Sorgerecht – Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 25. Mai 2021

Das Sorgerecht √ľber das eigene Kind ist in Deutschland ein Grundrecht. Die M√ľtter und V√§ter der Verfassung von 1949 haben dies im sechsten Artikel derselben festgelegt.

Artikel 6 Grundgesetz

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das nat√ľrliche Recht der Eltern und die zuv√∂rderst ihnen obliegende Pflicht. √úber ihre Bet√§tigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Das Sorgerecht ist im Grundgesetz verankert.
Das Sorgerecht ist im Grundgesetz verankert.

In diesem Ratgeber wollen wir erkl√§ren, was “Sorgerecht” im Einzelnen bedeutet und welche Rechte und Pflichten daraus erwachsen. Denn hierbei handeltes sich um einen Grundpfeiler des Familienrechts.

Dabei betrachten wir sowohl gemeinsames als auch alleiniges Sorgerecht. In den Kommentaren helfen Ihnen unsere Experten bei individuellen Fällen gerne weiter. Eine Rechtsberatung kann in diesem Rahmen jedoch nicht stattfinden.

Was ist Sorgerecht?

W√§hrend im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben wird, dass das Sorgerecht den Eltern zugesteht, finden sich im B√ľrgerlichen Gesetzbuch n√§here Erl√§uterungen dazu. In Paragraph 1626 BGB werden die Grunds√§tze der elterlichen Sorge festgelegt.

§ 1626 BGB Elterliche Sorge, Grundsätze

(1) Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, f√ľr das minderj√§hrige Kind zu sorgen […]. Die elterliche Sorge umfasst die Sorge f√ľr die Person des Kindes (Personensorge) und das Verm√∂gen des Kindes (Verm√∂genssorge).

Prinzipiell gilt also, dass die Eltern f√ľr die Person des Kindes sowie f√ľr dessen Verm√∂gen zu sorgen haben. Dabei soll das Kind, sobald es alt genug ist, eingebunden werden. Der Umgang mit beiden Eltern wird vom Gesetzgeber als wichtige Voraussetzung f√ľr die Entwicklung des Kindes angesehen. Auch andere Bezugspersonen k√∂nnen einen wichtigen Grundpfeiler im Leben des Schutzbefohlenen darstellen. Hier muss im Einzelfall entschieden werden.

Bei schwerer Missachtung der Grunds√§tze kann ein Familiengericht den Sorgeberechtigten das Sorgerecht entziehen. Die rechtliche Grundlage hierf√ľr findet sich im Paragraphen 1666 BGB.

Personensorge, Vermögenssorge und andere elterliche Sorgen

Die beiden Hauptbelange der elterlichen Sorge werden in eigenen Paragraphen genauer konkretisiert. Die Paragraphen 1631 ff. BGB befassen sich mit der Personensorge, die Vermögenssorge ist Gegenstand der Paragraphen 1638 ff BGB.

§ 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge

(1) Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.
(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. K√∂rperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entw√ľrdigende Ma√ünahmen sind unzul√§ssig.

Beim Sorgerecht zählt als erstes das Kindeswohl.
Beim Sorgerecht zählt als erstes das Kindeswohl.

Dem Kind ein gewaltfreies Umfeld zu bieten, in dem es umsorgt und beh√ľtet den Lebensweg beschreiten kann, wird als Pflicht und Recht der Eltern erkannt und festgeschrieben. So sollen auf dem Fundament einer liebenden Familie verantwortungsbewusste und selbstst√§ndige Menschen erwachsen, die zum Erhalt einer friedlichen Gesellschaft beitragen.

Die Verm√∂genssorge umfasst prinzipiell alle Verm√∂genswerte, die von Rechtswegen dem Kind zustehen. Dessen Eltern sollen verantwortungsvoll und in seinem Sinne dar√ľber verf√ľgen. Zu den Pflichten der Eltern z√§hlen dabei unter anderem:

  • die gewissenhafte Verwaltung des Eigentums des Kindes und der daraus eventuell erzielten Eink√ľnfte
  • Vertragsabschl√ľsse im Sinne des Kindes

Die Haftbegrenzung des Kindes (¬ß 1629 BGB) garantiert, dass dieses bei Eintritt der Vollj√§hrigkeit f√ľr die in seinem Sinne getroffenen Entscheidungen der Eltern nur beschr√§nkt haftet. F√ľr eventuell auftretende Gl√§ubiger kann nur das Verm√∂gen herangezogen werden, dass das Kind zum Zeitpunkt der Vollj√§hrigkeit besitzt. Sp√§ter erlangtes Verm√∂gen ist also ausgenommen.

Auch die rechtm√§√üige Vertretungsmacht kommt den Eltern minderj√§hriger Kinder zu (¬ß 1629 BGB). Gemeinsames Sorgerecht wird gegen√ľber Dritten in der Regel gemeinschaftlich ausge√ľbt. Willenserkl√§rungen Dritter (beispielsweise die K√ľndigung eines Vertrages) k√∂nnen dagegen gegen√ľber eines Elternteils rechtm√§√üig vorgenommen werden.

Wer bekommt das Sorgerecht?

Das gemeinsame Sorgerecht wird automatisch vergeben, wenn die Eltern verheiratet sind. Ist dies nicht der Fall, k√∂nnen die Eltern ein gemeinsames Sorgerecht beantragen. Ein Formular hierf√ľr erhalten sie bei den Jugend√§mtern. Ansonsten f√§llt laut Paragraph 1626a BGB ein alleiniges Sorgerecht der Mutter zu.

Negativtest: Sorge- bzw. Negativbescheinigung zum Sorgerecht
Eine alleinerziehende Mutter, deren Ex-Partner kein Sorgerecht f√ľr das gemeinsame Kind inne hat, braucht im Alltag einen sogenannten Negativtest (auch Sorge- bzw. Negativbescheinigung) zum Sorgerecht. Das Jugendamt best√§tigt damit, dass keine Sorgeerkl√§rung abgegeben wurde, wodurch das Sorgerecht automatisch an die Mutter f√§llt.

Unverheiratete Paare können auf verschiedenen Wegen zu einem gemeinsamen Sorgerecht kommen.

  • Durch den Antrag auf gemeinsames Sorgerecht in einer Sorgeerkl√§rung gegen√ľber dem Jugendamt
  • Durch die Heirat nach der Geburt des Kindes.
  • Bei Uneinigkeit mit der Mutter kann der Vater sein Recht auf Mitsorge vor dem Familiengericht auch einklagen.

Die Sorgeerklärung kann auch von einem Notar vorgenommen werden, wobei dies kostenpflichtig ist. Das Jugendamt bearbeitet den Antrag auf gemeinsames Sorgerecht kostenlos. Schon vor der Geburt kann dies geschehen.

Mitbestimmungs- und Sorgerecht f√ľr V√§ter unehelicher Kinder

Bis 2013 war es f√ľr einen unehelichen Vater praktisch unm√∂glich, ein Mitbestimmungsrecht bei der Sorge um sein Kind zu erwirken, wenn die Mutter ihm dies verweigerte. Nur eine gemeinsame Sorgeerkl√§rung konnte ihm dieses Recht gew√§hren.

Der Europ√§ische Gerichtshof f√ľr Menschenrechte entschied im Dezember 2009, dass dies unzul√§ssig ist (EGMR, Beschwerde-Nr. 22028/04). In der Folge befasste sich auch das Bundesverfassungsgericht mit der Frage und kam zu dem Schluss, dass dieser Zustand verfassungswidrig ist (Beschluss vom 21.07.2010, Az.: 1 BvR 420/09).

V√§ter m√ľssen im Zweifel ihr Sorgerecht einklagen.
V√§ter m√ľssen im Zweifel ihr Sorgerecht einklagen.

So wurde am 19. Mai 2013 dem Paragraphen 1626a der zweite Absatz hinzugef√ľgt. Hier wird erl√§utert, dass rechtm√§√üig davon ausgegangen wird, dass der Umgang mit beiden Eltern dem Kindeswohl zutr√§glich ist. Die Familiengerichte haben also regelm√§√üig f√ľr den klagenden Vater zu entscheiden, insofern die Mutter keine wichtigen Gr√ľnde vorlegen kann, die dem gemeinsamen Sorgerecht entgegenstehen.

Daraus ergibt sich, dass ein Vater sein Sorgerecht einklagen muss, um sein Recht auf Mitbestimmung geltend zu machen, wenn die Mutter ihm dieses verweigert. Noch immer fällt das alleinige Sorgerecht der Mutter zu, sind die Eltern nicht verheiratet. Mit der Geburt des Kindes wird ihr automatisch die Mutterschaft und somit das Sorgerecht zuerkannt (BGB § 1591).

Die Vaterschaft muss entweder bewiesen oder durch ihn selbst anerkannt werden. Auch durch Heirat vor der Geburt des Kindes kann die Vaterschaft erlangt werden. So kann der rechtm√§√üige Vater vom nat√ľrlichen Vater abweichen (BGB ¬ß 1592 Abs. 1).

Gemeinsames Sorgerecht nach der Trennung

Als eine Voraussetzung f√ľr eine gesunde Entwicklung des Kindes wird es angesehen, dass dieses nicht nur eine feste Beziehungsperson hat. Im Idealfall soll es Mutter und Vater haben. Die Eltern sind daher ihrem Schutzbefohlenen gegen√ľber zum Wohlverhalten verpflichtet.

Die sogenannte Wohlverhaltenspflicht besagt, dass Eltern alles zu unterlassen haben, was dem Verh√§ltnis des Kindes zum Partner erschwert (¬ß 1684 Abs. 2 BGB und ¬ß1687 Abs. 1 BGB). Meinungsverschiedenheiten sollen zur Einigung gebracht werden, da die elterliche Sorge zum Wohle des Kindes im gegenseitigen Einvernehmen auszu√ľben ist (¬ß 1627 BGB).

Das Kind hat au√üerdem das Recht, dass Fragen der elterlichen Sorge mit ihm gemeinsam entschieden werden. Dies gilt nat√ľrlich nur unter der Voraussetzung, dass das Kind einen gewissen Entwicklungsstand erreicht hat (¬ß 1626 Abs. 2 BGB).

In einer Ehe werden √ľblicherweise Entscheidungen √ľber das Kind gemeinsam getroffen. Bei einer Scheidung kann das Sorgerecht den Eltern dagegen einiges Kopfzerbrechen bereiten. Beide Parteien haben, bezogen auf das Kind, Rechte, die ihnen nicht so einfach streitig gemacht werden k√∂nnen.

Nachdem das gemeinsame Sorgerecht einmal festgestellt wurde, bleibt dieses auch nach der Scheidung der Eltern bestehen.

So wird in Harmonie ausge√ľbtes gemeinsames Sorgerecht bei Trennung pl√∂tzlich als “geteiltes Sorgerecht” empfunden. Nun ergeben sich viele Situationen, die Eltern im Interesse des Kindes weiterhin miteinander und m√∂glichst einvernehmlich l√∂sen sollten.

Das Kind darf nicht als “Waffe” gegen den Ex-Partner missbraucht werden, um diesen zu verletzen oder eigene Interessen durchzusetzen. Es ist zu beachten, dass das Kind unter der Trennung der Eltern bereits erheblich leidet.

“Geteiltes Sorgerecht”: Rechte und Pflichten

Dass sich Eltern das Sorgerecht bei Scheidung teilen, kann im Alltag zu komplizierten Situationen f√ľhren, weil theoretisch alle Entscheidungen gemeinsam getroffen werden m√ľssen. Es ist vom Gesetzgeber also erlassen worden, dass die Elternteile auch ohne Zustimmung des Anderen gewisse Dinge beschlie√üen k√∂nnen.

Gemeinsames Sorgerecht: Urlaub und andere Situationen werden nach einer Trennung plötzlich kompliziert.
Gemeinsames Sorgerecht: Urlaub und andere Situationen werden nach einer Trennung plötzlich kompliziert.

Dies betrifft regelmäßig dasjenige Elternteil, bei dem das Kind in Obhut ist. Kann beispielsweise gemeinsames Sorgerecht dem Umzug des Kindes entgegen stehen? Oder wie wirkt sich gemeinsames Sorgerecht auf den Urlaub eines Elternteils mit dem Kinde aus?

Diesen Fragen wird mit der Unterteilung in Lebensbereiche geantwortet. So wird unterschieden zwischen “Angelegenheiten des t√§glichen Lebens”, die ein Elternteil alleine regeln kann und “Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung”, die nur miteinander in Angriff zu nehmen sind.

Angelegenheiten des täglichen Lebens

So werden Angelegenheiten bezeichnet, die h√§ufig entschieden werden m√ľssen und in ihren Konsequenzen absehbar und nicht endg√ľltig sind. Die Auswirkungen auf die Entwicklung auf das Kind sollen dabei sehr gering sein (¬ß 16 87 Abs. 1). Gerichte dehnen den Begriff der Alleinentscheidungsbefugnis h√§ufig weit, um das t√§gliche Leben m√∂glichst unkompliziert zu gestalten. Dies soll dem Kindeswohl zutr√§glich sein.

Unter Angelegenheiten des täglichen Lebens fallen viele Bereiche, von denen im Folgenden die häufigsten genannt werden:

  • Bereiche der Gesundheit, die nicht √ľber √ľbliche Krankheiten oder Standardimpfungen hinausgehen. Auch kleinere Operationen, wie die Entfernung von Polypen, z√§hlen dazu.
  • Schulischer Bereich, wenn es um gew√∂hnliche Entscheidungen geht. So kann ein Elternteil Entschuldigungen schreiben, Klassenfahrten und -ausfl√ľgen zustimmen, Arbeitsgemeinschaften guthei√üen, Zeugnisse unterschreiben oder alleine zu Elternabenden erscheinen.
  • Religi√∂ser Bereich, solange beide Elternteile eine Konfession bef√ľrworten. √úbliche Rituale k√∂nnen dann von einem Elternteil genehmigt und terminlich festgelegt werden.
  • Bereiche der Personensorge, die das t√§gliche Leben und die Freizeit betreffen. Das betreffende Elternteil kann Fragen der Ern√§hrung und Bekleidung entscheiden, Schlafenszeiten bestimmen und den Umgang mit Freunden des Kindes ermessen. Urlaubsfahrten sind europaweit in friedliche Gebiete ohne Zustimmung des Ex-Partners m√∂glich.
  • Bereiche der Verm√∂genssorge, die nicht √ľber kleinere Verm√∂genswerte hinausgehen. Geldgeschenke und Sparguthaben k√∂nnen von einem Elternteil verwaltet werden.

Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung

Sobald Entscheidungen geeignet sind, den Lebensweg des Kindes ma√ügeblich zu beeinflussen und in die Zukunft zu wirken, spricht der Gesetzgeber von “Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung”. Ihnen sind die schwer abzu√§ndernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes gemeinsam. Solche Angelegenheiten kann ein Elternteil alleine nicht regeln. Gemeinsames Sorgerecht zwingt ihn dazu, eine einvernehmliche L√∂sung zu suchen.

Unter Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung fallen viele Bereiche, von denen im Folgenden die häufigsten genannt werden:

  • Grundlegende pers√∂nliche Bereiche, wie die Wahl des Vornamens oder die √Ąnderung der Staatsangeh√∂rigkeit. Darunter f√§llt auch der gew√∂hnliche Aufenthalt des Kindes. Sobald also ein Umzug aus dem n√§heren Umkreis heraus ansteht oder der gew√∂hnliche Aufenthalt sogar ins Ausland verlegt werden soll, braucht es die Zustimmung des Ex-Partners.
  • Sonstige Bereiche der Personensorge mit starkem Pr√§gungscharakter wie den Umgang mit dem Ex-Partner und den Gro√üeltern. Auch die H√∂he des Taschengeldes wurde schon als eine solche entscheidende Angelegenheit gewertet. Urlaubsreisen, die einen mehrst√ľndigen Flugzeugaufenthalt n√∂tig machen oder in ein weit entferntes Land mit negativer Sicherheitslage f√ľhren, k√∂nnen nicht ohne Weiteres √ľber den Kopf des Ex-Partners entschieden werden.
  • Bereiche der Verm√∂genssorge, die bedeutende Verm√∂gen betreffen, m√ľssen miteinander besprochen werden. Dabei kann es um die Annahme beziehungsweise die Ausschlagung von Erbschaften gehen. Auch √ľber das Gesamtverm√∂gen des Kindes kann nicht durch ein Elternteil allein verf√ľgt werden.
  • Gesundheitliche Bereiche, die √ľbliche Krankheiten √ľbersteigen. L√§ngere Krankenhausaufenthalte oder Operationen, die keiner Notsituation folgen sowie un√ľbliche Behandlungsverfahren m√ľssen mit dem Ex-Partner besprochen werden.
  • Schulische Bereiche, die l√§ngerfristige Auswirkungen haben. So sollen der Zeitpunkt der Einschulung, die Wahl der Schule, die Wiederholung einer Klasse, ein Schulwechsel usw. gemeinsam besprochen und entschieden werden.
  • Religi√∂se Bereiche, bei denen keine vorherige Einigung erzielt werden konnte. Alle religi√∂sen Erziehungsma√ünahmen und damit verbundenen Rituale sollen im Einvernehmen mit dem Ex-Partner stattfinden.

Angelegenheiten der tatsächlichen Bedeutung

Sobald das Kind beim Umgangsberechtigten ist, also bei dem Elternteil, bei dem es nicht seinen gew√∂hnlichen Aufenthalt hat, ist dieser berechtigt, allt√§gliche Angelegenheiten ohne R√ľcksprache zu entscheiden (¬ß 1687 Abs. 1 BGB).

Geteiltes Sorgerecht: Angelegenheiten des t√§glichen Lebens k√∂nnen Elternteile ohne R√ľcksprache entscheiden.
Geteiltes Sorgerecht: Angelegenheiten des t√§glichen Lebens k√∂nnen Elternteile ohne R√ľcksprache entscheiden.

Dazu z√§hlen oben aufgef√ľhrte Angelegenheiten und andere allt√§gliche Dinge. So muss es ihm √ľberlassen bleiben, wann das Kind zu Bett geht oder wie sein Fernseh- und Internetkonsum geregelt ist.

Diese Regelung setzt voraus, dass das Kind mit Einwilligung des Ex-Partners zeitweilig beim Umgangsberechtigten unterkommt. Auch kann ein Gericht den Umgang und die Zeiten hierf√ľr festlegen.

Probleme, die “geteiltes Sorgerecht” mit sich bringen k√∂nnen

Kompliziert kann es werden, wenn rechtlich nicht genau gekl√§rt ist, ob eine Angelegenheit “allt√§glich” ist oder “von besonderer Bedeutung”. Typischerweise streiten sich in Trennung lebende oder geschiedene Eltern etwa √ľber die Beantragung eines Reisepasses oder Kinderausweises.

Die zust√§ndigen Beh√∂rden verlangen in der Regel die Unterschriften beider Eltern, bevor sie einen Reisepass f√ľr das Kind ausstellen.

W√§hrend Reisen in weit entfernte L√§nder normalerweise die Zustimmung des Ex-Partners voraussetzen, muss dies nicht gelten, wenn ein Elternteil aus dem entsprechenden Land stammt. Solange die Heimat als politisch stabil und damit weitgehend friedlich einzusch√§tzen ist, kann diese Angelegenheit als “allt√§glich” beurteilt werden. Dazu kommt die Frage, ob das Kind alt genug ist, um ihm eine besonders lange Reise zuzumuten ist.

Stemmt sich der Partner gegen eine Reise in das Heimatland mit dem Kind, kann seine Unterschrift, etwa bei der Beantragung des Reisepasses, durch einen richterlichen Entscheid ersetzt werden.

Andere typische Problemf√§lle sind etwa die Wahl der Kindertagest√§tte oder zus√§tzliche Impfungen, die nicht ausdr√ľcklich empfohlen sind. Solche Impfungen k√∂nnen wiederum n√∂tig werden, wenn eine Reise geplant ist.

Wieder muss das Kindeswohl f√ľr die Sorgeberechtigten an oberster Stelle stehen. Oft leiden Kinder mehr unter den Streitigkeiten der Eltern als unter jeder vermeintlich falschen Entscheidung. Gemeinsames Sorgerecht birgt eine gro√üe Verantwortung, die es sich in Erinnerung zu rufen gilt, sollte ein Streit wieder zu eskalieren drohen. Das Familiengericht sollte der letzte Ausweg sein.

Das Jugendamt als Mediator

Bevor bei hartnäckigen Streitigkeiten das Gericht zur Erzwingung einer Einigung angerufen wird, sollten die Möglichkeinen ausgeschöpft werden, die das Jugendamt und andere Beratungsstellen bieten.

Das Jugendamt ist verpflichtet, die Eltern im Rahmen der Jugendhilfe zu unterst√ľtzen. Dies ist festgelegt in Paragraph 17 Absatz 2 im achten Band des Sozialgesetzbuches (SGB VII)

  • Der Sachbearbeiter des Jugendamtes wird in einem Streitfall beide Parteien anh√∂ren.
  • Je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes wird auch dieses geh√∂rt
  • Im Anschluss soll gemeinsam mit den Eltern eine L√∂sung des Problems gefunden werden

Es ist unbedingt zu raten, in der Arbeit mit dem Jugendamt Kooperationsbereitschaft an den Tag zu legen und vor allem den Einladungen zu den Gesprächen zu folgen. Kommt es nämlich aufgrund einer ausbleibenden Einigung letztlich doch zum Gerichtstermin, so wird der zuständige Sachbearbeiter vor Gericht gehört werden.

Das Jugendamt kann bei Problemen mit dem Sorgerecht helfen.
Das Jugendamt kann bei Problemen mit dem Sorgerecht helfen.

In vielen Fällen folgt das Gericht seiner Einschätzung. Ist ein Elternteil den vorausgegangenen Gesprächen unentschuldigt fern geblieben, so wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit gegen diesen ausgelegt werden. Das kann schwerwiegende Nachteile im Entscheidungsprozess des Familiengerichtes nach sich ziehen.

Entscheidungen vor dem Familiengericht

Fruchten die Bem√ľhungen des Jugendamtes nicht oder h√§lt sich ein Sorgeberechtigter nicht an die getroffenen Abmachungen, bleibt nur der Gang zum Familiengericht, um die Streitigkeiten, die ein gemeinsames Sorgerecht mit sich bringen k√∂nnen, beizulegen.

Es ist dabei von großer Bedeutung, welche der zwei grundlegenden Entscheidungen vor Gericht gefällt werden sollen. Zu fragen ist, welche Angelegenheiten die Streitigkeiten betreffen.

  1. Einzelne Angelegenheiten k√∂nnen dazu f√ľhren, dass einem Elternteil eine alleinige Befugnis zugesprochen wird.Dies ist der Fall, wenn sich Eltern √ľber Angelegenheiten, die f√ľr das Kind von erheblicher Bedeutung sind, nicht einigen k√∂nnen. Es kann beispielsweise Uneinigkeit √ľber die religi√∂se Erziehung oder die Wahl der Schule herrschen. Ein Elternteil kann nun beantragen, dass ihm die Entscheidungsbefugnis in dieser einen Angelegenheit dauerhaft erteilt wird. Das zust√§ndige Familiengericht kann sich dabei auf Paragraph 1628, Abs. 2 BGB berufen. Die √úbertragung dieser Befugnis kann an Einschr√§nkungen oder Auflagen gebunden sein (¬ß 1628 Satz 2 BGB).
  2. Streitigkeiten √ľber ganze Teilbereiche oder die gesamte elterliche Sorge k√∂nnen dazu f√ľhren, dass an einem Elternteil das alleinige Sorgerecht √ľbertragen wird. Dies kann f√ľr die entsprechenden Teilbereiche oder die gesamte elterliche Sorge verf√ľgt werden. Im ersten Schritt muss ein Elternteil aus guten Gr√ľnden beim Gericht ein alleiniges Sorgerecht beantragen.In H√§rtef√§lllen entscheidet das Familiengericht f√ľr den Kl√§ger und vergibt letztlich ein alleiniges Sorgerecht. Die Gr√ľnde hierf√ľr m√ľssen allerdings besonders schwer wiegen. Dazu berechtig ist das Gericht laut Paragraph 1671 BGB.

Bevor es jedoch dazu kommt, wird der Richter immer pr√ľfen, ob es nicht verh√§ltnism√§√üiger ist, nur in Teilbereichen das Sorgerecht zu √ľbertragen. Dazu verpflichtet ihn der Verh√§ltnism√§√üigkeitsgrundsatz, nach welchem die weniger einschneidenden Mittel immer den einschneidenderen vorzuziehen sind.

Beispiel f√ľr eine √úbertragung der Befugnis in einem Teilbereich

Das Kind, f√ľr das die Eltern ein gemeinsames Sorgerecht innehaben, hat seinen gew√∂hnlichen Aufenthalt bei der Mutter. Diese m√∂chte aus beruflichen Gr√ľnden ihren Wohnort √§ndern, was sich zwangsweise auf den Wohnort des Kindes auswirkt. Der Vater stimmt dem Ortwechsel nicht zu.

Das Familiengericht muss nun √ľber die Zuteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts befinden. Dieser Teilbereich des Sorgerechts umfasst die Befugnis, den Wohnort des Kindes zu bestimmen.

Alleiniges Sorgerecht nach der Trennung

Wenn einmal ein gemeinsames Sorgerecht erteilt wurde, wird das Familiengericht daran nicht ohne Weiteres etwas √§ndern. Es m√ľssen schwerwiegende Gr√ľnde vorliegen , um einem Elternteil das Sorgerecht zu entziehen.

Es gibt allerdings auch den Fall, dass ein Sorgeberechtigter sein Sorgerecht “abgeben” will. Dies kann er unter bestimmten Voraussetzungen tun.

Dabei ist zu beachten, dass ihn dies nicht davon befreit, etwaigen Unterhalt f√ľr das Kind zu begleichen. Der Unterhalt steht dem Kind unabh√§ngig vom Sorgerecht zu. Auch verliert der Elternteil dadurch nicht sein Umgangsrecht.

Wie alleiniges Sorgerecht zustande kommt und welche Folgen das hat, wird Gegenstand dieses Kapitels sein.

Alleiniges Sorgerecht: Voraussetzung f√ľr die √úbertragung auf ein Elternteil

Sollte ein Vater oder eine Mutter alleiniges Sorgerecht beantragen, m√ľssen bestimmte Voraussetzungen erf√ľllt sein, damit das Familiengericht das Sorgerecht √ľbertragen kann. Dieses sind dem Paragraphen 1671 BGB zu entnehmen.

  • Die Eltern leben nicht nur vor√ľbergehend getrennt.

und

  • Der andere Elternteil stimmt dem Antrag zu. Au√üerdem darf kein Widerspruch seitens des Kindes vorliegen, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat.

oder

  • Es ist zu erwarten,dass es dem Wohl des Kindes am besten entspricht, wenn dem Antragsteller alleiniges Sorgerecht zugestanden wird.

Grunds√§tzlich ist zu bedenken, dass das Kind unter dauernden Streitereien und nicht funktionierender Kommunikation leidet. Es ist daher besser, das Sorgerecht zu √ľbertragen, als Entscheidungen nur noch per Anwalt m√∂glich zu machen.

Scheidung: Gemeinsames Sorgerecht bleibt bestehen.
Scheidung: Gemeinsames Sorgerecht bleibt bestehen.

So wird sich das Gericht ansehen, welcher Elternteil kooperativ ist und welcher nicht. Um eine Verh√§rtung der Fronten vorzubeugen, sollte fr√ľhzeitig das Jugendamt eingeschaltet werden, um eine gemeinsame L√∂sung zu finden.

Vollmacht f√ľrs Sorgerecht

Eine andere M√∂glichkeit ist, dass ein Elternteil ein gemeinsames Sorgerecht nicht mehr w√ľnscht oder wahrnehmen kann.

Denkbar ist beispielweise, dass derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, seinen Wohnort in eine entfernte Region verlegt oder einen Job im Ausland annimmt.

In dem Fall kann er das Sorgerecht “abgeben” und eine “Sorgerecht-Vollmacht” ausstellen. Diese Vollmacht kann formlos gegeben werden und bedarf keiner notariellen Beurkundung. Nichtmal eine Best√§tigung vom Jugendamt ist notwendig.

Es ist m√∂glich, die Vollmacht umfassend oder auf Teilbereiche des Sorgerechtes auszustellen. So kann etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die Gesundheitsf√ľrsorge oder die Verm√∂gensf√ľrsorge abgetreten werden.

So werden Streitigkeiten von vornherein vermieden, was das Kind vor Befragungen beim Jugendamt oder gar Familiengericht verschont.

Ein Widerruf der Vollmacht ist grundsätzlich zulässig.

Kriterien f√ľr die √úbertragung des Sorgerechts

Sollte es weniger friedlich zugehen und beide Eltern wollen das alleinige Sorgerecht f√ľr sich beanspruchen, muss das Familiengericht im Sinn des Kindeswohlprinzips entscheiden, bei wem das Kind in Zukunft leben wird, wer also alleiniges Sorgerecht erh√§lt.

Das Gericht wird unter Ber√ľcksichtigung der Gegebenheiten und M√∂glichkeiten seine Entscheidung treffen und sich dabei folgende Kriterien im Besonderen im Auge haben.

Bindung des Kindes

Es wird ergr√ľndet, zu welchem Elternteil das Kind eine st√§rkere Bindung hat. Dabei sind viele Faktoren entscheiden.

  • Wer hat in den ersten Jahren nach der Geburt die meiste Zeit mit dem Kind verbracht?
  • Wie (und bei wem) verbringt das Kind in der Regel seine Freizeit?
  • Wie verh√§lt sich das Kind nach Umgangskontakten mit einem Elternteil? Ist es froh oder betr√ľbt?
  • Wie ist die Bindung des Kindes zu anderen Bezugspersonen wie zum Beispiel Gro√üeltern oder Geschwistern?

Gerade der Kontakt zu Geschwistern kann bei der Trennung der Eltern eine gro√üe Rolle f√ľr das Kind spielen.

Kindeswille

Ab dem 14. Lebensjahr gilt ein Mensch als jugendlich und ist teilweise m√ľndig. Deshalb k√∂nnen Kinder ab diesem Alter der √úbertragung der elterlichen Sorge auf ein Elternteil widersprechen (¬ß 1671 Abs. 2 BGB). Doch schon ab dem 12. Lebensjahr ist die Entwicklung einer Person weit genug vorangeschritten, um ihren Willen anzuh√∂ren und Gewichtung zu verleihen. Auch j√ľngere Kindern k√∂nnen W√ľnsche konkret √§u√üern und haben vom Gericht ber√ľcksichtigt zu werden.

Prinzipiell gilt aber: Umso älter ein Kind ist, desto größer ist die Bedeutung, die seinem Willen beigemessen wird.

Erziehungseignung

F√ľr ein alleiniges Sorgerecht muss die Erziehungseignung festgestellt werden.
F√ľr ein alleiniges Sorgerecht muss die Erziehungseignung festgestellt werden.

Auch auf die Eltern wird nat√ľrlich der Blick gerichtet. Wer von beiden eignet sich f√ľr die Erziehung und damit f√ľr ein alleiniges Sorgerecht am ehesten?

Offenkundig werden die Missverhältnisse bei schweren Verletzungen der elterlichen Pflichten, die geeignet sind, dem Kindeswohl entgegenzustehen.

Dazu z√§hlen Verh√§ltnisse, bei denen das Familiengericht nach ¬ß 1666 BGB das Sorgerecht ohnehin entziehen w√ľrde, wie:

  • Gewalt gegen das Kind
  • sexueller Missbrauch
  • massive Drogenabgh√§nigkeit (also auch Alkoholmissbrauch)

Andere Verhältnisse stehen der Erziehungseignung eines Elternteils allerdings nicht zwingend entgegen. Dazu zählen:

  • beabsichtigte oder bereits erfolgte Auswanderung
  • Aids-Erkrankung
  • Behinderungen, die den Alltag nicht massiv beeintr√§chtigen
  • Heirat eines neuen Partners
  • Partnerlosigkeit
  • Homosexualit√§t
  • Transsexualit√§t
  • Zugeh√∂rigkeit zu einer Minderheit
  • Sektenzugeh√∂rigkeit ohne Beeinflussung des Kindes
  • Minderj√§hrigkeit
  • Ungew√∂hnliche sexuelle Neigungen (etwa Sado-Maso), sofern diese vom Lebensbereich des Kindes strikt getrennt sind

Kontinuitätsprinzip

Die Trennung der Eltern bedeutet einen entscheidenden Einschnitt im Leben des Kindes. Die Einheit der Familie ist weggebrochen. Deshalb braucht es feste Strukturen, die dem Kind im Alltag Sicherheit geben. Es gilt daher das Kontinuitätsprinzip.

Gepr√ľft wird, welches Elternteil mit alleinigem Sorgerecht f√ľr die gr√∂√ütm√∂gliche Stabilit√§t im Leben des Kindes sorgen kann. Dabei werden verschiedene Dinge in Betracht gezogen:

  • Zuverl√§ssigkeit des Ellternteils
  • Fortf√ľhrung der Erziehungsgrunds√§tze
  • Beibehalltung des sozialen Umfeldes (Tagest√§tte, Schule, Vereine, Freundeskreis, Verwante, Nachbarn)

Förderungsprinzip

Die F√∂rderung der Entwicklung des Kindes wird ebenfalls an verschiedenen Faktoren festgemacht. Neben der wirtschaftlichen Situation eines Elternteils und dessen Bildung werden auch seine Wohnverh√§ltnisse gepr√ľft.

Doch neben den materiellen Voraussetzungen ist es auch essentiell, die F√∂rderungsbereitschaft beziehungsweise den F√∂rderungswillen festzustellen. Es wird also auch die Bereitschaft gepr√ľft, die eigenen Interessen und Belange zur√ľckzustellen, um sich um die Bed√ľrfnisse des Kindes zu k√ľmmern.

Daneben spielt die Bindungstoleranz der Eltern eine entscheidende Rolle. Der andere Elternteil muss die M√∂glichkeit haben, einen spannungsfreien Umgang mit dem Kind zu f√ľhren. Er darf nicht vom Sorgeberechtigten herabgesetzt werden. Auch darf nicht versucht werden, dass Kind gegen ihn aufzubringen.

Das F√∂rderungsprinzip beinhaltet also zwei grunds√§tzliche Voraussetzungen, die ein Elternteil erf√ľllen muss, soll er alleiniges Sorgerecht erhalten.

  1. Das Kind wird p√§dagogisch motiviert, unterst√ľtzt und gef√∂rdert.
  2. Der Umgang zum anderen Elternteil wird zugelassen und das Kind kann diesen frei von √Ąngsten und Beeinflussungen wahrnehmen.

Zur Beurteilung dieser Prinzipien wird in der Regel ein familienpsychologisches Gutachten eingeholt, da das Gericht diese Kriterien nur sehr begrenzt selbst einschätzen kann.

Ablehnung der √úbertragung – Gemeinsames Sorgerecht bleibt bestehen

Das Familiengericht wird einem Elternteil nicht leichtfertig das Sorgerecht entziehen.
Das Familiengericht wird einem Elternteil nicht leichtfertig das Sorgerecht entziehen.

Sollten nach der Pr√ľfung oben genannter Kriterien Zweifel an der Verh√§ltnism√§√üigkeit der √úbertragung des Sorgerechtes bestehen, so bleibt es beim gemeinsamen Sorgerecht.

Verh√§rtete Meinungsverschiedenheiten k√∂nnen dann auf Antrag vom Gericht geregelt werden, indem Teilbereiche des Sorgerechts oder das Bestimmungsrecht √ľber einzelne Angelegenheiten an einen Elternteil √ľbertragen werden.

Entzug des Sorgerechts bei Kindeswohlgefährdung

Es ist deutlich geworden, dass das Kindeswohl immer die Priorität der Instanzen ist. Muss eine Gefährdung desselben festgestellt werden, so wird das Familiengericht die schwerwiegende Entscheidung zu treffen haben, ob es den Eltern das Sorgerecht entziehen soll. Zur Kindeswohlgefährdung zählen nach Paragraph 1666 Abs. 1 BGB insbesondere:

  • Gewalt gegen das Kind
  • Sexueller Missbrauch
  • Seelische Grausamkeit gegen das Kind
  • Vernachl√§ssigung des Kindes, durch Gleichg√ľltigkeit und fehlende Aufsicht oder F√ľrsorge. Auch unzureichende Pflege, Ern√§hrung oder Betreuung und mangelnde Wohnverh√§ltnisse sprechen f√ľr Vernachl√§ssigung.

Die Vers√§umnisse m√ľssen gravierend und dauerhaft sein. Bei einzelnen Versagen oder Nachl√§ssigkeit wird das Familiengericht keine Entscheidung gegen die Eltern treffen. Stattdessen stehen dem Gericht andere Ma√ünahmen zur Verf√ľgung. Zun√§chst werden √∂ffentliche Hilfen angeraten oder angeordnet, die Familien mit Problemen Unterst√ľtzung anbieten.

Bei konkreter Gefahr f√ľr das Kind, kann das Jugendamt auch ohne richterlichen Beschluss t√§tig werden. Es ist berechtigt, das Kind aus der Familie zu nehmen und in einer geeigneten Einrichtung unterzubringen. Ausl√∂ser daf√ľr kann auch das Bitten des Kindes sein. Allerdings wird das Jugendamt diesen Schritt im sp√§teren Prozess am Familiengericht rechtfertigen m√ľssen.

Das Sorgerechtsverfahren: Wer angehört wird

Zu einem Sorgerechtsverfahren kommt es aus verschiedenen Gr√ľnden

  • Ein Elternteil hat sich dazu entschlossen, alleiniges Sorgerecht zu beantragen.
  • Ein Elternteil will einzelne Angelegenheiten oder Teilbereiche vom Sorgerecht √ľbertragen haben.
  • Ein Elternteil sieht sich in seinen Rechten benachteiligt und will ein gemeinsames Sorgerecht durchsetzen
  • Das Jugendamt oder andere Instanzen sind t√§tig geworden und sehen das Kindeswohl gef√§hrdet, weshalb sie das Sorgerecht entziehen wollen.

In jedem Fall l√§uft das Verfahren zum Sorgerecht √§hnlich ab. Der Ablauf wird seit September 2009 im Gesetz √ľber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit” (FamFG) geregelt.

In Erörterungsterminen werden zunächst beide Elternteile angehört (§ 160 FamFG), bevor auch das Jugendamt zu Wort kommt (§ 162 FamFG). Das Kind wird regelmäßig nur dann gehört, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat. An seiner statt wird außerdem ein Verfahrensbeistand eingesetzt.

Der Verfahrensbeistand

Dieser “Anwalt des Kindes” wurde vor 2009 “Verfahrenspfleger” genannt und vertritt in einem Sorgerechtsverfahren die Interessen des Kindes. Er muss mit diesem in Kontakt treten und es auf entwicklungsgerechte Weise mit den Abl√§ufen und Konsequenzen des Verfahrens in Kenntnis setzen.

  • Der Verfahrensbeistand wird grunds√§tzlich und so fr√ľh wie m√∂glich vom Gericht bestellt (¬ß 158 Abs FamFG). Es kann ihm auch aufgetragen werden, mit den Eltern und anderen Bezugspersonen Gespr√§che zu f√ľhren und zu einer einvernehmlichen L√∂sung beizutragen.
  • Als Interessenvertreter des Kindes kann ein Verfahrensbeistand gegen Entscheidungen des Amtsgerichtes Beschwerde einlegen.
  • Seine Mitwirkung kann von den Eltern nicht abgelehnt werden. Auch kann gegen ihn kein Befangenheitsantrag gestellt werden. Seine Stellung ist nicht zu untersch√§tzen.

Ein Kind, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, wird nur dann angeh√∂rt, wenn besondere Gr√ľnde dazu f√ľhren (¬ß 159 Abs 2 FamFG). So kann das Kind seiner Neigung, seinem Willen oder seiner Bindung pers√∂nlich Ausdruck verleihen, wenn dies angezeigt ist.

Problemfälle und Sonderfälle im Sorgerecht

Stiefeltern haben ein kleines Sorgerecht: Allt√§gliche Dinge d√ľrfen sie entscheiden.
Stiefeltern haben ein kleines Sorgerecht: Allt√§gliche Dinge d√ľrfen sie entscheiden.

Das Sorgerecht kennt mannigfaltige Sonderfälle, von denen im Folgenden einige betrachtet werden sollen. Insbesondere wird erörtert, welche Möglichkeiten bestehen, wenn das Kind einem Elternteil vorenthalten wird. Auch die Frage, wer neben den Eltern sorgeberechtigt sein kann, wird geklärt.

Wenn das Kind vorenthalten wird

Wer das Sorgerecht inne hat, kann die Herausgabe des Kindes verlangen, wenn ihm dasselbe widerrechtlich vorenthalten wird
(¬ß 1632 BGB). Dies gilt f√ľr Eltern, die ein alleiniges Sorgerecht haben ebenso f√ľr Eltern, die gemeinsames Sorgerecht aus√ľben.

Was bedeutet es, das Kind den Eltern vorzuenthalten?

Wenn eine dritte Instanz oder ein Elternteil das Kind von den Eltern oder von dem anderen Elternteil ohne Absprache fernhält, ist dies als widerrechtlich anzusehen. Die Herausgabe des Kindes kann verlangt werden. Eine solche Erfahrung kann sich sehr negativ auf den Allgemeinzustand des Kindes aber auch auf den der Eltern auswirken.

Enthält ein Elternteil dem anderen das Kind vor, muss dies unter Umständen vor dem Familiengericht verhandelt werden. Dies gilt dann, wenn nach Aufforderung derjenige Elternteil das Kind nicht herausgibt, welcher es dem anderen vorenthält.

Wieder wird das Kindeswohl gepr√ľft werden und ob es wom√∂glich gute Gr√ľnde gibt, den Umgang des Kindes mit dem Vater oder der Mutter zu unterbinden. Ist dies nicht der Fall, kann das ernste Konsequenzen f√ľr denjenigen haben, der das Kind vorenthalten hat.

Kindsentf√ľhrung: Dauerhafter Aufenthalt im Ausland

Sollte ein Elternteil den dauerhaften Aufenthalt eines Kindes ohne Absprache mit dem Ex-Partner ins Ausland verlegen, so handelt es sich dabei um eine Entf√ľhrung ins Ausland.

Dies kommt typischerweise dann vor, wenn der Elternteil, bei dem sich das Kind haupts√§chlich aufh√§lt, aus einem anderen Land als Deutschland stammt und mit dem Kind in die Heimat zur√ľckkehren will. Dies ist nicht ohne Weiteres m√∂glich, insbesondere wenn das Kind seinen gew√∂hnlichen Aufenthalt bisher in Deutschland hatte.

Das Haager Abkommen √ľber zivilrechtliche Aspekte internationaler Kindsentf√ľhrung (HKiEnt√ú) von Oktober 1990 besagt, dass der gew√∂hnliche Aufenthalt eines Kinder unter 16 Jahren nicht ohne Absprache ins Ausland verlegt werden kann. Es muss grunds√§tzlich wieder in den Staat zur√ľckgef√ľhrt werden, in dem es zuvor gelebt hat.

Zahlreiche Staaten sind weltweit Teil dieses √úbereinkommens, weshalb sich lokale Gerichte nicht dar√ľber hinwegsetzen d√ľrfen.

Auf der Webseite der Haager Konferenz f√ľr Internationales Privatrecht erfahren Sie, welche Staaten dem Haager √úbereinkommen angeh√∂ren.

Die Zentrale f√ľr Internationale Sorgerechtskonflikte sitzt im Bundesamt f√ľr Justiz in Bonn. Hier erhalten Sie Beratungen und Hilfestellungen, wenn Ihr Kind in ein Ausland entf√ľhrt wurde. Dies gilt auch dann, wenn das entsprechende Land dem Abkommen nicht beigetreten ist.

Wann kann das Sorgerecht an Dritte fallen?

Das Sorgerecht kann unter Umständen an andere Personen oder Institutionen fallen. Erfahren Sie nachfolgend, welche Umstände das sind und wie weitreichend das Sorgerecht im jeweiligen Fall vergeben wird.

Heirat eines neuen Partners oder Begr√ľndung einer eingetragenen Lebenspartnershaft

Mit dem Einverst√§ndnis des Elternteils, der alleiniges Sorgerecht innehat, kann dessen neuer Lebesnpartner eine Entscheidungsbefugnis √ľber Angelegenheiten des t√§glichen Lebens erhalten. Der Partner hat dann ein sogenanntes kleines Sorgerecht (¬ß 1687b BGB und ¬ß 9 Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)).

Ein kleines Sorgerecht kann nur erhalten, wer nicht nat√ľrlicher Elternteil ist. Betroffen sind also Stiefeltern. Voraussetzung ist au√üerdem die Schlie√üung der Ehe beziehungsweise Gr√ľndung einer Lebenspartnerschaft. Unverheiratete oder nicht eingetragene neue Partner erhalten kein kleines Sorgerecht.

Neben Angelegenheiten des t√§glichen Lebens ist ein Stiefelternteil berechtigt, Gefahren f√ľr das Kind abzuwenden und in diesem Sinne notwendige Rechtshandlungen vorzunehmen. Der Sorgeberechtigte muss davon in Kenntnis gesetzt werden.

Adoption

Ein adoptiertes Kind erh√§lt die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes. Dies gilt f√ľr den Fall, dass ein Ehepaar ein Kind adoptiert genauso wie f√ľr den Fall, dass ein Ehegatte das Kind des anderen Ehegatten adoptiert. So wird aus dem kleinen Sorgerecht ein Sorgerecht, das sich nicht von dem eines leiblichen Kindes unterscheidet.

Prinzipiell gilt, dass nur die adoptierende Person das Sorgerecht √ľbernimmt. Das hei√üt, dass ein Ehepaar gemeinsam adoptieren muss, um gleiche Rechte zu erhalten (¬ß 1754 BGB).

Pflegepersonen

Auch wenn der Streit noch so groß ist: Nach der Scheidung soll das Sorgerecht dem Kindeswohl dienen.
Auch wenn der Streit noch so groß ist: Nach der Scheidung soll das Sorgerecht dem Kindeswohl dienen.

Pflegefamilien und Heime, in denen Kinder nicht nur vor√ľbergehend untergebracht sind, erhalten das Recht, Angelegenheiten des t√§glichen Lebens f√ľr das Kind zu regeln.

Auch kann die Verm√∂genssorge √ľbernommen werden. Pflegepersonen d√ľrfen Arbeitsverdienste des Kindes verwalten und Sozialleistungen (Unterhalt, Versicherung, Versorgung etc.) geltend machen (¬ß 1688 BGB).

Die leibliche Mutter oder der sorgeberechtigte Vater kann diese Befugnisse ausschließen oder einschränken. Dies ist allerdings nicht möglich, wenn die Erziehung und Betreuung durch eine dritte Instanz vom Familiengericht angeordnet wurde.

Vormund

Ein Vormund wird dann bestellt, wenn die Eltern aus verschiedenen Gr√ľnden nicht in der Lage sind, sich um das Kind zu k√ľmmern. Ihnen wird das Familiengericht im letzten Schritt das Sorgerecht entziehen und einen Vormund einsetzen.

Dieser erh√§lt das Sorgerecht f√ľr das Kind und hat damit grunds√§tzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie Eltern zuvor. Er k√ľmmert sich um Personensorge und Verm√∂genssorge (¬ß 1773 ff BGB und ¬ß 1793 BGB).

Jugendamt

Sorgeberechtigt im eigentlichen Sinne ist das Jugendamt nicht. Es ist jedoch das staatliche Organ f√ľr Jugendhilfe und damit an vielen Angelegenheiten beteiligt, sobald Probleme beim Sorgerecht auftreten.

Es geh√∂rt zu seinen Aufgaben, in Fragestellungen der Sorge und des Umganges zu helfen (¬ß¬ß 18 ff , 27 ff, 50 SGB VIII) und gegebenenfalls Schutzma√ünahmen zu ergreifen (¬ß 50 SGB) Au√üerdem soll es Kinder √ľber ihre Rechte vor Gericht aufkl√§ren (¬ß 8 SGB VIII).

Das Jugendamt unterst√ľtzt durch viele Hilfsangebote das Familiengericht dabei, ein weniger einschneidendes Urteil zu f√§llen, als es der Entzug des Sorgerechts w√§re. Bei betreffenden Verfahren muss das Familiengericht au√üerdem das Jugendamt anh√∂ren, dem √ľberdies ein Beschwerderecht zusteht (¬ß 162 FamFG).

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Sorgerecht – Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern
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13 Gedanken zu „Sorgerecht – Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern

  1. Ferdinand

    Guten Tag. Eine Freundin von mir trennt sich gerade von ihrem Mann. Sie kommt nicht aus Deutschland und kennt sich deshalb mit dem komplexen Familienrecht gar nicht aus. Verstehe ich es richtig, dass bereits ein elfjähriges Kind in dem Verfahren ein Mitspracherecht hat? Vielen Dank im Voraus.

    Antworten
  2. Kerstin B.

    Das JA hat vor 42 Monaten bei gemeinsamen Sorgerecht dem KV elterliche Sorge √ľbertragen ohne Beschluss FG. Vier Vergleiche, permanenter Umgangsboykott, keine Hilfe JA. nur L√ľgen ans FG .Keinerlei Hilfe f√ľr mich, Wechsel Mitarbeiter abgelehnt, seit 4 Wochen keine Antwort mehr. Verst√∂√üe des KV werden dem FG nicht mitgeteilt. Mache ich, keinerlei Reaktionen ,noch 20 Stunden monatlich, auch das wird nicht eingehalten, unglaublich, und er macht so weiter, JA auch, das ist Kindesmissbrauch

    Antworten
  3. Hector J

    Guten Tag .

    Meine Lebenspartner hat Einen Kind er ist 4 Jahre Alt, die mama hat ganz komplet sorgerecht, sie hat in W gewonht und jseit 1 jahre ist zu A umgezongen, und mit mir hatten wir noch Eines M√§chen, aber das Problem, Der Vater von das Kind Gr√∂√üe Br√ľder von meiner Tochter, will jeder 2 wochen seinem Kind aussehen, nat√ľrlich das Kind gehe jeder 2 wochen mit seinem Vater und bleibt bei Ihm Freitag bis Sontag, aber der Vater will dass die mama immer mit dem Auto f√§hrt halb weg, zum beispiel 300 Km. und er f√§hrt 150 Km.. und die Mama auch 150 Km. aber ich will nicht mehr weil meiner Tochter ist immer noch Baby, sie ist 4 Monat. aber ich wil wissen ob einen Gesetzt gibt, weil er immer sagt er hat einen Anwalt und die S muss machen. weil sie umgezogen ist. kann jemand mir bitte helfen oder was soll i ch machen.?

    Antworten
  4. Milan

    Guten Abend,

    anfang des Jahres hab ich mich von meiner Ex-Freundin getrennt. Wir haben einen gemeinsamen Sohn (5 Jahre alt).
    Sie ging eine Verwandtschaftsbeziehung mit ihrem COUSIN ein.
    Sie war insgesamt so √ľberfordert, dass sie auch schon einen Suizidversuch gestartet hat und mir dies einige Zeit sp√§ter detailliert per SMS mitteilte. Zudem hat sie Traumas aus ihrer Kindheit und hat sich fr√ľher geritzt. Die Narben sieht man deutlich an Armen und Beinen.

    Unser Sohn wuchs bis zur Trennung in einem großen Haus mit Garten auf, in einer verkehrsberuhigten Zone. Auch die Großeltern wohnen noch im Haus.

    Nun möchte die Ex, dass unser Sohn bei ihr aufwächst. Sie wohnt inzwischen an einer viel befahrenen Straße wo das Kind nicht mal Fahrrad fahren kann. Auch hat er wenig Möglichkeiten, draußen zu spielen, da es auch keinen Garten gibt.
    Zudem kommt ja hinzu, dass unser Sohn die Verwandschaftsbeziehung mit dem Cousin mitbekommt und unter diesen Verhältnissen aufwächst. Meiner Meinung nach ist das einfach nicht in Ordnung.

    Mir w√§re es am liebsten, wenn ich ihn komplett zu mir nehmen k√∂nnte, im gewohnten, sicheren Umfeld mit wesentlich mehr M√∂glichkeiten wo er sich entfalten und aufbl√ľhen kann. Wo auch die Gro√üeltern jederzeit da sind.
    Nat√ľrlich unter Einhaltung des Besuchsrechts der Mutter. Ich m√∂chte ihr das Kind keinesfalls wegnehmen.

    Wie stehen meine Chancen, dass unser Kind bei mir aufwachsen kann, unter den Umständen der Verwandschaftsbeziehung der Mutter?

    Besten Dank im Voraus !

    Antworten
    1. Anwalt.org - Finden Sie den richtigen Anwalt!

      Hallo Milan,
      Sie k√∂nnen die Erfolgsaussichten zu Ihrem Vorhaben von einem Anwalt f√ľr Familienrecht einsch√§tzen lassen. Dieser kann Ihnen Ihre rechtlichen M√∂glichkeiten umfassend erl√§utern. Wir hingegen bieten diese Rechtsberatung nicht an.

      Ihr Team von anwalt.org

      Antworten
  5. Doreen N

    Hallo und Guten Tag
    Ich und mein nun ex Verlobter haben drei gemeinsame Kinder…
    Er hat von 2016- 2019 in der jva eine Gef√§ngnisstrafe abgesessen und wurde im April diesen Jahres vorzeitig entlassen nat√ľrlich auf Bew√§hrung…
    Nun im August diesen Jahres wurde er erneut verhaftet und sitzt seit dem in Untersuchungshaft.
    Da der Kontakt komplett abgebrochen ist und er weder per briefpost noch Telefonisch Kontakt zu seinen Kindern sucht wollte ich mich nun informieren wie es mit dem sorgerecht aussieht…
    Kann ich ihm sein Teil des sorgerechts entziehen lassen? Denn er ist ja nun mal nicht da f√ľr seine kinder und wenn es irgendwelche Antr√§ge geht … z.B Jugendamt, Schulanmeldung und so weiter muss ja auf alles seine Einwilligung drauf was sich als sehr sehr schwer herausstellt.

    Vieleicht kann mir ja jemand weiter helfen

    Mit freundlichen Gr√ľ√üen

    Doreen N

    Antworten
  6. Canan

    Ich habe eine Frage zu gemeinsamem oder geteiltem Sorgerecht und Umzug ins Ausland: wie sieht es aus, wenn die Mutter Diplomatin ist, deshalb von Berufs-wegen alle paar Jahre ins Ausland ziehen muss. Kann bei gemeinsamem oder geteiltem Sorgerecht der Vater des Kindes erwirken, dass die Mutter nicht ins Ausland ziehen darf, und damit nicht ihren Beruf verfolgen kann? Ist das m√∂glich? Oder gibt es in einem solchen Fall eine Sonderregelung? Danke f√ľr Ihren Rat!
    Mit bestem Gruß,
    Canan

    Antworten
  7. Thomas

    Hi hab auch eine frage einer Freundin wurde das Sorgerecht weggenommen und der Kindesvater hat das Sorgerecht bekommen, nun wurde aber dem Kindesvater ebenfalls das Sorgerecht entzogen aber von einem Richter ohne Gerichtsverhandlung obwohl es vorher hieß es solle eine geben. Nun meine Frage ist das normal das sowas geht ohne Verhandlung und was kann man dagegen oder noch tun um das Sorgerecht wieder zu bekommen und es z.b.der Mutter wieder zu geben da ich der Ansicht bin das sie besser bei ihr aufgehoben sind und eine größere Bindung zu ihr haben und auch das Kind was zwar erst 6 Jahre alt ist will lieber bei ihr sein.

    Antworten
  8. Mariana G

    Guten Tag,

    ich lebe in Deutschland mit meinen 4 jährigen Sohn. Sein Vater ist Niederländer und wohnt in Niederlande. Wir waren nicht verheiratet und haben nie zusammen gelebt. Er hat nicht viel Interesse an seinen Sohn gezeigt und vor einem Jahr hat er gemeinsames Sorgerecht beantragt. Kontakt mit seinem Sohn habe ich nie eingeschränkt.
    Die Richterin hat vorgeschlagt, dass ich es akzeptiere mit Vollmacht, au√üer Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich will es aber, wegen verschiedener Gr√ľnden, nicht akzeptieren.
    Es sieht so aus, dass nur ich Pflichten habe. Ich muss ihn alles informieren, aber bekomme keine Unterst√ľtzung. Welche Rechte hat er mit gemeinsamen Sorgerecht, die er jetzt nicht hat?
    Er will eigentlich um sein Kinder nicht k√ľmmern, sondern mich kontrollieren und √§rgern. Meine Anw√§ltin meinte, ich sollte es einfach akzeptieren. Ich will weiter k√§mpfen aber ich wei√ü es nicht, ob ich Chance habe.
    Vielen Dank!
    Mariana

    Antworten
    1. julia

      Wenn du etwas nicht vertreten kannst, dann w√ľrde ich dabei bleiben, Marina.

      Die Gerichte schlichten, versuchen es im g√ľtlichen eine L√∂sung zu finden. Wenn du es akzeptierst ist der Fall abgeschlossen. Mit den Konsequenzen lebst du/ihr und nicht das Gericht. Jeder Fall ist ein Einzelfall und muss betrachtet bewertet und entschieden werden. Jemanden zu etwas dr√§ngen, was nicht zu vertreten ist.. geht nicht. Ich habe schon 15 Gerichtsverhandlungen hinter mir.

      Antworten
  9. Lisbeth

    Mir war nicht klar, dass die Eltern die Pflicht und das Recht haben, f√ľr das minderj√§hrige Kind zu sorgen. Ich habe mich dazu entschieden einen Detektiv zu beauftragen, um meinen Expartner ausfindig zu machen. Er versucht sich seiner elterlichen Pflicht zu entziehen und das werde ich nicht weiter dulden.

    Antworten
  10. Thomas

    Eine Frage nun ist ja Corona lockdown meine ex Frau arbeitet in einem System relevanten Beruf ich bin arbeitslos nun bekommt sie keinen notbetreuungsplatz weil der Träger sagt sie ist nicht allein erziehend obwohl die Kinder bei ihr gemeldet sind sie alle Gelder bekommt
    Hat sie nicht Anrecht auf eine mit Betreuung da wir getrennt leben

    Antworten
  11. Masoud

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Seit 5 fr√ľh ich habe mit meine verheiratet und sie war behindert aber sie hat ihre Behinderung von mich geheim gehalten und wenn meine Tochter war 2 jahrealt sie hat beantragt zum Scheiden.
    Sie hat 60% schwererbehindert und ich immer Sorge von meie Zukunft. Ich w√ľrde fragen kann ich mit meine kind Sorgerecht kirigen.
    Ich bemerkte wenn jemand mir helfen und beantworten.

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