BGB.

§ 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge

(1) Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.
(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwĂŒrdigende Maßnahmen sind unzulĂ€ssig.

Beim Sorgerecht zÀhlt als erstes das Kindeswohl.

Beim Sorgerecht zÀhlt als erstes das Kindeswohl.

Dem Kind ein gewaltfreies Umfeld zu bieten, in dem es umsorgt und behĂŒtet den Lebensweg beschreiten kann, wird als Pflicht und Recht der Eltern erkannt und festgeschrieben. So sollen auf dem Fundament einer liebenden Familie verantwortungsbewusste und selbststĂ€ndige Menschen erwachsen, die zum Erhalt einer friedlichen Gesellschaft beitragen.

Die Vermögenssorge umfasst prinzipiell alle Vermögenswerte, die von Rechtswegen dem Kind zustehen. Dessen Eltern sollen verantwortungsvoll und in seinem Sinne darĂŒber verfĂŒgen. Zu den Pflichten der Eltern zĂ€hlen dabei unter anderem:

  • die gewissenhafte Verwaltung des Eigentums des Kindes und der daraus eventuell erzielten EinkĂŒnfte
  • VertragsabschlĂŒsse im Sinne des Kindes

Die Haftbegrenzung des Kindes (§ 1629 BGB) garantiert, dass dieses bei Eintritt der VolljĂ€hrigkeit fĂŒr die in seinem Sinne getroffenen Entscheidungen der Eltern nur beschrĂ€nkt haftet. FĂŒr eventuell auftretende GlĂ€ubiger kann nur das Vermögen herangezogen werden, dass das Kind zum Zeitpunkt der VolljĂ€hrigkeit besitzt. SpĂ€ter erlangtes Vermögen ist also ausgenommen.

Auch die rechtmĂ€ĂŸige Vertretungsmacht kommt den Eltern minderjĂ€hriger Kinder zu (§ 1629 BGB). Gemeinsames Sorgerecht wird gegenĂŒber Dritten in der Regel gemeinschaftlich ausgeĂŒbt. WillenserklĂ€rungen Dritter (beispielsweise die KĂŒndigung eines Vertrages) können dagegen gegenĂŒber eines Elternteils rechtmĂ€ĂŸig vorgenommen werden.

Wer bekommt das Sorgerecht?

Das gemeinsame Sorgerecht wird automatisch vergeben, wenn die Eltern verheiratet sind. Ist dies nicht der Fall, können die Eltern ein gemeinsames Sorgerecht beantragen. Ein Formular hierfĂŒr erhalten sie bei den JugendĂ€mtern. Ansonsten fĂ€llt laut Paragraph 1626a BGB ein alleiniges Sorgerecht der Mutter zu.

Negativtest: Sorge- bzw. Negativbescheinigung zum Sorgerecht
Eine alleinerziehende Mutter, deren Ex-Partner kein Sorgerecht fĂŒr das gemeinsame Kind inne hat, braucht im Alltag einen sogenannten Negativtest (auch Sorge- bzw. Negativbescheinigung) zum Sorgerecht. Das Jugendamt bestĂ€tigt damit, dass keine SorgeerklĂ€rung abgegeben wurde, wodurch das Sorgerecht automatisch an die Mutter fĂ€llt.

Unverheiratete Paare können auf verschiedenen Wegen zu einem gemeinsamen Sorgerecht kommen.

  • Durch den Antrag auf gemeinsames Sorgerecht in einer SorgeerklĂ€rung gegenĂŒber dem Jugendamt
  • Durch die Heirat nach der Geburt des Kindes.
  • Bei Uneinigkeit mit der Mutter kann der Vater sein Recht auf Mitsorge vor dem Familiengericht auch einklagen.

Die SorgeerklÀrung kann auch von einem Notar vorgenommen werden, wobei dies kostenpflichtig ist. Das Jugendamt bearbeitet den Antrag auf gemeinsames Sorgerecht kostenlos. Schon vor der Geburt kann dies geschehen.

Mitbestimmungs- und Sorgerecht fĂŒr VĂ€ter unehelicher Kinder

Bis 2013 war es fĂŒr einen unehelichen Vater praktisch unmöglich, ein Mitbestimmungsrecht bei der Sorge um sein Kind zu erwirken, wenn die Mutter ihm dies verweigerte. Nur eine gemeinsame SorgeerklĂ€rung konnte ihm dieses Recht gewĂ€hren.

Der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte entschied im Dezember 2009, dass dies unzulĂ€ssig ist (EGMR, Beschwerde-Nr. 22028/04). In der Folge befasste sich auch das Bundesverfassungsgericht mit der Frage und kam zu dem Schluss, dass dieser Zustand verfassungswidrig ist (Beschluss vom 21.07.2010, Az.: 1 BvR 420/09).

VĂ€ter mĂŒssen im Zweifel ihr Sorgerecht einklagen.

VĂ€ter mĂŒssen im Zweifel ihr Sorgerecht einklagen.

So wurde am 19. Mai 2013 dem Paragraphen 1626a der zweite Absatz hinzugefĂŒgt. Hier wird erlĂ€utert, dass rechtmĂ€ĂŸig davon ausgegangen wird, dass der Umgang mit beiden Eltern dem Kindeswohl zutrĂ€glich ist. Die Familiengerichte haben also regelmĂ€ĂŸig fĂŒr den klagenden Vater zu entscheiden, insofern die Mutter keine wichtigen GrĂŒnde vorlegen kann, die dem gemeinsamen Sorgerecht entgegenstehen.

Daraus ergibt sich, dass ein Vater sein Sorgerecht einklagen muss, um sein Recht auf Mitbestimmung geltend zu machen, wenn die Mutter ihm dieses verweigert. Noch immer fÀllt das alleinige Sorgerecht der Mutter zu, sind die Eltern nicht verheiratet. Mit der Geburt des Kindes wird ihr automatisch die Mutterschaft und somit das Sorgerecht zuerkannt (BGB § 1591).

Die Vaterschaft muss entweder bewiesen oder durch ihn selbst anerkannt werden. Auch durch Heirat vor der Geburt des Kindes kann die Vaterschaft erlangt werden. So kann der rechtmĂ€ĂŸige Vater vom natĂŒrlichen Vater abweichen (BGB § 1592 Abs. 1).

Gemeinsames Sorgerecht nach der Trennung

Als eine Voraussetzung fĂŒr eine gesunde Entwicklung des Kindes wird es angesehen, dass dieses nicht nur eine feste Beziehungsperson hat. Im Idealfall soll es Mutter und Vater haben. Die Eltern sind daher ihrem Schutzbefohlenen gegenĂŒber zum Wohlverhalten verpflichtet.

Die sogenannte Wohlverhaltenspflicht besagt, dass Eltern alles zu unterlassen haben, was dem VerhĂ€ltnis des Kindes zum Partner erschwert (§ 1684 Abs. 2 BGB und §1687 Abs. 1 BGB). Meinungsverschiedenheiten sollen zur Einigung gebracht werden, da die elterliche Sorge zum Wohle des Kindes im gegenseitigen Einvernehmen auszuĂŒben ist (§ 1627 BGB).

Das Kind hat außerdem das Recht, dass Fragen der elterlichen Sorge mit ihm gemeinsam entschieden werden. Dies gilt natĂŒrlich nur unter der Voraussetzung, dass das Kind einen gewissen Entwicklungsstand erreicht hat (§ 1626 Abs. 2 BGB).

In einer Ehe werden ĂŒblicherweise Entscheidungen ĂŒber das Kind gemeinsam getroffen. Bei einer Scheidung kann das Sorgerecht den Eltern dagegen einiges Kopfzerbrechen bereiten. Beide Parteien haben, bezogen auf das Kind, Rechte, die ihnen nicht so einfach streitig gemacht werden können.

Nachdem das gemeinsame Sorgerecht einmal festgestellt wurde, bleibt dieses auch nach der Scheidung der Eltern bestehen.

So wird in Harmonie ausgeĂŒbtes gemeinsames Sorgerecht bei Trennung plötzlich als “geteiltes Sorgerecht” empfunden. Nun ergeben sich viele Situationen, die Eltern im Interesse des Kindes weiterhin miteinander und möglichst einvernehmlich lösen sollten.

Das Kind darf nicht als “Waffe” gegen den Ex-Partner missbraucht werden, um diesen zu verletzen oder eigene Interessen durchzusetzen. Es ist zu beachten, dass das Kind unter der Trennung der Eltern bereits erheblich leidet.

“Geteiltes Sorgerecht”: Rechte und Pflichten

Dass sich Eltern das Sorgerecht bei Scheidung teilen, kann im Alltag zu komplizierten Situationen fĂŒhren, weil theoretisch alle Entscheidungen gemeinsam getroffen werden mĂŒssen. Es ist vom Gesetzgeber also erlassen worden, dass die Elternteile auch ohne Zustimmung des Anderen gewisse Dinge beschließen können.

Gemeinsames Sorgerecht: Urlaub und andere Situationen werden nach einer Trennung plötzlich kompliziert.

Gemeinsames Sorgerecht: Urlaub und andere Situationen werden nach einer Trennung plötzlich kompliziert.

Dies betrifft regelmĂ€ĂŸig dasjenige Elternteil, bei dem das Kind in Obhut ist. Kann beispielsweise gemeinsames Sorgerecht dem Umzug des Kindes entgegen stehen? Oder wie wirkt sich gemeinsames Sorgerecht auf den Urlaub eines Elternteils mit dem Kinde aus?

Diesen Fragen wird mit der Unterteilung in Lebensbereiche geantwortet. So wird unterschieden zwischen “Angelegenheiten des tĂ€glichen Lebens”, die ein Elternteil alleine regeln kann und “Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung”, die nur miteinander in Angriff zu nehmen sind.

Angelegenheiten des tÀglichen Lebens

So werden Angelegenheiten bezeichnet, die hĂ€ufig entschieden werden mĂŒssen und in ihren Konsequenzen absehbar und nicht endgĂŒltig sind. Die Auswirkungen auf die Entwicklung auf das Kind sollen dabei sehr gering sein (§ 16 87 Abs. 1). Gerichte dehnen den Begriff der Alleinentscheidungsbefugnis hĂ€ufig weit, um das tĂ€gliche Leben möglichst unkompliziert zu gestalten. Dies soll dem Kindeswohl zutrĂ€glich sein.

Unter Angelegenheiten des tÀglichen Lebens fallen viele Bereiche, von denen im Folgenden die hÀufigsten genannt werden:

  • Bereiche der Gesundheit, die nicht ĂŒber ĂŒbliche Krankheiten oder Standardimpfungen hinausgehen. Auch kleinere Operationen, wie die Entfernung von Polypen, zĂ€hlen dazu.
  • Schulischer Bereich, wenn es um gewöhnliche Entscheidungen geht. So kann ein Elternteil Entschuldigungen schreiben, Klassenfahrten und -ausflĂŒgen zustimmen, Arbeitsgemeinschaften gutheißen, Zeugnisse unterschreiben oder alleine zu Elternabenden erscheinen.
  • Religiöser Bereich, solange beide Elternteile eine Konfession befĂŒrworten. Übliche Rituale können dann von einem Elternteil genehmigt und terminlich festgelegt werden.
  • Bereiche der Personensorge, die das tĂ€gliche Leben und die Freizeit betreffen. Das betreffende Elternteil kann Fragen der ErnĂ€hrung und Bekleidung entscheiden, Schlafenszeiten bestimmen und den Umgang mit Freunden des Kindes ermessen. Urlaubsfahrten sind europaweit in friedliche Gebiete ohne Zustimmung des Ex-Partners möglich.
  • Bereiche der Vermögenssorge, die nicht ĂŒber kleinere Vermögenswerte hinausgehen. Geldgeschenke und Sparguthaben können von einem Elternteil verwaltet werden.

Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung

Sobald Entscheidungen geeignet sind, den Lebensweg des Kindes maßgeblich zu beeinflussen und in die Zukunft zu wirken, spricht der Gesetzgeber von “Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung”. Ihnen sind die schwer abzuĂ€ndernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes gemeinsam. Solche Angelegenheiten kann ein Elternteil alleine nicht regeln. Gemeinsames Sorgerecht zwingt ihn dazu, eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

Unter Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung fallen viele Bereiche, von denen im Folgenden die hÀufigsten genannt werden:

  • Grundlegende persönliche Bereiche, wie die Wahl des Vornamens oder die Änderung der Staatsangehörigkeit. Darunter fĂ€llt auch der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes. Sobald also ein Umzug aus dem nĂ€heren Umkreis heraus ansteht oder der gewöhnliche Aufenthalt sogar ins Ausland verlegt werden soll, braucht es die Zustimmung des Ex-Partners.
  • Sonstige Bereiche der Personensorge mit starkem PrĂ€gungscharakter wie den Umgang mit dem Ex-Partner und den Großeltern. Auch die Höhe des Taschengeldes wurde schon als eine solche entscheidende Angelegenheit gewertet. Urlaubsreisen, die einen mehrstĂŒndigen Flugzeugaufenthalt nötig machen oder in ein weit entferntes Land mit negativer Sicherheitslage fĂŒhren, können nicht ohne Weiteres ĂŒber den Kopf des Ex-Partners entschieden werden.
  • Bereiche der Vermögenssorge, die bedeutende Vermögen betreffen, mĂŒssen miteinander besprochen werden. Dabei kann es um die Annahme beziehungsweise die Ausschlagung von Erbschaften gehen. Auch ĂŒber das Gesamtvermögen des Kindes kann nicht durch ein Elternteil allein verfĂŒgt werden.
  • Gesundheitliche Bereiche, die ĂŒbliche Krankheiten ĂŒbersteigen. LĂ€ngere Krankenhausaufenthalte oder Operationen, die keiner Notsituation folgen sowie unĂŒbliche Behandlungsverfahren mĂŒssen mit dem Ex-Partner besprochen werden.
  • Schulische Bereiche, die lĂ€ngerfristige Auswirkungen haben. So sollen der Zeitpunkt der Einschulung, die Wahl der Schule, die Wiederholung einer Klasse, ein Schulwechsel usw. gemeinsam besprochen und entschieden werden.
  • Religiöse Bereiche, bei denen keine vorherige Einigung erzielt werden konnte. Alle religiösen Erziehungsmaßnahmen und damit verbundenen Rituale sollen im Einvernehmen mit dem Ex-Partner stattfinden.

Angelegenheiten der tatsÀchlichen Bedeutung

Sobald das Kind beim Umgangsberechtigten ist, also bei dem Elternteil, bei dem es nicht seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist dieser berechtigt, alltĂ€gliche Angelegenheiten ohne RĂŒcksprache zu entscheiden (§ 1687 Abs. 1 BGB).

Geteiltes Sorgerecht: Angelegenheiten des tĂ€glichen Lebens können Elternteile ohne RĂŒcksprache entscheiden.

Geteiltes Sorgerecht: Angelegenheiten des tĂ€glichen Lebens können Elternteile ohne RĂŒcksprache entscheiden.

Dazu zĂ€hlen oben aufgefĂŒhrte Angelegenheiten und andere alltĂ€gliche Dinge. So muss es ihm ĂŒberlassen bleiben, wann das Kind zu Bett geht oder wie sein Fernseh- und Internetkonsum geregelt ist.

Diese Regelung setzt voraus, dass das Kind mit Einwilligung des Ex-Partners zeitweilig beim Umgangsberechtigten unterkommt. Auch kann ein Gericht den Umgang und die Zeiten hierfĂŒr festlegen.

Probleme, die “geteiltes Sorgerecht” mit sich bringen können

Kompliziert kann es werden, wenn rechtlich nicht genau geklĂ€rt ist, ob eine Angelegenheit “alltĂ€glich” ist oder “von besonderer Bedeutung”. Typischerweise streiten sich in Trennung lebende oder geschiedene Eltern etwa ĂŒber die Beantragung eines Reisepasses oder Kinderausweises.

Die zustĂ€ndigen Behörden verlangen in der Regel die Unterschriften beider Eltern, bevor sie einen Reisepass fĂŒr das Kind ausstellen.

WĂ€hrend Reisen in weit entfernte LĂ€nder normalerweise die Zustimmung des Ex-Partners voraussetzen, muss dies nicht gelten, wenn ein Elternteil aus dem entsprechenden Land stammt. Solange die Heimat als politisch stabil und damit weitgehend friedlich einzuschĂ€tzen ist, kann diese Angelegenheit als “alltĂ€glich” beurteilt werden. Dazu kommt die Frage, ob das Kind alt genug ist, um ihm eine besonders lange Reise zuzumuten ist.

Stemmt sich der Partner gegen eine Reise in das Heimatland mit dem Kind, kann seine Unterschrift, etwa bei der Beantragung des Reisepasses, durch einen richterlichen Entscheid ersetzt werden.

Andere typische ProblemfĂ€lle sind etwa die Wahl der KindertagestĂ€tte oder zusĂ€tzliche Impfungen, die nicht ausdrĂŒcklich empfohlen sind. Solche Impfungen können wiederum nötig werden, wenn eine Reise geplant ist.

Wieder muss das Kindeswohl fĂŒr die Sorgeberechtigten an oberster Stelle stehen. Oft leiden Kinder mehr unter den Streitigkeiten der Eltern als unter jeder vermeintlich falschen Entscheidung. Gemeinsames Sorgerecht birgt eine große Verantwortung, die es sich in Erinnerung zu rufen gilt, sollte ein Streit wieder zu eskalieren drohen. Das Familiengericht sollte der letzte Ausweg sein.

Das Jugendamt als Mediator

Bevor bei hartnÀckigen Streitigkeiten das Gericht zur Erzwingung einer Einigung angerufen wird, sollten die Möglichkeinen ausgeschöpft werden, die das Jugendamt und andere Beratungsstellen bieten.

Das Jugendamt ist verpflichtet, die Eltern im Rahmen der Jugendhilfe zu unterstĂŒtzen. Dies ist festgelegt in Paragraph 17 Absatz 2 im achten Band des Sozialgesetzbuches (SGB VII)

  • Der Sachbearbeiter des Jugendamtes wird in einem Streitfall beide Parteien anhören.
  • Je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes wird auch dieses gehört
  • Im Anschluss soll gemeinsam mit den Eltern eine Lösung des Problems gefunden werden

Es ist unbedingt zu raten, in der Arbeit mit dem Jugendamt Kooperationsbereitschaft an den Tag zu legen und vor allem den Einladungen zu den GesprÀchen zu folgen. Kommt es nÀmlich aufgrund einer ausbleibenden Einigung letztlich doch zum Gerichtstermin, so wird der zustÀndige Sachbearbeiter vor Gericht gehört werden.

Das Jugendamt kann bei Problemen mit dem Sorgerecht helfen.

Das Jugendamt kann bei Problemen mit dem Sorgerecht helfen.

In vielen FĂ€llen folgt das Gericht seiner EinschĂ€tzung. Ist ein Elternteil den vorausgegangenen GesprĂ€chen unentschuldigt fern geblieben, so wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit gegen diesen ausgelegt werden. Das kann schwerwiegende Nachteile im Entscheidungsprozess des Familiengerichtes nach sich ziehen.

Entscheidungen vor dem Familiengericht

Fruchten die BemĂŒhungen des Jugendamtes nicht oder hĂ€lt sich ein Sorgeberechtigter nicht an die getroffenen Abmachungen, bleibt nur der Gang zum Familiengericht, um die Streitigkeiten, die ein gemeinsames Sorgerecht mit sich bringen können, beizulegen.

Es ist dabei von großer Bedeutung, welche der zwei grundlegenden Entscheidungen vor Gericht gefĂ€llt werden sollen. Zu fragen ist, welche Angelegenheiten die Streitigkeiten betreffen.

  1. Einzelne Angelegenheiten können dazu fĂŒhren, dass einem Elternteil eine alleinige Befugnis zugesprochen wird.Dies ist der Fall, wenn sich Eltern ĂŒber Angelegenheiten, die fĂŒr das Kind von erheblicher Bedeutung sind, nicht einigen können. Es kann beispielsweise Uneinigkeit ĂŒber die religiöse Erziehung oder die Wahl der Schule herrschen. Ein Elternteil kann nun beantragen, dass ihm die Entscheidungsbefugnis in dieser einen Angelegenheit dauerhaft erteilt wird. Das zustĂ€ndige Familiengericht kann sich dabei auf Paragraph 1628, Abs. 2 BGB berufen. Die Übertragung dieser Befugnis kann an EinschrĂ€nkungen oder Auflagen gebunden sein (§ 1628 Satz 2 BGB).
  2. Streitigkeiten ĂŒber ganze Teilbereiche oder die gesamte elterliche Sorge können dazu fĂŒhren, dass an einem Elternteil das alleinige Sorgerecht ĂŒbertragen wird. Dies kann fĂŒr die entsprechenden Teilbereiche oder die gesamte elterliche Sorge verfĂŒgt werden. Im ersten Schritt muss ein Elternteil aus guten GrĂŒnden beim Gericht ein alleiniges Sorgerecht beantragen.In HĂ€rtefĂ€lllen entscheidet das Familiengericht fĂŒr den KlĂ€ger und vergibt letztlich ein alleiniges Sorgerecht. Die GrĂŒnde hierfĂŒr mĂŒssen allerdings besonders schwer wiegen. Dazu berechtig ist das Gericht laut Paragraph 1671 BGB.

Bevor es jedoch dazu kommt, wird der Richter immer prĂŒfen, ob es nicht verhĂ€ltnismĂ€ĂŸiger ist, nur in Teilbereichen das Sorgerecht zu ĂŒbertragen. Dazu verpflichtet ihn der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeitsgrundsatz, nach welchem die weniger einschneidenden Mittel immer den einschneidenderen vorzuziehen sind.

Beispiel fĂŒr eine Übertragung der Befugnis in einem Teilbereich

Das Kind, fĂŒr das die Eltern ein gemeinsames Sorgerecht innehaben, hat seinen gewöhnlichen Aufenthalt bei der Mutter. Diese möchte aus beruflichen GrĂŒnden ihren Wohnort Ă€ndern, was sich zwangsweise auf den Wohnort des Kindes auswirkt. Der Vater stimmt dem Ortwechsel nicht zu.

Das Familiengericht muss nun ĂŒber die Zuteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts befinden. Dieser Teilbereich des Sorgerechts umfasst die Befugnis, den Wohnort des Kindes zu bestimmen.

Alleiniges Sorgerecht nach der Trennung

Wenn einmal ein gemeinsames Sorgerecht erteilt wurde, wird das Familiengericht daran nicht ohne Weiteres etwas Ă€ndern. Es mĂŒssen schwerwiegende GrĂŒnde vorliegen , um einem Elternteil das Sorgerecht zu entziehen.

Es gibt allerdings auch den Fall, dass ein Sorgeberechtigter sein Sorgerecht “abgeben” will. Dies kann er unter bestimmten Voraussetzungen tun.

Dabei ist zu beachten, dass ihn dies nicht davon befreit, etwaigen Unterhalt fĂŒr das Kind zu begleichen. Der Unterhalt steht dem Kind unabhĂ€ngig vom Sorgerecht zu. Auch verliert der Elternteil dadurch nicht sein Umgangsrecht.

Wie alleiniges Sorgerecht zustande kommt und welche Folgen das hat, wird Gegenstand dieses Kapitels sein.

Alleiniges Sorgerecht: Voraussetzung fĂŒr die Übertragung auf ein Elternteil

Sollte ein Vater oder eine Mutter alleiniges Sorgerecht beantragen, mĂŒssen bestimmte Voraussetzungen erfĂŒllt sein, damit das Familiengericht das Sorgerecht ĂŒbertragen kann. Dieses sind dem Paragraphen 1671 BGB zu entnehmen.

  • Die Eltern leben nicht nur vorĂŒbergehend getrennt.

und

  • Der andere Elternteil stimmt dem Antrag zu. Außerdem darf kein Widerspruch seitens des Kindes vorliegen, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat.

oder

  • Es ist zu erwarten,dass es dem Wohl des Kindes am besten entspricht, wenn dem Antragsteller alleiniges Sorgerecht zugestanden wird.

GrundsĂ€tzlich ist zu bedenken, dass das Kind unter dauernden Streitereien und nicht funktionierender Kommunikation leidet. Es ist daher besser, das Sorgerecht zu ĂŒbertragen, als Entscheidungen nur noch per Anwalt möglich zu machen.

Scheidung: Gemeinsames Sorgerecht bleibt bestehen.

Scheidung: Gemeinsames Sorgerecht bleibt bestehen.

So wird sich das Gericht ansehen, welcher Elternteil kooperativ ist und welcher nicht. Um eine VerhĂ€rtung der Fronten vorzubeugen, sollte frĂŒhzeitig das Jugendamt eingeschaltet werden, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Vollmacht fĂŒrs Sorgerecht

Eine andere Möglichkeit ist, dass ein Elternteil ein gemeinsames Sorgerecht nicht mehr wĂŒnscht oder wahrnehmen kann.

Denkbar ist beispielweise, dass derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, seinen Wohnort in eine entfernte Region verlegt oder einen Job im Ausland annimmt.

In dem Fall kann er das Sorgerecht “abgeben” und eine “Sorgerecht-Vollmacht” ausstellen. Diese Vollmacht kann formlos gegeben werden und bedarf keiner notariellen Beurkundung. Nichtmal eine BestĂ€tigung vom Jugendamt ist notwendig.

Es ist möglich, die Vollmacht umfassend oder auf Teilbereiche des Sorgerechtes auszustellen. So kann etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die GesundheitsfĂŒrsorge oder die VermögensfĂŒrsorge abgetreten werden.

So werden Streitigkeiten von vornherein vermieden, was das Kind vor Befragungen beim Jugendamt oder gar Familiengericht verschont.

Ein Widerruf der Vollmacht ist grundsÀtzlich zulÀssig.

Kriterien fĂŒr die Übertragung des Sorgerechts

Sollte es weniger friedlich zugehen und beide Eltern wollen das alleinige Sorgerecht fĂŒr sich beanspruchen, muss das Familiengericht im Sinn des Kindeswohlprinzips entscheiden, bei wem das Kind in Zukunft leben wird, wer also alleiniges Sorgerecht erhĂ€lt.

Das Gericht wird unter BerĂŒcksichtigung der Gegebenheiten und Möglichkeiten seine Entscheidung treffen und sich dabei folgende Kriterien im Besonderen im Auge haben.

Bindung des Kindes

Es wird ergrĂŒndet, zu welchem Elternteil das Kind eine stĂ€rkere Bindung hat. Dabei sind viele Faktoren entscheiden.

  • Wer hat in den ersten Jahren nach der Geburt die meiste Zeit mit dem Kind verbracht?
  • Wie (und bei wem) verbringt das Kind in der Regel seine Freizeit?
  • Wie verhĂ€lt sich das Kind nach Umgangskontakten mit einem Elternteil? Ist es froh oder betrĂŒbt?
  • Wie ist die Bindung des Kindes zu anderen Bezugspersonen wie zum Beispiel Großeltern oder Geschwistern?

Gerade der Kontakt zu Geschwistern kann bei der Trennung der Eltern eine große Rolle fĂŒr das Kind spielen.

Kindeswille

Ab dem 14. Lebensjahr gilt ein Mensch als jugendlich und ist teilweise mĂŒndig. Deshalb können Kinder ab diesem Alter der Übertragung der elterlichen Sorge auf ein Elternteil widersprechen (§ 1671 Abs. 2 BGB). Doch schon ab dem 12. Lebensjahr ist die Entwicklung einer Person weit genug vorangeschritten, um ihren Willen anzuhören und Gewichtung zu verleihen. Auch jĂŒngere Kindern können WĂŒnsche konkret Ă€ußern und haben vom Gericht berĂŒcksichtigt zu werden.

Prinzipiell gilt aber: Umso Ă€lter ein Kind ist, desto grĂ¶ĂŸer ist die Bedeutung, die seinem Willen beigemessen wird.

Erziehungseignung

FĂŒr ein alleiniges Sorgerecht muss die Erziehungseignung festgestellt werden.

FĂŒr ein alleiniges Sorgerecht muss die Erziehungseignung festgestellt werden.

Auch auf die Eltern wird natĂŒrlich der Blick gerichtet. Wer von beiden eignet sich fĂŒr die Erziehung und damit fĂŒr ein alleiniges Sorgerecht am ehesten?

Offenkundig werden die MissverhÀltnisse bei schweren Verletzungen der elterlichen Pflichten, die geeignet sind, dem Kindeswohl entgegenzustehen.

Dazu zĂ€hlen VerhĂ€ltnisse, bei denen das Familiengericht nach § 1666 BGB das Sorgerecht ohnehin entziehen wĂŒrde, wie:

  • Gewalt gegen das Kind
  • sexueller Missbrauch
  • massive DrogenabghĂ€nigkeit (also auch Alkoholmissbrauch)

Andere VerhÀltnisse stehen der Erziehungseignung eines Elternteils allerdings nicht zwingend entgegen. Dazu zÀhlen:

  • beabsichtigte oder bereits erfolgte Auswanderung
  • Aids-Erkrankung
  • Behinderungen, die den Alltag nicht massiv beeintrĂ€chtigen
  • Heirat eines neuen Partners
  • Partnerlosigkeit
  • HomosexualitĂ€t
  • TranssexualitĂ€t
  • Zugehörigkeit zu einer Minderheit
  • Sektenzugehörigkeit ohne Beeinflussung des Kindes
  • MinderjĂ€hrigkeit
  • Ungewöhnliche sexuelle Neigungen (etwa Sado-Maso), sofern diese vom Lebensbereich des Kindes strikt getrennt sind

KontinuitÀtsprinzip

Die Trennung der Eltern bedeutet einen entscheidenden Einschnitt im Leben des Kindes. Die Einheit der Familie ist weggebrochen. Deshalb braucht es feste Strukturen, die dem Kind im Alltag Sicherheit geben. Es gilt daher das KontinuitÀtsprinzip.

GeprĂŒft wird, welches Elternteil mit alleinigem Sorgerecht fĂŒr die grĂ¶ĂŸtmögliche StabilitĂ€t im Leben des Kindes sorgen kann. Dabei werden verschiedene Dinge in Betracht gezogen:

  • ZuverlĂ€ssigkeit des Ellternteils
  • FortfĂŒhrung der ErziehungsgrundsĂ€tze
  • Beibehalltung des sozialen Umfeldes (TagestĂ€tte, Schule, Vereine, Freundeskreis, Verwante, Nachbarn)

Förderungsprinzip

Die Förderung der Entwicklung des Kindes wird ebenfalls an verschiedenen Faktoren festgemacht. Neben der wirtschaftlichen Situation eines Elternteils und dessen Bildung werden auch seine WohnverhĂ€ltnisse geprĂŒft.

Doch neben den materiellen Voraussetzungen ist es auch essentiell, die Förderungsbereitschaft beziehungsweise den Förderungswillen festzustellen. Es wird also auch die Bereitschaft geprĂŒft, die eigenen Interessen und Belange zurĂŒckzustellen, um sich um die BedĂŒrfnisse des Kindes zu kĂŒmmern.

Daneben spielt die Bindungstoleranz der Eltern eine entscheidende Rolle. Der andere Elternteil muss die Möglichkeit haben, einen spannungsfreien Umgang mit dem Kind zu fĂŒhren. Er darf nicht vom Sorgeberechtigten herabgesetzt werden. Auch darf nicht versucht werden, dass Kind gegen ihn aufzubringen.

Das Förderungsprinzip beinhaltet also zwei grundsĂ€tzliche Voraussetzungen, die ein Elternteil erfĂŒllen muss, soll er alleiniges Sorgerecht erhalten.

  1. Das Kind wird pĂ€dagogisch motiviert, unterstĂŒtzt und gefördert.
  2. Der Umgang zum anderen Elternteil wird zugelassen und das Kind kann diesen frei von Ängsten und Beeinflussungen wahrnehmen.

Zur Beurteilung dieser Prinzipien wird in der Regel ein familienpsychologisches Gutachten eingeholt, da das Gericht diese Kriterien nur sehr begrenzt selbst einschÀtzen kann.

Ablehnung der Übertragung – Gemeinsames Sorgerecht bleibt bestehen

Das Familiengericht wird einem Elternteil nicht leichtfertig das Sorgerecht entziehen.

Das Familiengericht wird einem Elternteil nicht leichtfertig das Sorgerecht entziehen.

Sollten nach der PrĂŒfung oben genannter Kriterien Zweifel an der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit der Übertragung des Sorgerechtes bestehen, so bleibt es beim gemeinsamen Sorgerecht.

VerhĂ€rtete Meinungsverschiedenheiten können dann auf Antrag vom Gericht geregelt werden, indem Teilbereiche des Sorgerechts oder das Bestimmungsrecht ĂŒber einzelne Angelegenheiten an einen Elternteil ĂŒbertragen werden.

Entzug des Sorgerechts bei KindeswohlgefÀhrdung

Es ist deutlich geworden, dass das Kindeswohl immer die PrioritÀt der Instanzen ist. Muss eine GefÀhrdung desselben festgestellt werden, so wird das Familiengericht die schwerwiegende Entscheidung zu treffen haben, ob es den Eltern das Sorgerecht entziehen soll. Zur KindeswohlgefÀhrdung zÀhlen nach Paragraph 1666 Abs. 1 BGB insbesondere:

  • Gewalt gegen das Kind
  • Sexueller Missbrauch
  • Seelische Grausamkeit gegen das Kind
  • VernachlĂ€ssigung des Kindes, durch GleichgĂŒltigkeit und fehlende Aufsicht oder FĂŒrsorge. Auch unzureichende Pflege, ErnĂ€hrung oder Betreuung und mangelnde WohnverhĂ€ltnisse sprechen fĂŒr VernachlĂ€ssigung.

Die VersĂ€umnisse mĂŒssen gravierend und dauerhaft sein. Bei einzelnen Versagen oder NachlĂ€ssigkeit wird das Familiengericht keine Entscheidung gegen die Eltern treffen. Stattdessen stehen dem Gericht andere Maßnahmen zur VerfĂŒgung. ZunĂ€chst werden öffentliche Hilfen angeraten oder angeordnet, die Familien mit Problemen UnterstĂŒtzung anbieten.

Bei konkreter Gefahr fĂŒr das Kind, kann das Jugendamt auch ohne richterlichen Beschluss tĂ€tig werden. Es ist berechtigt, das Kind aus der Familie zu nehmen und in einer geeigneten Einrichtung unterzubringen. Auslöser dafĂŒr kann auch das Bitten des Kindes sein. Allerdings wird das Jugendamt diesen Schritt im spĂ€teren Prozess am Familiengericht rechtfertigen mĂŒssen.

Das Sorgerechtsverfahren: Wer angehört wird

Zu einem Sorgerechtsverfahren kommt es aus verschiedenen GrĂŒnden

  • Ein Elternteil hat sich dazu entschlossen, alleiniges Sorgerecht zu beantragen.
  • Ein Elternteil will einzelne Angelegenheiten oder Teilbereiche vom Sorgerecht ĂŒbertragen haben.
  • Ein Elternteil sieht sich in seinen Rechten benachteiligt und will ein gemeinsames Sorgerecht durchsetzen
  • Das Jugendamt oder andere Instanzen sind tĂ€tig geworden und sehen das Kindeswohl gefĂ€hrdet, weshalb sie das Sorgerecht entziehen wollen.

In jedem Fall lĂ€uft das Verfahren zum Sorgerecht Ă€hnlich ab. Der Ablauf wird seit September 2009 im Gesetz ĂŒber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit” (FamFG) geregelt.

In Erörterungsterminen werden zunĂ€chst beide Elternteile angehört (§ 160 FamFG), bevor auch das Jugendamt zu Wort kommt (§ 162 FamFG). Das Kind wird regelmĂ€ĂŸig nur dann gehört, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat. An seiner statt wird außerdem ein Verfahrensbeistand eingesetzt.

Der Verfahrensbeistand

Dieser “Anwalt des Kindes” wurde vor 2009 “Verfahrenspfleger” genannt und vertritt in einem Sorgerechtsverfahren die Interessen des Kindes. Er muss mit diesem in Kontakt treten und es auf entwicklungsgerechte Weise mit den AblĂ€ufen und Konsequenzen des Verfahrens in Kenntnis setzen.

  • Der Verfahrensbeistand wird grundsĂ€tzlich und so frĂŒh wie möglich vom Gericht bestellt (§ 158 Abs FamFG). Es kann ihm auch aufgetragen werden, mit den Eltern und anderen Bezugspersonen GesprĂ€che zu fĂŒhren und zu einer einvernehmlichen Lösung beizutragen.
  • Als Interessenvertreter des Kindes kann ein Verfahrensbeistand gegen Entscheidungen des Amtsgerichtes Beschwerde einlegen.
  • Seine Mitwirkung kann von den Eltern nicht abgelehnt werden. Auch kann gegen ihn kein Befangenheitsantrag gestellt werden. Seine Stellung ist nicht zu unterschĂ€tzen.

Ein Kind, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, wird nur dann angehört, wenn besondere GrĂŒnde dazu fĂŒhren (§ 159 Abs 2 FamFG). So kann das Kind seiner Neigung, seinem Willen oder seiner Bindung persönlich Ausdruck verleihen, wenn dies angezeigt ist.

ProblemfÀlle und SonderfÀlle im Sorgerecht

Stiefeltern haben ein kleines Sorgerecht: AlltĂ€gliche Dinge dĂŒrfen sie entscheiden.

Stiefeltern haben ein kleines Sorgerecht: AlltĂ€gliche Dinge dĂŒrfen sie entscheiden.

Das Sorgerecht kennt mannigfaltige SonderfÀlle, von denen im Folgenden einige betrachtet werden sollen. Insbesondere wird erörtert, welche Möglichkeiten bestehen, wenn das Kind einem Elternteil vorenthalten wird. Auch die Frage, wer neben den Eltern sorgeberechtigt sein kann, wird geklÀrt.

Wenn das Kind vorenthalten wird

Wer das Sorgerecht inne hat, kann die Herausgabe des Kindes verlangen, wenn ihm dasselbe widerrechtlich vorenthalten wird
(§ 1632 BGB). Dies gilt fĂŒr Eltern, die ein alleiniges Sorgerecht haben ebenso fĂŒr Eltern, die gemeinsames Sorgerecht ausĂŒben.

Was bedeutet es, das Kind den Eltern vorzuenthalten?

Wenn eine dritte Instanz oder ein Elternteil das Kind von den Eltern oder von dem anderen Elternteil ohne Absprache fernhÀlt, ist dies als widerrechtlich anzusehen. Die Herausgabe des Kindes kann verlangt werden. Eine solche Erfahrung kann sich sehr negativ auf den Allgemeinzustand des Kindes aber auch auf den der Eltern auswirken.

EnthÀlt ein Elternteil dem anderen das Kind vor, muss dies unter UmstÀnden vor dem Familiengericht verhandelt werden. Dies gilt dann, wenn nach Aufforderung derjenige Elternteil das Kind nicht herausgibt, welcher es dem anderen vorenthÀlt.

Wieder wird das Kindeswohl geprĂŒft werden und ob es womöglich gute GrĂŒnde gibt, den Umgang des Kindes mit dem Vater oder der Mutter zu unterbinden. Ist dies nicht der Fall, kann das ernste Konsequenzen fĂŒr denjenigen haben, der das Kind vorenthalten hat.

KindsentfĂŒhrung: Dauerhafter Aufenthalt im Ausland

Sollte ein Elternteil den dauerhaften Aufenthalt eines Kindes ohne Absprache mit dem Ex-Partner ins Ausland verlegen, so handelt es sich dabei um eine EntfĂŒhrung ins Ausland.

Dies kommt typischerweise dann vor, wenn der Elternteil, bei dem sich das Kind hauptsĂ€chlich aufhĂ€lt, aus einem anderen Land als Deutschland stammt und mit dem Kind in die Heimat zurĂŒckkehren will. Dies ist nicht ohne Weiteres möglich, insbesondere wenn das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt bisher in Deutschland hatte.

Das Haager Abkommen ĂŒber zivilrechtliche Aspekte internationaler KindsentfĂŒhrung (HKiEntÜ) von Oktober 1990 besagt, dass der gewöhnliche Aufenthalt eines Kinder unter 16 Jahren nicht ohne Absprache ins Ausland verlegt werden kann. Es muss grundsĂ€tzlich wieder in den Staat zurĂŒckgefĂŒhrt werden, in dem es zuvor gelebt hat.

Zahlreiche Staaten sind weltweit Teil dieses Übereinkommens, weshalb sich lokale Gerichte nicht darĂŒber hinwegsetzen dĂŒrfen.

Auf der Webseite der Haager Konferenz fĂŒr Interneationales Privatrecht erfahren Sie, welche Staaten dem Haager Übereinkommen angehören.

Die Zentrale fĂŒr Internationale Sorgerechtskonflikte sitzt im Bundesamt fĂŒr Justiz in Bonn. Hier erhalten Sie Beratungen und Hilfestellungen, wenn Ihr Kind in ein Ausland entfĂŒhrt wurde. Dies gilt auch dann, wenn das entsprechende Land dem Abkommen nicht beigetreten ist.

Wann kann das Sorgerecht an Dritte fallen?

Das Sorgerecht kann unter UmstÀnden an andere Personen oder Institutionen fallen. Erfahren Sie nachfolgend, welche UmstÀnde das sind und wie weitreichend das Sorgerecht im jeweiligen Fall vergeben wird.

Heirat eines neuen Partners oder BegrĂŒndung einer eingetragenen Lebenspartnershaft

Mit dem EinverstĂ€ndnis des Elternteils, der alleiniges Sorgerecht innehat, kann dessen neuer Lebesnpartner eine Entscheidungsbefugnis ĂŒber Angelegenheiten des tĂ€glichen Lebens erhalten. Der Partner hat dann ein sogenanntes kleines Sorgerecht (§ 1687b BGB und § 9 Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)).

Ein kleines Sorgerecht kann nur erhalten, wer nicht natĂŒrlicher Elternteil ist. Betroffen sind also Stiefeltern. Voraussetzung ist außerdem die Schließung der Ehe beziehungsweise GrĂŒndung einer Lebenspartnerschaft. Unverheiratete oder nicht eingetragene neue Partner erhalten kein kleines Sorgerecht.

Neben Angelegenheiten des tĂ€glichen Lebens ist ein Stiefelternteil berechtigt, Gefahren fĂŒr das Kind abzuwenden und in diesem Sinne notwendige Rechtshandlungen vorzunehmen. Der Sorgeberechtigte muss davon in Kenntnis gesetzt werden.

Adoption

Ein adoptiertes Kind erhĂ€lt die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes. Dies gilt fĂŒr den Fall, dass ein Ehepaar ein Kind adoptiert genauso wie fĂŒr den Fall, dass ein Ehegatte das Kind des anderen Ehegatten adoptiert. So wird aus dem kleinen Sorgerecht ein Sorgerecht, das sich nicht von dem eines leiblichen Kindes unterscheidet.

Prinzipiell gilt, dass nur die adoptierende Person das Sorgerecht ĂŒbernimmt. Das heißt, dass ein Ehepaar gemeinsam adoptieren muss, um gleiche Rechte zu erhalten (§ 1754 BGB).

Pflegepersonen

Auch wenn der Streit noch so groß ist: Nach der Scheidung soll das Sorgerecht dem Kindeswohl dienen.

Auch wenn der Streit noch so groß ist: Nach der Scheidung soll das Sorgerecht dem Kindeswohl dienen.

Pflegefamilien und Heime, in denen Kinder nicht nur vorĂŒbergehend untergebracht sind, erhalten das Recht, Angelegenheiten des tĂ€glichen Lebens fĂŒr das Kind zu regeln.

Auch kann die Vermögenssorge ĂŒbernommen werden. Pflegepersonen dĂŒrfen Arbeitsverdienste des Kindes verwalten und Sozialleistungen (Unterhalt, Versicherung, Versorgung etc.) geltend machen (§ 1688 BGB).

Die leibliche Mutter oder der sorgeberechtigte Vater kann diese Befugnisse ausschließen oder einschrĂ€nken. Dies ist allerdings nicht möglich, wenn die Erziehung und Betreuung durch eine dritte Instanz vom Familiengericht angeordnet wurde.

Vormund

Ein Vormund wird dann bestellt, wenn die Eltern aus verschiedenen GrĂŒnden nicht in der Lage sind, sich um das Kind zu kĂŒmmern. Ihnen wird das Familiengericht im letzten Schritt das Sorgerecht entziehen und einen Vormund einsetzen.

Dieser erhĂ€lt das Sorgerecht fĂŒr das Kind und hat damit grundsĂ€tzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie Eltern zuvor. Er kĂŒmmert sich um Personensorge und Vermögenssorge (§ 1773 ff BGB und § 1793 BGB).

Jugendamt

Sorgeberechtigt im eigentlichen Sinne ist das Jugendamt nicht. Es ist jedoch das staatliche Organ fĂŒr Jugendhilfe und damit an vielen Angelegenheiten beteiligt, sobald Probleme beim Sorgerecht auftreten.

Es gehört zu seinen Aufgaben, in Fragestellungen der Sorge und des Umganges zu helfen (§§ 18 ff , 27 ff, 50 SGB VIII) und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen (§ 50 SGB) Außerdem soll es Kinder ĂŒber ihre Rechte vor Gericht aufklĂ€ren (§ 8 SGB VIII).

Das Jugendamt unterstĂŒtzt durch viele Hilfsangebote das Familiengericht dabei, ein weniger einschneidendes Urteil zu fĂ€llen, als es der Entzug des Sorgerechts wĂ€re. Bei betreffenden Verfahren muss das Familiengericht außerdem das Jugendamt anhören, dem ĂŒberdies ein Beschwerderecht zusteht (§ 162 FamFG).

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Sorgerecht – Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern
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11 Gedanken zu „Sorgerecht – Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern

  1. Ferdinand

    Guten Tag. Eine Freundin von mir trennt sich gerade von ihrem Mann. Sie kommt nicht aus Deutschland und kennt sich deshalb mit dem komplexen Familienrecht gar nicht aus. Verstehe ich es richtig, dass bereits ein elfjÀhriges Kind in dem Verfahren ein Mitspracherecht hat? Vielen Dank im Voraus.

    Antworten
  2. Kerstin B.

    Das JA hat vor 42 Monaten bei gemeinsamen Sorgerecht dem KV elterliche Sorge ĂŒbertragen ohne Beschluss FG. Vier Vergleiche, permanenter Umgangsboykott, keine Hilfe JA. nur LĂŒgen ans FG .Keinerlei Hilfe fĂŒr mich, Wechsel Mitarbeiter abgelehnt, seit 4 Wochen keine Antwort mehr. VerstĂ¶ĂŸe des KV werden dem FG nicht mitgeteilt. Mache ich, keinerlei Reaktionen ,noch 20 Stunden monatlich, auch das wird nicht eingehalten, unglaublich, und er macht so weiter, JA auch, das ist Kindesmissbrauch

    Antworten
  3. Hector J

    Guten Tag .

    Meine Lebenspartner hat Einen Kind er ist 4 Jahre Alt, die mama hat ganz komplet sorgerecht, sie hat in W gewonht und jseit 1 jahre ist zu A umgezongen, und mit mir hatten wir noch Eines MĂ€chen, aber das Problem, Der Vater von das Kind GrĂ¶ĂŸe BrĂŒder von meiner Tochter, will jeder 2 wochen seinem Kind aussehen, natĂŒrlich das Kind gehe jeder 2 wochen mit seinem Vater und bleibt bei Ihm Freitag bis Sontag, aber der Vater will dass die mama immer mit dem Auto fĂ€hrt halb weg, zum beispiel 300 Km. und er fĂ€hrt 150 Km.. und die Mama auch 150 Km. aber ich will nicht mehr weil meiner Tochter ist immer noch Baby, sie ist 4 Monat. aber ich wil wissen ob einen Gesetzt gibt, weil er immer sagt er hat einen Anwalt und die S muss machen. weil sie umgezogen ist. kann jemand mir bitte helfen oder was soll i ch machen.?

    Antworten
  4. Milan

    Guten Abend,

    anfang des Jahres hab ich mich von meiner Ex-Freundin getrennt. Wir haben einen gemeinsamen Sohn (5 Jahre alt).
    Sie ging eine Verwandtschaftsbeziehung mit ihrem COUSIN ein.
    Sie war insgesamt so ĂŒberfordert, dass sie auch schon einen Suizidversuch gestartet hat und mir dies einige Zeit spĂ€ter detailliert per SMS mitteilte. Zudem hat sie Traumas aus ihrer Kindheit und hat sich frĂŒher geritzt. Die Narben sieht man deutlich an Armen und Beinen.

    Unser Sohn wuchs bis zur Trennung in einem großen Haus mit Garten auf, in einer verkehrsberuhigten Zone. Auch die Großeltern wohnen noch im Haus.

    Nun möchte die Ex, dass unser Sohn bei ihr aufwĂ€chst. Sie wohnt inzwischen an einer viel befahrenen Straße wo das Kind nicht mal Fahrrad fahren kann. Auch hat er wenig Möglichkeiten, draußen zu spielen, da es auch keinen Garten gibt.
    Zudem kommt ja hinzu, dass unser Sohn die Verwandschaftsbeziehung mit dem Cousin mitbekommt und unter diesen VerhÀltnissen aufwÀchst. Meiner Meinung nach ist das einfach nicht in Ordnung.

    Mir wĂ€re es am liebsten, wenn ich ihn komplett zu mir nehmen könnte, im gewohnten, sicheren Umfeld mit wesentlich mehr Möglichkeiten wo er sich entfalten und aufblĂŒhen kann. Wo auch die Großeltern jederzeit da sind.
    NatĂŒrlich unter Einhaltung des Besuchsrechts der Mutter. Ich möchte ihr das Kind keinesfalls wegnehmen.

    Wie stehen meine Chancen, dass unser Kind bei mir aufwachsen kann, unter den UmstÀnden der Verwandschaftsbeziehung der Mutter?

    Besten Dank im Voraus !

    Antworten
    1. Anwalt.org

      Hallo Milan,
      Sie können die Erfolgsaussichten zu Ihrem Vorhaben von einem Anwalt fĂŒr Familienrecht einschĂ€tzen lassen. Dieser kann Ihnen Ihre rechtlichen Möglichkeiten umfassend erlĂ€utern. Wir hingegen bieten diese Rechtsberatung nicht an.

      Ihr Team von anwalt.org

      Antworten
  5. Doreen N

    Hallo und Guten Tag
    Ich und mein nun ex Verlobter haben drei gemeinsame Kinder…
    Er hat von 2016- 2019 in der jva eine GefĂ€ngnisstrafe abgesessen und wurde im April diesen Jahres vorzeitig entlassen natĂŒrlich auf BewĂ€hrung…
    Nun im August diesen Jahres wurde er erneut verhaftet und sitzt seit dem in Untersuchungshaft.
    Da der Kontakt komplett abgebrochen ist und er weder per briefpost noch Telefonisch Kontakt zu seinen Kindern sucht wollte ich mich nun informieren wie es mit dem sorgerecht aussieht…
    Kann ich ihm sein Teil des sorgerechts entziehen lassen? Denn er ist ja nun mal nicht da fĂŒr seine kinder und wenn es irgendwelche AntrĂ€ge geht … z.B Jugendamt, Schulanmeldung und so weiter muss ja auf alles seine Einwilligung drauf was sich als sehr sehr schwer herausstellt.

    Vieleicht kann mir ja jemand weiter helfen

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

    Doreen N

    Antworten
  6. Canan

    Ich habe eine Frage zu gemeinsamem oder geteiltem Sorgerecht und Umzug ins Ausland: wie sieht es aus, wenn die Mutter Diplomatin ist, deshalb von Berufs-wegen alle paar Jahre ins Ausland ziehen muss. Kann bei gemeinsamem oder geteiltem Sorgerecht der Vater des Kindes erwirken, dass die Mutter nicht ins Ausland ziehen darf, und damit nicht ihren Beruf verfolgen kann? Ist das möglich? Oder gibt es in einem solchen Fall eine Sonderregelung? Danke fĂŒr Ihren Rat!
    Mit bestem Gruß,
    Canan

    Antworten
  7. Thomas

    Hi hab auch eine frage einer Freundin wurde das Sorgerecht weggenommen und der Kindesvater hat das Sorgerecht bekommen, nun wurde aber dem Kindesvater ebenfalls das Sorgerecht entzogen aber von einem Richter ohne Gerichtsverhandlung obwohl es vorher hieß es solle eine geben. Nun meine Frage ist das normal das sowas geht ohne Verhandlung und was kann man dagegen oder noch tun um das Sorgerecht wieder zu bekommen und es z.b.der Mutter wieder zu geben da ich der Ansicht bin das sie besser bei ihr aufgehoben sind und eine grĂ¶ĂŸere Bindung zu ihr haben und auch das Kind was zwar erst 6 Jahre alt ist will lieber bei ihr sein.

    Antworten
  8. Mariana G

    Guten Tag,

    ich lebe in Deutschland mit meinen 4 jÀhrigen Sohn. Sein Vater ist NiederlÀnder und wohnt in Niederlande. Wir waren nicht verheiratet und haben nie zusammen gelebt. Er hat nicht viel Interesse an seinen Sohn gezeigt und vor einem Jahr hat er gemeinsames Sorgerecht beantragt. Kontakt mit seinem Sohn habe ich nie eingeschrÀnkt.
    Die Richterin hat vorgeschlagt, dass ich es akzeptiere mit Vollmacht, außer Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich will es aber, wegen verschiedener GrĂŒnden, nicht akzeptieren.
    Es sieht so aus, dass nur ich Pflichten habe. Ich muss ihn alles informieren, aber bekomme keine UnterstĂŒtzung. Welche Rechte hat er mit gemeinsamen Sorgerecht, die er jetzt nicht hat?
    Er will eigentlich um sein Kinder nicht kĂŒmmern, sondern mich kontrollieren und Ă€rgern. Meine AnwĂ€ltin meinte, ich sollte es einfach akzeptieren. Ich will weiter kĂ€mpfen aber ich weiß es nicht, ob ich Chance habe.
    Vielen Dank!
    Mariana

    Antworten
    1. julia

      Wenn du etwas nicht vertreten kannst, dann wĂŒrde ich dabei bleiben, Marina.

      Die Gerichte schlichten, versuchen es im gĂŒtlichen eine Lösung zu finden. Wenn du es akzeptierst ist der Fall abgeschlossen. Mit den Konsequenzen lebst du/ihr und nicht das Gericht. Jeder Fall ist ein Einzelfall und muss betrachtet bewertet und entschieden werden. Jemanden zu etwas drĂ€ngen, was nicht zu vertreten ist.. geht nicht. Ich habe schon 15 Gerichtsverhandlungen hinter mir.

      Antworten
  9. Lisbeth

    Mir war nicht klar, dass die Eltern die Pflicht und das Recht haben, fĂŒr das minderjĂ€hrige Kind zu sorgen. Ich habe mich dazu entschieden einen Detektiv zu beauftragen, um meinen Expartner ausfindig zu machen. Er versucht sich seiner elterlichen Pflicht zu entziehen und das werde ich nicht weiter dulden.

    Antworten

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