Deutsche Ärztekammer: Aufgaben und Pflichten

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 28. Juli 2020

Was ist die deutsche Ärztekammer?
Was ist die deutsche Ärztekammer?

Rund 420.000 approbierte Ärzte sind in Deutschland tätig. Diese Berufsgruppe wird verwaltet durch die Ärztekammern. Im Landesrecht sind die entsprechenden Kammergesetze für Heilberufe geregelt. Das Medizinrecht regelt die Vorschriften überregional.

Diese definieren die Aufgaben der einzelnen Landesärztekammern. Dazu gehören unter anderem die Überwachung der Berufsausübung oder auch das Angebot von zertifizierten Fort- und Weiterbildungen für Mediziner. Zusätzlich fällt auch die Qualitätssicherung und das Qualitätsmanagement in den Aufgabenbereich der Ärztekammern. Doch wie sind diese eigentlich organisiert?

Dieser Frage geht der folgende Ratgeber auf den Grund. Des Weiteren erhalten Sie Einblicke in die Finanzierung der Ärztekammer, wie die Anmeldung bei dieser erfolgt und was es mit der Bundesärztekammer auf sich hat.

FAQ: Deutsche Ärztekammer

Welche Aufgaben übernimmt die Deutsche Ärztekammer?

Die Deutsche Ärztekammer übernimmt unterschiedliche Aufgaben rund um das Gesundheitswesen. Welche das konkret sind, können Sie hier nachlesen.

Wie wird sie finanziert?

Hier können Sie nachlesen, wie sich die Deutsche Ärztekammer finanziert und wer zur Beitragszahlung verpflichtet ist.

Wann kann die Ärztekammer einem Mediziner die Approbation entziehen?

Die Approbation von einem Mediziner kann entzogen werden, wenn dieser sich etwas zu Schulden kommen lässt, was seine Qualifikation für einen Heilberuf grundsätzlich in Frage stellt.

Was ist eine Ärztekammer?

Die Ärztekammer tritt als Selbstverwaltung der deutschen Ärzte in den Bundesländern, in denen sie praktizieren, auf. Dabei existieren 17 solcher Organisationen. Diese Zahl kommt zu Stande, weil in Nordhein-Westfalen zwei Landesärztekammern tätig sind.

Die Rechtsaufsicht übernimmt das jeweilige Landesministerium. Dabei geht es allerdings nur um rechtliche, nicht um fachliche Belange. Die Aufgaben sind jeweils in den Kammergesetzen des Landes geregelt. Sie umfassen im Wesentlichen die Bereiche:

  • Berufs- und Gesundheitspolitik: Die Ärztekammer hat eine eigene Pressestelle, welche den Kontakt zu Medien pflegt und somit die Öffentlichkeit über wichtige Entwicklungen in der Ärzteschaft informiert.
  • Melde- und Beitragsangelegenheiten: Hier werden die Meldedaten der Mitglieder verwaltet und der Zahlungseingang der Beiträge überwacht.
  • Ärztliche Weiterbildung: Auch nach Erlangen der Approbation kann der Arzt weitere Qualifikationen dazu gewinnen. Ein Facharzttitel in einem bestimmten Teilgebiet der Medizin ist als Beispiel zu nennen. In der Weiterbildungsordnung werden die Voraussetzungen für einen solchen Titel definiert und deren Einhaltung überwacht.
  • Ärztliche Fortbildung: Regelmäßige Fortbildungsangebote sollen sicherstellen, dass auch Fachärzte auf dem neusten Stand der medizinischen Erkenntnisse sind und neue Behandlungsmethoden erlernen können.Zertifikate dokumentieren die Teilnahme an einem solchen Kurs.
  • Qualitätssicherung: Durch Analysen und Vergleiche unterschiedlicher Qualitätsstandards sollen diese in allen medizinischen Einrichtungen verbessert werden. Dabei steht vor allem die stationäre Versorgung in Krankenhäusern im Mittelpunkt.
  • Berufsrechtliche Aufsicht und Beratung: Erhebt ein Patient gegen einen Arzt Beschwerde, wird die Ärztekammer aktiv und überprüft eventuelle Verstöße gegen die Kammerordnung. Werden diese nachgewiesen, können unterschiedliche Sanktionen folgen. Der Entzug der Approbation fällt hingegen nicht in den Aufgabenbereich einer Ärztekammer. Diese Entscheidung wird von der Approbationsbehörde des Landesamtes getroffen.
  • Ausbildung von Arzthelferinnen und Medizinischen Fachangestellten: Zwischen- und Abschlussprüfungen in diesen Berufen werden von der Landesärztekammer koordiniert. Auch Fort- und Weiterbildungen fallen in deren Aufgabenbereich.
  • Ethikkommission: Diese entscheidet in Ethikfragen, die beispielsweise die Forschung betreffen. Die Arbeit findet in Ausschüssen statt, denen unter anderem auch Juristen oder Pflegewissenschaftler angehören.
  • Lebendspendekommission: Bevor laut Transplantationsgesetz Organe einer lebenden Person entnommen werden dürfen, muss ein Gutachter überprüfen, ob tatsächlich eine Einwilligung zur Lebendorganspende vorliegt. Dadurch soll ein Organhandel verhindert werden.
  • Rentenversicherung: Beispielsweise in der Berliner Ärztekammer sind alle Mitglieder, die einer ärztlichen Tätigkeit nachgehen, bei der Berliner Ärzteversorgung pflichtversichert.
Die Ärztekammer kann per Definition als Selbstverwaltung der deutschen Ärzte angesehen werden. Die Aufgaben erstrecken sich von der Abnahme der Fort- und Weiterbildung bis hin zur Qualitätssicherung in der medizinischen Versorgung.

Organisation der Ärztekammer in Deutschland

Ärztekammer: Die Weiterbildung von Medizinern gehört zu ihren Aufgaben.
Ärztekammer: Die Weiterbildung von Medizinern gehört zu ihren Aufgaben.

Wie erfolgt eigentlich eine Anmeldung bei der Landesärztekammer? Jeder approbierte Arzt ist automatisch Mitglied der Ärztekammer des Bundeslands, in dem der Mediziner seinen Hauptwohnsitz hat.

Alle vier Jahre kann per Briefwahl die Delegiertenversammlung gewählt werden. Jedes Mitglied ist automatisch stimm­berechtigt.

Diese 46-köpfige Versammlung kann als der zentrale Souverän der ärztlichen Selbstverwaltung angesehen werden. Pro Jahr werden etwa sieben Sitzungstermine angesetzt, die von allen Kammermitgliedern besucht werden können. Im Rahmen der ersten Sitzung einer neuen Deligiertenversammlung wird der Vorstand gewählt.

Auch ehrenamtlich können sich Ärzte in den Ärztekammern der einzelnen Länder engagieren.

Wie finanziert sich die Ärztekammer?

Neben den ehrenamtlichen Mitarbeitern sind auch Personen hauptberuflich in den Landesärztekammern beschäftigt. Diese Arbeitsplätze müssen finanziert werden. So wird ein Beitrag für die Ärztekammer bzw. eine Mitgliedschaft in dieser erhoben.

Die Zahlungen richten sich dabei nach einer Beitragsordnung. Diese wird jährlich von der Deligiertenversammlung beschlossen. Eine Beitragstabelle soll die zu entrichtenden Zahlungen darstellen. Dabei wird die Höhe individuell für jedes Mitglied festgesetzt.

Sie richtet sich nach den erzielten Einkünften aus der medizinischen Tätigkeit und wird zu Beginn eines Beitragsjahres eingefordert.

Gut zu wissen: Arbeitslose oder nicht berufstätige Kammerangehörige können einen Antrag auf Befreiung von den Beitragszahlungen stellen.

Die Bundesärztekammer

Im Gegensatz zur Ärztekammer der einzelnen Bundesländer agiert die Bundesärztekammer überregional
Im Gegensatz zur Ärztekammer der einzelnen Bundesländer agiert die Bundesärztekammer überregional

Als Zusammenschluss der einzelnen Landesärztekammern agiert die Bundes­ärztekammer. Dabei handelt es sich allerdings um einen nicht eingetragenen Verein, der keine eigene Rechtsfähigkeit besitzt.

Trotzdem ist sie die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung in Deutschland. Ihr Sitz befindet sich in Berlin.

Zu den Aufgaben gehört die Unterstützung der einzelnen Ärztekammern beispielsweise in den Bereichen Qualitätssicherung oder Transplantationsgesetzgebung. Die Hauptversammlung (Deutscher Ärztetag) findet einmal jährlich statt.

In Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung tritt die Bundesärztekammer zudem als Herausgeber vom Deutschen Ärzteblatt auf. Dabei handelt es sich um eine wöchentlich erscheinende Publikation mit wissenschaftlichen Artikeln und Neuigkeiten für Mediziner, die an alle Ärzte in Deutschland verschickt wird.

Das Blatt finanziert sich über Anzeigen, die Kammerbeiträge werden hierfür nicht genutzt. Neben den Fachartikeln finden sich im Blatt auch standespolitische Informationen. Online sind alle Artikel der Zeitung über ein Archiv frei zugänglich und jederzeit abrufbar.
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Deutsche Ärztekammer: Aufgaben und Pflichten
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3 Gedanken zu „Deutsche Ärztekammer: Aufgaben und Pflichten

  1. Werner H.

    Welche Behörde kann über die Gültigkeit einer Kostenablehnung der Krankenkasse (DAK) für Knochendichtemessung bei langjähriger festgestellter manifesten Osteoporese entscheiden ? Wohin kann ich mich wenden für aufklärung ??
    MfG H.

    Antworten

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