Scheidung – Hier erfahren Sie alles rund um die Ehetrennung

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 10. Mai 2019

Trennung vom Partner: Formulieren Sie Ihre Absichten klar und legen ein Trennungsdatum fest.

Trennung vom Partner: Formulieren Sie Ihre Absichten klar und legen ein Trennungsdatum fest.

Wie lange es Scheidungen schon gibt lĂ€sst sich nicht sagen. Das Alter der Institution “Ehe ist, lĂ€sst sich ebenfalls nicht genau bestimmen. Erstmal taucht sie in Gesetzestexten im 18. Jahrhundert v. Chr. auf. In der Antike ist bereits die Rede von “Scheidung”.

JĂ€hrlich werden in Deutschland ĂŒber 150.000 Ehen geschieden. Nach 26 Jahren und mehr lassen sich 23.647 Ehepaare scheiden. Statistisch gesehen zieht sich eine Scheidung ein Jahr und lĂ€nger hin. In unserem Ratgeber klĂ€ren wir Sie ĂŒber das Scheidungsrecht in Deutschland, das Familienrecht und die Scheidungsfolgesachen auf.

Ehescheidung: Grundlagen

„Ich will mich scheiden lassen“ – ein Satz mit weitreichenden Folgen, worĂŒber sich die meisten Ehepartner gar nicht im Klaren sein dĂŒrften. Viele Fragen sind zu beantworten und viele Sachverhalte zu klĂ€ren.

Wie lĂ€uft es im Trennungsjahr und im Anschluss der Scheidung mit dem Unterhalt? Wie ist der Hausrat zu verteilen und wie ist das Vermögen aufzuteilen? Gingen aus der Ehe Kinder hervor, dĂŒrfte wohl die wichtigste Frage sein: Wie geht es mit den Kindern weiter? Wie lĂ€uft es nun mit dem Sorgerecht?

Leider folgt auf eine Trennung bis zur Scheidung, gelegentlich auch darĂŒber hinaus, oft ein Rosenkrieg. Das ehemalige Paar streitet ĂŒber genau die genannten Sachverhalte. Wir erklĂ€ren, wie eine Mediation dies verhindern kann und dabei die Kosten der Scheidung senkt.

Alles Rechtliche zum Thema Scheidung ist im BĂŒrgerlichen Gesetzbuch (BGB) 4 §§ 1564-1587 geregelt. Demnach ist laut Scheidungsrecht eine Ehe gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen.

Dazu klÀrt der § 1566 weiter auf:

(1) Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt.
(2) Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben.

Was bedeutet aber getrennt leben in diesem Zusammenhang? Ist einer der beiden Ehepartner aus der ehelichen Wohnung ausgezogen oder innerhalb der Wohnung eine rĂ€umliche Trennung vorgenommen wurden, dann leben die Ehepartner nicht mehr zusammen. Dies regelt § 1567 BGB. Hielt das Ehepaar diese Regelungen nachweislich ein Jahr ein, kann die gesetzliche Vermutung ĂŒber das Scheitern der Ehe bestĂ€tigt werden. Unternimmt das Paar zwischenzeitlich Versöhnungsversuche, welche unter drei Monaten andauern, sind die Fristen aus § 1566 nicht berĂŒhrt.

Kosten der Scheidung

Wie teuer eine Scheidung ist, hĂ€ngt davon ab, ob es eine einvernehmliche oder strittige Scheidung ist. Liegen eine einvernehmliche Scheidung und ein Versorgungsausgleich vor, belaufen sich die Anwaltskosten fĂŒr einen Rechtsanwalt durchschnittlichen auf 1.500 bis 2.500 Euro. Dazu kommen Gerichtskosten fĂŒr jede Partei in Höhe von 225 bis 400 Euro.

Ein Rosenkrieg zieht das Scheidungsverfahren in die LÀnge und erhöht die Kosten.

Ein Rosenkrieg zieht das Scheidungsverfahren in die LÀnge und erhöht die Kosten.

DarĂŒber hinaus ist bei einer einvernehmlichen Scheidung nur ein Anwalt vonnöten, daher können die Anwaltskosten im Nachhinein geteilt werden. Manche Gerichte senken bei einer einvernehmlichen Scheidung den Streitwert von 25 %, der auf die Gerichtskosten und die AnwaltsgebĂŒhren angewandt wird.

Handelt es sich allerdings um eine strittige Scheidung, so können die Kosten explodieren. Es sollte also im Vorfeld eine Einigung ĂŒber Unterhalt, Hausrat, Vermögen, Angelegenheiten der gemeinsamen Kinder und anderes herbeigefĂŒhrt werden.

Hat eine oder beide Parteien ein geringes Einkommen, so kann ein Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe gestellt werden. In diesem Fall können dann die Anwalts- und Verfahrenskosten vom Staat ĂŒbernommen werden. Je nach Höhe des Einkommens, mĂŒssen die Kosten entweder in Raten oder eben gar nicht zurĂŒckgezahlt werden. Bekommt also der antragsstellende Ehepartner eine ratenfreie Verfahrenskostenhilfe bewilligt und stimmt die andere Partei der Scheidung zu und nimmt sich keinen eigenen Rechtsbeistand, so fallen fĂŒr beide Parteien keine Kosten an.

Aufhebung der Lebenspartnerschaft

Möchten sich Lebenspartnerschaften scheiden, so ist hier der korrekte Begriff nicht „Scheidung“, sondern „Aufhebung“. Die Regelungen hierzu finden sich im Lebenspartnerschaftsgesetz LPartG § 15:

(1) Die Lebenspartnerschaft wird auf Antrag eines oder beider Lebenspartner durch richterliche Entscheidung aufgehoben.
(2) Das Gericht hebt die Lebenspartnerschaft auf, wenn
1. die Lebenspartner seit einem Jahr getrennt leben und
a) beide Lebenspartner die Aufhebung beantragen oder der Antragsgegner der Aufhebung zustimmt oder
b) nicht erwartet werden kann, dass eine partnerschaftliche Lebensgemeinschaft wieder hergestellt werden kann,
2. ein Lebenspartner die Aufhebung beantragt und die Lebenspartner seit drei Jahren getrennt leben,
3. die Fortsetzung der Lebenspartnerschaft fĂŒr den Antragsteller aus GrĂŒnden, die in der Person des anderen Lebenspartners liegen, eine unzumutbare HĂ€rte wĂ€re.
Das Gericht hebt die Lebenspartnerschaft ferner auf, wenn bei einem Lebenspartner ein Willensmangel im Sinne des § 1314 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs vorlag; § 1316 Abs. 1 Nr. 2 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs gilt entsprechend.

So gelten fĂŒr eine Aufhebung also die gleichen Bestimmungen wie fĂŒr eine Scheidung. Ebenso existiert eine HĂ€rteklausel im LPartG § 15 Abs. 3. Absatz 5 regelt das Getrenntleben. Auch hier darf keine hĂ€usliche Gemeinschaft mehr bestehen, um eine Aufhebung erfolgreich durchzufĂŒhren.

Die Regeln, nach denen ein Aufhebungsverfahren ablÀuft, gleichen denen der Scheidung. Es besteht ebenso Anwaltszwang. Auch der Versorgungsausgleich wird unter gleichen Voraussetzungen vor Gericht verhandelt, wie bei einer Scheidung.

Verfahren vor dem Familiengericht

Nach Ablauf des Trennungsjahres bzw. der dreijÀhrigen Trennungszeit ist der Scheidungsantrag beim örtlichen zustÀndigen Familiengericht durch einen Rechtsbeistand zu stellen. Laut § 122 FamFG sind in der Reihenfolge folgende Gerichte zustÀndig:

  • das Gericht, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit allen gemeinschaftlichen minderjĂ€hrigen Kindern seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat
  • das Gericht, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit einem Teil der gemeinschaftlichen minderjĂ€hrigen Kinder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, sofern bei dem anderen Ehegatten keine gemeinschaftlichen minderjĂ€hrigen Kinder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben
  • das Gericht, in dessen Bezirk die Ehegatten ihren gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt zuletzt gehabt haben, wenn einer der Ehegatten bei Eintritt der RechtshĂ€ngigkeit im Bezirk dieses Gerichts seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat
  • das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsgegner seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;
  • das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat
Hier erfahren Sie mehr ĂŒber die Blitzscheidung.

Hier erfahren Sie mehr ĂŒber die Blitzscheidung.

Im Scheidungsantrag sind unter anderem die persönlichen Daten der Eheleute, das Heiratsdatum und eine AntragbegrĂŒndung beizufĂŒgen.

Liegt keine Einigung ĂŒber die Scheidungsfolgesachen vor, so sind hierzu gesonderte AntrĂ€ge zu stellen. Der Versorgungsausgleich wird allerdings immer vom Gericht verhandelt. Werden weitere AntrĂ€ge eingereicht, so benötigt nun auch die andere Partei, die den Scheidungsantrag nicht eingereicht hat, einen Anwalt.

Der Antrag wird dann vom Gericht an den anderen Ehegatten (Antragsgegner) mit einer Bitte um eine Stellungnahme zugesandt. Der Antragsgegner muss dann die Angaben, welche der Antragsteller tĂ€tigte, ĂŒberprĂŒfen. In dem Schreiben finden sich der Trennungstermin und die Scheidungsfolgesachen. DarĂŒber hinaus muss dann der Scheidung zugestimmt oder eben abgelehnt werden.

Wenn Sie der Scheidung nicht zustimmen, können Sie diese nicht verhindern. Dies hat lediglich die Konsequenz, dass die GrĂŒnde der Scheidung offen gelegt werden mĂŒssen. Auch dass dann eine dreijĂ€hrige Trennung vom Gericht verlangt wird, ist nicht unbedingt die Folge.

Mit dem Antrag auf Ehescheidung erhĂ€lt der Antragsgegner zugleich die Formulare fĂŒr den Versorgungsausgleich, sofern die Ehe lĂ€nger als drei Jahre Bestand hatte und keine notarielle VerzichtserklĂ€rung vorgelegt wird. Diese Formulare sind von beiden Ehegatten auszufĂŒllen und an das Gericht zurĂŒck zu senden. Das Gericht erkundigt sich dann bei den VersorgungstrĂ€gern, um die VersorgungsansprĂŒche zu klĂ€ren.

Dies dauert zwischen vier bis sechs Monaten. Das Gericht sendet dann einen Entwurf seiner Entscheidung ĂŒber den Versorgungsausgleich zur Stellungnahme und/oder die Terminladung an die Parteien.

Wenn das Gericht ĂŒber Folgesachen entscheiden muss, mĂŒssen diese spĂ€testens zwei Wochen vor der mĂŒndlichen Verhandlung bei Gericht eingegangen sein (§ 137 Abs. 2 FamFG).

Nach § 128 FamFG ist das persönliche Erscheinen der Ehegatten zum Gerichtstermin Pflicht. Dies gilt auch fĂŒr eine Online-Scheidung, wo bisher die Korrespondenz online erfolgte. Fehlt ein Ehepartner unentschuldigt, so kann ein Ordnungsgeld verhĂ€ngt werden.

Zum Scheidungstermin erscheinen darĂŒber hinaus auch die AnwĂ€lte. Zu Beginn der Verhandlung verliest der Rechtsbeistand den Schriftsatz, in dem auch der Scheidungsantrag enthalten ist. Anschließend hört das Gericht die beiden Ehepartner. Es wird nach dem Trennungstermin und dem Trennungsjahr gefragt. BestĂ€tigen beide Ehepartner die AuskĂŒnfte, so steht der Scheidung nichts mehr im Wege. Nach Erörterung des Versorgungsausgleichs, wird dann der Scheidungbeschlussbeschluss mĂŒndlich verkĂŒndet.

Behauptet ein Ehegatte, die Ehe sei nicht gescheitert, so muss dies durch erfolgreiche Versöhnungsversuche oder ein widersprĂŒchliches Verhalten bewiesen werden. Liegt kein Beweis vor, wird die Ehe trotzdem geschieden.

Soweit beide Parteien anwaltlich vertreten sind, kann schon beim Scheidungstermin Rechtsmittelverzicht erklÀrt werden. Damit wird die Scheidung sofort rechtskrÀftig. Ist nur ein Rechtsbeistand anwesend, so wird der Beschluss erst rechtskrÀftig, wenn der schriftliche Beschluss mit Rechtkraftvermerk vorliegt.

Bis der schriftliche Beschluss vorliegt, können einige Monate vergehen. Der zu Protokoll gegeben Scheidungsbeschluss muss geschrieben und zugstellt werden. Soweit kein Rechtsmittelverzicht erklÀrt wurde, dauert es nach der Zusendung des Beschlusses einen weiteren Monat bis die Scheidung rechtskrÀftig ist.

Der Scheidungstermin ist eine nĂŒchterne Angelegenheit und hĂ€ufig nach wenigen Minuten bereits vorbei. Liegen AntrĂ€ge zu Folgesachen vor, so entscheidet das Gericht im Verbund ĂŒber diese Sachen und den Scheidungsantrag. Nach § 140 Abs. 2 FamFG kann das Gericht auch Folgesachen spĂ€ter entscheiden. DafĂŒr muss sich aber der Scheidungsausspruch durch eine Folgesache so nach hinten verzögern, dass eine unzumutbare HĂ€rte entsteht. Diese Möglichkeit der Abtrennung besteht auch fĂŒr den Versorgungsausgleich, welcher grundsĂ€tzlich verhandelt wird.

Gesamtdauer des Scheidungsverfahrens

Wie lange ein Scheidungsverfahren dauert, ist im Wesentlichen von den Eheleuten abhÀngig. Erfolgt die Scheidung einvernehmlich und notarielle VerzichtserklÀrungen liegen vor, kann das Verfahren bereits nach vier Monaten zum Abschluss kommen. Je mehr FolgeantrÀge gestellt werden und wenn ein Versorgungsausgleich erfolgen muss, weil die Ehe lÀnger als drei Jahre gehalten hat, kann sich das Verfahren in die LÀnge ziehen.

Herrscht allerdings ĂŒber jeden Folgeantrag Streit oder werden die Gerichtstermine verlegt, kann sich eine Scheidung ĂŒber Jahre hinauszögern.

Scheidung: Rechtsanwalt – ja oder nein?

Laut § 114 Abs. 2 FamFG kann nur ein Rechtsanwalt einen Scheidungsantrag fĂŒr seinen Mandanten beim Familiengericht einreichen. Nach Ablauf des Trennungsjahres bzw. der dreijĂ€hrigen Trennungszeit muss also ein Rechtsbeistand aufgesucht werden. Möchte der andere Ehegatte dem Scheidungsantrag zustimmen, so ist laut § 114 Abs. 3 FamFG kein eigener Anwalt von Nöten.

Kommt es also zu einer einvernehmlichen Scheidung, können auf diese Weise deutlich Anwaltskosten gespart werden. Von einer einvernehmlichen Scheidung wird gesprochen, wenn das Familiengericht nur die Scheidung und den von Amtswegen durchzufĂŒhrenden Versorgungsausgleich verhandeln muss. Über die Folgesachen muss sich das Paar bereits vor dem Gerichtstermin einig geworden sein.

Um Anwaltskosten zu sparen, kann nur ein Anwalt beauftragt werden und die Kosten werden im Anschluss geteilt. Alternativ kann der Ehegatte, der einen Anspruch auf (ratenfreie) Verfahrenskostenhilfe hat, einen Rechtsbeistand beauftragen. Hinsichtlich der Anwaltskosten wird dann die Scheidung kostenlos.

Doch Vorsicht: Der Rechtsbeistand darf nur die Interessen desjenigen vertreten, der ihn beauftragt hat. Kommt es also in dieser Phase zum Streit zwischen den Eheleuten, steht der eine Ehegatte am Ende ohne Rechtsbeistand da.

Streit ĂŒber den Unterhalt: Streitereien um Folgesache verlĂ€ngern das Scheidungsverfahren und treiben die Kosten in die Höhe.

Streit ĂŒber den Unterhalt: Streitereien um Folgesache verlĂ€ngern das Scheidungsverfahren und treiben die Kosten in die Höhe.

Auch wenn es zu einer einvernehmlichen Scheidung kommt, gibt es Situationen in denen unbedingt jeder seinen Anwalt haben sollte. Handelt es sich beispielsweise um umfangreiche Vermögenswerte oder Immobilien, so sollte jede Partei einen Anwalt beauftragen – auch wenn beide Partner einen Scheidungsantrag stellen möchten.

Achten Sie bei der Beauftragung des Anwalts darauf, dass es sich um einen Rechtsanwalt handelt, welcher auf das Familienrecht spezialisiert ist. Gerade bei Scheidungen mit erheblichen Vermögen, sollte der Rechtsbeistand erfahren sein. DarĂŒber hinaus Ă€ndert sich die Rechtsprechung immer wieder und es gilt, bestimmte Strategien zu fahren, um fĂŒr den Mandanten das Beste rauszuholen.

Exkurs: Online-Scheidung
Seit dem Jahr 2000 besteht die Möglichkeit eine Online-Scheidung durchzufĂŒhren. Der Begriff “Online-Scheidung” leitet hier allerdings fehl. Denn das eigentliche Scheidungsverfahren kann nicht online durchgefĂŒhrt werden. DafĂŒr ist nach wie vor das Familiengericht zustĂ€ndig. Lediglich die Kommunikation von Anwalt und Mandant wird online getĂ€tigt: Die Mandanten kommunizieren dann ausschließlich ĂŒber das Internet mit dem Scheidungsanwalt. Die benötigten Unterlagen, wie Dokumente, Heiratsurkunde etc., werden dann via Mail oder Fax ĂŒbermittelt. GesprĂ€che mit dem Rechtsbeistand finden schriftlich per Mail oder telefonisch statt. Die Verhandlung bei Gericht erfolgt aber weiterhin von Angesicht zu Angesicht.

Checkliste Scheidung: Sofortmaßnahmen bei Trennung

Checkliste Scheidung: Sofortmaßnahmen bei TrennungJaNein
Sind persönliche Unterlagen und Dokumente wie Ausweise, eigene Geburtsurkunde sowie ggf. Geburtsurkunden der Kinder, Schulabschlusszeugnisse, Berufsausbildungsnachweise, Arbeitszeugnisse, zusĂ€tzliche Krankenversicherungsnachweise, Rentenbescheinigungen, KontoauszĂŒge u. Ă€. gesichert?❏❏
Sind zumindest Kopien von SparbĂŒchern, Kapital bildenden Lebensversicherungen, Wertpapieren und sonstigen Vermögensanlagen sowie (speziell fĂŒr spĂ€teren Ehegatten- oder Kindesunterhalt) Kopien der aktuellen Gehaltsbescheinigungen oder GeschĂ€ftsbilanzen des anderen Ehegatten angefertigt?❏❏
Bei gemeinsamen Konten: Wurde ein neues eigenes Konto angelegt, auf dem alle Zahlungen umgeleitet sind?❏❏
Bei Vollmacht des anderen Ehegatten ĂŒber das eigene Konto: Wurde die Vollmacht schnellstmöglich gegenĂŒber der Bank widerrufen?❏❏
Sind Raten- oder sonstige Zahlungen auf GegenstĂ€nde, die der andere Ehegatte nun alleine nutzt, eingestellt oder die zugehörigen VertrĂ€ge aufgelöst? (etwa der fĂŒr den Ehepartner finanzierten Handyvertrag)❏❏
Beim Scheidungswilligen: Ist die Heiratsurkunde bzw. das Stammbuch vorhanden?❏❏
Beim Ehegatten, der in der vormals gemeinsamen Wohnung verbleibt: Sind die TĂŒrschlösser gewechselt?❏❏
Ist die Beratung eines Rechtsanwaltes zur Trennung erfolgt? (die Kosten einer Erstberatung liegen bei ca. 190 Euro und werden teilweise von der ggf. vorhandenen Rechtsschutzversicherung ĂŒbernommen)❏❏
Erscheint die Hinzuziehung eines Mediators zur außergerichtlichen Regelung bestimmter Fragen (etwa zum Trennungsunterhalt, zur Vermögenssicherung oder zum Umgang mit den Kindern) sinnvoll?❏❏

Trennungsjahr: Was zu beachten ist

Bevor eine Scheidung vollzogen werden kann, gilt es, das Trennungsjahr bzw. die dreijÀhrige Trennungszeit durchzulaufen. Erst im Anschluss wird der Scheidungsantrag beim Familiengericht gestellt.

Diese Trennungszeit soll dem Paar die Möglichkeit geben, ĂŒber die Ehetrennung nachzudenken und eventuell Versöhnungsversuche zu unternehmen. Nichtsdestotrotz sind einige Maßnahmen vorzunehmen, um auch beispielsweise bei einer Trennung nach 20 Jahren einen Rosenkrieg zu verhindern. Eine Checkliste zu diesem Thema stellen wir Ihnen am Ende dieses Textes zur VerfĂŒgung.

Zu Beginn des Trennungsjahres sind keine AntrÀge bei Gericht zu stellen. Jedoch sollte das gemeinsame Leben eingestellt werden. Die Trennungsabsicht ist dem anderen Partner deutlich zu machen.

FĂŒr die Scheidung muss ein Trennungsdatum festgelegt werden. DarĂŒber hinaus ist dieses Datum fĂŒr folgende weitere Dinge wichtig:

  • den Ablauf der jeweiligen Trennungszeit als Voraussetzung der Scheidung
  • eine Änderung der Steuerklasse
  • spĂ€tere AuskunftsansprĂŒche gegenĂŒber dem anderen Ehegatten hinsichtlich des Vermögensbestandes
  • mögliche UnterhaltsansprĂŒche

Geht der Partner auf die Absicht einer Trennung nicht ein, ist es sinnvoll, diese Absichten schriftlich zu formulieren und diese dem Partner zuzusenden. Eine Kopie dessen sollte aufgehoben werden, um im Nachhinein beweisen zu können, dass die Trennungsabsichten mitgeteilt worden sind. DarĂŒber hinaus sollte dieses Schreiben per Einschreiben versendet werden.

Außerdem sind einige weitere Punkte fĂŒr die Zeit der Trennung vom Partner zu klĂ€ren:

  • gemeinsame Wohnung

Bereits wĂ€hrend des Trennungsjahres muss eine rĂ€umliche Trennung der Ehepartner erfolgen. Es ist also zu klĂ€ren, wer aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Erfolgt die Trennung wegen hĂ€uslicher Gewalt, so kann das Opfer durch das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) eine Wohnverweisung fĂŒr den Ehepartner erlangen. Je nach Land gilt diese Verweisung 20 Tage. Das Opfer hat in dieser Zeit die Möglichkeit, beim Familiengericht eine einstweilige Anordnung zu erwirken.

Scheidung mit Kindern: Gerade dann macht es Sinn, einen Mediator aufzusuchen.

Scheidung mit Kindern: Gerade dann macht es Sinn, einen Mediator aufzusuchen.

Nach einem Auszug sollte in jedem Fall Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen werden. Eventuell besteht die Möglichkeit, aus dem MietverhÀltnis entlassen zu werden. Sollte der Vermieter hier nicht mitspielen, können die Eheleute eine schriftliche Vereinbarung unterschreiben, damit die VerhÀltnisse geklÀrt sind.

Formal kann zwar so der Vermieter bei einem Problem oder Schaden immer noch auf beide Mieter zukommen, doch durch die schriftliche Vereinbarung kann nur die Mietpartei in Regress genommen werden, welche auch tatsÀchlich in der Wohnung lebt.

DarĂŒber hinaus muss sich der ausziehende Ehegatte sich beim Einwohnermeldeamt ummelden. SĂ€mtliche VertrĂ€ge, welche im Zusammenhang mit der Wohnung stehen (wie Telefonanschluss etc.) sind umzumelden. Schlussendlich sollten auch die Versicherungen rund um die Wohnung, wie Hausrat, Haftplicht etc. nicht vergessen werden.


Sollte die rÀumliche Trennung im gemeinsamen Haus erfolgen, ist darauf zu achten, dass schriftlich festgehalten wird, welche RÀume von welchem Ehepartner allein genutzt werden. Dies ist dienlich, da im Zweifel ein Getrenntleben bewiesen werden muss.

  • gemeinsame Kinder

Lassen sich Eltern scheiden, so haben sicherlich die gemeinsamen Kinder PrioritÀt. Im Besten Fall klÀrt die gesamte Familie zusammen, wie es nun weiter gehen kann. Im Detail ist zu besprechen, wie der Kontakt zu dem ausziehenden Elternteil erfolgen soll. Bei minderjÀhrigen Kindern bieten hier die JungendÀmter Hilfestellung. Laut Sozialgesetzbuch (SGB) VIII kann die Familie an einer kostenlosen Beratung rund um Trennung, Scheidung und Sorgerecht teilnehmen.

Sollte keine Einigung erzielt werden können, ist als letzter Schritt ein Antrag auf Umgangsregelungen an das Familiengericht zu stellen. In diesem Zusammenhang können auch Trennungs-und/oder Kindesunterhalt und geklĂ€rt werden. Sollte es Probleme oder Änderungen im Sorgerecht geben, so ist das Familiengericht zu kontaktieren. Bevor allerdings zu diesem letzten Mittel gegriffen wird, könnte im Vorfeld allerdings an einer Mediation teilgenommen werden, um auch weiteren Streitthemen im Rahmen der Scheidung zu regeln.

  • ErbansprĂŒche

ErbansprĂŒche bleiben von der Trennung unberĂŒhrt und Ă€ndern sich erst nach der Scheidung. Verstirbt also ein Ehepartner wĂ€hrend der Trennung, erbt der andere Ehepartner wie gehabt. Abweichendes kann eine Ehe- und Erbvertrag festhalten.

Scheidungsfolgesachen

Neben der eigentlichen Scheidung, sind auch die Scheidungsfolgesachen zu klÀren. Nach §&shy137 Abs. 2 FamFG (Familienverfahrensgesetz) sind Folgesachen:

  1. Versorgungsausgleichssachen,
  2. Unterhaltssachen, sofern sie die Unterhaltspflicht gegenĂŒber einem gemeinschaftlichen Kind oder die durch Ehe begrĂŒndete gesetzliche Unterhaltspflicht betreffen mit Ausnahme des vereinfachten Verfahrens ĂŒber den Unterhalt MinderjĂ€hriger,
  3. Ehewohnungs- und Haushaltssachen und
  4. GĂŒterrechtssachen,

wenn eine Entscheidung fĂŒr den Fall der Scheidung zu treffen ist und die Familiensache spĂ€testens zwei Wochen vor der mĂŒndlichen Verhandlung im ersten Rechtszug in der Scheidungssache von einem Ehegatten anhĂ€ngig gemacht wird. FĂŒr den Versorgungsausgleich ist in den FĂ€llen der §§ 6 bis 19 und 28 des Versorgungsausgleichsgesetzes kein Antrag notwendig.

Trennung nach 20 Jahren: Eine Scheidungsfolgevereinbarung kann vor einem Rosenkrieg schĂŒtzen.

Trennung nach 20 Jahren: Eine Scheidungsfolgevereinbarung kann vor einem Rosenkrieg schĂŒtzen.

Sollte zwei Wochen vor der Verhandlung keine Einigung erfolgt sein und die Ehe lĂ€nger als drei Jahre bestanden haben, so verhandelt und entscheidet das Familiengericht ĂŒber die Folgesachen. Sollten notarielle VerzichtserklĂ€rungen vorliegen, wird nicht verhandelt. Über weitere Folgesachen wird nur entschieden, wenn ein Antrag einer Partei eingereicht wurde.

Durch den Versorgungsausgleich werden nach dem Scheidungsrecht die Anwartschaften und Aussichten auf eine Versorgung wegen Alters oder verminderter ErwerbsfÀhigkeit ausgeglichen, die die Eheleute wÀhrend der Ehezeit erworben haben.

KĂŒmmerte sich die Ehefrau wĂ€hrend der Ehe um Haushalt und Kinder, so steht ihr fĂŒr die Ehezeit die HĂ€lfte von dem zu, was der erwerbstĂ€tige Ehemann in die gesetzliche Rentenkasse oder etwa betriebliche Altersvorsorge eingezahlt hat.

Scheidungsfolgesachen sollten vor dem Scheidungstermin geklĂ€rt sein. Ansonsten muss fĂŒr jede Sache einzeln ein Antrag gestellt und vor Gericht verhandelt werden. Dies kostet nicht nur Nerven und Zeit, sondern auch Geld.

Mediation bei Scheidung

Im Scheidungsverfahren kann eine Mediation helfen, einen Scheidungskrieg zu verhindern und eine einvernehmliche Trennung zu realisieren. Eine Mediation kann alle Sachgebiete aufarbeiten, die auch bei streitigen Auseinandersetzungen wĂ€hrend des Scheidungsverfahrens Thema sind. Ziel einer Mediation ist es, eine einvernehmliche und damit eine kostengĂŒnstige Scheidung herbeizufĂŒhren.


Besprochen werden können beispielsweise:

  • Konflikte um den Ehegattenunterhalt
  • Streit um Zugewinnausgleich und Vermögensauseinandersetzungen
  • Ehewohnung und Hausrat
  • Sorgerechtsfragen

Die Ergebnisse der Mediation können in einer Scheidungsfolgevereinbarung aufgenommen werden.

Eine erfolgreiche Mediation gelingt nur, wenn auch Kompromisse eingegangen werden und die Eheleute aufeinander zugehen.

Der Berufsbegriff „Mediator“ ist nicht geschĂŒtzt, weshalb eine Ausbildung als Mediator auch nicht gesetzlich geregelt ist. Allgemein anerkannt ist allerdings, dass die notwendigen Kenntnisse in einer Zusatzausbildung zu erlernen sind.

Sind Mediatoren zugleich RechtsanwĂ€lte, prĂŒft die Rechtsanwaltskammer das FĂŒhren der Berufsbezeichnung. Diese Kombination hat den Reiz, dass dieser Anwalt die Ehegatten auch gleich beim Familengericht vertreten kann und den Scheidungsantrag einreichen kann.

Ablauf einer Mediation

Scheidungsrecht in Deutschland: Ein Mediator kann helfen.

Scheidungsrecht in Deutschland: Ein Mediator kann helfen.

In aller Regel findet zuallererst ein ErstgesprĂ€ch statt, in dem die Inhalte, der Ablauf und die Ziele einer Mediation besprochen werden. Dabei ist zu beachten, dass jeder Mediator anders vorgehen kann. Meist folgen auf ein ErstgesprĂ€ch dann fĂŒnf Phasen.

  • Phase 1: EinfĂŒhrungsgesprĂ€ch

In einem solchen EinfĂŒhrungsgesprĂ€ch wird der Mediationsvertrag geschlossen und die Kosten besprochen. Es werden die weiteren Mediationstermine besprochen. Die Dauer der einzelnen Termine betrĂ€gt 1,5 Stunden.

  • Phase 2: Informationssammlung

In Phase 2 werden die notwendigen Informationen zu einzelnen Konfliktthemen zusammengetragen und die Ehegatten stellen ihre Streitpunkte dar. Im Folgenden werden dann die Themen und Konfliktfelder gesammelt und strukturiert.

  • Phase 3: Problembearbeitung

Nun beginnt die eigentliche Problembearbeitung. Die ersten Themen werden besprochen und die Eheleute erhalten die Möglichkeit, ihre Sicht der Themen darzustellen. In diesem Zusammenhang werden auch Wahrnehmungen, Informationen und Daten ausgetauscht, bevor auf die WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse der Parteien eingegangen wird.

Hier muss der Sprung von vordergrĂŒndigen Positionen zu tieferliegenden Interessen gelingen, damit auf eine einvernehmliche Trennung hingearbeitet werden kann.

  • Phase 4: Kreative Phase

Durch ein Brainstorming werden wertungsfrei Lösungen fĂŒr die einzelnen Konfliktfelder gesucht. Im Anschluss werden die Optionen gewertet und gewichtet. Der Mediator achtet hier darauf, dass die Lösungen zu den zuvor geĂ€ußerten Interessen passen, damit nicht vorschnell Entscheidungen getroffen werden. Des Weiteren wird ĂŒberlegt, ob sich die Lösungen in der RealitĂ€t umsetzen lassen.

  • Abschluss der Mediation

Die gefundenen Lösungen werden in einer Mediationsvereinbarung festgehalten. Daraus kann dann eine Scheidungsfolgevereinbarung erarbeitet werden.

Nach der Scheidung: Das Àndert sich

Neben den bereits geregelten Themen zur Scheidung, wie zum Beispiel die Unterhaltsfrage, sind nach einer Scheidung noch einige andere Dinge zu beachten:

  • Familienname

Wird die Scheidung rechtkrĂ€ftig, so kann dann der Nachname, welcher vor der Eheschließung gefĂŒhrt wurde, wieder angenommen werden. ZustĂ€ndig fĂŒr diese NamensĂ€nderung ist das Standesamt.

  • Krankenversicherung

WĂ€hrend der Ehe gilt bei den gesetzlichen Krankenkassen eine Familienversicherung fĂŒr nicht erwerbstĂ€tige Ehegatten. Dieser Ehegatte war dann ĂŒber den beschĂ€ftigten Ehegatten beitragsfrei mitversichert.

Mit Rechtskraft der Scheidung endet dieser Versicherungsschutz. Sollte dann zeitgleich eine BeschĂ€ftigung aufgenommen werden, ist der geschiedene Ehepartner versichert. Sollte er allerdings wie wĂ€hrend der Ehe erwerbslos sein, so muss Arbeitslosengeld beantragt werden, um den Status als Sozialversicherungspflichtiger zu erhalten. Wird kein Arbeitslosengeld beantragt oder erhalten Sie dieses nicht, mĂŒssen Sie sich freiwillig versichern.

Setzen Sie sich in jedem Fall sofort mit der Krankenkasse, bei der Sie bisher familienversichert waren, in Verbindung. Nach Rechtskraft der Scheidung muss der Aufnahmeantrag innerhalb von drei Monaten vorliegen. VersÀumen Sie diese drei-Monats-Frist ist eine Aufnahme nicht mehr möglich und Sie haben keinen Versicherungsschutz.

Bei Ehepartner von öffentlichen Bediensteten endet mit der Scheidung die Beihilfeberechtigung. Der geschiedene Partner muss dann die private Versicherung entsprechend aufstocken, um den vollen Versicherungsschutz zu behalten.

Bekommt ein geschiedener Ehegatte Unterhaltszahlungen, so gehören die Kosten der jeweiligen Krankenversicherung zum Krankenversorgungsunterhalt und können neben dem regulĂ€ren Unterhalt verlangt werden. In der Praxis kommt es allerdings oft vor, dass die finanziellen Mittel des Unterhaltspflichtigen kaum fĂŒr den regulĂ€ren Unterhalt reichen. Der Krankenversorgungsunterhalt entfĂ€llt dann.

  • Steuerklasse

In aller Regel erfolgte der Steuerklassenwechseln bereits zum Jahreswechsel wÀhrend des Trennungsjahres. Es kommt dann zu einem Wechsel des Unterhaltsschuldners von der Lohnsteuerklasse III in die Klasse I. Betreut derjenige allerdings Kinder, Àndert sich beim anderen Ehegatten die Steuerklasse V in II, sonst auch in die Steuerklasse I.

  • Umgangsrecht

Sollten die getroffenen Regelungen zum Umgangsrecht nicht eingehalten werden, so kann das Jugendamt helfen. Kommt es zu keiner Einigung muss erneut das Familiengericht entscheiden.

Aufhebung: Die gleichen Rechten und Pflichten wie bei einer Scheidung.

Aufhebung: Die gleichen Rechten und Pflichten wie bei einer Scheidung.

  • UnterhaltsĂ€nderungen

Es ist alle zwei Jahre möglich, die Angemessenheit der Unterhaltszahlungen zu ĂŒberprĂŒfen. Sollten allerdings Tatsachen bekannt werden, die eine frĂŒhere ÜberprĂŒfung rechtfertigen, so ist auch dies möglich.

  • Versicherungen

SpĂ€testens wenn die Scheidung rechtskrĂ€ftig wird, sollten alle bestehenden Versicherungen ĂŒberprĂŒft und im Zweifel angepasst werden. Die andere Partei sollte sich um neue Versicherungen kĂŒmmern.

  • Versorgungsausgleich

Es kann passieren, dass bei Berechnung des Versorgungsausgleichs von falschen Voraussetzungen ausgegangen wurde. Beispielsweise kann eine unverfallbare Betriebsrente doch verfallen oder eine vorzeitige ErwerbsunfÀhigkeit reduziert die Altersversorge. Sobald eine Abweichung ab 10% auftritt, kann eine Anpassung vorgenommen werden.

SonderfÀlle der Scheidung: Schnelle Scheidung und HÀrteklausel

§ 1565 BGB Abs. 2 regelt, dass Ehegatten, welche weniger als ein Jahr getrennt leben, nur geschieden werden können, wenn die WeiterfĂŒhrung der Ehe fĂŒr den Antragssteller eine unzumutbare HĂ€rte aufweist. Um dies weiter zu spezifizieren, hilft ein Blick in § 1586 BGB.

(1) Die Ehe soll nicht geschieden werden, obwohl sie gescheitert ist, wenn und solange die Aufrechterhaltung der Ehe im Interesse der aus der Ehe hervorgegangenen minderjĂ€hrigen Kinder aus besonderen GrĂŒnden ausnahmsweise notwendig ist oder wenn und solange die Scheidung fĂŒr den Antragsgegner, der sie ablehnt, auf Grund außergewöhnlicher UmstĂ€nde eine so schwere HĂ€rte darstellen wĂŒrde, dass die Aufrechterhaltung der Ehe auch unter BerĂŒcksichtigung der Belange des Antragstellers ausnahmsweise geboten erscheint.

Dieser Paragraph geht auf die sogenannte schnelle Scheidung oder auch „Blitzscheidung“ ein. Hierbei muss das Trennungsjahr nicht eingehalten werden. Dies ist aber nur möglich, wenn eine unzumutbare HĂ€rte vorliegt. Denkbar wĂ€re hier hĂ€usliche Gewalt. Ob dem stattgegeben wird, entscheidet in jedem konkreten Fall das Familiengericht.

Ebenso geht aus diesem Paragraph hervor, dass ein Gericht eine Scheidung auch versagen kann. Dies kann passieren, wenn dies im Interesse gemeinsamer minderjÀhriger Kinder notwendig ist.

DarĂŒber hinaus ist dies denkbar, wenn eine Scheidung fĂŒr den scheidungsunwilligen Ehepartner aufgrund außergewöhnlicher UmstĂ€nde eine schwere HĂ€rte darstellen wĂŒrde. Aber auch dies prĂŒft das Familiengericht in jedem Fall einzeln.

Scheidungsfolgevereinbarung

Hier erfahren Sie, wie Sie bei einer Scheidung Anwaltskosten im Rahmen halten können.

Hier erfahren Sie, wie Sie bei einer Scheidung Anwaltskosten im Rahmen halten können.

Eine Scheidungsfolgevereinbarung kann das Scheidungsverfahren abkĂŒrzen. Beispielsweise im Rahmen der Mediation kann eine solche Vereinbarung getroffen werden. Bei solch einem SchriftstĂŒck handelt es sich um einen Vertrag, welcher wĂ€hrend der Trennung bzw. dem Scheidungsverfahren festgelegt wird und die Folgen der Scheidung regelt. Er kĂŒmmert sich um die Folgesachen und hilft dabei, einen Rosenkrieg zu verhindern. DarĂŒber hinaus ist so eine Vereinbarung kostengĂŒnstiger, als jede Folgesache einzeln von einem Richter regeln zu lassen. Zudem verkĂŒrzt sich so das eigentliche Scheidungsverfahren immens.

Folgende GegenstÀnde können Teil der Scheidungsfolgevereinbarung sein:

  • Verzicht auf den Zugewinnausgleich
  • Ausschluss des Versorgungausgleichs oder Teilen davon
  • Übertragung von Vermögenswerten, Immobilien und/oder Gesellschaftsanteilen
  • Ausgleichszahlungen fĂŒr Verzichte
  • Zuwendungen
  • Stundung von Forderungen
  • Gesamtschuldausgleich bei gemeinsamen Verbindlichkeiten
  • Steuerliche Gestaltung
  • Unterhalt wĂ€hrend der Trennung
  • Unterhalt nach der Scheidung einschließlich Dauer bzw. Laufzeit des nachehelichen Unterhalts
  • Kindesunterhalt und Umgangsregelungen
  • Hausratsaufteilung
  • EinrĂ€umung eines dauerhaften Wohnsitzes

Existierte wÀhrend der Ehe ein Ehevertrag, so können auch Punkte aus diesem in die Scheidungsfolgevereinbarung aufgenommen werden.

Vor allem wenn eine AbĂ€nderung bzw. ein Ausschluss des Versorgungsausgleich, Änderungen der Ausgleichsforderungen beim Zugewinn oder GrundstĂŒcksĂŒbertragungen vorgenommen werden, bedarf es einer notariellen Beurkundung. Ist die Scheidungsfolgevereinbarung einmal geschlossen, lĂ€sst sie sich kaum oder ĂŒberhaupt nicht mehr Ă€ndern, lassen Sie sich also von einem Anwalt und/oder Notar beraten, bevor Sie vorschnell unterschreiben.

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Scheidung – Hier erfahren Sie alles rund um die Ehetrennung
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4 Gedanken zu „Scheidung – Hier erfahren Sie alles rund um die Ehetrennung

  1. Hildegard

    Vielen Dank fĂŒr die gut verstĂ€ndlichen Hinweise zum Scheidungsprozedere. Ich bin gerade auf der Suche nach dem passenden Anwalt fĂŒr Familienrecht. Gut, wenn man vorher schon aufgeklĂ€rt ist.

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  2. Nora

    Gut zu wissen, dass man nach einer Scheidung die Krankenversicherung regeln soll. Ohne deine Liste hĂ€tte ich wahrscheinlich diesen Punkt vergessen. Danke fĂŒr den Beitrag, sehr informativ! Ich habe einen guten Überblick ĂŒber das Thema bekommen!

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  3. Katherine

    Das sind sehr hilfreiche Infos. Gut zu wissen, dass man nur einen Anwalt beauftragen darf, um Geld zu sparen. Den Artikel werde ich auf jeden Fall an meine Freundin weiterleiten. Sie wird das sicherlich auch sehr interessant finden, da sie leider von ihrem Mann trennt, aber sie weiß nicht wie es alles lĂ€uft und such nach Information.

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  4. Joachim

    Vielen Dank fĂŒr die Informationen bezĂŒglich Scheidungen. Mein Bruder erfuhr kĂŒrzlich von einer AffĂ€re, die seine Frau seit mehreren Jahren hat, und er erwĂ€gt nun die Scheidung. Ich werde diesen Artikel mit ihm teilen und schlage vor, dass er mit einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt spricht.

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