Online-Banking: Datensicherheit bei Internet­transaktionen beachten!

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 31. Juli 2020

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Online-Banking: Datensicherheit bei Internet­transaktionen beachten!
Was gilt es beim Online-Banking zu beachten, um die eigenen Kontodaten zu sch√ľtzen?

Was gilt es beim Online-Banking zu beachten, um die eigenen Kontodaten zu sch√ľtzen?

Das Internet hat die Arbeitsabl√§ufe in zahlreichen Bereichen ma√ügeblich beeinflusst und auch entscheidend vereinfacht. Lange Warteschlangen an den Kassen der Kaufh√§user, die teils mit dem Beruf unvereinbaren √Ėffnungszeiten der Bankschalter, unge¬≠m√ľtliches Wetter, das nicht gerade nach drau√üen treibt: Vom Shopping bis zum Banking k√∂nnen zahlreiche Transaktionen bereits einfach und bequem von zu Hause aus und zu jeder Zeit geregelt werden.

Das Online-Banking erfreut sich dabei immer größerer Beliebtheit. Nutzten im Jahr 2000 noch gerade einmal 11 Prozent den Online-Banking-Service Ihres Geldinstituts, lag der Anteil 2015 bereits bei 55 % РTendenz weiter steigend. Die Vorteile sind offensichtlich: Verbraucher haben jederzeit einen Einblick in Ihre Kontobewegungen und können schnell noch liegengebliebene Rechnungen ohne den Gang zur nächsten Filiale ausgleichen. Doch im Netz ist stets Vorsicht geboten, wenn mit derlei empfindlichen Daten jongliert wird. Erfahren Sie im Folgenden, worauf es beim E-Banking im Besonderen zu achten gilt.

Electronic Banking: Welche Formen gibt es?

Das Online-Banking löst beim bargeldlosen Zahlen immer mehr die Kartenzahlung ab.

Das Online-Banking löst beim bargeldlosen Zahlen immer mehr die Kartenzahlung ab.

Mit zunehmender technischer Entwicklung veränderte sich nicht nur das Kaufverhalten der Verbraucher oder der mediale Konsum, auch die Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf den Online-Sektor.

Das Electronic Banking (Bankgeschäfte per elektronischem Datenaustausch) wurde immer weiter ausgebaut. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten:

  1. Online-Banking, bei dem √ľber einen Zugang auf der bankeigenen Seite und mittels TAN-Verfahren Transaktionen ausgef√ľhrt werden k√∂nnen.
  2. Telefon-Banking, bei dem der Zugriff auf das eigene Konto √ľber eine telefonische Verbindung gew√§hrt wird.
  3. kartengest√ľtztes und bargeldloses Bezahlen (Electronic Cash), etwa per EC-Karte oder elektronischem Lastschriftverfahren.

Das bargeldlose Bezahlen geh√∂rt mittlerweile schon f√ľr die meisten zum Alltag. Vor dem Online-Banking aber schrecken noch immer viele zur√ľck – gerade √§ltere Generationen, die nicht so versiert im Umgang mit der neuen Technologie sind oder aber mehr Wert auf pers√∂nliche Beratung legen.

Wie funktioniert das Online-Banking?

Mittlerweile bieten s√§mtliche gro√üen Geldinstitute ihren Kunden regelm√§√üig die M√∂glichkeit, √ľber einen Online-Banking-Account auf ihr Konto zuzugreifen und so Geldtransfers zu bewerkstelligen. Das bedeutet: Sie m√ľssen bei der Bank zun√§chst ein Girokonto er√∂ffnen. Da es sich hierbei um sehr empfindliche Daten handelt, die in besonderem Ma√üe vor einem Missbrauch zu sch√ľtzen sind, gibt es dabei unterschiedlichste Verfahren, bei denen Daten und die Transaktionen abgesichert werden soll.

Die g√§ngigste Form der elektronischen Unterschrift, die die Signatur des Bankkunden ersetzen und Sicherheit gew√§hrleisten soll, ist das TAN-Verfahren (TAN = Transaktionsnummer): Hier erhalten die Kunden einen meist sechsstelligen Zahlencode, den sie bei Abschluss der im Online-Banking in Auftrag gegebenen Transaktion zur Best√§tigung eingeben m√ľssen. W√§hrend fr√ľher vor allem der papierne Ausdruck einer TAN-Liste √ľblich war, sind zahlreiche Verbraucher auf das Mobile-TAN-Verfahren umgestiegen, bei dem auf Anfrage eine SMS mit einer auftragsgebundenen TAN an das Mobiltelefon des Auftraggebers gesendet wird (andere Varianten: eTAN, optische TAN oder Nutzung eines TAN-Generators).

Die eingegebene TAN ersetzt die Unterschrift auf dem Überweisungsträger, die zur Verifikation und Identifizierung des Auftraggebers nötig ist.

Was können Sie online durch das E-Banking machen?

Das Angebot der Banken beim Online-Banking umfasst mittlerweile weit mehr, als nur die reine Verwaltung Ihres Kontos und die Inauftraggebung von Überweisungen. Das Angebot variiert von Bank zu Bank, doch im Großen und Ganzen können Sie zudem noch folgende Aufträge online bei der Bank erteilen:

Sie können bei Ihrer Bank sogar einen Kredit online beantragen.

Sie können bei Ihrer Bank sogar einen Kredit online beantragen.

  • Karte sperren oder neu beantragen
  • Kreditkarte bestellen
  • PIN √§ndern
  • Unterkonto er√∂ffnen oder aufl√∂sen
  • Wertpapiere kaufen oder verkaufen
  • Kontovollmachten erteilen oder widerrufen
  • t√§gliches und w√∂chentliches Auszahlungslimit anpassen
  • Finanzplan erstellen (R√ľcklagen bilden, Ausgaben thematisch √ľberblicken usf.)
  • Kredit online beantragen (meist inkl. Vereinbarung von einem Gespr√§chstermin)
  • u. v. m.

Das Online-Banking bietet dem Verbraucher damit umfassende Handhabe bei der Verwaltung des eigenen Verm√∂gens. F√ľr die meisten Vorg√§nge ben√∂tigen Sie auch dann eine TAN, sodass nur vom Verbraucher verifizierte Auftr√§ge aufgenommen und bearbeitet werden.

Wie sicher ist das Online-Banking?

Das Digital Banking bedeutet nicht nur den Zugriff auf die sensiblen Kunden- und Kontendaten. Unbefugte k√∂nnen hier auch die Gelder auf den jeweiligen Bankkonten absch√∂pfen. Aus diesem Grund bedarf es eines komplexen Sicherheitssystems. Will eine Bank das Online-Banking f√ľr Ihre Kunden anbieten, so ist sie verpflichtet, die n√∂tigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um den Zugriff durch unbefugte Dritte zu unterbinden.

Ma√ügeblich angewendet wird hier das Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS) – zu deutsch “sicheres Hypertext-√úbersetzungsprotokoll”. Dieses im World Wide Web eingesetzte Kommunikationsprotokoll soll Daten sicher √ľbertragen und vor dem unbefugten Zugriff sch√ľtzen. Daten werden hier nur verschl√ľsselt √ľbertragen. Das HTTPS dient gewisserma√üen als abh√∂rsichere Leitung im WWW.

Wenn Sie das Online-Angebot Ihrer Bank in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie also stets darauf achten, dass im Adressfeld Ihres Browsers vor der Webadresse das K√ľrzel “https://” steht. Nur in diesem Fall ist die Transportverschl√ľsselung aktiviert und ihre Daten sind weitestgehend abh√∂rsicher.

Doch nicht nur die Banken sind beim Angebot des Online-Bankings dazu angehalten, den Datenschutz zu gew√§hrleisten. Auch Verbraucher m√ľssen einiges beachten, wenn Sie den Zugriff auf ihr Girokonto sch√ľtzen wollen.

Schwachstelle beim Online-Banking ist der Verbraucher

Nicht nur die Banken stehen beim Online-Banking in der Pflicht - auch Verbaucher m√ľssen sich sch√ľtzen.

Nicht nur die Banken stehen beim Online-Banking in der Pflicht – auch Verbaucher m√ľssen sich sch√ľtzen.

Mit der verschl√ľsselten √úbertragung kommen die Banken ihrer Pflicht zum Datenschutz nach. Doch allein darauf sollte sich der Online-Banking-Kunde nicht verlassen. Auch er selbst ist angehalten, sich verantwortungsbewusst im Umgang mit den Daten zu verhalten.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, die Sie als Bankkunde ber√ľcksichtigen sollten, wenn Sie das Online-Banking √ľber Ihren PC nutzen wollen:

PIN und TAN sicher aufbewahren

Insbesondere die PIN und TAN sollten Sie dringend f√ľr sich behalten. Die meisten Banken verpflichten ihre Kunden mit dem Hinweis auf die Nutzungsbedingungen f√ľr das Online-Banking diesbez√ľglich zur Geheimhaltung. Dies geht meist einher mit der Verpflichtung, bei Verlust der TAN-Liste o. a. unverz√ľglich das betreffende Geldinstitut hier√ľber in Kenntnis zu setzen und das Konto ggf. sperren zu lassen.

Ein Versto√ü, der anschlie√üend zu einem Missbrauch der Daten f√ľhrt, entl√§sst die Bank aus der Haftung f√ľr die entstandenen finanziellen Sch√§den ihres Kunden. Erfolgte die Sperrung und entstehen hiernach Sch√§den, tritt die Haftung der Bank in der Regel wieder ein, weil Vers√§umnisse ihrerseits den Datenmissbrauch trotz Sperrnachricht erm√∂glichten. Bei Vers√§umnissen der Bank oder des Verbrauchers ist nach dem Bank- und Kapitalmarktrecht also der jeweils andere Vertragspartner abgesichert.

Nicht nur die aktive Weitergabe kann f√ľr den Verbraucher im Schadensfall die Eigenhaftung bedeuten. Grunds√§tzlich hat der Online-Banking-Kunde sicherzustellen, dass

 

  • die Zugangs-PIN und TAN nicht elektronisch gespeichert werden oder zug√§nglich f√ľr andere irgendwo notiert sind.
  • die √ľbersandte TAN-Liste sicher vor dem Zugriff von Dritten verwahrt ist.
  • keine Person w√§hrend der Eingabe von Login-PIN und TAN die Daten aussp√§hen kann.

Virenschutz und Firewall aktivieren

Sch√ľtzen Sie sich beim Onlinebanking vor allem gegen Malware.

Sch√ľtzen Sie sich beim Onlinebanking vor allem gegen Malware.

Sch√ľtzen Sie Ihren PC vor Schadprogrammen. Die sich im Internet tummelnde Malware hat viele Gesichter und reicht von Viren √ľber schadhafte Trojaner bis hin zu Keyloggern, die w√§hrend des Tippens die Tastatur auslesen k√∂nnen. Es ist daher unabdingbar, auf dem PC Virenscanner und Firewall zu installieren, aktivieren und stets auf dem neuesten Stand zu halten. Die Mittel im Bereich der Cyberkriminalit√§t sind vielf√§ltig, wandelbar und anpassungsf√§hig.

Sichere TAN-Verfahren nutzen

Nutzen Sie, wenn möglich, die wesentlichen Vorteile des Mobile-TAN-Verfahrens: Vor jeder Überweisung oder Datenänderung in Ihrem Online-Banking-Konto wird Ihnen dabei eine TAN auf Ihr Mobiltelefon gesandt. Hierin finden Sie regelmäßig Angaben zu der angeregten Transaktion oder dem gegebenen Auftrag. Haben Sie diesen nicht erstellt, können Sie so schnell auf einen möglichen Missbrauch aufmerksam werden. Auch andere Möglichkeiten bieten in der Regel mehr Schutz als eine einfache TAN-Liste.

Browsereinstellungen beachten

Speichern Sie den Zugang nicht im Browser, um eine automatische Anmeldung durch unbefugte Dritte zu unterbinden. Manche Browser fragen Sie zun√§chst, ob die Zug√§nge f√ľr den n√§chsten Besuch gespeichert werden sollen. W√§hlen Sie beim Online-Banking hier lieber “Nie speichern” oder passen Sie die Einstellungen global im Browser an.

Daten nicht gutgläubig herausgeben

Nehmen Sie sich in Acht vor Phishing- und Pharming-Mails. Hierbei werden Betroffene oftmals unter dem Deckmantel der heimischen Bank aufgefordert, sensible Daten und auch Zug√§nge zu Online-Konten weiterzugeben. Die F√§lschungen der vermeintlichen Bankschreiben und zum Teil ganzer Webseiten ist mal mehr, mal weniger schlecht. Doch es gilt f√ľr das Online-Banking: Keine Bank wird Ihre Kunden per E-Mail oder Telefon auffordern, Ihre Logindaten oder die TAN anzugeben!

Klicken Sie auch nicht auf in solchen Mails zur Verf√ľgung gestellte Links zu den vermeintlichen Hauptseiten. In der Regel handelt es sich dabei um gef√§lschte URLs, die das Original manchmal t√§uschend echt nachahmen. hier eingegebene Zugangsdaten werden dabei jedoch abgegriffen und √∂ffnen dem Betrug T√ľr und Tor.

Wagen Sie immer erst einen Blick in die URL, bevor Sie Ihre Logindaten in das Formular eintragen. Hier sollten Sie die korrekte URL Ihrer Bank finden, eingeleitet von dem K√ľrzel “https://”, das auf die sichere und verschl√ľsselte Daten√ľbertragung verweist.

Besondere Vorsicht beim Mobile-Banking!

Online-Banking per Mobiltelefon: Online die Kontobewegungen einzusehen, ist heute fast √ľberall und zu jeder Zeit m√∂glich.

Online-Banking per Mobiltelefon: Online die Kontobewegungen einzusehen, ist heute fast immer und √ľberall m√∂glich.

Die Zeiten, in denen die Menschen nur am heimischen PC oder im Internetcaf√© Zugriff auf das World Wide Web erhielten, sind schon l√§ngere Zeit vorbei. Sp√§testens mit der Entwicklung der Smartphones, die immer und √ľberall den Zugriff auf das internet erm√∂glichen, ist auch das Mobile-Banking f√ľr immer mehr Personen attraktiv.

Hierbei k√∂nnen die Verbraucher auf mobilen Endger√§ten wie dem Smartphone, dem PDA oder Tablet entweder per App oder √ľber die jeweilige Webseite online auf bei Banken bestehende Konten zugreifen. Doch w√§hrend f√ľr die meisten mittlerweile um den notwendigen Schutz vor Malware bei PC und Laptop wissen, vernachl√§ssigen sie dies doch noch allzu h√§ufig beim Mobiltelefon.

Grunds√§tzlich gilt f√ľr das Mobile-Banking per Handy & Co. dasselbe wie f√ľr PC und Laptop: Virenschutz und Firewall sollten damit auch auf Ihrem Mobiltelefon oder Tablet installiert und aktiviert sein.

Beachten Sie bei dem Gebrauch von einer E-Banking-App zudem, dass Sie das Programm korrekt beenden und sich wieder abmelden. Andernfalls kann beim Verlust des Handys der Finder – oder Dieb – eventuell problemlos auf Ihren Online-Banking-Account zugreifen. Nutzen Sie dann auch noch das Mobile-TAN-Verfahren √ľber dasselbe Mobiltelefon, ist es f√ľr diesen ein Leichtes, Transaktionen durchzuf√ľhren.
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