Darknet: Wie der Zugang hergestellt wird

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 21. September 2020

Das Darknet: Der Zugang ist nicht illegal.
Das Darknet: Der Zugang ist nicht illegal.

Das Darknet existiert parallel zum bekannten Internet. Es besteht aus dem unsichtbaren Backend oder Deep Web, das den technischen Hintergrund der Nutzeroberflächen darstellt. Auch das verschlüsselte Onion-Netzwerk kann dazu gezählt werden. Doch manche neugierige Menschen scheitern bereits am Zugang zum Darknet und der Frage: Wie kommt man ins Darknet?

Der Weg dahin ist nicht so intuitiv und benutzerfreundlich wie kommerzielle Angebote im Clear Web und mit ein wenig Aufwand verbunden. Doch ist es seltener der Aufwand, der Personen abschreckt, sondern die Ungewissheit, ob das Darknet und der Zugang dazu schon strafbar ist oder nicht. Denn zu oft berichten Medien von verbrecherischen Aktivitäten, die im Darknet stattfinden oder dort organisiert werden. Doch das klärt immernoch nicht die Frage: Wie komme ich ins Darknet?

Dabei ist das Darknet und der Zugang dazu nicht im Geringsten strafbewehrt. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie sich Zugang ins Darknet verschaffen können, was Sie beachten sollten und was im Hintergrund passiert, während Sie das Darknet erkunden.

FAQ: Zugang ins Darknet

Was ist das Darknet eigentlich?

Alle wichtigen Informationen diesbezüglich liefert unser ausführlicher Ratgeber rund um das Darknet.

Wie komme ich ins Darknet?

Dazu müssen Sie den sogenannten Tor-Browser herunterladen. Hier können Sie nachlesen, wie das geht.

Was bringt ein Zugang zum Darknet?

Welche Vorteile das Surfen im Darknet bieten kann, können Sie hier ausführlich nachlesen.

Der Darknet-Zugang durch den Download vom Tor-Browser

Der einfachste Weg ins Darknet führt über den Tor-Browser, dieser kann einfach im Internet heruntergeladen und wie ein normales Programm installiert werden. Dieser sieht optisch wie ein normaler Browser aus, aber er arbeitet auf eine andere Weise.

Während der Zugang zum Internet über den Internet-Provider läuft, wird im Darknet der Zugang über eine bestimmte Zahl an anderen Rechnern geleitet, um auf diese Art die Herkunft zu verschleiern. Dazu werden die Daten, die übermittelt werden sollen, verschlüsselt und an einen anderen Rechner im Netzwerk geschickt, dieser leitet die Daten weiter, behält aber die Adresse des Senders. So ist dem nächsten Empfänger zwar klar, von wo das Datenpaket als letztes kam, aber nicht, von wo es ursprünglich stammt.

Die Angebote im Darknet werden hidden services genannt.

Der finale Empfänger entschlüsselt das Datenpaket, bearbeitet die Anfrage und sendet die Antwort auf demselben Weg zurück, den sie gekommen ist. So findet ein Datenaustausch im Darknet statt. Da diese ganzen Prozesse automatisiert sind, ist davon zeitlich kaum etwas zu spüren. Dennoch wird im Allgemeinen davon abgeraten, auf diesem Weg beispielsweise Streamingdienste zu verwenden. Dazu ist die Datenübertragung doch zu aufwendig.

Um sich zu einer Seite im Darknet Zugang zu verschaffen, sind verschiedene Dinge notwendig:

  • Internetanschluss
  • Computer
  • Tor-Browser
  • Adresse im Darknet

Zugang zum Darknet. Und jetzt?

Nachdem technisch der Zugang hergestellt ist, stellt sich die Frage: Wohin? Denn das Darknet basiert auf einem grundlegenden Konzept. Die Seiten sind nicht von regulären Suchmaschinen zu finden. Dementsprechend ist es schwer eine Seite zu finden, die ein interessantes Angebot hat. Um dieses Problem zu umgehen, existieren sowohl im Darknet als auch im Internet Listen mit Adressen von Seiten im Darknet.

Im Darknet wird der Zugang über sogenannte ONION-Adressen geregelt. Diese enden auf .onion und bieten Zugriff auf sogenannte hidden services.
Der Zugang zum Darknet passiert über kryptographische Schlüssel.
Der Zugang zum Darknet passiert über kryptographische Schlüssel.

Für beinahe alles gibt es eine anonymisierte Alternative und mehr im Darknet. Mit dem Zugang zu den entsprechenden Seiten und unter Beachtung bestimmter Sicherheitsregeln ist eine sichere und anonyme Kommunikation möglich, ohne dabei befürchten zu müssen, dass irgendwer in einer relevanten Zeit die verschlüsselte Kommunikation auswertet.

Warum kann der Zugang zum Darknet sinnvoll sein?

Drogen, Waffen und Menschenhandel sind die Themen, die häufig mit dem Darknet in Verbindung gebracht werden. Doch nicht nur verbrecherische Abgründe sind im Darknet beheimatet. Viele Journalisten nutzen diesen Weg, um ihre Nachrichten verbreiten zu können, ohne Repression durch ein autoritäres oder totalitäres System fürchten zu müssen. Ohne diesen Weg und die Verschlüsselung der Kommunikation müssten diese Menschen um ihre Sicherheit fürchten, wenn sie kritisch über ihre Regierung berichten oder anderweitig negativ auffallen.

Auch die anlasslose Massenüberwachung, wie sie von Edward Snowden aufgedeckt wurde, ist ein guter Grund, jede Kommunikation zu verschlüsseln oder hin und wieder das Darknet zu verwenden. Denn alle verschlüsselten Nachrichten zu entschlüsseln, wäre eine unwirtschaftliche Mammutaufgabe, die auch ein Geheimdienst nicht rechtfertigen kann. Das steigende Volumen an verschlüsselter Kommunikation würde Kapazitäten binden, die sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Was beim Zugang zum Darknet beachtet werden sollte

Obwohl die Anonymität im Darknet als Vorteil gilt, kann sie bei bestimmten Vorgängen eher hinderlich sein. Denn die Adressen können nicht eindeutig zu einer bestimmten Person zugeordnet werden. Das macht es schwierig, rechtliche Ansprüche durchzusetzen, wenn beispielsweise ein Online-Geschäft trotz Zahlung nicht liefert.

Viele Dienste im Darknet werden mit Bitcoin bezahlt.

Außerdem haben die Geheimdienste bereits reagiert. Die verschlüsselte Kommunikation im Netzwerk verläuft zwar lückenlos, aber der letzte Rechner vor dem Ziel (exit node) kann die Daten theoretisch abfangen. Wenn der Rechner nicht vertrauenswürdig geführt wird, können sich Dritte auch im Darknet Zugang zu den Daten verschaffen.

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Darknet: Wie der Zugang hergestellt wird
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3 Gedanken zu „Darknet: Wie der Zugang hergestellt wird

    1. Anwalt.org

      Hallo Kay D.,

      wenden Sie sich an die Polizei. Diese kann Sie bezüglich der weiteren Vorgehensweise informieren.

      Ihr Team von anwalt.org

      Antworten
  1. SW

    Nun, der Ruf des Darknet ist in der Tat sehr schlecht, aber es gerade in WWW-T eine bessere Art sich über Netzwerke auszutauschen, ohne dass man sich mit irgendwelchen DAU`s umherschlagen muss. Kann es nur empfehlen und zum Thema Waffen und Drogen, ja schick und wenn man es dann hat, und dann? Das Leben muss man sich nicht versauen. Denkt drüber nach, die Cops sind nicht so dumm…, denn viele der Verkäufer sind dümmer :-)

    Guter Bericht!

    Antworten

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