Was ist Festgeld und wann lohnt sich ein Festgeldkonto?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 17. September 2020

festgeld
Was ist Festgeld und wann lohnt sich ein Festgeldkonto?
Das Festgeldkonto ist eine Anlagemethode, bei der Laufzeit und Zinssatz fest vereinbart sind.
Das Festgeldkonto ist eine Anlagemethode, bei der Laufzeit und Zinssatz fest vereinbart sind.

Geld ist eines der wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft. Die Frage, wie Geld sicher und rentabel angelegt werden kann, beschäftigt deshalb viele, die über ein gutes Einkommen verfügen und für das Alter sparen wollen.

Wie können Sie Geld sinnvoll anlegen? Ist Festgeld oder Tagesgeld besser? Was genau ist ein Festgeldkonto und welche Eigenschaften hat es?

FAQ: Festgeld

Was genau ist Festgeld?

Beim Festgeld handelt es sich um eine feste Geldanlage. Der Sparbetrag wird über einen bestimmten Zeitraum zu festen Zinsen angelegt. Eine ausführlichere Erläuterung zum Festgeldkonto lesen Sie hier.

Worin unterscheidet sich das Festgeld vom Tagesgeld?

Tagesgeld ist eine flexible Geldanlage, über die Sie jederzeit frei verfügen können. Beim Festgeld geht das hingegen nicht.

Kann ich ein Festgeldkonto trotz negativer SCHUFA anlegen?

Ein Festgeldkonto funktioniert nur auf Guthabenbasis. Es kann also nicht überzogen werden. Deshalb stellt das Eröffnen eines Tagesgeldkontos für die Bank kein Risiko dar, sodass es normalerweise möglich ist, ein solches Konto trotz negativer SCHUFA anzulegen.

Was ist ein Festgeldkonto?

Wurde die Laufzeit für das Festgeldkonto vereinbart, darf der Anleger in dieser Zeit nicht über das Geld verfügen.
Wurde die Laufzeit für das Festgeldkonto vereinbart, darf der Anleger in dieser Zeit nicht über das Geld verfügen.

Um die Frage zu beantworten, was ein Festgeldkonto ist, gilt zunächst zu klären, was überhaupt Festgeld im Bankrecht und Kapitalrecht ist. Das ist eine Form des Termingeldes, bei der Kunde und Bank zusammen eine feste Laufzeit und einen festen Zinssatz vereinbaren. Während der Laufzeit arbeitet die Bank mit dem Geld, am Ende der Laufzeit ist dieses für den Kunden wieder verfügbar. Ein Festgeldkonto wird ausschließlich zur Führung einer Festgeldanlage eingerichtet.

Als eine Form der Geldanlage ist Festgeld für alle sinnvoll, die ihr Geld für eine vorbestimmte Laufzeit anlegen wollen. In dieser Zeit darf das Geld jedoch nicht benötigt und herausgenommen werden, andernfalls drohen hohe Zins-Verluste. Die Kündigung müsste in dem Fall in schriftlicher Form eingereicht werden und könnte hohe Gebühren verursachen.

Bei Festgeld ist der Zinssatz über den Zeitraum hinweg festgeschrieben und unterliegt während der Laufzeit keinen Schwankungen. Bei einer längerfristigen Anlage bringt Festgeld deshalb deutlich höhere Erträge als Tagesgeld. Für eine Festgeldanlage wird in der Regel keine Kontoführungsgebühr erhoben.

Banken bieten üblicherweise zwei Arten von Festgeldkonten an: Festgeldkonto mit und ohne automatischer Prolongation.

Bei einem Festgeldkonto mit automatischer Prolongation wird die Laufzeit am Ende automatisch verlängert und die bisherigen Zinsen zum Anlagebetrag hinzugezählt. Ggf. passt die Bank die Konditionen an die aktuellen Marktgegebenheiten an, sodass der höchste Zinssatz garantiert ist, der beim Vertragsabschluss vereinbart wurde.

Bei einem Konto ohne automatische Prolongation wird das Geld innerhalb von 30 Tagen nach Ende der Laufzeit auf das Konto des Bankkunden überwiesen.

Aufgrund des staatlichen Systems der Einlagensicherung sind Festgelder eine sichere Anlagestrategie.
Aufgrund des staatlichen Systems der Einlagensicherung sind Festgelder eine sichere Anlagestrategie.

Alle Privatpersonen ab 18 Jahren können ein Festgeldkonto anlegen. Berechtigt sind aber auch Firmen, unabhängig davon, ob das Einzelfirmen oder juristische Personen wie GmbHs sind. Sie können mit Ihrem Partner in der Regel ein Festgeldkonto als Gemeinschaftskonto nutzen, jedoch bietet nicht jede Bank diese Option an.

Wie unterscheiden sich Festgeldkonten von anderen Konto-Arten? Folgende Eigenschaften machen eine feste Geldanlage aus:

  • Die Ersparnisse sind nur eingeschränkt verfügbar: Wenn Sie Festgeld anlegen, stellen Sie dieses Ihrer Bank für eine festgelegte Zeit uneingeschränkt zur Verfügung. In dieser Zeit ist es nicht möglich, auf diese Ersparnisse zuzugreifen. Je nach Vereinbarung kann die Laufzeit zwischen 30 Tagen und 10 Jahren beantragen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich sicher sind, dass Sie das Geld in dieser Zeit nicht benötigen.
  • Hohe Festgeldzinsen: Als Ausgleich für die geringe Flexibilität bringt ein Festgeldkonto deutlich höhere Zinsen als andere Konto-Arten. Erfahrungsgemäß gibt es bereits nach einem Jahr mehr Zinsen auf Festgeld als auf Tagesgeld. Grundsätzlich gilt, je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz bei Festgeld. Wie hoch beim Festgeld die Verzinsung ist, hängt von der jeweiligen Bank und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im jeweiligen Land ab. Die Bank entscheidet letztendlich, welche Zinssätze beim Festgeld vergeben werden. In der Regel bieten Direktbanken bessere Festgeld-Konditionen an als klassische Filialinstitute. Der Grund hierfür ist, dass Direktbanken keine Filialen unterhalten müssen. Den Kostenvorteil geben sie deshalb in Form höherer Zinssätze an die Kunden weiter.
  • Hohe Sicherheit: Festgelder als Anlage sind in der Regel sehr sicher. Unabhängig von möglichen Zinsänderungen ist die Verzinsung bei Festgeld über die Dauer der Laufzeit stabil. Darüber hinaus sorgt das staatliche System der Einlagensicherung dafür, dass innerhalb der Europäischen Union (EU) Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde pro Bank abgesichert sind (Richtlinie 2009/14/EG zur Einlagensicherung in der EU). Demnach verliert der Anleger sein Geld bei Zahlungsausfällen der Bank nicht. Die gesetzliche Einlagensicherung gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten, nur die Höhe der Deckungssumme unterscheidet sich in manchen Ländern außerhalb der Eurozone. Bei Zahlungsausfällen der Banken werden Sparer über die Einlagensicherungsfonds entschädigt.
Beim Festgeld besteht zwar kein Zinsänderungsrisiko, aber ein Inflationsrisiko, wenn die Rendite niedriger als die Inflationsrate ist. Aufgrund der Zinssituation müssen Sparer in Deutschland derzeit mit einem realen Kapitalverlust rechnen. Seit Januar 2017 liegt die Inflationsrate bei über einem Prozent, zuletzt sogar bei 1,8 Prozent.Wenn das Festgeld nicht in der Währung Euro angelegt ist, besteht zudem das Währungsrisiko. Wenn der Währungskurs sinkt, kann es zu Renditenverlusten bei der Umrechnung in den Eurokurs kommen.

Inflation und Festgeld

Da die Zinsen auf das Festgeld immer gleich bleiben, werden sie nicht durch den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst.
Da die Zinsen auf das Festgeld immer gleich bleiben, werden sie nicht durch den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge betrug die Inflationsrate in Deutschland im Januar 2018 im Vergleich zum Januar 2017 1,6 %. Im Vergleich zum Vormonat ging der Verbraucherpreis um 0,7 % zurück. Der höhere Ölpreis könnte den Anstieg beschleunigt haben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Aufgabe, die Preisstabilität nicht aus den Augen zu verlieren. Ihr Inflationsziel ist „unter, aber nahe zwei Prozent“ (Frankfurter Allgemeine). Für Sparer bedeutet das, dass Nullzinskonten künftig zuverlässiger werden.

Viele fragen sich, ob es daher sinnvoll ist, vom Tagesgeld aufs Festgeld zu wechseln. Der Vorteil ist, dass auf die schwankenden Tagesgeldzinsen nicht geachtet werden muss. Der Nachteil ist aber, dass beim Festgeld die Zinssätze immer gleich bleiben. Das ist ein Verlust, wenn die Zinsen allgemein wieder steigen.

Früher hatten Festgeldkonten den Vorteil, dass die Zinsen mit jedem Jahr höher wurden, je länger das Geld angelegt war. Heute bringt ein Festgeldkonto nicht automatisch mehr Zinsen als ein Tagesgeldkonto. Manchmal bietet die Bank die gleichen Zinsen für beide Geldanlagen. Für Festgeld haben derzeit aber einige Banken die Zinsen erhöht. Laut Frankfurter Allgemeine sind es sechs von 51 Banken, die im Jahr 2016 die Zinsen für das Festgeld erhöht haben. Diese Banken sind beispielsweise:

  • Die CACF Bank, eine Tochtergesellschaft der französischen Großbank Crédit Agricole. Seit Januar 2014 ist sie auf dem deutschen Markt als Anbieter von Festgeldkonten aktiv und zum 17. Oktober 2016 hat sie die Zinsen für das Festgeld um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Die Mindestanlage beträgt bei ihr 5.000 Euro.
  • Die Akbank, die eine Muttergesellschaft in Istanbul hat und über eine Tochtergesellschaft in Frankfurt arbeitet. Die Mindesteinlage beträgt bei ihr 2.000 Euro. Mit einer Laufzeit von einem Jahr steigen die Zinsen für Festgeld von 0,45 auf 0,6 Prozent, bei zwei Jahren Laufzeit steigen sie von 0,65 auf 0,75 Prozent.

In Deutschland gibt es durch eine längerfristige Anlage und den Verzicht auf Flexibilität nicht automatisch einen höheren Zinssatz. Es würde sich demnach nur lohnen, Festgeld anzulegen, wenn der Zinssatz für das Tagesgeld sinken würde. Es gibt jedoch keine genaue Prognose darüber, in welche Richtung die Zinsen sich verändern werden. Die Tageszinsen orientieren sich an den kurzfristigen Zinsen, die wiederum stark vom Leitzins der EZB beeinflusst werden. Die langfristigen Zinsen für das Festgeld sind stärker durch Angebot und Nachfrage am Kapitalmarkt bestimmt.

Bei einer Geldanlage sollte stets auf die Inflationsrate in Deutschland und den Leitzins der EZB geachtet werden.
Bei einer Geldanlage sollte stets auf die Inflationsrate in Deutschland und den Leitzins der EZB geachtet werden.

Es gibt jedoch einen Anhaltspunkt, womit sich die Entwicklung der Zinsen in Deutschland erklären lässt, nämlich die Entwicklung der Zinsen in Amerika. Die Faustformel lautet dabei: Ein Prozentpunkt mehr in Amerika bedeutet 0,5 Prozentpunkte mehr in Europa. Als Maßstab für die langfristigen Zinsen dient die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, welche zuletzt gestiegen und nicht mehr negativ ist.

In der Regel steigen die Marktzinsen, wenn die Inflation anzieht. Daraufhin steigen die Kreditzinsen und mit etwas Zeitverzug auch die Einlagenzinsen. Daher raten Experten zu Festgeldanlagen.

Ursprünglich bedeutet Inflation eine Aufblähung der Geldmenge. Wirtschaftswissenschaftler verstehen darunter einen anhaltenden Anstieg des Preisniveaus beziehungsweise ein Sinken der Kaufkraft des Geldes. Im Fall einer Inflation steigen die Durchschnittspreise, wobei zur Messung Preisindices entwickelt werden, die auf den Lebenshaltungskosten oder auf den Großhandelspreisen basieren.

Wie eröffnen Sie ein Festgeldkonto?

Zunächst ist es empfehlenswert, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen, die der Festgeldrechner vorschlägt, um anschließend die beste Option auszuwählen. Haben Sie eine Bank gefunden, können Sie bei dieser das Festgeldkonto beantragen, indem Sie das Antragsformular online ausfüllen und an die Bank versenden. Für die Kontoeröffnung müssen Sie ein Referenzkonto vorweisen, von dem Geld auf das Festgeldkonto eingezahlt wird. Der Zins für das Festgeld wird ebenso auf das Referenzkonto überwiesen.

Um den Antrag abzuschließen, muss Ihre Person identifiziert werden. Es wird entweder über das Post-Ident- oder das Video-Ident-Verfahren abgewickelt. Beim Post-Ident-Verfahren müssen Sie die Formulare ausdrucken, zur Post gehen und sich dort mit Ihrem Personenausweis oder Reisepass identifizieren. Beim Video-Ident-Verfahren können Sie sich über ein Smartphone oder Personalcomputer mit Kamera identifizieren.

Abschließend richtet die Bank das Festgeldkonto ein und Sie erhalten alle wichtigen Informationen.

Ob Sie ein Festgeldkonto kündigen müssen, hängt von Ihrer Bank ab. In der Regel müssen Sie das Festgeld kündigen, jedoch gibt es auch Banken, die den Anlagebetrag plus Festgeldverzinsung automatisch auf das Gehaltskonto ihres Kunden überweisen.Im Falle, dass Sie die Kündigungsfrist versäumen, legt die Bank das Festgeld plus Zinsen automatisch wieder für den gleichen Zeitraum wie beim ersten Mal an.

Es ist auch möglich, das Festgeld über die vereinbarte Laufzeit hinaus anzulegen. Hierfür müssen Sie nur den Vertrag verlängern. Das Festgeld wird dann zum aktuellen Marktzins prolongiert, also verlängert.

Wie funktioniert bei Festgeld ein Festgeldrechner?

Um das für sich passende Festgeldkonto zu finden, lohnt es sich, die unterschiedlichen Angebote miteinander zu vergleichen.
Um das für sich passende Festgeldkonto zu finden, lohnt es sich die unterschiedlichen Angebote miteinander zu vergleichen.

Mit dem Festgeldrechner können Sie die verschiedenen Konditionen der Banken miteinander vergleichen, um den besten Anbieter zu finden. In der Regel geben Sie den Anlagebetrag und die Anlagelaufzeit vor, unter Umständen können Sie auch einstellen, dass nur Banken angezeigt werden, bei denen Sie einen Online-Antrag stellen können. Des Weiteren können Sie die Ergebnisse auf deutsche Banken oder auf Banken innerhalb der Europäischen Union einschränken. Nachdem Sie auf „Suchen“ geklickt haben, informiert Sie der Festgeldrechner, wie viele Zinsen welche Bank anbietet. Sie können die Ergebnisse danach sortieren, welches Kriterium für Sie am wichtigsten ist.

Sparbrief, Tagesgeld oder Festgeld?

Da die Bedürfnisse der Menschen – auch bei der Geldanlage – unterschiedlich sind, gibt es auch unterschiedliche Formen der Geldanlage. Wichtige Entscheidungskriterien bei einer Vermögensanlage bilden die Aspekte Rentabilität, Sicherheit und Verfügbarkeit (Liquidität).

  • Rentabilität ist der Ertrag, der erzielt werden kann.
  • Liquidität bezeichnet die Verfügbarkeit des Geldes. Bei manchen Anlageformen kann jeder Zeit auf das Geld zugegriffen werden, während bei anderen erst nach Beendigung der Laufzeit das Geld abgehoben werden kann.
  • Die Sicherheit sagt aus, inwiefern mit finanziellen Verlusten zu rechnen ist.

Grundsätzlich gibt es keine Anlageform, die gleichzeitig alle drei Kriterien erfüllt. Generell sind höhere Chancen auch immer mit höheren Risiken verbunden, was bedeutet, dass zwischen Sicherheit und Rentabilität ein Zielkonflikt besteht, genauso zwischen Liquidität und Rentabilität, da ein höherer Ertrag auch eine geringere Sicherheit bedeutet. Je nachdem, wie stark der Anleger die Aspekte bewertet, kann er für sich selbst entscheiden, welche Anlageform für ihn die perfekte darstellt.

Wenn eine Festgeldanlage ausläuft oder Sparbriefe frei werden, lohnt es sich, einen Teil hiervon in Tagesgeld anzulegen, damit Sie Ihr Konto nicht überziehen müssen, wenn unerwartete Ereignisse eintreten und Sie Geld brauchen.

Läuft die Festgeldanlage aus, kann sich eine Geldanlage auf ein Tagesgeldkonto lohnen.
Läuft die Festgeldanlage aus, kann sich eine Geldanlage auf ein Tagesgeldkonto lohnen.

Was übrig bleibt, können Sie in Festgeld und Sparbriefe einteilen. Hierfür lohnt es sich, die jeweiligen Konditionen zu prüfen, bevor Sie einen Vertrag abschließen. Jedoch gilt, dass beide Anlageformen deutlich höhere Zinsen bringen als Tagesgeld und der Zinssatz über die gesamte Laufzeit garantiert ist. Der Zinssatz beim Tagesgeld kann sich dagegen jederzeit verändern. Wenn das Geld nur kurzfristig angelegt werden soll, bringt ein Tagesgeldkonto mehr Rendite als ein Festgeldkonto.

Beim Tagesgeld haben Sie keine Laufzeiten und dementsprechend auch keine Kündigungsfristen. Zudem erhalten Sie dafür höhere Zinsen als bei einem Sparbuch und es fallen auch keine Kosten dafür an. Allerdings kann die Bank für die postalische Zusendung der Kontoauszüge Gebühren erheben.

Wenn Sie sich von Anfang an nicht sicher sind, wann Sie das Geld wieder benötigen, können Sie ein Flexgeldkonto in Betracht ziehen. Dabei handelt es sich um Festgeld mit besonders kurzer Laufzeit, in der Regel zwei Wochen. Nach Ablauf der zwei Wochen bleibt das Flexgeld, wie das Tagesgeld, auf Ihrem Flexgeldkonto, bis Sie die Auszahlung veranlassen. Der Zinssatz bleibt bei einem Flexgeldkonto nur für zwei Wochen gleich und garantiert.

Welche Faktoren sind beim Festgeld wichtig?

Wie können Sie das richtige Festgeldkonto finden? Folgende Aspekte sollen Sie bei der Auswahl der Banken beachten, wenn Festgeld angelegt werden soll:

  • Wie viele Festgeld-Zinsen gibt es?
    Das ist die entscheidende Frage bei der Suche nach der richtigen Geldanlage, schließlich soll sich diese finanziell lohnen. Des Weiteren sollten Sie sich erkundigen, ob die Zinsen am Ende eines Jahres oder am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden. Letzteres führt zu einer Steigerung des Profits, da Zinsen mit verzinst werden. Es gilt deshalb allgemein, dass eine höhere Auszahlungsfrequenz zu einem stärkeren Zinseszinseffekt führt.
  • Wie viel muss mindestens oder maximal angelegt werden?
    Beim Festgeld setzen viele Banken eine Untergrenze für die Anlagesummen fest. Diese beträgt je nachdem zwischen 500 und 1.500 Euro. Wenn keine Mindestanlage vorgegeben ist, kann der Anleger die Summe beliebig bestimmen. In der Regel liegt die Maximalanlage bei 100.000 Euro, aber diese kann bei manchen Banken auch mehr betragen.
  • Wie lange soll angelegt werden?
    In der Regel beträgt die Dauer für ein Festgeldkonto mindestens 30 Tage. Es kann außerdem für drei Monate, sechs Monate oder zwölf Monate angelegt werden. In dieser Zeit soll das Geld nicht benötigt werden. Da bei einer Festgeldanlage die Zinsen sich nicht verändern, empfiehlt es sich, das Geld mittelfristig anzulegen, sodass nach Ablauf der Dauer zu besseren Konditionen angelegt werden kann. Demnach beträgt die optimale Dauer einer Festgeldanlage ein bis drei Jahre. Damit ist das Geld nicht zu lange gebunden und kann bei Veränderung erneut oder anderweitig angelegt werden.
Die Zinsen auf das Festgeld unterscheiden sich je nach Filialbank oder Direktbank stark voneinander.
Die Zinsen auf das Festgeld unterscheiden sich je nach Filialbank oder Direktbank stark voneinander.
  • Ist die Anlage trotzdem sicher, wenn sie höher ist als 100.000 Euro?
    Manche Banken bieten zu der staatlichen Einlagensicherung zusätzlich ein privates System zur Sicherung von Einlagen in höheren Bereichen an. Es besteht auch die Möglichkeit, die Summe zu splitten und das Geld bei mehreren Banken anzulegen. Zudem können Sie die Konten mit unterschiedlicher Laufzeit eröffnen und das Geld von Konten abheben, die kurze Laufzeiten haben.
  • Was passiert, wenn das Festgeldkonto vorzeitig aufgelöst wird?
    Bei einem Festgeldkonto sollte der Anleger darauf verzichten, das Konto in der Laufzeit aufzulösen. Braucht er jedoch die Flexibilität, sollte er auf die Konditionen seiner Bank achten.

Außerdem muss beachtet werden, ob bei der Bank Online-Banking möglich ist. So sparen Sie sich den Weg zur Bank, falls Sie beispielsweise das Festgeldkonto verlängern wollen. Während bei Filialbanken das Festgeldkonto auch persönlich vor Ort eröffnet werden kann, bieten Direktbanken die Festgeldkontoeröffnung nur online an. Wichtig ist außerdem auch, ob die Bank Kontoführungsgebühren erhebt.

Strategien bei einer Festgeldanlage

Es gibt mehrere Anlagestrategien bei Festgeld, wobei die Auswahl der Strategie von der persönlichen Einschätzung der zukünftigen Zinsentwicklung abhängt. Im Grunde gibt es nur drei Möglichkeiten, wie sich die Zinsen verändern können:

  • Die Zinsen steigen.
  • Die Zinsen bleiben gleich oder die Änderung ist minimal.
  • Die Zinsen sinken.

Wenn die Zinsen gleich bleiben oder gerade dabei sind zu sinken, empfiehlt es sich, ein Angebot mit dem besten Zinssatz zu nehmen und die gesamte Summe für die Laufzeit anzulegen, von der vermutet wird, dass die Zinsen während dieser sinken oder stagnieren.

Bei steigenden Zinsen soll der Anlagebetrag dagegen in mehrere gleiche Teile gesplittet und über mehrere Festgeldkonten verteilt werden. Die Strategie nennt sich „Leiterstrategie“ und funktioniert folgendermaßen:

  1. Sie verfügen beispielsweise über eine Summe von 100.000 Euro und benötigen das Geld die nächsten 10 Jahre nicht.
  2. Zuerst sollte das Geld in fünf gleiche Teile zu je 20.000 Euro aufgeteilt werden.
  3. Legen Sie die Teilbeträge für jeweils unterschiedliche Laufzeiten von ein, zwei, drei, vier und fünf Jahren an.
  4. Sie können nach Ablauf der jeweiligen Geldanlage entscheiden, was Sie mit dem Geld machen. Wenn die Zinsen weiter steigen, können Sie den Teilbetrag neu anlegen, aber diesmal mit dem steigenden Zinssatz. Wenn die Zinsen jedoch sinken, können Sie nach Ablauf der Geldanlagen die gesamte Summe für die restlichen Jahre zusammen anlegen.

Der Vorteil der Leiterstrategie ist, dass Sie jedes Jahr flexibel über den weiteren Verlauf der Festgeldanlage entscheiden können und darüber hinaus von den besten Zinskonditionen profitieren.

Kein Emittentenrisiko beim Festgeld

Festgeldzinsen: Die Leiterstrategie kann sich bei steigenden Zinsen lohnen.
Festgeldzinsen: Die Leiterstrategie kann sich bei steigenden Zinsen lohnen.

Eine Festgeldanlage ist fast vollständig frei von Emittentenrisiko. Doch was versteht man unter Emittentenrisiko und wann besteht dieses?

Professionelle Ratgeber erklären das Emittentenrisiko mit einem Ausfall des Kreditrisikos, wobei der Emittent der Herausgeber von Wertpapieren ist. Demnach besteht das Risiko eines Ausfalls, wenn der Emittent Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Beim Handel mit Wertpapieren muss nicht der Emittent die unterschiedlichen finanziellen Notlagen ausgleichen, sondern der Anleger. Deshalb ist beim Handel mit Aktien das Risiko ziemlich hoch, das gesamte Geld zu verlieren.

Das Emittentenrisiko besteht jedoch nicht nur bei Aktien, sondern auch bei Zertifikaten, Derivaten und Staatsanleihen, also bei allen Schuldverschreibungen. Eine Schuldverschreibung ist eine Schuldurkunde, in der sich der Schuldner gegenüber dem Gläubiger zur Zahlung der Schuld sowie der laufenden Verzinsung verpflichtet. Beim Kauf von Aktien übergeben Käufer dem Emittenten ein Darlehen, das dieser nutzen kann. Grundsätzlich ist der Emittent dazu verpflichtet, dem Geldgeber das Geld zurückzuzahlen. Wenn sich jedoch seine wirtschaftliche Situation ändert, kommt es zu einem erhöhten Emittentenrisiko.

Beim Festgeld bestehen nur das Währungsrisiko und das Inflationsrisiko.

Festgeld und Steuern

Bei Kapitalerträgen führt die Bank automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Wenn Ihr Steuersatz unter 25 Prozent liegt, können Sie den zu viel gezahlten Betrag zurückholen, indem Sie eine Steuererklärung machen. Alternativ können Sie vorher eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung vom Finanzamt beantragen und diese Ihrer Bank vorlegen.

Des Weiteren bleiben Zinsen bis zur Höhe von 801 Euro je Sparer vor dem Zugriff des Staates verschont. Ehepaare dürfen bis zu 1.602 Euro Zinsen behalten, ohne dass diese versteuert werden.

Facta und PeP

Nicht jede Person kann ein Festgeldkonto in Deutschland eröffnen. US-Bürger sind aufgrund von Steuerflucht davon ausgeschlossen.
Nicht jede Person kann ein Festgeldkonto in Deutschland eröffnen. US-Bürger sind aufgrund von Steuerflucht davon ausgeschlossen.

Bei einer Kontoeröffnung wird u. a. die Frage gestellt, ob der Sparer in den USA steuerpflichtig oder eine politisch exponierte Person ist. Antwortet dieser mit „Ja“, kann für ihn kein Konto eröffnet werden. Facta und PeP sind die Gründe dafür.

Facta, ausgeschrieben Foreign Account Tax Compliance, ist ein US-Gesetz, womit die USA Steuerflucht verhindern will. Auch deutsche Banken müssen Daten zu den betroffenen Kunden an die US-Steuerbehörden weitergeben.

Die politisch exponierten Personen (PeP) sind laut Bundesfinanzaufsicht (Bafin) häufiger in Korruption verwickelt.

Festgeld im Ausland

Da die Zinsen in Deutschland verglichen mit denen in manchen europäischen Ländern niedriger sind, eröffnen viele Sparer Festgeldkonten im Ausland. Hierfür können sie Vermittler in Anspruch nehmen, die sie auch bei steuerlichen Besonderheiten unterstützen. In der Regel können sie zusätzlich Steuer sparen, wenn sie Ihr Festgeld im Ausland anlegen.

Da das europäische Anlageland dafür sorgen muss, dass Ihr Erspartes bis 100.000 Euro im Falle eines Bankencrashs geschützt ist, ist Ihr Geld in der Regel sicher. In europäischen Banken können Festgelder sowohl in Euro als auch in Fremdwährung angelegt werden. Während ihrer gesamten Laufzeit bergen Euro-Festgelder weder Währungsrisiken noch Währungschancen.

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