Verbraucherschutz in Sachen Geldanlage: Gute Beratung ist Gold wert

Wer sorgt in Deutschland für den Verbraucherschutz bei der Geldanlage?
Wer sorgt in Deutschland für den Verbraucherschutz bei der Geldanlage?

Unternehmen, Banken und andere Institutionen sind in vielen Dingen gegenüber dem Verbraucher besser gestellt. Damit sie diese Vorteile nicht zum Nachteil der Kunden ausnutzen können, gibt es in Deutschland das Verbraucherrecht.

Eine besonders wichtige Rolle spielt der Verbraucherschutz in puncto Finanzen – hier geht es nicht zuletzt um die finanzielle Zukunft der Anleger. Ohne die richtige Beratung finden sich diese jedoch auf dem scheinbar unüberblickbaren Markt kaum zurecht. Nicht alle Berater handeln aber immer zum Wohl ihrer Kunden, da sie oft auf Provisionsbasis arbeiten.

Aus diesem Grund ist der Verbraucherschutz in Sachen Geldanlage von größter Bedeutung. Verbraucher möchten ihr Geld sinnvoll anlegen. Floppt die Investition, kann das gravierende Folgen haben. Aber wer sorgt hinsichtlich der Finanzen für den Verbraucherschutz und an welche Stellen können sich Betroffene bei Problemen und Beschwerden wenden?

FAQ: Verbraucherschutz bei der Geldanlage

Welche Rolle spielt der Verbraucherschutz bei Geldanlagen?

Der Verbraucherschutz ist in diesem Bereich besonders wichtig, weil es hier auch um die wirtschaftliche und finanzielle Existenz der Anleger geht. Das Risiko von Verlusten ist angesichts der nur schwer überschaubaren Finanzprodukte nicht zu unterschätzen.

Wie wird der Verbraucherschutz in diesem Bereich gewährleistet bzw. überwacht?

Beim Verbraucherschutz in Sachen Finanzen kommt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine wichtige Rolle zu. Wie diese Marktaufsicht funktioniert, lesen Sie hier.

Wie und wo finde ich denn Informationen zum Thema Geldanlage?

Verbraucherzentralen bieten nicht nur eine umfassende Verbraucherberatung zu den verschiedensten Themen an. Sie stellen auf ihren Webseiten auch umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung.

Marktaufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Verbraucherschutz bei der Geldanlage: Die BaFin übernimmt die Marktaufsicht.
Verbraucherschutz bei der Geldanlage: Die BaFin übernimmt die Marktaufsicht.

Die Bundesanstalt für Finanzdienst­leistungsaufsicht – kurz BaFin genannt – ist für die Marktaufsicht über Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute zuständig. Ihr erklärtes Ziel ist es, ein stabiles und funktionierendes Finanzsystem zu gewährleisten. Eine wichtige Aufgabe ist der Verbraucherschutz in Sachen Geldanlage.

Bankkunden und Anleger sollen dem deutschen Finanzsystem vertrauen können. Zu diesem Zweck überwachen die über 2.500 Mitarbeiter der BaFin nicht nur Banken und Finanzdienstleistungsinstitute, sondern auch Versicherungsunternehmen, inländische Fonds sowie Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Um den Verbraucherschutz in puncto Geldanlage zu stärken, setzt die BaFin unter anderem auf die Information von Anlegern. Sie gibt verschiedene Broschüren heraus, welchen wichtige Ratschläge und Tipps – beispielsweise zur Altersvorsorge – zu entnehmen sind. Auch auf der eigenen Website informiert die Bundesanstalt und beantwortet häufig gestellte Fragen.

Anlageberater müssen von der BaFin zugelassen werden. Damit eine Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen erteilt werden kann, muss unter anderem ein ausreichender Versicherungsschutz bestehen.

Gesetzliche Grundlagen

Bedeutend sind aber vor allem auch die gesetzlichen Grundlagen, welche Banken, Finanzdienstleistungsinstitute und Berater beachten müssen. So wird der Verbraucherschutz bei der Geldanlage – etwa für die Altersvorsorge – unter anderem dadurch gestärkt, dass bei jeder Anlageberatung ein Protokoll angefertigt werden muss. Dieses soll es Kunden ermöglichen, das Beratungsgespräch auszuwerten und sich dann auf Grundlage dessen für oder gegen das Angebot zu entscheiden.

Folgende Angaben müssen einem solchen Protokoll zu entnehmen sein:

  • Informationen über den Anleger: seine persönliche Situation und seine Ziele
  • Anlass und Dauer der Beratung
  • Genauere Angaben zu den vorgestellten Finanzinstrumenten und Wertpapierdienstleistungen
  • Empfehlungen des Beraters inklusive einer Begründung
Zum Verbraucherschutz bei der Geldanlage trägt das Beratungsprotokoll bei.
Zum Verbraucherschutz bei der Geldanlage trägt das Beratungsprotokoll bei.

Dem Verbraucherschutz bei der Geldanlage zuträglich ist außerdem die Pflicht dazu, dass für Wertpapiere und Vermögensanlagen sogenannte Prospekte angefertigt werden müssen. Diese sind mindestens einen Werktag vor dem öffentlichen Angebot zu publizieren. Vorher müssen sie jedoch von der BaFin genehmigt werden.

Der Prospekt muss alle nötigen Angaben enthalten, um Anleger verlässlich und umfangreich über das Wertpapier und den Emittenten – also den Ausgeber des Wertpapiers – oder die Vermögensanlage zu informieren. Außerdem muss der Text verständlich formuliert sein und darf keine widersprüchlichen Aussagen enthalten.

Um den Verbraucherschutz in puncto Geldanlage und Altersvorsorge zu stärken, setzt sich die BaFin für das Verbraucherrecht ein. Fühlen Sie sich falsch beraten, können Sie dies der BaFin mitteilen. Sollte es sich um eine begründete Beschwerde handeln, setzt diese sich mit dem betreffenden Institut auseinander. So können Verstöße gegen Bestimmungen aufgedeckt und gegen sie vorgegangen werden. Auch ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht kann Sie unterstützen.

Infos und Beratung der Verbraucherzentrale zur Geldanlage

Eine wichtige Institution in Sachen Verbraucherschutz stellen der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sowie die 16 Verbraucherzentralen der Bundesländer dar. Sie sehen sich als Stimme der 80 Millionen Verbraucher in Deutschland und treten für ihr Recht ein.

Um den Verbraucherschutz in puncto Geldanlage zu stärken, setzt die Verbraucherzentrale unter anderem auf die Information von Verbrauchern zum Thema Finanzen. Auf den Webseiten finden Leser viele Ratgeber rund um die Themen Geldanlage und Altersvorsorge.

Die unabhängige Beratung der Verbraucherzentrale zur Geldanlage ist nicht kostenlos - kann sich aber lohnen.
Die unabhängige Beratung der Verbraucherzentrale zur Geldanlage ist nicht kostenlos – kann sich aber lohnen.

So erhalten Interessierte unter anderem Ratschläge dazu, wie sie sich am besten auf ein Gespräch mit einem Berater vorbereiten und was bei der Geldanlage zu beachten ist. So sollten sich Anleger bereits im Vorhinein über ihre Ziele klar werden und überlegen, welche Risiken sie eingehen wollen. Je größer das Risiko, desto höher können zwar die Erträge ausfallen. Allerdings ist auch die Gefahr recht groß, Geld zu verlieren. Anleger sollten sich dessen bewusst sein.

Des Weiteren gehört zu den Aufgaben der Verbraucherzentrale in Sachen Geldanlage und Altersvorsorge die Beratung von Verbrauchern. Bei der zuständigen Verbraucherzentrale können Sie in der Regel telefonisch einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren.

Je nach Bundesland variieren die Dauer der Beratung und der Preis recht stark. Die anfallenden Gebühren können durchaus eine lohnenswerte Investition darstellen, da sie vollkommen unabhängig zum Thema Finanzen beraten werden. Abhängig davon, wie umfangreich die Beratung ist, können sie sogar eine umfassende Anlagestrategie erstellen.

Auch die Stiftung Warentest trägt zum Verbraucherschutz bei der Geldanlage bei. Auf der Website finden Sie unter anderem Tests zu Anleihen und erfahren, wo Sie die besten Zinsen fürs Festgeld oder den Sparbrief bekommen. Des Weiteren finden Sie Informationen zum Thema Bitcoins.
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Über den Autor

Meike
Meike Z.

Meike hat ihren Master-Abschluss im Fach Linguistik an der Universität Paderborn erworben und ist seit 2016 Teil des anwalt.org-Teams. Dabei besteht ihr Anspruch darin, Informationen unter anderem in den Bereichen Verkehrsrecht und Finanzrecht leicht verständlich aufzubereiten.

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