Deutsches Weingesetz: Vorschriften rund um den edlen Tropfen

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 4. Oktober 2020

Das Weingesetz regelt den Anbau, die Herstellung und den Verkauf von Wein
Das Weingesetz regelt den Anbau, die Herstellung und den Verkauf von Wein
Es existieren mehrere Weingesetze, in der Regel eines für jedes Land.

Es existieren mehrere Weingesetze, in der Regel eines für jedes Land.

Im Jahr 2017 wurde dem Statistik-Portal „Statista“ zufolge auf insgesamt 102.000 Hektar in Deutschland Weinanbau betrieben. Dass dabei auch alles mit rechten Dingen zugeht, soll das deutsche Weingesetz (WeinG) sicherstellen. Neben den Grundlagen zum Anbau regelt es außerdem, was bei der Herstellung und dem Verkauf von Wein beachtet werden muss.

Ergänzt wird das deutsche Weinrecht von der Verordnung Nr. 3201/1990 für die Bezeichnung und die Aufmachung der Weine sowie die Verordnung Nr. 1493/1999 über die Gemeinsame Marktordnung für Wein. Diese fallen unter das Europarecht, welches überstaatlich Anwendung findet.

Im Ratgeber erfahren Sie, welche Kriterien laut Weingesetz unter anderem eingehalten werden müssen und mit welchen rechtlichen Sachverhalten sich ein auf das Weinrecht spezialisierter Anwalt beschäftigt.

Die wichtigsten Regelungen aus dem Weingesetz

Das deutsche Weingesetz weist über 50 verschiedene Paragraphen auf, die sich im Detail unter anderem mit der Gesundheit der Trauben, Anbaugebieten, Bodenarten, dem Alkoholgehalt, Rebsorten sowie der Anreicherung mit Zucker befassen. Zusätzlich regelt es die Bezeichnung unterschiedlicher Weinsorten, die je nach Zuckergehalt, Region, Güteklasse und Qualitätsstufe anders ausfällt.

Güteklassen

Insgesamt unterscheidet das Weingesetz zwischen vier Güteklassen (in absteigender Qualität):

Das Weingesetz unterscheidet zwischen vier Güteklassen.

Das Weingesetz unterscheidet zwischen vier Güteklassen.

  1. Prädikatswein (Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung)
  2. Qualitätswein (Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung)
  3. Landwein (Wein mit geschützter geografischer Angabe)
  4. Wein (Deutscher Wein ohne Herkunftsbezeichnung)

Um als Prädikats- oder Qualitätswein zu gelten, muss ein deutscher Wein zuvor stets einer amtlichen Qualitätsweinprüfung unterzogen werden. Bei dieser Prüfung werden im Großen und Ganzen fehlerhafte Weine aussortiert, die den jeweiligen Anforderungen des Weingesetzes nicht gerecht werden. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Prüfung wird eine amtliche Prüfnummer (AP-Nr.) auf das Etikett des entsprechenden Weins gedruckt, welches dem Verbraucher wiederum Aufschluss über die Qualität gibt.

Übrigens: Die Klassifizierung der Geschmacksrichtungen „edelsüß“, „lieblich“, „halbtrocken“ oder „trocken“ ergibt sich aus der Menge an Restzucker im Wein, die ebenfalls im Weingesetz vorgeschrieben ist.

Prädikatsstufen & Alkoholgehalt

Weiterhin definiert das Weingesetz verschiedene spezielle Prädikatsstufen, die sich auf den Reifegrad beziehen. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt die Weinlese stattfand, erhält der Wein die folgende Prädikatsstufe:

  • Kabinett (Reife Trauben)
  • Spätlese (Vollreife Trauben)
  • Auslese (Vollreife Trauben, die durch Edelfäule konzentriert sein können)
  • Beerenauslese (Vollreife edelfaule Trauben)
  • Eiswein (Bei weniger als -7 Grad am Rebstock gefrorene Trauben, die noch gefroren gekeltert (ausgepresst) werden)
  • Trockenbeerenauslese (Weitestgehend rosinenartig eingeschrumpfte edelfaule Beeren)

Zum Alkoholgehalt besagt das Weingesetz in § 17 Absatz 1 Folgendes:

Qualitätswein und die Prädikatsweine Kabinett, Spätlese oder Auslese müssen mindestens 7 Volumenprozent vorhandenen Alkohol, die Prädikatsweine Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein müssen mindestens 5,5 Volumenprozent vorhandenen Alkohol aufweisen.“

Welche Aufgaben fallen einem Anwalt für deutsches Weinrecht zu?

Beim Weinrecht handelt es sich um ein Spezialgebiet des Agrarrechts. Die Vorschriften wirken nicht selten komplex und sind sehr vielseitig, weshalb einige Winzer oder Weinhändler auf die Unterstützung eines Anwalts setzen, um auf der sicheren Seite zu sein. Dieser sollte nicht nur mit den Regelungen aus dem deutschen Weingesetz, sondern auch den jeweils anzuwendenden EU-Verordnungen vertraut sein.

Zu seinen Aufgaben gehören beispielsweise

Deutsches Weingesetz: Ein Anwalt kann Ihre offenen Fragen beantworten.

Deutsches Weingesetz: Ein Anwalt kann Ihre offenen Fragen beantworten.

  • das Bezeichnungsrecht (Angaben zur Bezeichnung von Wein, Etikettierung, etc.),
  • die amtliche Überprüfung von Wein und Weinbau,
  • der Weinhandel oder
  • das Weinstrafrecht sowie Weinordnungswidrigkeiten.

Im Jahr 2016 beispielsweise wurde ein 53-jähriger Winzer aus dem Norden des Rems-Murr-Kreises dabei erwischt, wie er falsch etikettierte Weine verkaufte. Dies geschah allerdings nicht aus reiner Täuschungsabsicht, sondern vielmehr aus einem zu lockeren Umgang mit den Vorschriften aus dem Weingesetz heraus. Hätte er sich im Vorfeld von einem Anwalt für aktuelles Weinrecht beraten lassen, wäre ihm die Strafe möglicherweise erspart geblieben.

Bildnachweis Header: alexrockheart © Depositphotos

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Deutsches Weingesetz: Vorschriften rund um den edlen Tropfen
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2 Gedanken zu „Deutsches Weingesetz: Vorschriften rund um den edlen Tropfen

  1. Galina V

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich wohne in M [von der Redaktion geändert]
    und überlege eine Handelsvertretungsfirma anzumelden, um Weine aus meinem Herkunftsland (Moldawien) nach Deutschland zu importieren.

    Ich suche momentan eine Anwaltskanzlei, der mich in Fragen zum deutschen Weinrecht unterstützen kann, ggf. in Fragen des Weinimports.

    Mit freundlichen Grüßen
    Galina V

    Antworten
    1. Anwalt.org

      Hallo Galina V,

      ein Empfehlung können wir nicht herausgeben. Wenden Sie sich am besten an die örtliche Anwaltskammer. Diese kann Sie mit wichtigen Informationen ausstatten.

      Ihr Team von anwalt.org

      Antworten

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