Rechtsanwaltsfachangestellte: Aufgaben und Berufsbild

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 12. Juli 2020

Welche Aufgaben Rechtsanwaltsfachangestellte übernehmen, erfahren Sie hier.
Welche Aufgaben Rechtsanwaltsfachangestellte übernehmen, erfahren Sie hier.

Auf die Frage „Was macht eigentlich eine Rechtsanwaltsfachangestelle oder ein Rechtsanwaltsfachangesteller nach der Ausbildung?“ erhalten Sie gewiss häufig die Antwort, sie sei eine spezielle Sekretärin für einen oder mehrere Anwälte. Das mag zwar zutreffen, umfasst aber nur eines zahlreicher interessanter Aufgabenfelder, welche ein/e Rechtanwaltsfachangestellte/r im Alltag zu meistern hat. Hier geht es um mehr, als um die Tastenanschläge pro Minute oder eine freundliche Telefonstimme. Was also genau macht ein/e Rechtsanwaltsfachangestelle/r und wie sehen die Rahmenbedingungen beispielsweise für eine Ausbildung dieses beliebten Jobs aus?

Wo arbeitet ein/e Rechtsanwaltsangestellte/r?

Um die Frage zu klären, welche Aufgaben Rechtsanwaltsfachangestelle haben, müssen wir erst einmal das weite Feld abstecken, in welchem Sie nach Ihrer dreijährigen Ausbildung tätig werden können. Hierzu gehören vor allem

  • Rechtsanwaltskanzleien
  • Rechtsanwaltskammern
  • Inkassobüros
  • Mahnabteilungen
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Banken
  • Warenhausketten
  • Versicherungen

Und das sind nur einige der zahlreichen Beschäftigungsgebiete, die Rechtsanwaltsfachangestelle zur Auswahl vom Beruf haben. So ist es denkbar schwierig, das Berufsbild „Rechtsanwaltsfachangestellte“ als Sekretär/in eines Anwalts zusammenzufassen. Stattdessen warten unzählige spannende Tätigkeitsfelder und Arbeitsmöglichkeiten auf Sie, welche wir für Sie der Einfachheit halber in die „klassischen“ Tätigkeiten in einer Rechtsanwaltskanzlei zusammenfassen möchten.

Die Arbeit in einer Anwaltskanzlei

Eine Rechtsanwaltsfachangestellte hat vielseitige Aufgaben
Eine Rechtsanwaltsfachangestellte hat vielseitige Aufgaben

Wer sich nach seiner Ausbildung für die Arbeit in einer Anwaltskanzlei entscheidet, und damit für die „klassische“ Tätigkeit einer/s Rechtsanwaltsfachangestellten, wird sich in einem interessanten Beruf im Mix aus Bürotätigkeit und sozialen Kompetenzen wiederfinden. Ihr Hauptaufgaben liegen dann vor allem in

  • der Unterstützung sowie der Zuarbeit für einen oder mehrere Rechtsanwälte in Ihrer Kanzlei. Sie sind dabei vor allem für alle anfallenden Verwaltungstätigkeiten sowie rechtliche Dienstleistungen im Büro verantwortlich.
  • der Betreuung der Mandanten sowie dem steten und freundlichen Kundenkontakt. Hier sind echte Sozialkompetenzen gefragt, denn Sie erfahren mitunter streng geheime Details der Rechtsfälle und benötigen viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Mandanten. Etwas Organisationstalent kann hierbei nicht schaden.
  • der Organisation und dem Anlegen von Akten, wo Sie erneut Ihr Organisationstalent unter Beweis stellen können.
  • dem Verfassen, Korrigieren oder Vorbereiten von Schriftsätzen, weshalb Sie auf gute Rechtschreib- und Sprachkenntnisse zurückgreifen können sollten.
  • der Koordination von Kunden- sowie Gerichtsterminen.
  • der Buchführung für die Kanzlei.
  • der Kalenderführung, Fristberechnung und Gebührenfestsetzung.

Alles in allem sind Rechtsanwaltsfachangestellte echte Allroundkräfte in einer Kanzlei und dürfen sich auf einen spannenden Alltag mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen freuen. Bestenfalls bringen Sie Sprach-, Rechen- und soziale Fähigkeiten mit.

Entscheiden Sie sich stattdessen für die Arbeit oder die Ausbildung in einem Inkassobüro, bei einer Versicherung, in der Industrie o.ä., so sind Sie zumeist weniger als Allroundkraft, sondern deutlich spezialisierter in einem Tätigkeitsfeld Ihrer Wahl angestellt. Das Berufsbild „Rechtsanwaltsfachangestellte“ ist deshalb als ein besonders abwechslungsreiches und spannendes bekannt und beliebt.

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag in einer Kanzlei?

Um wieder auf die „klassische“ Arbeit in einer Kanzlei zurück zu kommen, gestalten sich der Arbeitsalltag und die Aufgaben für Rechtsanwaltsfachangestelle beispielhaft so:

  • Sie beginnen Ihre Arbeit um 8 Uhr im Büro und sehen erst einmal nach, ob wichtige E-Mails oder Telefonate eingegangen sind.
  • Sie öffnen die Post der Gerichte und Mandanten, sortieren die Akten und bereiten diese für die Beratung eines Mandanten durch den Anwalt vor.
  • Hierbei dokumentieren Sie das Gespräch sowie die zugehörigen Akten und besprechen anschließend mit Ihrem Vorgesetzten weitere Schritte.
  • Aufbauend auf den Rechtsgrundlagen, welche Sie in Ihrer Ausbildung sowie Ihrer langjährigen Tätigkeit erworben haben, entwerfen und bearbeiten Sie nun die entsprechende Klage, den Einspruch oder die Beschwerde vor Ablauf der Fristen.
  • Nun ist es an der Zeit für eine einstündige Mittagspause mit Ihren Kollegen/innen im Restaurant um die Ecke.
  • Anschließend koordinieren Sie den nächsten Termin mit den Gerichten, informieren den Mandanten und erledigen wichtige Behördengänge.
  • Zum Schluss gehen Sie noch die Bewerbungen der neuen Praktikanten durch oder suchen Personen für eine Ausbildung aus und machen schließlich um 17 Uhr Feierabend.
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Rechtsanwaltsfachangestellte: Aufgaben und Berufsbild
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