Mietrecht und Haustiere: Ist Tierhaltung in der Mietwohnung erlaubt?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 27. Mai 2020

Wollen Sie eine Wohnung mieten, sind Haustiere nicht immer erlaubt.

Wollen Sie eine Wohnung mieten, sind Haustiere nicht immer erlaubt.

Immer wieder kommt die Streitfrage auf, ob Haustiere in der Mietwohnung erlaubt sind oder ob eine artgerechte Tierhaltung laut Mietrecht auch verboten werden kann.

Aus diesem Grund gibt Ihnen dieser Ratgeber einen Überblick ĂŒber die wichtigsten Bestimmungen und Regelungen (auch aus dem Bereich Tierrecht), die die Tierhaltung mit dem Mietvertrag in Verbindung setzen.

Darf ein Vermieter Haustiere verbieten?

FĂŒr die einen gehören Haustiere zur Familie, andere wiederum sehen beispielsweise in einem Hund nur ein Tier, was Dreck macht und laut ist. Vor allem, wenn jemand stark allergisch auf Tierhaare reagiert, kann sich schnell ein Streit unter Nachbarn entwickeln.

Haustierhaltung in einer Mietwohnung verursacht nicht selten Streit unter Nachbarn.

Haustierhaltung in einer Mietwohnung verursacht nicht selten Streit unter Nachbarn.

Zu unterscheiden ist zunÀchst laut Mietrecht die Tierhaltung von folgenden Tiergruppen:

Kleintiere

Das sind zumeist Hamster, Fische, Meerschweinchen und Kaninchen. Hier gilt: Egal ob im Mietvertrag Haustiere verboten sind, diese kleinen Tierchen dĂŒrfen im Regelfall immer mit in der Wohnung leben.

Ausnahmen stellen jedoch Frettchen, Ratten oder Papageien dar. HierfĂŒr ist vom Mieter immer eine besondere Genehmigung durch den Vermieter einzuholen. Denn nicht unerheblicher Gestank, Ekel bei vielen Menschen oder Störung durch LĂ€rm verĂ€rgert viele Menschen.

Hier entscheidet der Vermieter im Einzelfall, oder im Streitfall auch ein Richter.

Katzen und Hunde

GrundsĂ€tzlich gilt hier: Die Hausordnung und der Mietvertrag mĂŒssen unbedingt befolgt werden, wenn es darum geht, diese Haustiere in der Wohnung zu halten.

Generell wird ein Hund oder eine Katze in den meisten FÀllen aber vom Richter genehmigt, sollte kein eindringlicher Grund dagegen sprechen. Sind Nachbarn beispielsweise schwer krank, kann unter UmstÀnden auch eine Verweigerung durch den Vermieter stattfinden.

Lebt das Tier erst einmal mit im Haus, ist es besonders wichtig, dass Regelungen zur Tierhaltung in Mietwohnungen beachtet werden. Das bedeutet, dass Dreck oder permanente LÀrmbelÀstigung wegen eines Tieres durch gute Erziehung verhindert werden kann. Auch nachweislich gefÀhrliche Verhaltensweisen können den Vermieter dazu veranlassen, erlaubte Haustiere im Mietvertrag zu widerrufen.

Wichtig: Der Vermieter sollte vor der Anschaffung eines Haustiers immer noch einmal gefragt werden – zum Beispiel, wenn Sie eine Katze adoptieren möchten. Blindenhunde hingegen sind selbstverstĂ€ndlich immer erlaubt.

Exoten

Manchmal sind Haustiere verboten im Mietvertrag.

Manchmal sind Haustiere verboten im Mietvertrag.

Dazu zÀhlen: Vogelspinnen, Echsen, Leguane, Schlangen.

In der Regel mĂŒssen Sie bei dieser Art Tiere den Vermieter um Erlaubnis bitten. Auch wenn beispielsweise Terrarienhaltung fĂŒr Haustiere in Mietwohnungen erlaubt ist, mĂŒssen einige gefĂ€hrliche Arten nicht geduldet werden.

Fazit: Haustierverbot laut Mietvertrag?

Zwar kann ein Vermieter bestimmte Tierarten aufgrund des GefÀhrlichkeitsgrades verbieten, ein gÀnzliches Verbot von Haustieren ist jedoch nicht möglich. Wer sich einen Hund oder eine Katze halten möchte, hat im Streitfall vor Gericht meist gute Karten, falls kein triftiger Grund dagegen von Seiten des Vermieters vorliegen sollte.

Solche Entscheidungen sind immer individuell zu treffen. Oftmals reicht auch ein ruhiges GesprÀch mit dem Vermieter oder anderen Nachbarn.
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Mietrecht und Haustiere: Ist Tierhaltung in der Mietwohnung erlaubt?
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3 Gedanken zu „Mietrecht und Haustiere: Ist Tierhaltung in der Mietwohnung erlaubt?

  1. M.

    Hallo,
    ich muß zum Thema Haustierverbot lt. Mietvertrag was los werden. Habe wegen Vogelhaltung (Pyrrhuras) eine RĂ€umungsklage am Hals. Trotz mĂŒndlicher Zustimmung im Nov. 2013 will der Vermieter mich seit Juni 2017 hier rausklagen.
    Er wußte, das die Tiere alle stĂ€ndig frei rumfliegen durften. Er behauptet nun, ihm wĂ€re erst im Mai 2017 bekannt geworden, das ich Vögel habe. Die Berufung beim Landgericht Heilbronn ergab, das freifliegende Vögel im Zimmer ein KĂŒndigungsgrund sind, auch wenn der Vermieter von den Vögeln wußte. Man geht immer davon aus, das Vögel im KĂ€fig gehalten werden!
    Was kann ich hier tun? Wer kann noch helfen? Man kann nur eine Wohnung haben, wenn man TierquÀlerei betreibt, oder wie?
    Eine Anzeige ging 2015 ans VeterinĂ€ramt, ich wĂŒrde ĂŒber 100 Vögel in einem Zimmer halten. Ich bin an Ende. . .
    Freundliche GrĂŒĂŸe
    M.

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  2. Ferdinand

    Wir leben seit fĂŒnf Jahren relativ gĂŒnstig in unserer Wohnung und plötzlich stört den Vermieter unser kleiner Rauhaardackel. Er möchte uns aus dem Haus haben und bezieht sich auf den Mietvertrag nach dem Haustiere vom Vermieter genehmigt werden mĂŒssen. FĂŒnf Jahre hat ihn unser Hund nicht gestört, aber jetzt mit potentiell höheren Mietpreisen, möchte er die Wohnung neu vermieten. Lohnt es sich hier, einen Fachanwalt fĂŒr Mietrecht einzuschalten?

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  3. Jim

    Bei einer Wohnungbesichtigung wĂŒrde ich eh nie erwĂ€hnen dass ich ein Haustier habe, denn so etwas sehen Vermieter gar nicht gerne. Ganz selten hat man, dass der Vermieter auch eine Hunde freund ist. Das ist eigentlich Schade so ist der Hund doch der Beste Freund des Menschen.

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