Wann kann ein Drogentest durch die Polizei angeordnet werden?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 13. Oktober 2021

Wann kann ein Drogentest durch die Polizei angeordnet werden?
Wann kann ein Drogentest durch die Polizei angeordnet werden?

FAQ: Drogentest

Wann ist ein Drogentest für den Führerschein relevant?

Haben Polizeibeamte im Rahmen einer Verkehrskontrolle den Verdacht, dass der Kfz-Fahrer Drogen konsumiert hat, können sie diesen auffordern, einen Drogenschnelltest zu machen. Verweigert der Betroffene dies, darf die Polizei laut § 81a StPO einen Bluttest anordnen, wenn der dringende Verdacht einer drogenbedingten Verkehrsgefährdung oder einer Trunkenheitsfahrt besteht.

Wie wird ein Drogenschnelltest durchgeführt?

Der Drogenschnelltest erfolgt in aller Regel über die Analyse von Urin oder Schweiß. Hier können Sie nachlesen, welche weiteren Verfahren bei einem Drogentest zum Einsatz kommen können.

Wann kann ich einen Drogentest verweigern?

Grundsätzlich können Sie immer einen Drogentest verweigern, wenn Sie Polizeibeamte darum bitten bzw. nach Ihrem Einverständnis fragen. Besteht allerdings eine staatsanwaltliche oder richterliche Anordnung, müssen Sie den Drogentest durchführen lassen. Das ist auch der Fall, wenn ein begründeter Verdacht für eine der oben benannten Verkehrsstraftaten besteht.

Video: Alkoholtest bei der Verkehrskontrolle

Wann wird bei einer Verkehrskontrolle ein Alkohol- oder Drogentest verlangt? Erfahren Sie es im Video!

Drogentest: Haare, Speichel und Urin überführen den Konsumenten

Drogentest: Im Blut lässt sich ein Konsum nachweisen.
Drogentest: Im Blut lässt sich ein Konsum nachweisen.

In Deutschland ist es verboten, dass sich Kfz-Fahrer nach dem Konsum von Drogen hinters Steuer setzen. Auch der Genuss von Alkohol und das Übertreten der Promillegrenze können zu harten Sanktionen bei einer Teilnahme am Straßenverkehr führen.

Fällt Polizeibeamten ein unsicherer Verkehrsteilnehmer auf, können sie diesen anhalten und eine allgemeine Verkehrskontrolle durchführen. In diesem Rahmen kann die Polizei den Verdächtigen auffordern, einen Drogenschnelltest über sich ergehen zu lassen.

Doch sind Sie zu diesem Drogentest überhaupt verpflichtet? Welche unterschiedlichen Verfahren gibt es, um die Einnahme illegaler Substanzen nachzuweisen? Wird bei jeder MPU ein Drogentest verlangt? Diese Fragen beantworten wir im nachfolgenden Ratgeber.

Wann kann ein Drogentest im Straßenverkehr angeordnet werden?

Gemäß § 24a Absatz 2 Straßenverkehrsgesetz (StVG) ist es in Deutschland verboten, unter dem Einfluss von berauschenden Substanzen am Straßenverkehr teilzunehmen. Während bei Alkohol die 0,5-Promillegrenze gilt, wird der Konsum von Drogen grundsätzlich nicht toleriert.

Haben Polizeibeamte im Rahmen einer Verkehrskontrolle den Verdacht, dass der Kfz-Fahrer Drogen konsumiert hat, können sie diesen um die Einwilligung in einen Drogenschnelltest bitten. Dieser Bitte muss der Betroffene allerdings nicht nachkommen.

Für einen Bluttest auf dem Polizeirevier bedarf es entweder einer richterlichen oder staatsanwaltschaftlichen Anordnung. Eine Ausnahme besteht allerdings, wenn die Polizeibeamten einen begründeten Verdacht nachweisen können. Dann kann der Betroffene zu einem Drogentest „gezwungen“ werden.

Gut zu wissen: Egal, ob ein Drogentest erfolgt oder nicht, Sie sind im Rahmen einer Verkehrskontrolle durch die Polizei nicht dazu verpflichtet, Angaben zu Ihrem Konsumverhalten zu machen. Sie müssen sich durch eine Aussage nicht selbst belasten, denn es greift das Aussageverweigerungsrecht.

Welche Strafe droht, wenn Sie nach der Einnahme von Drogen am Steuer erwischt werden?

Ein positiver Drogentest kann schwerwiegende Sanktionen nach sich ziehen.
Ein positiver Drogentest kann schwerwiegende Sanktionen nach sich ziehen.

Ist der Drogentest positiv und Sie wurden bei der Teilnahme am Straßenverkehr erwischt, handelt es sich um eine schwerwiegende Ordnungswidrigkeit. Handelt es sich dabei um Ihren ersten Verstoß, drohen ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem Monat.

Ist es das zweite Mal, dass Sie mit Drogen am Steuer erwischt wurden, erhöht sich das Bußgeld auf 1.000 Euro und es wird ein Fahrverbot von drei Monaten verhängt. Beim dritten Mal muss der Drogensünder 1.500 Euro zahlen.

Wichtig: Liegt eine Gefährdung des Straßenverkehrs vor und der Drogentest ist positiv, erhält der Täter drei Punkte in Flensburg und muss mit einer Freiheits- oder Geldstrafe rechnen. Zudem ist der Entzug der Fahrerlaubnis wahrscheinlich.

Wie wird der Drogentest durchgeführt?

Ein Drogentest kann durch unterschiedliche Verfahren durchgeführt werden. Ein Bluttest liefert in aller Regel zuverlässige Ergebnisse. Nachfolgend haben wir Ihnen eine Übersicht der Testverfahren bereitgestellt, anhand derer die Einnahme illegaler Substanzen nachgewiesen werden kann:

  • Drogentest im Blut (wird vor Gericht als Beweismittel anerkannt, da dieser Drogentest nur von einem Arzt durchgeführt werden darf)
  • Drogentest mithilfe von Urin
  • Drogentest per Haaranalyse (bei diesem Drogentest ist die Nachweisbarkeit für einen länger zurückliegenden Konsum möglich)
  • Drogentest per Schweiß (wird in der Regel nur für einen Schnelltest genutzt, da das Ergebnis vor Gericht nicht als Beweismittel genutzt werden kann)

Brauchen Sie einen Drogentest für die MPU?

Ob Sie im Rahmen der MPU einen Drogentest absolvieren müssen, richtet sich häufig nach den Gründen, die zur Anordnung der Untersuchung geführt haben. Es kann also durchaus vorkommen, dass Sie die Fahrerlaubnis nur zurückerhalten, wenn Sie eine entsprechende Abstinenz nachweisen können.

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