Online-Banking: Datensicherheit bei Internet­transaktionen beachten!

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 27. Oktober 2020

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Online-Banking: Datensicherheit bei Internet┬ştransaktionen beachten!
Was gilt es beim Online-Banking zu beachten, um die eigenen Kontodaten zu sch├╝tzen?

Was gilt es beim Online-Banking zu beachten, um die eigenen Kontodaten zu sch├╝tzen?

Das Internet hat die Arbeitsabl├Ąufe in zahlreichen Bereichen ma├čgeblich beeinflusst und auch entscheidend vereinfacht. Lange Warteschlangen an den Kassen der Kaufh├Ąuser, die teils mit dem Beruf unvereinbaren ├ľffnungszeiten der Bankschalter, unge┬şm├╝tliches Wetter, das nicht gerade nach drau├čen treibt: Vom Shopping bis zum Banking k├Ânnen zahlreiche Transaktionen bereits einfach und bequem von zu Hause aus und zu jeder Zeit geregelt werden.

Das Online-Banking erfreut sich dabei immer gr├Â├čerer Beliebtheit. Nutzten im Jahr 2000 noch gerade einmal 11 Prozent den Online-Banking-Service Ihres Geldinstituts, lag der Anteil 2015 bereits bei 55 % – Tendenz weiter steigend. Die Vorteile sind offensichtlich: Verbraucher haben jederzeit einen Einblick in Ihre Kontobewegungen und k├Ânnen schnell noch liegengebliebene Rechnungen ohne den Gang zur n├Ąchsten Filiale ausgleichen. Doch im Netz ist stets Vorsicht geboten, wenn mit derlei empfindlichen Daten jongliert wird. Erfahren Sie im Folgenden, worauf es beim E-Banking im Besonderen zu achten gilt.

Electronic Banking: Welche Formen gibt es?

Das Online-Banking l├Âst beim bargeldlosen Zahlen immer mehr die Kartenzahlung ab.

Das Online-Banking l├Âst beim bargeldlosen Zahlen immer mehr die Kartenzahlung ab.

Mit zunehmender technischer Entwicklung ver├Ąnderte sich nicht nur das Kaufverhalten der Verbraucher oder der mediale Konsum, auch die Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf den Online-Sektor.

Das Electronic Banking (Bankgesch├Ąfte per elektronischem Datenaustausch) wurde immer weiter ausgebaut. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten:

  1. Online-Banking, bei dem ├╝ber einen Zugang auf der bankeigenen Seite und mittels TAN-Verfahren Transaktionen ausgef├╝hrt werden k├Ânnen.
  2. Telefon-Banking, bei dem der Zugriff auf das eigene Konto ├╝ber eine telefonische Verbindung gew├Ąhrt wird.
  3. kartengest├╝tztes und bargeldloses Bezahlen (Electronic Cash), etwa per EC-Karte oder elektronischem Lastschriftverfahren.

Das bargeldlose Bezahlen geh├Ârt mittlerweile schon f├╝r die meisten zum Alltag. Vor dem Online-Banking aber schrecken noch immer viele zur├╝ck – gerade ├Ąltere Generationen, die nicht so versiert im Umgang mit der neuen Technologie sind oder aber mehr Wert auf pers├Ânliche Beratung legen.

Wie funktioniert das Online-Banking?

Mittlerweile bieten s├Ąmtliche gro├čen Geldinstitute ihren Kunden regelm├Ą├čig die M├Âglichkeit, ├╝ber einen Online-Banking-Account auf ihr Konto zuzugreifen und so Geldtransfers zu bewerkstelligen. Das bedeutet: Sie m├╝ssen bei der Bank zun├Ąchst ein Girokonto er├Âffnen. Da es sich hierbei um sehr empfindliche Daten handelt, die in besonderem Ma├če vor einem Missbrauch zu sch├╝tzen sind, gibt es dabei unterschiedlichste Verfahren, bei denen Daten und die Transaktionen abgesichert werden soll.

Die g├Ąngigste Form der elektronischen Unterschrift, die die Signatur des Bankkunden ersetzen und Sicherheit gew├Ąhrleisten soll, ist das TAN-Verfahren (TAN = Transaktionsnummer): Hier erhalten die Kunden einen meist sechsstelligen Zahlencode, den sie bei Abschluss der im Online-Banking in Auftrag gegebenen Transaktion zur Best├Ątigung eingeben m├╝ssen. W├Ąhrend fr├╝her vor allem der papierne Ausdruck einer TAN-Liste ├╝blich war, sind zahlreiche Verbraucher auf das Mobile-TAN-Verfahren umgestiegen, bei dem auf Anfrage eine SMS mit einer auftragsgebundenen TAN an das Mobiltelefon des Auftraggebers gesendet wird (andere Varianten: eTAN, optische TAN oder Nutzung eines TAN-Generators).

Die eingegebene TAN ersetzt die Unterschrift auf dem ├ťberweisungstr├Ąger, die zur Verifikation und Identifizierung des Auftraggebers n├Âtig ist.

Was k├Ânnen Sie online durch das E-Banking machen?

Das Angebot der Banken beim Online-Banking umfasst mittlerweile weit mehr, als nur die reine Verwaltung Ihres Kontos und die Inauftraggebung von ├ťberweisungen. Das Angebot variiert von Bank zu Bank, doch im Gro├čen und Ganzen k├Ânnen Sie zudem noch folgende Auftr├Ąge online bei der Bank erteilen:

Sie k├Ânnen bei Ihrer Bank sogar einen Kredit online beantragen.

Sie k├Ânnen bei Ihrer Bank sogar einen Kredit online beantragen.

  • Karte sperren oder neu beantragen
  • Kreditkarte bestellen
  • PIN ├Ąndern
  • Unterkonto er├Âffnen oder aufl├Âsen
  • Wertpapiere kaufen oder verkaufen
  • Kontovollmachten erteilen oder widerrufen
  • t├Ągliches und w├Âchentliches Auszahlungslimit anpassen
  • Finanzplan erstellen (R├╝cklagen bilden, Ausgaben thematisch ├╝berblicken usf.)
  • Kredit online beantragen (meist inkl. Vereinbarung von einem Gespr├Ąchstermin)
  • u. v. m.

Das Online-Banking bietet dem Verbraucher damit umfassende Handhabe bei der Verwaltung des eigenen Verm├Âgens. F├╝r die meisten Vorg├Ąnge ben├Âtigen Sie auch dann eine TAN, sodass nur vom Verbraucher verifizierte Auftr├Ąge aufgenommen und bearbeitet werden.

Wie sicher ist das Online-Banking?

Das Digital Banking bedeutet nicht nur den Zugriff auf die sensiblen Kunden- und Kontendaten. Unbefugte k├Ânnen hier auch die Gelder auf den jeweiligen Bankkonten absch├Âpfen. Aus diesem Grund bedarf es eines komplexen Sicherheitssystems. Will eine Bank das Online-Banking f├╝r Ihre Kunden anbieten, so ist sie verpflichtet, die n├Âtigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um den Zugriff durch unbefugte Dritte zu unterbinden.

Ma├čgeblich angewendet wird hier das Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS) – zu deutsch “sicheres Hypertext-├ťbersetzungsprotokoll”. Dieses im World Wide Web eingesetzte Kommunikationsprotokoll soll Daten sicher ├╝bertragen und vor dem unbefugten Zugriff sch├╝tzen. Daten werden hier nur verschl├╝sselt ├╝bertragen. Das HTTPS dient gewisserma├čen als abh├Ârsichere Leitung im WWW.

Wenn Sie das Online-Angebot Ihrer Bank in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie also stets darauf achten, dass im Adressfeld Ihres Browsers vor der Webadresse das K├╝rzel “https://” steht. Nur in diesem Fall ist die Transportverschl├╝sselung aktiviert und ihre Daten sind weitestgehend abh├Ârsicher.

Doch nicht nur die Banken sind beim Angebot des Online-Bankings dazu angehalten, den Datenschutz zu gew├Ąhrleisten. Auch Verbraucher m├╝ssen einiges beachten, wenn Sie den Zugriff auf ihr Girokonto sch├╝tzen wollen.

Schwachstelle beim Online-Banking ist der Verbraucher

Nicht nur die Banken stehen beim Online-Banking in der Pflicht - auch Verbaucher m├╝ssen sich sch├╝tzen.

Nicht nur die Banken stehen beim Online-Banking in der Pflicht – auch Verbaucher m├╝ssen sich sch├╝tzen.

Mit der verschl├╝sselten ├ťbertragung kommen die Banken ihrer Pflicht zum Datenschutz nach. Doch allein darauf sollte sich der Online-Banking-Kunde nicht verlassen. Auch er selbst ist angehalten, sich verantwortungsbewusst im Umgang mit den Daten zu verhalten.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, die Sie als Bankkunde ber├╝cksichtigen sollten, wenn Sie das Online-Banking ├╝ber Ihren PC nutzen wollen:

PIN und TAN sicher aufbewahren

Insbesondere die PIN und TAN sollten Sie dringend f├╝r sich behalten. Die meisten Banken verpflichten ihre Kunden mit dem Hinweis auf die Nutzungsbedingungen f├╝r das Online-Banking diesbez├╝glich zur Geheimhaltung. Dies geht meist einher mit der Verpflichtung, bei Verlust der TAN-Liste o. a. unverz├╝glich das betreffende Geldinstitut hier├╝ber in Kenntnis zu setzen und das Konto ggf. sperren zu lassen.

Ein Versto├č, der anschlie├čend zu einem Missbrauch der Daten f├╝hrt, entl├Ąsst die Bank aus der Haftung f├╝r die entstandenen finanziellen Sch├Ąden ihres Kunden. Erfolgte die Sperrung und entstehen hiernach Sch├Ąden, tritt die Haftung der Bank in der Regel wieder ein, weil Vers├Ąumnisse ihrerseits den Datenmissbrauch trotz Sperrnachricht erm├Âglichten. Bei Vers├Ąumnissen der Bank oder des Verbrauchers ist nach dem Bank- und Kapitalmarktrecht also der jeweils andere Vertragspartner abgesichert.

Nicht nur die aktive Weitergabe kann f├╝r den Verbraucher im Schadensfall die Eigenhaftung bedeuten. Grunds├Ątzlich hat der Online-Banking-Kunde sicherzustellen, dass

 

  • die Zugangs-PIN und TAN nicht elektronisch gespeichert werden oder zug├Ąnglich f├╝r andere irgendwo notiert sind.
  • die ├╝bersandte TAN-Liste sicher vor dem Zugriff von Dritten verwahrt ist.
  • keine Person w├Ąhrend der Eingabe von Login-PIN und TAN die Daten aussp├Ąhen kann.

Virenschutz und Firewall aktivieren

Sch├╝tzen Sie sich beim Onlinebanking vor allem gegen Malware.

Sch├╝tzen Sie sich beim Onlinebanking vor allem gegen Malware.

Sch├╝tzen Sie Ihren PC vor Schadprogrammen. Die sich im Internet tummelnde Malware hat viele Gesichter und reicht von Viren ├╝ber schadhafte Trojaner bis hin zu Keyloggern, die w├Ąhrend des Tippens die Tastatur auslesen k├Ânnen. Es ist daher unabdingbar, auf dem PC Virenscanner und Firewall zu installieren, aktivieren und stets auf dem neuesten Stand zu halten. Die Mittel im Bereich der Cyberkriminalit├Ąt sind vielf├Ąltig, wandelbar und anpassungsf├Ąhig.

Sichere TAN-Verfahren nutzen

Nutzen Sie, wenn m├Âglich, die wesentlichen Vorteile des Mobile-TAN-Verfahrens: Vor jeder ├ťberweisung oder Daten├Ąnderung in Ihrem Online-Banking-Konto wird Ihnen dabei eine TAN auf Ihr Mobiltelefon gesandt. Hierin finden Sie regelm├Ą├čig Angaben zu der angeregten Transaktion oder dem gegebenen Auftrag. Haben Sie diesen nicht erstellt, k├Ânnen Sie so schnell auf einen m├Âglichen Missbrauch aufmerksam werden. Auch andere M├Âglichkeiten bieten in der Regel mehr Schutz als eine einfache TAN-Liste.

Browsereinstellungen beachten

Speichern Sie den Zugang nicht im Browser, um eine automatische Anmeldung durch unbefugte Dritte zu unterbinden. Manche Browser fragen Sie zun├Ąchst, ob die Zug├Ąnge f├╝r den n├Ąchsten Besuch gespeichert werden sollen. W├Ąhlen Sie beim Online-Banking hier lieber “Nie speichern” oder passen Sie die Einstellungen global im Browser an.

Daten nicht gutgl├Ąubig herausgeben

Nehmen Sie sich in Acht vor Phishing- und Pharming-Mails. Hierbei werden Betroffene oftmals unter dem Deckmantel der heimischen Bank aufgefordert, sensible Daten und auch Zug├Ąnge zu Online-Konten weiterzugeben. Die F├Ąlschungen der vermeintlichen Bankschreiben und zum Teil ganzer Webseiten ist mal mehr, mal weniger schlecht. Doch es gilt f├╝r das Online-Banking: Keine Bank wird Ihre Kunden per E-Mail oder Telefon auffordern, Ihre Logindaten oder die TAN anzugeben!

Klicken Sie auch nicht auf in solchen Mails zur Verf├╝gung gestellte Links zu den vermeintlichen Hauptseiten. In der Regel handelt es sich dabei um gef├Ąlschte URLs, die das Original manchmal t├Ąuschend echt nachahmen. hier eingegebene Zugangsdaten werden dabei jedoch abgegriffen und ├Âffnen dem Betrug T├╝r und Tor.

Wagen Sie immer erst einen Blick in die URL, bevor Sie Ihre Logindaten in das Formular eintragen. Hier sollten Sie die korrekte URL Ihrer Bank finden, eingeleitet von dem K├╝rzel “https://”, das auf die sichere und verschl├╝sselte Daten├╝bertragung verweist.

Besondere Vorsicht beim Mobile-Banking!

Online-Banking per Mobiltelefon: Online die Kontobewegungen einzusehen, ist heute fast ├╝berall und zu jeder Zeit m├Âglich.

Online-Banking per Mobiltelefon: Online die Kontobewegungen einzusehen, ist heute fast immer und ├╝berall m├Âglich.

Die Zeiten, in denen die Menschen nur am heimischen PC oder im Internetcaf├ę Zugriff auf das World Wide Web erhielten, sind schon l├Ąngere Zeit vorbei. Sp├Ątestens mit der Entwicklung der Smartphones, die immer und ├╝berall den Zugriff auf das internet erm├Âglichen, ist auch das Mobile-Banking f├╝r immer mehr Personen attraktiv.

Hierbei k├Ânnen die Verbraucher auf mobilen Endger├Ąten wie dem Smartphone, dem PDA oder Tablet entweder per App oder ├╝ber die jeweilige Webseite online auf bei Banken bestehende Konten zugreifen. Doch w├Ąhrend f├╝r die meisten mittlerweile um den notwendigen Schutz vor Malware bei PC und Laptop wissen, vernachl├Ąssigen sie dies doch noch allzu h├Ąufig beim Mobiltelefon.

Grunds├Ątzlich gilt f├╝r das Mobile-Banking per Handy & Co. dasselbe wie f├╝r PC und Laptop: Virenschutz und Firewall sollten damit auch auf Ihrem Mobiltelefon oder Tablet installiert und aktiviert sein.

Beachten Sie bei dem Gebrauch von einer E-Banking-App zudem, dass Sie das Programm korrekt beenden und sich wieder abmelden. Andernfalls kann beim Verlust des Handys der Finder – oder Dieb – eventuell problemlos auf Ihren Online-Banking-Account zugreifen. Nutzen Sie dann auch noch das Mobile-TAN-Verfahren ├╝ber dasselbe Mobiltelefon, ist es f├╝r diesen ein Leichtes, Transaktionen durchzuf├╝hren.
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