Geblitzt worden: Wie teuer wird das?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 23. November 2020

Werden Sie innerorts geblitzt, müssen Sie mit Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog rechnen.
Werden Sie innerorts geblitzt, müssen Sie mit Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog rechnen.

Geblitzt: Mögliche Sanktionen innerorts

Über­schrei­tung der Höchst­geschwin­dig­keit inner­ortsGeld­strafePunkteFahr­verbot in Mo­naten
bis 10 km/h15 €--
11 – 15 km/h25 €--
16 – 20 km/h35 €--
21 – 25 km/h80 €1-
26 – 30 km/h100 €1-
31 – 40 km/h160 €21
41 – 50 km/h200 €21
51 – 60 km/h280 €22
61 - 70 km/h480 €23
> 70 km/h680 €23

Geblitzt: Mögliche Sanktionen außerorts

Über­schrei­tung der Höchst­geschwin­dig­keit außer­ortsGeld­strafePunkteFahr­verbot in Mo­naten
bis 10 km/h10 €--
11 – 15 km/h20 €--
16 – 20 km/h30 €--
21 – 25 km/h70 €1-
26 – 30 km/h80 €1-
31 – 40 km/h120 €1-
41 – 50 km/h160 €21
51 – 60 km/h240 €21
61 - 70 km/h440 €22
> 70 km/h600 €23

Bußgeldrechner für Geschwindigkeitsüberschreitungen

FAQ: Geblitzt

Ich wurde geblitzt: Welche Sanktionen drohen?

Werden Sie bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt, können ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot gegen Sie ausgesprochen werden. Die konkreten Sanktionen für einzelne Geschwindigkeitsverstöße zeigen unsere Tabellen.

In der Probezeit geblitzt: Wann gilt das als A-Verstoß?

Werden Fahranfänger in der Probezeit mit 21 km/h oder mehr geblitzt, begehen sie einen sogenannten A-Verstoß. Welche Konsequenzen dieser nach sich zieht, können Sie hier nachlesen.

Ich wurde bei Rot geblitzt: Bekomme ich ein Fahrverbot?

Begehen Sie einen qualifizierten Rotlichtverstoß (die Ampel war schon länger als eine Minute Rot), müssen Sie mit einem Fahrverbot von einem Monat rechnen. Ein einfacher Rotlichtverstoß wird hingegen „nur“ mit einem Bußgeld in Höhe von 90 Euro und einem Punkt in Flensburg sanktioniert.

Wo darf geblitzt werden?

Werden Sie geblitzt, wird eine Toleranz von der Messung abgezogen.
Werden Sie geblitzt, wird eine Toleranz von der Messung abgezogen.

Durch Blitzer und Radarfallen soll vor allem hinsichtlich der zulässigen Höchstgeschwindigkeit überprüft werden, ob sich die Verkehrsteilnehmer daran halten. Wo die Geräte aufgestellt werden dürfen, ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Dabei geht es vor allem um die Frage, in welchem Abstand das Messgerät zu einem Verkehrszeichen, welches das Tempo vorgibt, stehen darf. Entfernungen zwischen 75 und 200 Metern sind hierbei üblich.

Doch welche Sanktionen drohen eigentlich, wenn Sie geblitzt werden? Wie können Sie gegen eine fehlerhafte Messung der Radarfalle vorgehen? Diesen Fragen geht der nachfolgende Ratgeber auf den Grund und informiert Sie umfassend.

Außerorts oder innerorts geblitzt: Was passiert dann?

Geschwindigkeitsbegrenzungen können durch Verkehrsschilder angeordnet oder von der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgegeben werden. So ist innerhalb geschlossener Ortschaften in der Regel ein Tempo von 50 km/h erlaubt.

Wie schnell Sie außerorts fahren dürfen, hängt davon ab, ob Sie sich auf einer Landstraße oder Autobahn befinden und welches Kfz sie fahren. Grundsätzlich riskieren Sie überall, dass Sie geblitzt werden, wenn Sie sich nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben halten.

Hat der Blitzer ausgelöst, wird auf Grundlage der Geschwindigkeitsmessung ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Zunächst ermittelt die Bußgeldstelle anhand des Kennzeichens den Halter des Fahrzeugs. Dieser bekommt dann einen Anhörungs- oder Zeugenfragebogen zugeschickt.

Im Anschluss daran erhält der Fahrer einen Bußgeldbescheid, der die ausgesprochenen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog auflistet. Bezahlt der Temposünder das geforderte Bußgeld, weil er geblitzt wurde, ist das Bußgeldverfahren abgeschlossen.

Werden Sie geblitzt mit einem Handy am Ohr, kann auch diese Ordnungswidrigkeit aufgrund des Blitzerfotos geahndet werden. Dafür werden ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Geblitzt bei Rot: Was droht?

Fahren Sie über eine rote Ampel und werden geblitzt, wird ein hohes Bußgeld fällig.
Fahren Sie über eine rote Ampel und werden geblitzt, wird ein hohes Bußgeld fällig.

Sie können allerdings nicht nur geblitzt werden, wenn Sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung begehen. Es gibt auch die sogenannten Ampelblitzer, welche Rotlichtverstöße aufdecken können. Überfahren Sie eine rote Ampel, müssen Sie mit einem Bußgeld in Höhe von 90 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Handelt es sich um einen qualifizierten Rotlichtverstoß, das bedeutet, dass die Ampel schon länger als eine Sekunde Rot war, müssen Rotsünder mit einem Fahrverbot von einem Monat rechnen. Zusätzlich erhöht sich das Bußgeld auf 200 Euro und es werden zwei Punkte in Flensburg vermerkt.

Wichtig: Kommt es im Zuge vom Rotlichtverstoß zu einer Gefährdung oder Sachbeschädigung, kommt auch der Straftatbestand der Gefährdung des Straßenverkehrs in Betracht. Dieser wird gemäß § 315c Strafgesetzbuch (StGB) mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft.

Geblitzt in der Probezeit: Strafe für Fahranfänger

Wer in Deutschland eine Fahrerlaubnis durch eine erfolgreiche praktische Fahrprüfung erhält, befindet sich in der ersten zwei Jahren nach dem Erwerb in der sogenannten Probezeit. In diesem Zeitraum können Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr weitere Konsequenzen nach sich ziehen.

Dabei findet eine Unterteilung in A-Verstöße (schwerwiegende Ordnungswidrigkeiten) und B-Verstöße (weniger schwerwiegende Ordnungswidrigkeiten) statt. Werden Sie als Fahranfänger mit 21 km/h oder mehr geblitzt, handelt es sich um einen A-Verstoß.

Begehen Fahranfänger einen solchen, dann wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert. Zudem muss der Betroffene an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar teilnehmen. Leisten sich Fahranfänger insgesamt drei A-Verstöße in der Probezeit, wird die Fahrerlaubnis wieder entzogen.

Wie zuverlässig sind Blitzer?

Nachdem Sie geblitzt wurden, erhalten Sie einen Bußgeldbescheid.
Nachdem Sie geblitzt wurden, erhalten Sie einen Bußgeldbescheid.

Es kann auch vorkommen, dass Sie geblitzt werden, ohne dass Sie die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit tatsächlich überschritten haben. Denn die Messgeräte sind nicht immer zu 100 Prozent zuverlässig.

Unterschiedliche Faktoren können das Messergebnis nämlich beeinfluss. Um etwaige Messungenauigkeiten pauschal auszugleichen, erfolgt jedes Mal, wenn Sie geblitzt werden, ein Toleranzabzug.

Dieser beträgt bei einem Tempo unter 100 km/h 3 km/h. Handelt es sich um eine Geschwindigkeit von 100 km/h oder mehr, werden drei Prozent der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen.

Wichtig: Kommt Ihnen die Messung des Blitzers merkwürdig vor und Sie sind sich keiner Schuld bewusst, haben Sie die Möglichkeit, einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen.

Können Sie gegen die Messung von einem Blitzer vorgehen? 

Erhalten Sie einen Bußgeldbescheid von der Bußgeldstelle, weil Sie geblitzt worden sind, müssen Sie die Sanktionen nicht einfach hinnehmen. Sie haben die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen nach dem Erhalt einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen.

Dieser muss schriftlich an die zuständige Bußgeldstelle gerichtet werden. Verpassen Sie die 14-Tage-Frist, werden die Sanktionen rechtskräftig und Sie können rechtlich nicht mehr dagegen vorgehen. Wird der Einspruch abgelehnt, kommt es in aller Regel zu einer Verhandlung vor Gericht.

Handelt es sich um einen Bußgeldbescheid, der auch ein Fahrverbot vorsieht, empfiehlt es sich, einen Anwalt für Verkehrsrecht mit dem Fall zu beauftragen. Dieser kann eine Akteneinsicht beantragen und erkennt durch sein geschultes Auge etwaige Ungenauigkeiten im Messprotokoll des Blitzers.

Sollten diese nicht vorliegen, kann der Rechtsbeistand im Rahmen der Gerichtsverhandlung versuchen, einen Härtefall geltend zu machen. In einigen Fällen ist es dadurch möglich, das Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umwandeln zu lassen.

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Geblitzt worden: Wie teuer wird das?
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