Kindergeld: Alles zur Höhe der Steuervergünstigung

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 26. Mai 2020

Kindergeld: Wie viel steht Ihnen zu?

Kindergeld: Wie viel steht Ihnen zu?

Das Kindergeld, auch Kinderzuschlag genannt, ist als Teil des Familienleistungsausgleichs zu sehen, denn Familien mit Kindern sollen steuerlich entlastet werden. Es handelt sich also nicht um eine Sozialleistung und steht damit erst einmal allen Familien offen.

Ziel des Kindergeldes ist es, die Grundversorgung der Kinder monatlich zu sichern und ihr Existenzminimum freizustellen. Das Kindergeld wird somit nicht auf das Existenzminimum angerechnet. Um das Kindergeld zu erhalten, muss ein Antrag bei der Familienkasse eingereicht werden.

Wir gehen in diesem Ratgeber auf die Höhe des Kindergeldes ein und erklären die Berechnung des Kindergeldes bei mehreren Kindern. Darüber hinaus erläutern wir auch den Unterschied zwischen dem Kindergeld und dem Kinderfreibetrag.

Wer erhält in Deutschland Kindergeld?

Anspruch auf den Kinderzuschlag haben Eltern bzw. Erziehungsberechtigte, die ein Kind in den Haushalt aufgenommen haben. Darüber hinaus müssen die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten einen Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland nachweisen.

Nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG) erhalten auch im Ausland lebende Eltern den Kinderzuschlag, sofern sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind. Der entsprechende Antrag ist bei der Familienkasse einzureichen.

Wird ein Kind geboren, so haben Mutter und Vater ab dem Geburtsmonat Anspruch auf das Kindergeld. Dieser gilt erst einmal bis zum 18. Lebensjahr unbeschränkt. Erreicht das Kind die Volljährigkeit, erhalten die Eltern weiterhin Kindergeld, sofern sich dieses in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet. Auch wenn das Kind als arbeitssuchend gemeldet ist, erhalten die Eltern die Kindergeldzahlung. Die Auszahlung erfolgt dann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Die Höhe des Kindergeldes ergibt sich in Summe aus der Anzahl der Kinder.

Die Höhe des Kindergeldes ergibt sich in Summe aus der Anzahl der Kinder.

Wie viel Kindergeld bekommt man? Die Höhe beim Kindergeld beläuft sich im Jahr 2017 auf mindestens 192 Euro (1. Kind). Ab 2018 erhöht sich dieser Betrag um zwei Euro.

Auch für das zweite Kind erhalten die Eltern Kindergeld in Höhe von 192 Euro bzw. 194 Euro (2018).

Für das dritte Kind geht eine Zahlung von 198 Euro ein und ab dem vierten Kind erhalten Eltern Kindergeld in der Höhe von 223 Euro (2018: 200 bzw. 225 Euro).

Das Kindergeld bzw. die Höhe ergibt sich pro Kind:

 Kindergeld pro Monat in Euro (2017)Kindergeld pro Monat in Euro (2018)
jeweils für das 1. und 2. Kind192194
für das 3. Kind198200
ab dem 4. Kind223225

Beispielrechnung bei mehreren Kindern

Haben Eltern vier Kinder, so erhalten sie monatlich insgesamt in der Höhe von 805 Euro Kindergeld. Erreicht nun das Älteste das 25. Lebensjahr, so verringert sich das Kindergeld entsprechend um 223 Euro. Nun wird das Kindergeld für drei Kinder berechnet. Die 223 Euro für das vierte Kind entfallen, es ergibt sich folgende Rechnung:

192 + 192 + 198 = 582 Euro

Die 192 Euro für den ersten Abkömmling werden weiterhin beachten, da jedes Kind einen Rang nach oben rutscht, sodass die 223 Euro keine Beachtung mehr finden.

Kindergeld berechnen und dem Kinderfreibetrag gegenüberstellen

Nach dem Einkommenssteuergesetz räumt der Staat steuerzahlenden Eltern in den meisten Steuerklassen einen Kinderfreibetrag ein. Dieser findet allerdings nur Anwendung, wenn das Kindergeld nicht zu einer höheren Steuerentlastung führt.

Die Höhe des Kindergeldes muss nicht aufwendig berechnet werden. Nutzen Sie unsere Tabelle.

Die Höhe des Kindergeldes muss nicht aufwendig berechnet werden. Nutzen Sie unsere Tabelle.

Diese Berechnung nimmt am Ende des Jahres das Finanzamt vor. Wir wollen die Rechnung kurz vorstellen, denn so können Sie selbst berechnen, welche Variante für Sie günstiger ist.

Der Freibetrag beläuft sich im Jahr 2017 für beide Elternteile zusammen auf 7.356 Euro. Zu beachten ist, dass der Kinderfreibetrag nicht durch die Familienkasse ausgezahlt wird, wie das Kindergeld, sondern vom zu versteuernden Einkommen abzuziehen ist.

Die Günstigerprüfung sieht nun wie folgt aus: Das Finanzamt stellt zwei Berechnungen auf, eine mit Berücksichtigung des Kinderfreibetrags und eine ohne diesen. Für erstere wird von dem zu versteuernden Einkommen der Freibetrag abgezogen.

Diese beiden Beträge werden gegenüber gestellt und erst, wenn sich eine Differenz ergibt, kommt der Kinderfreibetrag wirklich zum Tragen. Das bereits gezahlte Kindergeld wird dann als Vorauszahlung betrachtet und entsprechend abgezogen.

Interessant wird der Kinderfreibetrag erst bei einem gemeinsamen Einkommen der Eltern ab einer Höhe von 63.000 Euro im Jahr. Bei geringeren Einkünften ist das Kindergeld lohnenswerter.

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