Fake News auf Social-Media-Plattformen: Von Bots und Menschen

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 7. April 2021

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Fake News auf Social-Media-Plattformen: Von Bots und Menschen

FAQ: Fake News auf Social Media

Warum sind Fake News bei Social Media problematisch?

Fake News k√∂nnen dazu dienen, die √∂ffentliche Meinung zu beeinflussen. Verstecken sich diese in den sozialen Netzwerken zwischen den Beitr√§gen von Freunden oder werden sogar von diesen geteilt, stehen Nutzer diesen ggf. nicht sonderlich kritisch gegen√ľber.

Können Falschmeldungen strafbar sein?

Werden √ľber die Social-Media-Plattformen Fake News verbreitet, k√∂nnen diese unter anderem als Beleidigung, Verleumdung oder √ľble Nachrede Strafen nach sich ziehen.

Wie erkenne ich Fake News in den sozialen Netzwerken?

Einige Tipps dazu finden Sie hier.

Falschmeldungen bei Facebook, Twitter & Co.

In der Regel entstehen Fake News auf Social-Media-Plattformen.
In der Regel entstehen Fake News auf Social-Media-Plattformen.

Seit der Wahl des amerikanischen Präsidenten im Jahr 2016 prägt vor allem ein Begriff die Beziehung zwischen Medien und Politik: Fake News. Auf Social-Media-Plattformen verbreiten sich die falschen Nachrichten aufgrund der Funktionsweise dieser Netzwerke besonders gut.

Doch wieso werden eigentlich auf Facebook und Twitter Fake News erstellt? Wie funktioniert die Verbreitung mittels Bots?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, mit welchen Methoden Fake News auf Social-Media-Plattformen verbreitet werden, welche Konsequenzen f√ľr die Verfasser drohen und wie Sie Fake News in Ihrem sozialen Netzwerk erkennen.

Fake News in einzelnen Social-Media-Netzwerken: So funktioniert das Prinzip

Zu welchem Zweck werden eigentlich Fake News auf Social-Media-Plattformen verbreitet? Die Verfasser verfolgen meist eines von zwei Zielen:

  • Gewinnerwirtschaftung durch hohe Klickzahlen
  • Beeinflussung der √∂ffentlichen Meinung zu aktuellen politischen Themen
Fake News werden in Social-Media-Netzwerken gestreut, um viele Menschen zu erreichen.
Fake News werden in Social-Media-Netzwerken gestreut, um viele Menschen zu erreichen.

Fake News, welche der Website des Verfassers m√∂glichst hohe Klickraten einbringen sollen, sind meist besonders rei√üerisch formuliert und beziehen sich auf eine Feuilleton- bzw. Boulevard-Thematik. Beispiele: ‚ÄěSchauspieler Matt Damon ist tot!‚Äú, ‚ÄěNicht zu glauben, in welche Bredouille sich S√§ngerin Lady Gaga man√∂vriert hat!‚Äú.

Durch derartig formulierte √úberschriften veranlassen die Verfasser der Fake News Social-Media-Nutzer dazu, auf die Seite zu klicken. Durch die vielen Besucher erzielt der Besitzer der Website hohe Werbeeinnahmen.

Sollen Fake News hingegen die √∂ffentliche Meinung beeinflussen, liegt kein direkter finanzieller Ansporn vor. In diesem Fall m√∂chten die Verfasser ein Umdenken der Bev√∂lkerung zu einem bestimmten Thema erreichen oder gar Meinung f√ľr oder gegen bestimmte Umst√§nde machen. Diese Fake News wurden √ľber Facebook zum Beispiel verbreitet:

 
Auch wenn die Gefahr, welche von Fake News auf Social-Media-Plattformen ausgeht, oftmals als sehr groß und mitunter sogar wahlbeeinflussend beschrien wird, deuten Studien zum Thema bislang nicht darauf hin.

Fake News auf Facebook: Mit Likes die öffentliche Meinung beeinflussen?

Auf Facebook entstehen viele Fake News.
Auf Facebook entstehen viele Fake News.

Sp√§testens seit dem US-Wahlkampf im Jahre 2016 ist im Zusammenhang mit Fake News auf Social-Media-Plattformen immer wieder von ‚ÄěMeinungsbots‚Äú die Rede. Gemeint sind Scripte bzw. Computerprogramme, welche Social-Media-Accounts nutzen und automatisiert Inhalte generieren und st√§rken, welche den Anschein erwecken sollen, von echten Personen geschrieben und geteilt worden zu sein.

Wie funktioniert das? Die Phantasie der Programmierer bzw. Auftraggeber kennt nur wenige Grenzen. Unter anderem folgende Methoden werden angewandt:

  • K√ľnstliche Erh√∂hung von Zugriffs- und ‚ÄěLike‚Äú-Zahlen: Erkennen Bots Beitr√§ge, welche gest√ľtzt werden sollen, k√∂nnen sie die Anzahl der Ansichten und positiver Reaktionen in die H√∂he treiben und so f√ľr andere Nutzer das Vertrauen in die Nachricht st√§rken bzw. einen gewissen Gruppenzwang erwirken.
  • Neue Trends festlegen: Soziale Plattformen untersuchen genau, welche Themen von den Nutzern besonders oft behandelt werden und st√ľtzen diese, um den Austausch zu f√∂rdern. Bringen Bots ein neues Thema vehement genug in den Umlauf ‚Äď etwa indem massenhaft Beitr√§ge generiert werden ‚Äď werden fr√ľher oder sp√§ter alle Nutzer der Plattform mit dem Thema und der verbreiteten Meinung konfrontiert.
  • Automatisierte Antworten auf Triggerw√∂rter: Weiterhin k√∂nnen Bots so programmiert werden, dass sie die √Ąu√üerungen der Plattformnutzer automatisch kommentieren, wenn diese eine bestimmte Meinung √§u√üern. Auf diesem Weg k√∂nnen beispielsweise alle positiven √Ąu√üerungen √ľber eine bestimmte Person mit negativen Kommentaren versehen werden.
Ist dieses Vorgehen zur Streuung von Fake News auf Social-Media-Plattformen wie Facebook nicht sehr offensichtlich? In der Tat versuchen die Betreiber der Netze, Bots auf die Spur zu kommen und zu sperren. Dennoch sind die Programmier ihnen meist einen Schritt voraus.

Fake News auf Twitter: Der Hashtag als Schl√ľssel?

Insbesondere auf der Plattform Twitter sind Bots aktiv. Aufgrund des Algorithmus des Netzwerks ist es vergleichsweise leicht, Themenkomplexe in den Fokus der Nutzer zu r√ľcken. So listet Twitter stets auf, welche Hashtags zurzeit besonders viel genutzt werden.

Dadurch k√∂nnen Bots neue Hashtags generieren, indem sie diese ‚Äď vereinfacht gesagt ‚Äď massiv in neuen Posts verwenden. Auf diesem Weg lassen sich einerseits eine bestimmte Meinung verbreiten, zum anderen aber ebenfalls Diskussionen und Reflexionen √ľber bislang unwichtige Aspekte bestimmter Belange ansto√üen.

Nehmen wir ein Beispiel: Bots auf Social-Media-Plattformen verbreiten beispielsweise Fake News √ľber eine angebliche Verbindung zwischen einem Regierungsmitglied und dem Gesch√§ftsf√ľhrer eines gro√üen Konzerns mithilfe emp√∂rter Falschmeldungen. Diese Emp√∂rung setzt sich nicht zwangsweise bei den Nutzern durch ‚Äď die angebliche Information allerdings schon.

Sind Fake News in Social Media strafbar?

Wer Fake News auf Twitter und Co. teilt, muss mit Konsequenzen rechnen.
Wer Fake News auf Twitter und Co. teilt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Grunds√§tzlich ist es nicht verboten, zu l√ľgen. Erst vor Gericht sind Falschaussagen belastbar. Doch Ersteller von Fake News ‚Äď ob auf Social-Media-Plattformen oder anderweitig ‚Äď kommen nicht immer ungeschoren davon.

Werden die Persönlichkeitsrechte von Personen oder beleidigungsfähigen Instanzen verletzt, können folgenden Tatbestände vorliegen:

  • Beleidigung: Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder entsprechend hohe Geldstrafe
  • Verleumdung: Freiheitsstrafe von bis zu f√ľnf Jahren oder Geldstrafe
  • √úble Nachrede: Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
Auch wenn die oben genannten Tatbest√§nde nicht erf√ľllt sind, haben Betroffene von Fake News einen Anspruch auf L√∂schung, Richtigstellung und Erg√§nzung der falschen Aussagen.

Facebook, Twitter und Co. in der Pflicht? Geplante Gesetzesänderung

Um gegen Fake News auf Social-Media-Plattformen vorzugehen, ist im April 2017 ein Gesetzesentwurf gegen Hasskommentare und Fake News von der Bundesregierung vorgelegt worden.

Die geplante Gesetzes√§nderung sieht hohe Strafen f√ľr die Betreiber der Social-Media-Plattformen vor, wenn diese Fake News oder Hasskommentare nicht schnellstens l√∂schen. Die Bu√ügelder bis zu 50 Millionen Euro sind vorgesehen.

Verbrauchersch√ľtzer und Anw√§lte stehen dem Gesetzesentwurf kritisch gegen√ľber: Die Entscheidung, was Fake News sind und was nicht, wird den Konzernen √ľbertragen und nicht von geschulten Richtern getroffen.

Es ist zu erwarten, dass Facebook, Twitter und Co. angesichts der hohen Bu√ügelder im Zweifel eher einen Post mehr als weniger l√∂schen ‚Äď auf Kosten der Meinungsfreiheit.

Fake News auf Social-Media-Plattformen erkennen: So gehen Sie vor

Um auf Social-Media-Plattformen Fake News einzudämmen, soll ein neues Gesetz in Kraft treten.
Um auf Social-Media-Plattformen Fake News einzudämmen, soll ein neues Gesetz in Kraft treten.

Diese Tipps helfen Ihnen dabei, Fake News als solche zu identifizieren:

  • Nicht nur √úberschriften lesen: Fake News zeichnen sich durch rei√üerische √úberschriften aus, welche im Text meist relativiert werden m√ľssen.
  • Quellen pr√ľfen: Journalistische Standards verlangen, dass die Quelle von Behauptungen angegeben wird. Fehlt dies im Text, k√∂nnte es sich um eine gezielte Falschinformation handeln.
  • URL der Seiten pr√ľfen: Wurde der Text wirklich bei der Zeitung ver√∂ffentlicht, welche angegeben ist? Achten Sie hier besonders auf Buchstabendreher ‚Äď aus zeit.de wird etwa ziet.de oder zeitt.de.
  • In welchem Ressort wurde der Text ver√∂ffentlicht? Viele Zeitungen stellen Satireartikel her, welche nur auf den zweiten Blick als solche erkennbar sind.
  • Vergleichen, vergleichen, vergleichen: Erscheint Ihnen eine Meldung unglaubw√ľrdig, sollten Sie einen Gegencheck mit anderen Zeitungen vornehmen. Berichten diese dasselbe oder nur in abgewandelter Form?
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Fake News auf Social-Media-Plattformen: Von Bots und Menschen
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