Fischereigesetz: Angeln und Fischen gesetzlich geregelt

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 18. Mai 2020

In Deutschland wird das Fischereigesetz unterteilt in das Seefischereirecht und die Binnenfischerei.
In Deutschland wird das Fischereigesetz unterteilt in das Seefischereirecht und die Binnenfischerei.
Das Fischereirecht wird durch das Fischereigesetz geregelt.

Das Fischereirecht wird durch das Fischereigesetz geregelt.

Fischerei geh├Ârt seit Jahrhunderten zum Leben der Menschen. Doch Umwelteinfl├╝sse, Klimawandel und ├ťberfischung stellen sich zunehmend als Problem dar. In Deutschland regelt das Fischereigesetz wo, wann und wie viel gefischt werden darf und f├╝r welche Tiere es Ausnahmeregelungen gibt. Wer schon mal einen Angelausflug gemacht hat, wei├č, dass es hierf├╝r einer besonderen Erlaubnis bedarf. Somit ist das Gesetz auch ein wichtiger Bestandteil des Umwelt- und auch des Tierschutzes.

Angler und auch beruflich t├Ątige Fischer d├╝rfen sich nicht einfach einen Ort suchen und Fische fangen. Sowohl in Deutschland als auch international muss sich an bestimmte Vorschriften, die im Fischereirecht festgehalten sind, gehalten werden. In der Bundesrepublik ist die Fischerei durch verschiedene Landesgesetze geregelt.

Was diese und die Landesfischereiverordnungen bedeuten, welche Fischereigesetze besonders wichtig sind und worauf Angler beziehungsweise Fischer noch achten m├╝ssen, betrachtet der nachfolgende Ratgeber n├Ąher.

Fischereirecht auf Bundesebene

Das Fischereigesetz ist Teil des Fischereirechts, welches sowohl ein Rechtsgebiet darstellt (geh├Ârt zum agrarspezifischen Verwaltungsrecht) als auch das Recht Fischerei zu betreiben bezeichnet. Das Fischereirecht befasst sich mit allen Rechtsnormen, die die Fischerei betreffen. Hierzu z├Ąhlen neben der gewerblichen Fischerei auch das gew├Âhnliche Angeln an einem Teich oder Fluss. Das Fischereigesetz legt die jeweiligen Vorschriften fest.

Das Fischereirecht wird in zwei Bereiche unterteilt. Zum einen gibt es das Seefischereirecht, das durch internationale Abkommen und Gesetze geregelt wird. Hinzu kommen hier zudem auch die einzelnen Fischereigesetze der Staaten. Das Seefischereigesetz ist in Deutschland f├╝r diesen Bereich zust├Ąndig.
International definieren die Staaten ihre Fischereigesetze selbst.

International definieren die Staaten ihre Fischereigesetze selbst.

Zum anderen gibt es den Bereich der Binnenfischerei. Dieses Recht wird in der Regel durch die einzelnen Gesetze und Verordnungen der L├Ąnder reguliert. Das deutsche Fischereigesetz ist dar├╝ber hinaus auch eine L├Ąnderangelegenheit. Das hei├čt, dass die Bundesl├Ąnder zus├Ątzlich zu den Bestimmungen des Bundes ihre eigenen Gesetze, Verordnungen und Erlasse hinzuf├╝gen.

So kann beispielsweise das Fischereirecht in Bayern auch durch eine zus├Ątzliche Landesverordnung geregelt sein, w├Ąhrend in Nordrhein-Westfalen vorrangig das Landesfischereigesetz NRW g├╝ltig ist. In der Regel haben jedoch fast alle L├Ąnder eine Landesfischereiverordnung, die die Umsetzung des Fischereigesetzes regelt.

Was ist im Fischereigesetz enthalten?

Das Fischereigesetz definiert den Umgang mit Fischen sowie das Fangen dieser. Dem Gesetz nach gelten Fische nebst Fischlaich, Neunaugen, Krebse, Teich- und Perlmuscheln sowie in einigen L├Ąndern auch Fischn├Ąhrtiere als Tiere, die unter das Fischereigesetz fallen.

Neben dem Recht f├╝r die Aus├╝bung der Fischerei sowie der Definition der betreffenden Tiere, befasst sich das Fischereigesetz auch mit den verschiedenen Arten von Gew├Ąssern und den dazugeh├Ârigen Regelungen. Zudem wird auch festgelegt, welche Fischarten ├╝berhaupt gefangen werden d├╝rfen und zu welcher Jahreszeit dies erlaubt ist. Die Ma├če der Fische sowie auch das Einhalten der Schonzeit sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Verst├Â├če gegen diese Bestimmungen werden mit Bu├čgeldern geahndet oder ziehen in bestimmten F├Ąllen auch ein Strafverfahren nach sich.

Die Bundes- und Landesbeh├Ârden (meist die Fischereibeh├Ârden) d├╝rfen gem├Ą├č den gesetzlichen Bestimmungen die genannten Tiere hegen, fangen und sich aneignen. Dies d├╝rfen auch die Eigent├╝mer eines Gew├Ąsser, da diese dem Fischereigesetz nach das Fischereirecht inne hat. Dies wird dann als Eigentumsfischerei bezeichnet. Das Recht kann aber von den Beh├Ârden auch unabh├Ąngig vom Grundst├╝ck erteilt werden (selbstst├Ąndiges Fischereirecht). In der Berufsfischerei ist es durchaus ├╝blich, dass mehrere Personen f├╝r das gleiche Gew├Ąsser oder einen Abschnitt das Fischereirecht besitzen.

Dem Fischereigesetz nach, ist es zudem m├Âglich, dass Inhaber eines Fischereirechts dieses verpachten oder andere Personen dieses aus├╝ben lassen. Im letzten Fall muss dann ein Erlaubnis- oder Gew├Ąsserschein ausgestellt werden.

Das Innehaben des Fischereirechts beziehungsweise das Vorliegen einer Erlaubnis durch den Inhaber des Rechts sind wichtige Voraussetzungen, um in Deutschland die Fischerei aus├╝ben zu d├╝rfen. Zudem muss auch ein g├╝ltiger staatlicher Fischereischein (auch Angelschein oder Fischereierlaubnisschein) vorliegen.

Im Fischereigesetz sind sowohl das Angeln als auch die gewerbliche Fischerei geregelt.

Im Fischereigesetz sind sowohl das Angeln als auch die gewerbliche Fischerei geregelt.

Inhaber eines solchen d├╝rfen in Begleitung des P├Ąchters oder Rechteinhabers auch ohne eine Erlaubnis fischen. Je nach Bundesland ist die Anzahl dieser Personen ohne Erlaubnis allerdings begrenzt.

Fischerei- und Jugendfischereischein

Ein staatlicher Fischereischein oder ein Jugendfischereischein wird ├╝blicherweise von den jeweiligen Bundesl├Ąndern erstellt, nachdem diese pr├╝fen, ob die Voraussetzungen erf├╝llt sind. Das jeweilige Fischereigesetz des Bundeslandes definiert, welche Vorgaben f├╝r einen solchen Schein zu beachten sind.

In der Regel gelten f├╝r den Fischereischein folgende Bedingungen:

  • nur nat├╝rliche Personen k├Ânnen diesen erhalten, er ist nicht ├╝bertragbar
  • G├╝ltigkeitsdauer und ÔÇôbereich sind festgelegt und begrenzt
  • Anzahl der Fische, die pro Tag gefangen werden d├╝rfen, ist begrenzt

Der Fischereiberechtigte, in der Regel der Inhaber des Fischereirechts, darf f├╝r einen ausgestellten Fischereischein gesetzliche Schonzeiten und Mindestma├če ver├Ąndern. Allerdings darf das Ma├č nur ├╝ber das festgelegte gesetzliche hinaus ge├Ąndert jedoch nicht minimiert werden. Hier spielen sowohl Umwelt- und Tierschutz als auch die Regelungen zu den Tierrechten eine Rolle.

Der Fischereischein muss von der zust├Ąndigen Fischereibeh├Ârde genehmigt sein. Je nach Bundesland betr├Ągt die G├╝ltigkeit ein, f├╝nf oder zehn Jahre. In einigen F├Ąllen kann ein solcher Schein auch auf Lebenszeit beantragt werden. Eine Pr├╝fung ist in der Regel auch notwendig, um den Schein zu erhalten.

Das Dokument an sich wird gegen eine Geb├╝hr beim Landesamt beziehungsweise den Gemeinde- oder Stadt├Ąmtern ausgestellt. Gleichzeitig wird hier auch die Fischereiabgabe erhoben und einbehalten.

Die Altersgrenze f├╝r den Jugendfischereischein ist je nach Fischereigesetz des Bundeslandes unterschiedlich festgelegt. In der Regel ist eine solche Erlaubnis im Alter zwischen 10 und 16 oder 18 notwendig, um die Fischerei aus├╝ben zu k├Ânnen.

Im Fischereigesetz festgelegt: die Schonzeit und wann bestimmte Arten gefangen werden d├╝rfen.

Im Fischereigesetz festgelegt: die Schonzeit und wann bestimmte Arten gefangen werden d├╝rfen.

Auch, ob es eine leichte oder gar keine Pr├╝fung gibt, ist je nach Bundesland verschieden geregelt. Auch der Jugendfischereischein wird von der zust├Ąndigen Beh├Ârde ausgestellt. Besondere Regelungen, ob zum Beispiel eine Begleitperson mit einem staatlichen Fischereischein anwesend sein muss oder ob es eine Beschr├Ąnkung in Bezug auf die Anzahl der Ruten oder der zu angelnden Fische gibt, sind dann wieder landeseigene Bestimmungen.

Wer ist f├╝r die Einhaltung des Fischereigesetzes zust├Ąndig?

In der Regel ist die Fischereibeh├Ârde f├╝r die Durchsetzung und Einhaltung der geltenden Gesetze und Verordnungen zust├Ąndig. Auf Bundesebene ist es das Bundesministerium f├╝r Land- und Forstwirtschaft, welches die oberste Fischereibeh├Ârde darstellt.

Da die Regelungen zum Fischereigesetz sowie Fischereirecht jedoch gr├Â├čtenteils auf der Landesebene stattfinden, gibt es auch dort zust├Ąndige Beh├Ârden. Je nach Bundesland k├Ânnen dies unterschiedliche Institutionen sein. So ist die oberste Fischereibeh├Ârde eines Bundeslandes beispielsweise das Land- und Forstwirtschaftsministerium oder der Senator f├╝r Wirtschaft.

Die Bezirksregierung, die Forstdirektion oder die Landesverwaltungs├Ąmter k├Ânnen als h├Âhere Fischereibeh├Ârde fungieren, w├Ąhrend zum Beispiel die Kreisverwaltungen sowie die Stadt- und Polizei├Ąmter als untere Fischereibeh├Ârde auftreten.

Gem├Ą├č dem Fischereigesetz der jeweiligen L├Ąnder sind die Beh├Ârden f├╝r verschiedene Bereiche des Fischereirechts zust├Ąndig. So muss ein Fischereischein bei der unteren Fischereibeh├Ârde beantragt werden. Die Beh├Ârde hat dann auch das Recht, eine Kontrolle der Personen durchzuf├╝hren, die die Fischerei aus├╝ben.

Die Fischereigesetze der L├Ąnder vergeben mit dem Fischereirecht eine Erlaubnis, bestimmte Fische zu fangen.

Die Fischereigesetze der L├Ąnder vergeben mit dem Fischereirecht eine Erlaubnis, bestimmte Fische zu fangen.

So muss der Inhaber einer Fischereierlaubnis bei der Aus├╝bung immer den Fischereischein und den Fischereierlaubnisschein (durch den Rechteinhaber ausgestellt) mitf├╝hren und auf Verlangen vorzeigen k├Ânnen. Eine Kontrolle kann laut einem landeseigenen Fischereigesetz durch die Polizei, den Fischereiaufseher, den Fischereiberechtigten (Inhabern des Fischereirechts) und den P├Ąchtern des jeweiligen Gew├Ąssers erfolgen.

Gesetzliche Grundlagen f├╝r den Schutz des Fischereirechts

Dem Fischereigesetz nach ist das Fischerreichrecht ein privates Eigentumsrecht. Der Schutz eines solchen wird unter anderem auch im B├╝rgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter ┬ž 1004 festgelegt. Auch ┬ž 823 BGB befasst sich mit diesem Thema und regelt Schadensersatzanspr├╝che. Ein Grund f├╝r einen solche Anspruch k├Ânnen, laut Fischereigesetz, ÔÇ×erheblichen, schuldhaften Beeintr├Ąchtigungen der Fischbest├ĄndeÔÇť darstellen.

Ein unerlaubtes Angeln kann jedoch auch einen Straftatbestand darstellen, da fremdes Fischereirecht verletzt wird und es sich unter Umst├Ąnden auch um Fischwilderei handeln kann. Dies wird im Strafgesetzbuch (StGB) unter ┬ž 293 erl├Ąutert. Findet dies in offenen Gew├Ąssern (vernetzte Gew├Ąsser in staatlichem Eigentum) statt, ist ein Verfolgen von Amts wegen eine Konsequenz.

In geschlossenen, privaten Gew├Ąssern handelt es sich um ein unerlaubtes Entnehmen von Fischen, was nach ┬ž 242 StGB einen Diebstahl oder nach ┬ž 246 StGB eine Unterschlagung darstellen kann.

Werden bei einer unerlaubten Fischerei zudem auch Gegenst├Ąnde, die im Zusammenhang mit dieser genutzt werden, wie beispielsweise Boote, Netze oder Angeln, besch├Ądigt, kann dies als Sachbesch├Ądigung nach ┬ž 303 StGB geahndet werden. Zivilrechtlich w├╝rden dann nach ┬ž 823 BGB Schadensersatzanspr├╝che entstehen.

Landesfischereigesetz

F├╝r Angler ist die jeweilige Landesfischereiverordnung von Bedeutung.

F├╝r Angler ist die jeweilige Landesfischereiverordnung von Bedeutung.

Wie bereits erw├Ąhnt, liegt das Fischereigesetz in der Zust├Ąndigkeit der einzelnen Bundesl├Ąnder. Daher sollten die genauen Regelungen zum Gesetz sowie zum Fischereirecht beispielsweise bei einem Antrag auf einen Fischereischein vor Ort abgekl├Ąrt werden.

F├╝r Angler sind in der Regel die Landesfischereiverordnungen wichtig. Diese regeln die Umsetzung der Landesfischereigesetze, wenn es um die Aus├╝bung der Fischerei geht. Nachfolgend findet sich eine ├ťbersicht zu den jeweiligen Landesfischereigesetzen sowie zu den Verordnungen:

BundeslandGesetzVerordnung
Baden-W├╝rttemberg Fischereigesetz Baden-W├╝rttemberg (FischG) Landesfischereiverordnung (LFischVO)
BayernFischereigesetz Bayern (BayFischG)Landesfischereiverordnung (BayAVFiG)
BerlinFischereigesetz Berlin (Bln_LFischG)Landesfischereiverordnung (Bln_LFischO)
BrandenburgFischereigesetz Brandenburg (BbgFischG))Landesfischereiverordnung (BbgFischO)
BremenFischereigesetz Bremen (BremFiG)Bremische Binnenfischereiverordnung
HamburgFischereigesetz Hamburg (FischGHA)
Hessen Fischereigesetz Hessen (HFischG)Landesfischereiverordnung (HFischV)
NiedersachsenFischereigesetz Niedersachsen (Nds. FischG)Binnenfischereiordnung
Nordrhein-Westfalen Fischereigesetz NRW (SGV. NRW.)Landesfischereiverordnung (LFischVO)
Mecklenburg-Vorpommern Fischereigesetz Mecklenburg-Vorpommern (LFischG M-V)Landesfischereiverordnung (FSchVO M-V)
Rheinland-Pfalz Fischereigesetz Rheinland-Pfalz (LFischG)Landesfischereiverordnung (FischGDV RP)
Saarland Fischereigesetz Saarland (SFischG)Landesfischereiordnung (LFO)
Sachsen-Anhalt Fischereigesetz Sachsen-Anhalt (FischG)Landesfischereiverordnung (FischO LSA)
Sachsen Fischereigesetz Sachsen (S├ĄchsFischG)Landesfischereiverordnung (S├ĄchsFischVO)
Schleswig-Holstein (Landesfischereigesetz - LFischG)(LFischGDVO)
Th├╝ringen Fischereihesetz Th├╝ringen (Th├╝rFischG)Landesfischereiverordnung (Th├╝rFischVO)

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Fischereigesetz: Angeln und Fischen gesetzlich geregelt
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3 Gedanken zu „Fischereigesetz: Angeln und Fischen gesetzlich geregelt

  1. Dr. Hermann B.

    Diese Zusammenstellung zum Fischereirecht in Deutschland ist sehr gut und verlinkt fast auf alle wichtigen Fischereigesetze und Verordnungen der Bundesl├Ąnder (beide Links unter Schleswig-Holstein zur Zeit inaktiv?). Meine Suche nach vergleichbaren Inhalten zum Jagdrecht des Bundes und der L├Ąnder bei Anwalt.org ergab keinen Treffer. Habe ich die Zusammenstellung nicht gefunden oder hat dieses Feld Anwalt.org noch nicht bearbeitet/freigeschaltet?

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    1. Anwalt.org Beitragsautor

      Hallo Dr. Hermann B.,

      vielen Dank f├╝r den Hinweis. Wir haben die Links in der Tabelle aktualisiert. Bez├╝glich des Jagdrechts k├Ânnen wir derzeit auf unseren Ratgeber zum Thema verweisen. Eine ├ťbersicht zu den jeweiligen Jagdgesetzen kann zuk├╝nftig noch erfolgen.

      Ihr Team von anwalt.org

      Antworten
  2. Ester

    Vielen Dank f├╝r diese ├ťbersicht zum Fischereigesetz. Da ich dieses Jahr als Hobby das Angeln aufnehmen m├Âchte, interessieren mich alle Vorgaben zum Angelschein und dem Fischereirecht. Bisher hat mich beeindruckt, dass die Schonzeit ein wichtiges Element der Regelungen ist und so ganz nat├╝rlich in die Angelpraxis ├╝bergeht.

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