DSGVO: Rechtsanwälte müssen sich auf Änderungen einstellen

News von anwalt.org, veröffentlicht am 20. April 2018

Deutschland. 2016 wurde der Datenschutz in Europa vereinheitlicht und nun ist es bald soweit: Am 25. Mai 2018 tritt die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft, und dass das nicht mehr viel Zeit ist, wird vielen erst jetzt bewusst. Die neue Verordnung regelt, wie Unternehmen nun EU-weit mit personenbezogenen Daten umzugehen haben und soll so den Verbraucherschutz stärken. Aber welche Auswirkungen hat die DSGVO eigentlich auf Rechtsanwälte?

DSGVO: Wie müssen Rechtsanwälte nun mit personenbezogenen Daten umgehen?

Im Zuge der DSGVO sollten Rechtsanwälte die Datenverarbeitungsprozesse in ihrer Kanzlei genau überprüfen.

Im Zuge der DSGVO sollten Rechtsanwälte die Datenverarbeitungsprozesse in ihrer Kanzlei genau überprüfen.

Durch die neue Grundverordnung wird dem Datenschutz eine noch wichtigere Rolle zugesprochen. Generell gilt, dass mit personenbezogenen Daten nun noch sorgfältiger umgegangen werden muss.

Es empfiehlt sich, sämtliche Datenerhebungsprozesse innerhalb der Kanzlei genau unter die Lupe zu nehmen. Es sollte festgestellt werden, welche Daten verarbeitet werden, wofür sie verwendet werden und wie diesbezüglich die Verantwortlichkeiten geregelt sind.

Wichtig ist hier außerdem die Dokumentation über Datenerhebungs- und Datenverarbeitungsvorgänge. In Zukunft müssen Rechtsanwälte einer Nachweispflicht nachkommen. Die Einhaltung der neuen DSGVO müssen Rechtsanwälte also bei einer spontanen Kontrolle nachweisen können. Dies gilt nach Artikel 7 der DSGVO auch, wenn ein Mandant der Verarbeitung seiner Daten zugestimmt hat:

Beruht die Verarbeitung auf einer Einwilligung, muss der Verantwortliche nachweisen können, dass die betroffene Person in die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten eingewilligt hat.

Nichteinhaltung der DSGVO: Womit müssen Rechtsanwälte rechnen?

DSGVO: Halten Rechtsanwälte die neuen Datenschutzrichtlinien nicht ein, kann ein hohes Bußgeld die Folge sein.

DSGVO: Halten Rechtsanwälte die neuen Datenschutzrichtlinien nicht ein, kann ein hohes Bußgeld die Folge sein.

Die Aufsichtsbehörde hat die Möglichkeit, die Einhaltung der neuen Datenschutzrichtlinien jederzeit ohne Anlass zu kontrollieren. Verstöße gegen die neue Datenschutzgrundverordnung sollen mit Bußgeldern von bis zu 20 Millionen Euro geahndet werden.

Mit einem Bußgeld in dieser Größenordnung müssen Kanzleien wohl nicht rechnen, aber die Summe könnte auf jeden Fall einen kleinen Schaden anrichten.

Mit welchen Änderungen müssen Mandanten rechnen?

Die DSGVO bringt mehr Transparenz bei der Datenerhebung und eine bessere Information über die Verarbeitung der Daten mit sich. Dem Mandanten muss verständlich und eindeutig dargelegt werden, welche Daten über ihn erhoben werden, zu welchem Zweck diese verwendet werden und wie lange sie gespeichert werden.

Des Weiteren sind im Zuge der DSGVO Rechtsanwälte dazu verpflichtet, Auskunft zu geben, wenn ein Mandant Fragen bezüglich der Verarbeitung seiner Daten hat.

Bildnachweis: istockphoto.com/BernardaSv

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2 Gedanken zu „DSGVO: Rechtsanwälte müssen sich auf Änderungen einstellen

  1. Joachim H.

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich denke das Rechtsgebiet Rechtsanwalt ist ein sehr komplexes Thema. Bestenfalls sollte man sich hier immer an einen Rechtsanwalt wenden.

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  2. Franzi H.

    Danke für die Informationen zu DSGVO für Rechtsanwälte. Mein Nachbar ist Rechtsanwalt und hat mir auch erzählt, dass er viel umstellen musste. Er musste die Datenerhebungsprozesse teilweise komplett erneuern.

    Antworten

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