MPU: Die medizinisch-psychologische Untersuchung

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 19. Mai 2020

Die medizinisch-psychologische Untersuchung wird u. a. von einem Arzt durchgeführt.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung wird u. a. von einem Arzt durchgeführt.

Wenn Sie mit zu viel Promille oder Drogen im Blut Autofahren, kann Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen werden. Denn dieses verkehrswidrige Verhalten könnte zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer führen. Auf die Fahrerlaubnis müssen Betroffene dann für zwischen sechs Monate und fünf Jahre verzichten.

Nach dieser sogenannten Sperrfrist kann die Fahrerlaubnis zwar neu beantragt werden, allerdings ist die Neuerteilung an gewisse Bedingungen geknüpft. Eine allgemein sehr bekannte ist die MPU. Die medizinisch-psychologische Untersuchung löst bei Betroffenen oftmals Angst und Schrecken aus. Ein Mythos jagt dabei den anderen.

Zum einen soll die Untersuchung schwer zu bestehen sein. Die MPU-Durchfallquote läge weit über 50 Prozent. Zum anderen wird über die lange Dauer und die hohen Kosten, die damit verbunden sind, geklagt. Der umgangssprachliche “Idiotentest” sei durch den umfangreichen MPU-Fragenkatalog nicht zu schaffen. Aber stimmt das überhaupt?

Wie ist die medizinisch-psychologische Untersuchung aufgebaut? Kann die MPU ohne Vorbereitung bestanden werden? Ist es möglich die MPU zu umgehen, indem Sie die Fahrerlaubnis im Ausland erwerben oder eine positives Gutachten im Internet kaufen? Welche Kosten kommen auf Sie zu und wie schwer ist der MPU-Test wirklich? MPU-Tipps und weitere Informationen erhalten Sie in unserem Ratgeber.

Wann muss eine MPU absolviert werden?

Fahrerlaubnisentzug wegen Alkohol: Eine MPU ist in diesem Fall sehr wahrscheinlich.

Fahrerlaubnisentzug wegen Alkohol: Eine MPU ist in diesem Fall sehr wahrscheinlich.

Nach dem Fahrerlaubnisentzug stellen sich Betroffene zunächst folgende Frage: Droht eine MPU? Dies kann nicht immer eindeutig beantwortet werden, da es im Ermessen der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde liegt, ob eine MPU angeordnet wird oder nicht. Oftmals ist dies vom Einzelfall abhängig.

In der Regel wird eine MPU aber angeordnet, wenn Sie mit mehr als 1,6 Promille hinter dem Steuer erwischt wurden. Ebenso führt der Konsum von Drogen oder Medikamenten­missbrauch dazu, dass Sie eine verkehrspsychologische Beratung sowie eine Untersuchung besuchen müssen, um die Fahrerlaubnis zurückzubekommen.

Wiederholungstäter, die mehrfach durch Geschwindigkeitsüberschreitungen oder andere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung aufgefallen sind, können ebenfalls davon ausgehen, dass sie nicht um die MPU herumkommen, wenn Sie die Fahrerlaubnis durch das Ansammeln von acht Punkten in Flensburg verloren haben.

Wurde der Führerschein im Rahmen eines Fahrverbots schon einmal oder mehrfach einbehalten, kann sich die Fahrerlaubnisbehörde dazu entschließen, die medizinisch-psychologische Untersuchung anzuordnen.

Grundsätzlich kann mit jedem Fahrerlaubnisentzug auch eine MPU einhergehen. Sie müssen also damit rechnen, dass auch Sie davon betroffen sein können. In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie sich ordentlich auf die Untersuchung vorbereiten und entsprechende Kurse besuchen. Die MPU sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Neuerteilung der Fahrerlaubnis nach der Sperrfrist

Eine MPU-Vorbereitung kann dafür sorgen, dass Sie ein positives Gutachten bekommen.

Eine MPU-Vorbereitung kann dafür sorgen, dass Sie ein positives Gutachten bekommen.

Der Fahrerlaubnisentzug geht mit der sogenannten Sperrfrist einher. Innerhalb dieser Zeit haben Sie keine Möglichkeit, die Fahrerlaubnis zurückzubekommen. Je nach Tatbestand kann die Dauer zwischen sechs Monate und fünf Jahre betragen. Das Gericht entscheidet individuell darüber, wie lange Ihre Fahrerlaubnis einbehalten wird.

Beim Fahrverbot bekommen Sie den Führerschein nach Ablauf der Monate automatisch zurück. Dies ist beim Fahrerlaubnisentzug allerdings etwas anders geregelt. Frühestens drei Monate vor dem Ende der Sperrfrist kann die Fahrerlaubnis neu beantragt werden. Den Antrag auf Neuerteilung müssen Sie bei der zuständigen Behörde stellen.

Es wird überprüft, ob Sie die Voraussetzungen zur Neuerteilung erfüllen. Oftmals ist dafür die bestandene MPU ein wichtiger Bestandteil. Liegt diese nicht vor, erteilt die Behörde die Fahrerlaubnis nicht. Zudem sind oftmals Abstinenznachweise, positive Drogenscreenings oder ähnliches erforderlich, damit eine Fahreignung bei Ihnen sichergestellt werden kann.

Die MPU: Folgender Ablauf ist zu erwarten

Wie läuft die MPU bei Alkohol am Steuer oder beim Drogenkonsum ab? Viele Betroffene haben große Angst vor der Untersuchung und gehen mit einem mulmigen Gefühl an die Sache heran. Wichtig ist daher, dass Sie sich gründlich auf die MPU vorbereiten. Sie können dazu entsprechende Vorbereitungskurse besuchen, auf die wir später noch näher eingehen werden.

Welche Unterlagen muss ich mitbringen?

Vergessen Sie nicht Ihre Unterlagen zur Begutachtungsstelle mitzunehmen. Folgendes sollten Sie in jedem Fall dabei haben:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Abstinenznachweis, Drogenscreenings, Leberwerte (falls nötig)
  • ggf. ärztlicher Attest bei chronischen Erkrankungen
  • Kurs-/Therapiebescheinigungen beim Besuch einer Selbsthilfsgruppe etc.

Es ist wichtig, dass Sie zur MPU Ihre Leberwerte mitbringen, wenn der Fahrerlaubnisentzug im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen steht. Daran kann der Arzt bei der Untersuchung erkennen, ob eine Krankheit vorliegt oder es sich nur um einen gelegentlichen Konsum handelt. Neben den Leberwerten für die MPU ist ein Abstinenznachweis erforderlich, der belegt, dass Sie die Sucht besiegt haben.

Damit herausgefunden werden kann, ob eine Sucht bei Ihnen vorliegt, wird eine Haaranalyse vor der MPU durchgeführt. Die Haaranalyse gibt Aufschluss darüber, wann Sie das letzte Mal Alkohol, Drogen oder Medikamente konsumiert haben. Der Vorteil im Vergleich zum Urinscreening oder zur Blutanalyse liegt darin, dass ein Zeitraum bis weit in die Vergangenheit untersucht werden kann. Auch die Haaranalyse kann als Abstinenznachweis bei der MPU dienen.

Die Fragebögen und Leistungstests

Die MPU-Fragen werden zunächst schriftlich auf einem Fragebogen beantwortet.

Die MPU-Fragen werden zunächst schriftlich auf einem Fragebogen beantwortet.

Zunächst werden Ihre Unterlagen von den Mitarbeitern der Begutachtungsstelle gesichtet und überprüft. Der Ablauf der MPU wird Ihnen im Anschluss nochmal genau erläutert. Danach bekommen Sie die Fragebögen ausgehändigt. Zwei bis drei Bögen müssen Sie schriftlich ausfüllen. Dabei bezieht sich ein Fragebogen auf Ihren Lebenslauf und Ihre Krankengeschichte.

Weitere Fragebögen umfassen den Untersuchungsanlass. Dementsprechend enthalten Sie Fragen zu Alkohol oder Drogen am Steuer. Wiederholungstäter, die durch ein zu hohes Tempo auffällig geworden sind, müssen mit Fragen zur Geschwindigkeitsüberschreitung rechnen. Haben Sie die Fragebögen für die MPU ausgefüllt, folgen Leistungstests.

Sowohl die Wahrnehmung als auch die Konzentration werden in entsprechenden Tests bei der MPU überprüft. Ein Reaktionstest wird ebenfalls durchgeführt und soll am Computer die schnelle Leistung des Betroffenen aufzeigen. Um die Leistungstests durchzuführen, benötigen Sie keinerlei Computerkenntnisse. Die Mitarbeiter der MPU-Begutachtungsstelle erklären Ihnen alles ganz genau.

Der Reaktionstest während der MPU soll beispielsweise Aufschluss darüber geben, ob die Fahreignung des Betroffenen gegeben ist. Im Straßenverkehr ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit vonnöten, die am Computer getestet wird. Verkehrspsychologen werten den Test im Anschluss mit geschultem Blick aus.

Interessant: Sollten Sie die Tests zur MPU nicht bestehen, der Arzt zweifelt Ihre Fahreignung allerdings nicht an, kann auch eine Fahrverhaltensbeobachtung durchgeführt werden. Im Rahmen dieser müssen Sie eine Fahrstrecke mit vorgegebenem Schwierigkeitsgrad absolvieren und zeigen, dass Sie im Notfall entsprechend schnell reagieren können.

Die Medizinische Untersuchung durch einen Arzt

Je nachdem, welcher Anlass bei Ihnen vorliegt, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Zunächst aber folgt die allgemeine Untersuchung. Körperlich sowie neurologisch werden die Organe und Nerven auf ihre Funktion hin gecheckt. Bei dieser einen Untersuchung für die MPU bleibt es in der Regel auch, wenn Sie die Fahrerlaubnis durch acht Punkte in Flensburg verloren haben.

Beim Untersuchungsanlass durch Alkoholkonsum müssen Sie mit einer Überprüfung der alkoholspezifischen Befunde rechnen. Hierbei wird erneut der Gesundheitszustand der Leber überprüft. Anschließend nimmt Ihnen der Arzt Blut ab, um die Leberwerte im Labor genau checken zu können.

MPU: Mit einem Reaktionstest am Computer soll die Fahreignung überprüft werden.

MPU: Mit einem Reaktionstest am Computer soll die Fahreignung überprüft werden.

Sind Sie wegen Drogenkonsums oder Medikamentenmissbrauchs im Straßenverkehr auffällig geworden und müssen deshalb Ihre MPU ableisten, folgt auf die allgemeine Untersuchung eine Überprüfung der drogenspezifischen Befunde. Die Drogenfreiheit wird im Labor durch ein Urinscreening noch einmal bestätigt.

Im Anschluss an die Untersuchungen findet ein ärztliches Gespräch statt. Der Arzt unterhält sich kurz mit Ihnen über Ihren derzeitigen Gesundheitszustand und erkundigt sich über die Gründe der Auffälligkeiten. Wie ist es zum krankhaften Konsum gekommen? Inwiefern hat eine Veränderung in Ihren Verhaltensweisen stattgefunden?

Das psychologische Gespräch

Das Gespräch mit den Psychologen ist Hauptteil der MPU. Der Psychologe stellt entsprechende MPU-Testfragen, auf die Sie antworten müssen. Oftmals werden diese als “Idiotentest-Fragen” bezeichnet. Der Begriff Fangfragen” ist im Zusammenhang mit der MPU eher irreführend. Wichtig ist, dass Sie sich in einer MPU-Beratung ausreichend auf das Gespräch vorbereitet haben.

Der Psychologe fordert die richtigen Antworten auf die Fragen. Sie sollten dabei ehrlich und aufrichtig antworten. Zudem ist es wichtig, dass Sie Ihre Erfahrungen, Veränderungen und Vorsätze deutlich machen. Sie sollten klarstellen, dass Sie Ihr Verhalten, welches zum Fahrerlaubnisentzug führte, bereuen. Machen Sie deutlich, dass Sie in Zukunft überlegt handeln werden.

Zunächst sollten Sie etwas zu Ihrer Person erzählen. Dazu zählt sowohl der Familienstand als auch ein kurzer Einblick in Ihren Lebenslauf. Anschließend befragt Sie der Psychologe zum Anlass des Fahrerlaubnisentzugs. Hier folgen verschiedene Fragen zum Drogen- oder Alkoholkonsum sowie zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Auf mögliche Fragen bei der MPU gehen wir später noch näher ein.

MPU: Diese Dauer sollten Sie einplanen

Sie sollten für die MPU eine Dauer von circa drei bis vier Stunden einplanen.

Sie sollten für die MPU eine Dauer von circa drei bis vier Stunden einplanen.

Die meisten Begutachtungsstellen für die MPU empfehlen, dass Sie sich den ganzen Tag Zeit nehmen sollten. Die oben genannten einzelnen Teile, aus denen die MPU besteht, können jeweils zwischen 20 Minuten und einer Stunde lang sein. Dementsprechend sollten Sie mindestens drei bis vier Stunden für die MPU einplanen.

Anschließend kann es circa zehn Tage dauern, bis Sie das MPU-Gutachten in den Händen halten. Zudem kann die MPU-Vorbereitung sich über mehrere Stunden hinziehen. Sollten Sie die MPU nicht bestanden haben, kann eine Nachschulung besucht werden, die ebenfalls mit mehreren Stunden zu Buche schlägt.

Macht eine Vorbereitung der MPU Sinn?

Viele MPU-Begutachtungsstellen bieten zusätzlich zur Untersuchung auch einen Vorbereitungskurs an. Dabei werden Sie auf die verschiedenen MPU-Fragen individuell vorbereitet. Es wird Ihnen entsprechend erklärt, wie Sie auf die Fragen antworten müssen und was der Psychologe bei der MPU von Ihnen hören will.

Sie können dazu sowohl Einzel- als auch Gruppensitzungen belegen. Zusätzlich zur MPU kommen damit aber Kosten von 500 bis 700 Euro auf Sie zu. Das Geld ist allerdings gut investiert, wenn Sie bedenken, dass die MPU-Durchfallquote laut ADAC mit einem Vorbereitungskurs deutlich niedriger ist. Demnach bestehen rund 85 bis 95 % der Betroffenen die MPU, wenn Sie eine Vorbereitung besucht haben.

Wie hoch sind die Kosten einer MPU?

Der MPU-Test schlägt mit Kosten von bis zu 700 Euro zu Buche.

Der MPU-Test schlägt mit Kosten von bis zu 700 Euro zu Buche.

Pauschal kann nicht genau gesagt werden, wie hoch die MPU-Kosten ausfallen, da diese vom Verstoß abhängig sind. Müssen Sie beispielsweise aufgrund einer Straftat oder wegen zu vielen Punkten in Flensburg an einer MPU teilnehmen, schlägt diese mit circa 350 Euro zu Buche. Die Kosten für die MPU bei Trunkenheitsfahrten, die einen Fahrerlaubnisentzug zur Folge haben, betragen rund 400 Euro.

Sind Sie mit Drogen am Steuer erwischt worden, müssen Sie damit rechnen, dass die MPU ca. 550 Euro kostet. Kommt dazu noch ein zu hohes Punktekonto in Flensburg, sind schnell 700 bis 750 Euro weg. Zusätzliche Kosten erwarten Sie für eine Haaranalyse, Urinscreenings und Abstinenznachweise. Die Kosten liegen zwischen 25 und 200 Euro und sind von Labor zu Labor sehr unterschiedlich. Ein Vergleich kann sich daher lohnen.

Sollte das MPU-Gutachten negativ ausfallen und im Ergebnis steht, dass Sie eine Nachschulung nach § 70 Fahrerlaubnis-Verordnung besuchen müssen, fallen dafür ebenfalls Kosten an. Je nachdem, welchen Anbieter Sie auswählen, muss auch hier mit bis zu 400 Euro gerechnet werden. Hinzu kommen noch die 500 bis 700 Euro für die MPU-Vorbereitung. Insgesamt können die Kosten für eine MPU schnell tausend Euro betragen.

Das sind die wichtigsten MPU-Fragen und -Antworten

Die Fragen, die bei der MPU gestellt werden, folgen keinem festen Schema. Sie können je nach Tatbestand und Person individuell angepasst sein. Wichtig ist allerdings, dass Sie die Fragen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bereiten Sie sich im Vorfeld ausreichend auf die MPU vor, denn der Verkehrspsychologe versucht herauszufinden, ob Sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.

Zunächst stellt der Psychologe allgemeine Fragen, die unabhängig davon sind, ob Sie aufgrund von acht Punkten in Flensburg, Alkohol oder Drogen an der MPU teilnehmen müssen. Folgendermaßen können die Fragen aussehen:

  • Wie lange sind Sie schon im Besitz Ihrer Fahrerlaubnis?
  • Wie viele Kilometer haben Sie bislang im Auto zurückgelegt?
  • Wie lang war die längste Strecke, die Sie je gefahren sind?
  • Wie schätzen Sie Ihr früheres Fahrverhalten ein?
  • Warum sollten Sie die Fahrerlaubnis zurückbekommen?
  • Was hat sich im Vergleich zu früher bei Ihnen geändert?
  • Wie wollen Sie in Zukunft gegen einen Rückfall vorgehen?
Umgangssprachlich wird von der MPU auch als "Idiotentest" für den Führerschein gesprochen.

Umgangssprachlich wird von der MPU auch als “Idiotentest” für den Führerschein gesprochen.

Im Anschluss an die allgemeinen Fragen zur MPU müssen Sie sich mit Ihrem Fehler auseinandersetzen, der dazu führte, dass Sie die Fahrerlaubnis verloren haben.

Die weiteren Fragen zielen auf den Tatbestand Alkohol oder Drogen am Steuer sowie den Medikamentenmissbrauch ab. Folgendermaßen könnten die MPU-Fragen zu Drogen oder Alkohol gestaltet sein:

  • Wann haben Sie zum ersten Mal Alkohol/Drogen/Medikamente konsumiert?
  • Warum und in welchem Ausmaß fand dies statt?
  • Wie hat Ihnen die Wirkung der Substanz gefallen?
  • Wann sind Sie zum ersten Mal unter Alkohol-/Drogen-/Medikamenteneinfluss Auto gefahren?
  • War Ihnen in diesem Moment bewusst, welche Auswirkungen dieses Verhalten haben könnte?
  • Wie hoch ist die Promillegrenze in Deutschland?
  • Wie schnell bauen sich Alkohol/Drogen/Medikamente im Körper ab?
  • Kann der Abbau beschleunigt werden?
Wichtig ist in jedem Fall zu verdeutlichen, dass sich Ihr Verhalten grundlegend geändert hat. Stellen Sie glaubwürdig dar, dass Sie Ihr Verhalten bereuen und sich dafür schämen. Ehrlichkeit ist dabei die beste Voraussetzung. Die Psychologen können genau abschätzen, ob Sie es ernst meinen oder ob Sie die Antworten stupide auswendig gelernt haben.

Welche MPU-Begutachtungsstellen gibt es?

Unterschiedliche Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) in Deutschland bieten die MPU an. Sie können diese frei nach Ihrem Belieben auswählen. Anschließend teilen Sie der Führerscheinstelle Ihre Auswahl mit, sodass diese die Begutachtungsstelle kontaktieren kann. Ein Mitarbeiter meldet sich dann bei Ihnen und vereinbart einen Termin.

Bei der Begutachtungsstelle muss eine staatliche Akkreditierung vorliegen, damit die MPU von der Fahrerlaubnisbehörde anerkannt wird. Nur so kann auch gewährleistet werden, dass die Untersuchung immer nach dem gleichen Schema abläuft. Folgende Begutachtungsstellen sind in Deutschland offiziell anerkannt:

  • TÜV
  • DEKRA e.V.
  • AVUS GmbH
  • PIMA GmbH
  • MPU GmbH
Falls Sie nicht genau wissen, welche Stellen sich in Ihrer Nähe befinden, kann die Fahrerlaubnisbehörde Ihnen Empfehlungen zu anerkannten Begutachtungsstellen aussprechen. In der Regel sind diese verkehrsgünstig gelegen, sodass Sie ohne Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Kurse besuchen können.

Bei der MPU durchgefallen: Und nun?

Es wird ein kontrolliertes Trinken bei der MPU-Vorbereitung gelehrt.

Es wird ein kontrolliertes Trinken bei der MPU-Vorbereitung gelehrt.

Wenn Sie die MPU nicht bestanden haben, ist das kein Weltuntergang. Es gibt noch andere Wege und Möglichkeiten, die Fahrerlaubnis trotzdem zurückzubekommen. Eine Möglichkeit ist es, die Nachschulung nach § 70 Fahrerlaubnis-Verordnung FeV zu besuchen. Allerdings ist die Teilnahme nicht ohne weiteres möglich. Es muss sich im negativen MPU-Gutachten eine Anmerkung finden, indem der Besuch der Nachschulung ausdrücklich empfohlen wird.

Anschließend müssen Sie bei Ihrer zuständigen Fahrerlaubnisbehörde einen Antrag stellen, dass Sie an der Teilnahme der Nachschulung interessiert sind. Haben Sie den Kurs bestanden, bekommen Sie Ihren Führerschein ohne erneute MPU zurück. Innerhalb einer Gruppensitzung mit bis zu zwölf Personen werden wichtige Punkte zur Verbesserung des Fahrverhaltens angesprochen.

Dabei werden die Gewohnheiten untersucht, die dazu führten, dass die Betroffenen sich unter Drogen- oder Alkoholeinfluss hinter das Steuer gesetzt haben. Auch die Erprobung und Entwicklung der Verhaltensweisen, die zu der Trunkenheitsfahrt oder dem Führen eines Kfz unter Medikamenten- oder Drogenkonsum führten, werden überprüft.

Die Kurse für alkohol- und drogenauffällige Fahrer finden dabei unabhängig voneinander in verschiedenen Kursen statt. Dies gewährleistet, dass der Verkehrspsychologe genau auf die Verhaltensweisen der Betroffenen eingehen kann und das Thema ausführlich behandelt werden kann. Die Kosten für die Nachschulung betragen zwischen 450 und 600 Euro.

Ist es möglich die MPU zu umgehen?

Es ist auf rechtlichem Wege legal möglich, die MPU zu umgehen.

Es ist auf rechtlichem Wege legal möglich, die MPU zu umgehen.

Betroffene stellen sich häufig die Frage, ob es möglich ist die MPU zu umgehen.

Die hohen Kosten sowie die Durchfallquote von 30 Prozent laut der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sprechen für viele gegen die MPU.

Aber welche Wege gibt es, um die Fahrerlaubnis trotzdem zurückzubekommen? Gibt es neben illegalen Möglichkeiten auch legale Optionen wieder ein Fahrzeug führen zu dürfen?

Wie Sie einen Führerschein ohne bestandene MPU zurückzubekommen, darum ranken sich viele Mythen. Welche davon legal und unbedenklich sind und wie Sie ganz ohne medizinisch-psychologische Untersuchung Ihre Fahrerlaubnis wiedererlangen, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

Können Sie die MPU im Ausland machen?

Eine mittlerweile legale Möglichkeit seine Fahrerlaubnis zurückzubekommen, ist es, den EU-Führerschein im Ausland neu zu beantragen. Dies ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem Urteil am 26. April 2012 beschlossen, dass Folgendes gewährleistet sein muss:

  • Sie müssen mindestens ein halbes Jahr lang im jeweiligen EU-Ausland gemeldet sein.
  • Die in Deutschland verhängte Sperrfrist muss bereits abgelaufen sein.

Auch wenn die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU zur Neuerteilung der Fahrerlaubnis gefordert hat, muss diese im Ausland nicht gemacht werden, um den Führerschein zurückzubekommen. Eine falsche Meldebescheinigung aus dem Ausland kann dazu führen, dass Sie wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angeklagt werden. Das Strafmaß liegt hier bei einer Geld- oder Freiheitsstrafe.

Die MPU im Ausland zu machen, ist nicht möglich. Das liegt daran, dass andere Länder nicht über eine ähnliche Untersuchung verfügen oder die MPU nach anderen Richtlinien durchgeführt wird als in Deutschland. Sollten Sie ein positives MPU-Gutachten im Ausland erlangt haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Fahrerlaubnisbehörde dieses nicht anerkennt.

MPU und Verjährung: Wann tritt sie ein?

Die Verjährung der MPU tritt nach spätestens 15 Jahren ein.

Die Verjährung der MPU tritt nach spätestens 15 Jahren ein.

Eine weitere Variante ist es, darauf zu warten, dass die Tilgungsfrist für die Anordnung der MPU greift. Nach einer Frist von spätestens 15 Jahren im Anschluss an den Entziehung der Fahrerlaubnis kann keine MPU mehr angefordert werden. Das liegt daran, dass die Eintragungen im Fahreignungsregister dann gelöscht werden.

Die Frist setzt von 15 Jahren setzt sich folgendermaßen zusammen: Die Verjährung für den Fahrerlaubnisentzug beträgt in der Regel zehn Jahre. Allerdings ab dem Zeitpunkt, ab welchem die Fahrerlaubnis neu erteilt wurde. Da dies nicht passiert ist, wenn Sie die MPU umgehen wollen, beginnt die Frist erst fünf Jahre später. Für geduldige Fahrer ist dies also durchaus eine Möglichkeit, die Fahrerlaubnis ohne MPU zurückzubekommen.

Ein positives MPU-Gutachten kaufen: Geht das?

Am einfachsten scheint es Betroffenen, sich ein positives MPU-Gutachten zu kaufen und dieses bei der zuständigen Behörde einzureichen. Dubiose Internetseiten bieten diesen Service an und verkaufen gefälschte Gutachten zur MPU. Sowohl der Kauf als auch der Verkauf solcher Fälschungen ist allerdings strafbar.

Es kann Ihnen hierbei eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen Urkundenfälschung nach § 267 Strafgesetzbuch (StGB) drohen. Entscheiden Sie sich daher besser für eine legale Möglichkeit die MPU zu umgehen oder bereiten Sie sich gut auf die Untersuchung vor, um mit einem positiven Gutachten nach Hause gehen zu können.

Rechtsanwalt für Verkehrsrecht bei Problemen mit der MPU

Nach der Tilgungsfrist bekommen Sie den Führerschein zurück, ohne die MPU zu besuchen.

Nach der Tilgungsfrist bekommen Sie den Führerschein zurück, ohne die MPU zu besuchen.

Sollten Sie Probleme mit der MPU oder generell Fragen zur medizinisch-psychologischen Untersuchung haben, können Sie einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht kontaktieren.

Allerdings ist zu beachten, dass gegen die Anordnung zur MPU kein Rechtsmittel eingelegt werden kann. Erst im Nachhinein ist es möglich, vor Gericht zu klagen und festzustellen, ob die Anordnung rechtmäßig war oder nicht.

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MPU: Die medizinisch-psychologische Untersuchung
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4 Gedanken zu „MPU: Die medizinisch-psychologische Untersuchung

  1. Serhan

    Hallo rechtsanwalt .. 2014 würde ich erwischt mir geringen Menge thc und Alkohol. Muss zu mpu war 1 mal in der Prüfung und habe es nicht geschafft. Können Sie mir helfen ? Mit nem polnischen Führerschein villt ? Oder es ohne eine Mpu zu schaffen in Deutschland ? Habe einen türkischen Pass. Danke im Voraus

    Antworten
    1. Anwalt.org

      Hallo Serhan,

      eine rechtliche Beratung bieten wir nicht an. Haben Sie die MPU nicht bestanden, wird Ihnen die Fahrerlaubnis in Deutschland nicht wieder erteilt und der Führerschein nicht ausgehändigt. Um einen Führerschein im EU-Ausland zu erwerben, müssen Sie mindestens für ein halbes Jahr dort Ihren Wohnsitz haben und gemeldet sein. Zudem muss die in Deutschland verhängte Sperrfrist bereits abgelaufen sein.
      Für eine rechtliche Beratung sollten Sie sich an einen Anwalt wenden.

      Ihr Team von anwalt.org

      Antworten
  2. Tobias M.

    Danke für den Beitrag zu MPU. Bei der Fahrschule wurde letztens davon gesprochen, aber ich wusste nicht genau was das ist. Sehr interessant, dass man zu der Untersuchung geschickt wird, wenn gefahren ist und Alkohol im Blut hatte. Von sowas hört man ja sonst nichts.

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  3. T Mü

    Vielen Dank für den Beitrag zur MPU. Mein Cousin muss in die medizinisch-psychologische Untersuchung und war auch schon bei einem Berater. Gut zu wissen, dass man nach einem nicht bestandenen MPU Test noch auf eine Fahrverhaltensbeobachtung zählen kann, wenn die Fahrtauglichkeit von einem Arzt nicht in Frage gestellt wird.

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