Verkehrsstrafrecht

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 22. August 2020

Im Verkehrsstrafrecht gibt es meistens ein Strafverfahren vor Gericht

Im Verkehrsstrafrecht gibt es meistens ein Strafverfahren vor Gericht

Zu den Verstößen im Verkehrsrecht gehören nicht nur die guten alten Ordnungswidrigkeiten, über dessen Sanktionierung ein Fahrer mittels eines Bußgeldbescheides informiert wird. Ein Autofahrer kann auch weitaus tragkräftigere und schwerwiegendere Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr begehen. Solche Verkehrsstraftaten werden durch das Verkehrsstrafrecht reglementiert – einem Nebenstrafrecht des eigentlichen Strafrechts. Dieser Ratgeber klärt Sie darüber auf, was zum Verkehrsstrafrecht zählt, wie Straftaten im Straßenverkehr geahndet werden und wann es sinnvoll ist, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

Verkehrsstrafrecht – Wobei handelt es sich um ein Verkehrsdelikt?

Verkehrsdelikte fallen ins Strafrecht, daher hält das Strafgesetzbuch (StGB) für den Straßenverkehr entsprechende Paragraphen, also Regeln und Sanktionen, bereit. Alle Delikte also, die als Straftat im Straßenverkehr gelten, sind im StGB niedergeschrieben. Was gehört alles dazu? Hier ein Auszug:

Da diese Taten einen höheren Unrechtsgehalt besitzen, als eine gewöhnliche Ordnungswidrigkeit, zählen sie im Verkehrsstrafrecht als Verkehrsstraftat. Der Unrechtsgehalt umfasst die gesellschaftlichen Werte und Moralvorstellungen. Je höher das getragene Unrecht an einer Straftat im Straßenverkehr ist, desto mehr widerspricht dieses Handeln der Allgemeinheit. Es schadet demzufolge der Gesellschaft und stört das Zusammenleben.

Ein Verkehrsdelikt ist z.B. die Trunkenheit am Steuer

Ein Verkehrsdelikt ist z.B. die Trunkenheit am Steuer

Zudem geht von einer Verkehrsstraftat eine höhere kriminelle Energie aus. Diese existiert bei einer Ordnungswidrigkeit so gut wie gar nicht. Ordnungswidrigkeiten werden eher fahrlässig begangen, weil der Verkehrssünder hier für einen Augenblick die erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Ein Verkehrsdelikt wird laut Verkehrsstrafrecht bewusster begangen sowie rechtswidrig und schuldhaft.

Genau aus diesem Grund bestraft das StGB solche im Verkehr getätigten Delikte schwer. Zweck dessen ist es natürlich, die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gewährleisten.

Sanktionen im Verkehrsstrafrecht

Es droht also im Verkehrsstrafrecht nicht nur ein Bußgeld, sondern eine höhere Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe für die oben genannten Straftaten. Zusätzlich folgen regelmäßig der Entzug der Fahrerlaubnis und eine Sperrfrist.

Ferner verstärkt eine Verkehrsstraftat die Zweifel an der Fahrtauglichkeit eines Autofahrers erheblich. Deshalb kommt es auch immer zu einem Führerscheinentzug. Die Ahndung soll erzieherische Wirkungen haben. Der Verkehrssünder soll sein Verhalten überdenken und möglichst bessern sowie das Verkehrsdelikt selbstverständlich nicht noch einmal begehen.

Wenn der Fahrer seinen Führerschein nach Absitzen der Sperrfrist folglich neu beantragt, dann kann es auch vorkommen, dass die Fahrerlaubnisbehörde die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges nochmals prüfen möchte und der Betroffene noch eine Prüfung absolvieren muss. Diese Entscheidung wird jedoch durch die Behörde individuell gefällt und hängt vom Einzelfall ab.

Im Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelgesetz (BTMG) droht bei Drogen am Steuer, aber auch bei einer Trunkenheitsfahrt (§ 316 StGB) mit Alkohol eine medizinisch-psychologische Untersuchung – kurz eine MPU.

Ein Rechtsanwalt für Verkehrsstrafrecht kann als Strafverteidiger fungieren

Ein Rechtsanwalt für Verkehrsstrafrecht kann als Strafverteidiger fungieren

Im Unterschied zur Ordnungswidrigkeit, wo ein Bußgeldverfahren gegen den Verkehrssünder läuft, wird bei einem Verkehrsdelikt im Verkehrsstrafrecht ein Strafverfahren eingeleitet, das vor Gericht endet. Während dem Autofahrer also bei einer Ordnungswidrigkeit bereits im Bußgeldbescheid die Bestrafung laut Regelsatz im Bußgeldkatalog auferlegt wird, muss der Straftäter erst das Urteil durch den Richter abwarten.

Rechtsanwalt für Verkehrsstrafrecht

Ein Verkehrsdelikt zu begehen, ist kein Kavaliersdelikt, weshalb diese Taten auch vor Gericht zu einem Verfahren führen. Ist ein Fahrer davon betroffen, dann sollte er rechtzeitig einen geeigneten Strafverteidiger einschalten. Im Idealfall ist das ein Rechtsanwalt, der sich bereits im Verkehrsstrafrecht auskennt.

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Ein Gedanke zu „Verkehrsstrafrecht

  1. Ester Di

    Als unregelmäßige Autofahrerin habe ich oft Angst, dass ich wichtiges Wissen aus der Fahrschule vergessen habe und Auffrischer benötige. Ein Tatbestand, den ich ohne Ihren Artikel aus Versehen hätte begehen können, ist der Kennzeichenmissbrauch. Leider habe ich aktuell nicht die Zeit, das StGB zu studieren, haben Sie vielleicht einen Hinweis zur Übersicht über alle Straftaten im Straßenverkehr, die im StGB vermerkt sind?

    Antworten

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