Falschmeldung in der Presse: Irrtum oder gezielte Desinformation?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 10. April 2021

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Falschmeldung in der Presse: Irrtum oder gezielte Desinformation?

FAQ: Falschmeldung

Sin Journalisten der Wahrheit verpflichtet?

Laut Deutschem Pressekodex gehört die Achtung der Wahrheit zu den obersten Geboten der Presse. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine verbindliches Gesetz.

Welche Folgen haben Falschmeldungen?

Kommt es trotz sorgfältiger Recherchen zu einer Falschmeldung, sieht der Pressekodex eine Richtigstellung vor. Allerdings

Was unterscheidet Falschmeldungen und Fake News?

Bei einer Falschmeldung handelt es sich um einen versehentlichen Irrtum, wohingegen Fake News gezielt eingesetzt werden, um unkorrekter Informationen zu verbreiten.

Unwahrheiten in den Medien

Der Umgang mit einer Falschmeldung ist im Pressekodex klar geregelt.
Der Umgang mit einer Falschmeldung ist im Pressekodex klar geregelt.

Medien und Journalisten sollten sich im besonderen Maße der Wahrheit verpflichten. Journalistische Sorgfalt und die Ethik des Berufs garantieren jedoch keinen 100-prozentigen Wahrheitsgehalt: Immer wieder wird eine Falschmeldung publiziert.

Viele erinnern sich in diesem Zusammenhang an die angeblichen ‚ÄěHitler-Tageb√ľcher‚Äú, welche von dem Magazin Stern in Ausz√ľgen ver√∂ffentlicht wurden, bevor Untersuchungen ergaben, dass es sich um F√§lschungen handelt. In heutigen Zeiten wirft eine Falschmeldung oftmals den Vorwurf auf, ein Medium w√ľrde Fake News vertreiben.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Schritte Medien gem√§√ü Pressekodex nach der Herausgabe einer Falschmeldung einleiten m√ľssen und inwiefern rechtliche Konsequenzen drohen.

So wird eine Falschmeldung in der Zeitung im Pressekodex behandelt

Ziffer 1 des Deutschen Pressekodex bestimmt:

Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenw√ľrde und die wahrhaftige Unterrichtung der √Ėffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
Jede in der Presse t√§tige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubw√ľrdigkeit der Medien.‚Äú

Eine falsche Zeitungsmeldung muss vom Medium richtiggestellt werden.
Eine falsche Zeitungsmeldung muss vom Medium richtiggestellt werden.

Es gehört also zum journalistischen Alltag, die Publikation einer Falschmeldung zu vermeiden.

Doch aller Sorgfalt entgegen kommt es regelm√§√üig seitens der Presse zu Falschmeldungen ‚Äď ob im Internet oder im Print.

F√ľr diese F√§lle bestimmt der Pressekodex, dass das betroffene Medium eine Richtigstellung verfassen muss, um die Informationen zu berichtigen.

Der Pressekodex ist allerdings kein Gesetz, sondern vielmehr eine Leitlinie, zu welcher sich Journalisten verpflichten. Richtet sich ein Medium ‚Äď etwas nach der Ver√∂ffentlichung einer Falschmeldung ‚Äď nicht nach dem Kodex, muss es mit einer R√ľge rechnen.

Falschmeldung vs. Fake News: Auf die Konnotation kommt es an

Oftmals werden die Begriffe ‚ÄěFalschmeldung‚Äú und ‚ÄěFake News‚Äú synonym verwandt. Jedoch besteht zwischen den Termini ein Unterschied. In beiden F√§llen ist von falschen Informationen die Rede, welche in Presse und Medien verbreitet werden.

W√§hrend der Begriff der Falschmeldung jedoch einen irrt√ľmlichen Fehler bezeichnet, definiert die Betitelung Fake News die willk√ľrliche Verbreitung unkorrekter oder unvollst√§ndiger Informationen.

Aus der Annahme, alle Medien w√ľrden vermehrt Fake News schreiben hat sich der Begriff der ‚ÄěL√ľgenpresse‚Äú als Diffamierung der gesamten Medienlandschaft entwickelt. Dieser wurde 2014 zum Unwort des Jahres gek√ľrt.

Rechtliche Aspekte: So können Betroffene gegen Falschmeldungen in den Medien vorgehen

Auf Facebook verbreiten sich Falschmeldungen meist schnell.
Auf Facebook verbreiten sich Falschmeldungen meist schnell.

Verletzt eine Falschmeldung die Pers√∂nlichkeitsrechte einer Person bzw. einer Organisation, welche von Ehrschutzdelikten betroffen sein kann, drohen f√ľr das Medium rechtliche Konsequenzen.

Nebst dem Recht auf Unterlassung und Richtigstellung können die Betroffenen nämlich meist zusätzlich einen Schadensersatz geltend machen.

Weiterhin drohen dem Verfasser Freiheits- oder Geldstrafen, wenn er einen der folgenden Tatbest√§nde erf√ľllt:

Da es grundsätzlich nicht verboten ist, die Unwahrheit zu verbreiten, drohen rechtliche Folgen nur dann, wenn die Persönlichkeitsrechte eines Geschädigten angegriffen wurden. Aus diesem Grund sind auch Fake News per se nicht verboten. Es ist daher umso wichtiger, dass Medienkonsumenten lernen, Fake News zu erkennen.
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