Auch deutscher Touristikkonzern von Thomas Cook in Insolvenz: Wichtige Infos für Urlauber

News von anwalt.org, veröffentlicht am 30. September 2019

Deutschland. Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenz beantragt, nachdem jegliche Rettungsversuche gescheitert waren. Sämtliche Flüge wurden gestrichen. Die Insolvenz von Thomas Cook betrifft 600.000 Verbraucher, die bereits verreist sind, plus etwa eine weitere Million Kunden, die verreisen wollen. Auch der deutsche Tochterkonzern musste seine Zahlungsunfähigkeit bekanntgeben, hofft jedoch auf eine gerichtliche Unternehmenssanierung. Wir fassen die wichtigsten Fakten für deutsche Thomas-Cook-Kunden zusammen.

Von der Insolvenz betroffen Reisen

Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenz beantragt. Welche Veranstaltermarken sind davon betroffen?
Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenz beantragt. Welche Veranstaltermarken sind davon betroffen?

Am 25.09.2019 beantragte auch das deutsche Unternehmen von Thomas Cook die Insolvenz. Zu den betroffenen Marken gehören:

  • Thomas Cook Signature
  • Thomas Cook Signature Finest Collection
  • Neckermann Reisen
  • Öger Tours
  • Bucher Reisen
  • Air Marin

Kunden mit einem Abreisetermin bis einschließlich 31.10.2019, die über einen der benannten Veranstaltermarken gebucht haben, können ihre Reise aufgrund der Insolvenz nicht antreten. Hiervon betroffen sind sowohl Pauschalreisen als auch Einzelleistungen wie Flüge und Hotels.

Für Reisen ab dem 1.11.2019 ist noch unklar, ob sie stattfinden werden oder nicht.

Achtung! Aktuell versuchen Betrüger, aus der Thomas-Cook-Insolvenz Kapital zu schlagen. Sie verschicken E-Mails mit dem Betreff: „Wichtig: Erstattung Ihrer Thomas-Cook-Reise“. Die Absender fragen z. B. nach Kreditkarteninformationen und anderen sensiblen Daten. Der Konzern erklärt auf seiner Website ausdrücklich, dass er solche E-Mails nicht an Kunden verschickt hat. Bitte ignorieren und löschen Sie daher solche Nachrichten.

Trotz Thomas-Cook-Insolvenz: Bereits verreiste Pauschalurlauber sind rechtlich abgesichert

Der Reisesicherungsschein schützt Urlauber auch bei der Thomas-Cook-Insolvenz. Dies gilt aber nur für Pauschalreisen.
Der Reisesicherungsschein schützt Urlauber auch bei der Thomas-Cook-Insolvenz. Dies gilt aber nur für Pauschalreisen.

Während die britische Regierung eine Rückholaktion für britische Urlauber eingeleitet hat, ist der deutsche Staat nicht für den Rücktransport von Reisegästen zuständig. Allerdings gewährt das deutsche Reiserecht Pauschalurlaubern eine gewisse Sicherheit.

Danach ist bei jeder Pauschalreise ein sogenannter Reisesicherungsschein auszugeben. Dieser bietet Schutz vor den Folgen einer Insolvenz des Reiseveranstalters.

Der Veranstalter muss seine Kunden zurückholen, während der Versicherer für die dadurch entstandenen Kosten aufkommt. Bereits verreiste Pauschalurlauber dürfen bis zu ihrer Rückreise im Hotel bleiben. In Deutschland sind Pauschalreise-Kunden von Thomas Cook für die Insolvenz über den Schweizer Versicherungskonzern Zurich versichert.

Urlauber, die keine Pauschalreise gebucht haben, sind nicht automatisch abgesichert. Sie müssen ihren Rückflug selbst organisieren. Den ihnen so entstandenen finanziellen Schaden können sie bei der Insolvenztabelle anmelden, nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Dieses Verzeichnis erstellt der Insolvenzverwalter. Er listet darin alle Forderungen gegen Thomas Cook auf. Die Insolvenz ist aktuell jedoch noch nicht eröffnet (Stand: 30.09.2019).

Weitere Informationen zum Reiserecht

FAQ zur Insolvenz von Thomas Cook

Ich habe eine Pauschalreise bei Thomas Cook gebucht und bin schon im Urlaub. Was muss ich tun?

Nach Angaben des Reiseveranstalters können Sie Ihre Reise uneingeschränkt fortsetzen. Hotel, Transfer und Rückflüge sind abgesichert, sofern es sich um eine Pauschalreise handelt.

Ich habe meine Pauschalreise bereits angetreten und das Hotel verlangt aufgrund der Thomas-Cook-Insolvenz, das ich selbst bezahle. Was soll ich tun?

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und bezahlen Sie möglichst nicht. Lässt sich dies nicht umgehen, sollten Sie sich die Zahlung und den Grund hierfür vom Hotel schriftlich bestätigen lassen. Nach Ihrer Rückkehr können Sie den gezahlten Betrag gegen den Sicherungsgeber geltend machen. Nutzen Sie hierfür das Online-Formular des Versicherers KAERA AG.

Hat die Thomas-Cook-Insolvenz auch Konsequenzen für Condor?

Condor-Flüge finden weiterhin planmäßig statt. Allerdings ist es dem Flugunternehmen aus rechtlichen Gründen nicht gestattet, Urlauber zu befördern, die bei Thomas Cook oder einem dazugehörigen Veranstalter gebucht haben.

Update 01.10.2019: Der Versicherer Zurich hat angekündigt, dass die Versicherungssumme nicht ausreicht und Pauschalreisende wohl nicht den vollen Reisepreis erstattet bekommen werden.

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Über Franziska

Franziska studierte Rechtswissenschaften an der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und absolvierte anschließend ihr Referendariat in Bautzen. Zu ihren Vorlieben zählen neben dem Straf- und Strafprozessrecht Themen rund um Zwangsvollstreckung & Insolvenz, dem Zivilrecht und Rechtsfragen im Bereich Natur und Umwelt.

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