Pflegegrad 2: Welche Leistungen sind inbegriffen?

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 3. Juli 2020

Wann wird der Pflegegrad 2 anerkannt?
Wann wird der Pflegegrad 2 anerkannt?

FAQ: Pflegegrad 2

Welche Voraussetzungen müssen für den Pflegegrad 2 gegeben sein?

Damit der Pflegegrad 2 anerkannt wird, muss die hilfebedürftige Person eine Punktzahl von mindestens 27 im Rahmen der Begutachtung erreichen.

Pflegegrad 2: Wie viel Geld steht mir zu?

Für den Pflegegrad 2 ist als Geldleistung ein Betrag von 316 Euro zur ambulanten Pflege des Betroffenen angesetzt. Erhält die Person eine vollstationäre Pflege, so unterstützt Sie die Pflegekasse mit maximal 770 Euro pro Monat.

Wie kann ich Leistungen für den Pflegegrad 2 beantragen?

Hier erfahren Sie, wie Sie die Leistungen bei Pflegegrad 2 bzw. die Anerkennung des Pflegegrads beantragen können.

Pflegegrad 2: Ausdruck der Pflegebedürftigkeit

Wann wird der Pflegegrad 2 anerkannt?
Wann wird der Pflegegrad 2 anerkannt?

Um auch für das Alter abgesichert zu sein, müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland monatlich Beiträge zur Pflegeversicherung entrichten. Bis zum Januar 2017 konnten entsprechende Leistungen dieser Versicherung über die Anerkennung einer Pflegestufe bei Hilfebedürftigkeit abgerufen werden.

Seit 2017 wurden die Pflegestufen durch die Pflegegrade abgelöst. Diese sollen besser abbilden, wie hilfebedürftig ein Mensch ist. Dabei kann ein Pflegegrad von 1 bis 5 anerkannt werden. Dieser Ratgeber wird sich mit dem Pflegegrad 2 beschäftigen.

Wie viel Pflegegeld wird bei Pflegegrad 2 bewilligt? Wie können Sie die Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragen? Diesen Fragen gehen wir nachfolgend auf den Grund und informieren Sie umfassend.

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Was drückt ein Pflegegrad aus?

Welche Voraussetzungen gelten für Pflegegrad 2?
Welche Voraussetzungen gelten für Pflegegrad 2?

Die im Jahr 2017 endgültig eingeführten Pflegegrade sollen ausdrücken, wie pflegebedürftig ein Mensch ist. Diese Pflegebedürftigkeit kann sich aus unterschiedlichen Faktoren ergeben. Im Fokus steht bei der Ermittlung von Pflegegrad 2 und Co. immer, inwiefern der Betroffene den Alltag selbst bewältigen kann.

Das Alter ist kein wesentlicher Faktor, wenn es um die Ermittlung eines Pflegegrades geht. Dieser kann sowohl bei älteren Menschen als auch bei Kindern anerkannt werden. Wichtig ist, dass die Pflegebedürftigkeit für mindestens sechs Monate gegeben ist.

In § 14 Absatz 1 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) wird genau definiert, ab wann eine Person nach deutschem Recht als pflegebedürftig gilt:

Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. […]

Pflegegrad 2: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Eine Voraussetzung, um den Pflegegrad 2 inklusive Geld und anderer Leistungen zugestanden zu bekommen, ist natürlich, dass der Antragsteller pflegebedürftig ist. Um zu ermitteln, welcher Pflegegrad angemessen erscheint, muss daher eine Begutachtung stattfinden.

Diesbezüglich gibt es einheitliche Begutachtungsleitlinien, welche auf einem Punktesystem basieren. So wird der Gutachter die nachfolgenden Bereiche genauer unter die Lupe nehmen und jeweils mit einer Punktzahl versehen:

  • Mobilität
  • Geistige und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen – sowie deren Bewältigung
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Wichtig: Nicht jeder Bereich erhält dieselbe Gewichtung. So fließt die ermittelte Punktzahl in puncto Mobilität beispielsweise zu zehn Prozent in die Gesamtbewertung ein. Ein viel größerer Fokus wird hingegen auf den Bereich der Selbstversorgung gelegt: Dieser fließt zu 40 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Durch die unterschiedliche Gewichtung soll sichergestellt werden, dass die Leistungen optimal auf die individuelle Pflegebedürftigkeit des Antragsstellers angepasst sind.

Unsere Tabelle zeigt, ab welcher Punktzahl Sie einen Anspruch auf die Leistungen für den Pflegegrad 2 haben:

PunktePflegegrad
12,5 bis unter 271
27 bis unter 47,52
47,5 bis unter 703
70 bis unter 904
90 bis 1005

So können Sie den Pflegegrad 2 beantragen 

Um den Pflegegrad 2 zu beantragen, müssen Sie ein Formular ausfüllen.
Um den Pflegegrad 2 zu beantragen, müssen Sie ein Formular ausfüllen.

Viele Menschen fragen sich, wann eigentlich der richtige Zeitpunkt ist, um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu beantragen. Grundsätzlich gilt: Haben Sie das Gefühl, dass Sie nicht mehr alle Aufgaben des Alltags alleine bewältigen können, ergibt ein Antrag Sinn.

Zu diesem Zweck müssen Sie sich an die für Sie zuständige Pflegekasse wenden. Diese ist meist an Ihre Krankenkasse angegliedert. Privatversicherte müssen sich entsprechend an die private Pflegeversicherung wenden.

Zur Beantragung reicht zunächst ein formloses Schreiben aus. Die Pflegekasse wird Ihnen dann ein entsprechendes Antragsformular übersenden. Dabei stellen Sie nicht direkt einen Antrag auf Pflegegrad 2. Sie beantragen erst einmal grundsätzlich Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Der Ihnen zustehende Pflegegrad wird erst im Rahmen eines Gutachtens ermittelt. Dabei kommt das vorhin beschriebene Punktesystem zum Einsatz. Der Gutachter wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen und einen Termin vereinbaren.

Gut zu wissen: Wurde Ihnen im Rahmen des Gutachtens der Pflegegrad 2 zugesprochen, so gilt dieser nicht für die Ewigkeit. Verschlechtert sich Ihr Zustand, können Sie eine erneute Überprüfung beantragen, die dazu führen kann, dass ein höherer Pflegegrad anerkannt wird.

Antrag auf Pflegegrad 2 abgelehnt: Und nun?

Ist der Gutachter der Meinung, dass keine wesentlichen Beeinträchtigungen in der Alltagskompetenz des Betroffenen vorliegen, kann ein Antrag auf Pflegegrad 1, 2 usw. abgelehnt werden. Ist das bei Ihnen der Fall, können Sie binnen eines Monats nach Erhalt des Schreibens einen Widerspruch einlegen.

Aufgrund der Aktenlage kann die Pflegeversicherung dann entscheiden, ob Sie noch einmal einen Gutachter beauftragt. Bleibt auch ein zweites Gutachten ohne Erfolg für Sie, haben Sie die Möglichkeit, eine Klage beim Sozialgericht einzulegen.

Pflegegrad 2: Was steht mir zu?

316 Euro Pflegegeld stehen Ihnen bei Pflegegrad 2 im Monat zu.
316 Euro Pflegegeld stehen Ihnen bei Pflegegrad 2 im Monat zu.

Wird Ihrem Antrag auf einen Pflegegrad der Stufe 2 stattgegeben, geht damit der Anspruch auf unterschiedliche Leistungen aus der Pflegeversicherung einher. Dabei gibt es drei Leistungsbereiche, zwischen denen Sie auswählen können:

  • Pflegesachleistungen (bei häuslicher Pflege): Beauftragen Sie einen ambulanten Pflegedienst mit der täglichen Pflege, werden die Kosten mit bis zu 689 Euro im Monat von der Pflegekasse bzuschusst.
  • Leistungen bei vollstationärer Pflege: Kann die Pflege des Betroffenen nicht mehr ambulant erfolgen, bezuschusst die Pflegekasse einen vollstationären Aufenthalt bei einem vorliegenden Pflegegrad 2 mit 770 Euro monatlich.
  • Pflegegeld: Hierbei handelt es sich um einen finanziellen Ausgleich für Angehörige, Freunde oder Bekannte, welche die häusliche Pflege des Antragstellers übernehmen. Beim Pflegegrad 2 wird ein Pflegegeld in Höhe von 316 Euro pro Monat bewilligt.

Wichtig: Sie können, wenn die tatsächlichen Aufwendungen für den ambulanten Pflegedienst unter dem Höchstsatz liegen, zusätzlich Pflegegeld in der Höhe der Differenz erhalten. Beide Leistungen lassen sich demnach kombinieren. Bei Pflegeleistungen zur ambulanten und stationären Pflege ist dies hingegen nicht möglich.

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