Identitätsdiebstahl: Definition, Strafbarkeit und richtiges Vorgehen als Opfer

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 25. Juli 2022

Ein Identitätsdiebstahl kann gravierende Folgen haben. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie sich davor schützen können.
Ein Identitätsdiebstahl kann gravierende Folgen haben. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie sich davor schützen können.

FAQ: Identitätsdiebstahl

Was ist ein Identitätsdiebstahl?

Kommt es zu einem Identitätsdiebstahl, nutzt der Täter personenbezogene Daten eines Dritten für kriminelle Zwecke. Er kann zum Beispiel im Namen des Opfers Bestellungen tätigen, Abonnements abschließen oder auch Fake-Profile in sozialen Netzwerken erstellen und somit sein Opfer diskreditieren und in finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Was droht bei einem Identitätsdiebstahl gemäß StGB als Strafe?

Der Identitätsdiebstahl hat keinen eigenen Paragraphen im Strafgesetzbuch (StGB). Es gibt aber eine Reihe von Tatbeständen, die in Betracht kommen. Das sind zum Beispiel: Ausspähen von Daten (§ 202a StGB), Computerbetrug (§ 263a StGB) oder Computersabotage (§ 303b StGB). Alle diese Straftaten können mit einer Freiheits- oder Geldstrafe geahndet werden.

Wie kann ich einen Identitätsdiebstahl melden?

Stellen Sie fest, dass jemand Ihre Daten geklaut hat und diese verwendet, sollten Sie sofort der Polizei den Identitätsdiebstahl melden und eine Strafanzeige erstatten. Diese kann dann entsprechende Ermittlungen einsetzen. Sind auch Ihre Bankdaten betroffen, sollten Sie dringend Ihre Konten sperren lassen.

Was genau ist ein Identitätsdiebstahl im Internet? 

Bei einem Identitätsdiebstahl klauen Hacker Ihre Daten und Passwörter.
Bei einem Identitätsdiebstahl klauen Hacker Ihre Daten und Passwörter.

Mit der zunehmenden Digitalisierung ist auch der Bereich der Internetkriminalität immer größer geworden. Verbrecher haben im World Wide Web zahlreiche Möglichkeiten, kriminelle Handlungen zu vollziehen.

Nicht selten kommt es auch zu einem Identitätsdiebstahl. Das bedeutet, dass ein Krimineller sich die Daten eines Dritten beschafft. Dabei kann es sich zum Beispiel um dessen Zugangsdaten für E-Mail-Accounts, Social-Media-Profile, die Adresse oder auch um die Zugangsdaten für die Bankkonten handeln.

Ein solcher Datenklau kann auf unterschiedlichen Wegen vollzogen werden. Nicht selten nutzen die Täter dafür Schadprogramme (Trojaner), durch welche sie an die benötigten Datensätze kommen. Haben Sie diese erreicht, können sie dem Opfer auf unterschiedlichen Wegen schaden.

Haben die Datendiebe Zugang zu Ihren Bankdaten, können diese damit allerhand Einkäufe tätigen oder Abos abschließen. Hierdurch kann ein großer finanzieller Schaden entstehen. Zudem kann der Täter auch auf Ihren Namen Profile in sozialen Medien oder auf Datingportalen anlegen und Sie damit diskreditieren.

Können Sie einen Identitätsdiebstahl bei der Polizei zur Anzeige bringen?

Was können Sie nun aber tun, wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer von einem Identitätsdiebstahl geworden sind? In jedem Fall ist schnelles Handeln gefragt! Soweit möglich sollten Sie überall umgehend Ihre Passwörter ändern.

Sind auch Ihre Bankdaten betroffen, müssen Sie die Konten sperren lassen, damit die Verbrecher nicht einen noch größeren finanziellen Schaden anrichten können. Haben Sie diese Schritte vollzogen, sollten Sie den Identitätsdiebstahl anzeigen. Zu diesem Zweck können Sie sich an die nähst gelegene Polizeistelle wenden.

Anzeige wegen Identitätsdiebstahl: Diese Strafe droht

In Deutschland hat der Identitätsdiebstahl keinen eigenen § im Strafgesetzbuch. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine solche Tat ohne Strafe bleibt. Es kommen vielmehr ganz unterschiedliche Tatbestände in diesem Zusammenhang in Betracht.

So kann es sich zum Beispiel um das Ausspähen von Daten handeln. § 202a StGB definiert diesbezüglich:

(1) Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Daten im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.

Zudem kommen im Zusammenhang mit einem Identitätsdiebstahl die nachfolgenden Tatbestände in Betracht: Computerbetrug, Computersabotage, Betrug, Verleumdung uvm.

Wie können Sie sich vor einem Identitätsdiebstahl schützen?

Identitätsdiebstahl: Als Schutz sollten Sie regelmäßig Ihre Passwörter wechseln.
Identitätsdiebstahl: Als Schutz sollten Sie regelmäßig Ihre Passwörter wechseln.

Abschließend wollen wir Ihnen noch einige Tipps an die Hand geben. Beherzigen diese, kann ein Identitätsdiebstahl zwar nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, allerdings machen Sie es dem Täter damit so schwer wie möglich:

  • Installieren Sie eine Anti-Viren-Software sowie eine Firewall und halten Sie diese stets auf dem aktuellen Stand
  • Legen Sie regelmäßige Backups an.
  • Wenn Sie Online-Banking benutzen, sollten Sie stets auf eine Zwei-Faktoren-Authentifikation zurückgreifen.
  • Klicken Sie niemals auf Links in E-Mails von Absendern, die Ihnen nicht bekannt sind.
  • Wechseln Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Passwörter und benutzen Sie niemals dasselbe Passwort für mehrere Zugänge.
  • Klicken Sie nicht auf unseriöse Webseiten oder auf Werbebanner.
  • Veröffentlichen Sie auf sozialen Netzwerken niemals Ihre persönlichen Daten.
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Identitätsdiebstahl: Definition, Strafbarkeit und richtiges Vorgehen als Opfer
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