Kündigung vom Fitnessstudio: Tipps und Vorlage

Von anwalt.org, letzte Aktualisierung am: 10. September 2020

Sie wollen Ihr Fitnessstudio kündigen? Wir haben für Sie eine kostenlose Vorlage erstellt sowie alle Infos zur Kündigung vom Fitnessstudio zusammengetragen.

Kündigung vom Fitnessstudio: kostenloses Muster

Mit dieser Vorlage für die Kündigung vom Fitnessstudio erstellen Sie schnell und einfach ein fertiges Kündigungsschreiben:

 

Bei der Kündigung des Fitnessstudios gilt es einiges zu beachten

FAQ: Kündigung vom Fitnessstudio

Kann ich für die Fitnessstudio-Kündigung eine Vorlage nutzen?

Ja, wenn Sie nicht wissen, wie Sie das Kündigungsschreiben für Ihr Fitnessstudio formulieren sollen, spricht nichts dagegen, ein vorgefertigtes Muster zu verwenden. Ein solches stellen wir Ihnen hier kostenlos zur Verfügung.

Benötige ich einen Grund, um mein Fitnessstudio kündigen zu können?

Dies ist nur erforderlich, wenn Sie eine außerordentliche Kündigung bei Ihrem Fitnessstudio einreichen möchten. Bei einer ordentlichen Kündigung sind Sie nicht verpflichtet, einen Grund anzugeben.

Kann ich eine Kündigung beim Fitnessstudio wieder zurücknehmen?

Ja, in der Regel ist dies möglich. Nehmen Sie dazu Kontakt mit Ihrem Fitnessstudio auf. Sollte sich die Kündigung nicht mehr rückgängig machen lassen, können Sie alternativ auch einen neuen Mitgliedschaftsvertrag abschließen.

Weitere Ratgeber zur Kündigung vom Fitnessstudio

Die Kündigungsfrist beim Fitnessstudio

Wann ist das Kündigen vom Fitnessstudio möglich?
Wann ist das Kündigen vom Fitnessstudio möglich?

Ein Mitgliedschaftsvertrag bei einem Fitnessstudio wird in der Regel für einen Zeitraum von 12 oder 24 Monaten geschlossen. Möchten Sie Ihre Mitgliedschaft mit Ablauf der Vertragslaufzeit beenden, ist es wichtig, rechtzeitig die Kündigung bei Ihrem Fitnessstudio einzureichen. Andernfalls müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Vertrag automatisch verlängert wird und Sie für weitere 12 Monate Mitgliedschaft zahlen müssen.

Darum sollten Sie auf keinen Fall die Frist versäumen, wenn Sie vorhaben, Ihren Fitnessstudio-Vertrag zu kündigen. Wie lange die Kündigungsfrist beträgt, sollte in Ihrem Vertrag stehen. Üblicherweise gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Tipp: Sollten Sie Ihre Vertragsunterlagen nicht mehr verfügbar haben, hilft ein Anruf beim Fitnessstudio-Kundenservice, um Ihre Vertragsdaten sowie die Kündigungsfrist in Erfahrung zu bringen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, bis wann genau Ihr Vertrag kündbar ist, bitten Sie in Ihrem Kündigungsschreiben um die Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ist mein Fitnessstudio-Vertrag jederzeit kündbar?

Sie können die Kündigung bei Ihrem Fitnessstudio jederzeit aussprechen, sogar Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist. Das bedeutet allerdings nicht, dass damit auch Ihre Mitgliedschaft zu jedem beliebigen Zeitpunkt beendet werden kann. Sie müssen trotzdem bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit warten, es sei denn, Sie können ein Sonderkündigungsrecht bei Ihrem Fitnessstudio geltend machen.

Indem Sie die Kündigung aber so früh wie möglich einreichen, laufen Sie nicht Gefahr, die Kündigungsfrist zu versäumen. Passiert es Ihnen dennoch, dass Sie die Frist verpassen, können Sie entweder zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen (was dann aber meist erst in frühestens 12 Monaten möglich ist) oder Sie bitten Ihr Fitnessstudio um Kulanz, Sie früher aus dem Vertrag zu entlassen.

Ansonsten können Sie noch prüfen, ob Ihre Situation eine außerordentliche Kündigung bei Ihrem Sportstudio rechtfertigt.

Fitnessstudio kündigen: Per Mail oder per Einschreiben?

Manchmal kommt es vor, dass ein Fitnessstudio behauptet, keine Kündigung vom Kunden erhalten zu haben bzw. diese nicht rechtzeitig erhalten zu haben. Um eine solche Situation zu vermeiden, sollten Sie unbedingt belegen können, wann die Kündigung bei Ihrem Fitnessstudio eingegangen ist.

Sie können die Kündigung für Ihr Fitnessstudio auch per E-Mail verschicken.
Sie können die Kündigung für Ihr Fitnessstudio auch per E-Mail verschicken.

Die sicherste Methode hierfür ist das Versenden per Einschreiben, denn dabei muss der Empfänger quittieren, dass das Kündigungsschreiben bei ihm eingegangen ist – samt Vermerk des Zustellungsdatums.

Es ist aber auch möglich, Ihr Fitnessstudio per E-Mail zu kündigen, sofern Ihnen die entsprechende E-Mail-Adresse bekannt ist. Denn seit einer Gesetzesänderung im Oktober 2016 müssen Änderungen von Verbraucherverträgen, wie z. B. die Kündigung bei einem Fitnessstudio, nicht mehr zwangsläufig per Brief verschickt werden, sondern können auch via elektronischem Text erfolgen (E-Mail, SMS, Fax etc.). Auch eine Unterschrift ist nicht mehr vonnöten, damit das Kündigungsschreiben Gültigkeit besitzt. Wichtig ist nur, dass Sie klar erkennbar machen, wer Sie sind, indem Sie z. B. Ihren vollständigen Namen samt Adresse angeben.

Verschicken Sie Ihre Kündigung per E-Mail, sollten Sie um eine unverzügliche Eingangsbestätigung bitten. Auf die Weise kann Ihr Fitnessstudio später nicht behaupten, dass die E-Mail bei ihm nicht eingegangen wäre.

Sonderkündigungsrecht beim Fitnessstudio: Wann ist die außerordentliche Kündigung möglich?

Wenn Sie einen Vertrag im Fitnessstudio abschließen, sollte Ihnen bekannt sein, wie lange dessen Laufzeit beträgt. Indem Sie den Vertrag unterschreiben, verpflichten Sie sich deshalb, die Mitgliedschaft für diesen vereinbarten Zeitraum abzuschließen. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, den Vertrag zu einem anderen Zeitpunkt als dem Ablauf der Vertragslaufzeit zu kündigen – zumindest nicht, wenn es sich um eine ordentliche Kündigung handelt.

In bestimmten Situationen kann jedoch ein Sonderkündigungsrecht bestehen. Dieses erlaubt Ihnen, eine außerordentliche Kündigung bei Ihrem Fitnessstudio auszusprechen und die Mitgliedschaft vor Ablauf der Vertragslaufzeit zu beenden. Ein Sonderkündigungsrecht können Sie jedoch nur in zwei Fällen geltend machen:

  1. Der Fitnessstudio-Vertrag selbst bzw. die AGB räumen Ihnen dieses Recht für eine bestimmte Situation ein.
  2. Es liegt ein wichtiger Grund vor, laut dem es Ihnen gemäß § 314 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) nicht zugemutet werden kann, das Vertragsverhältnis fortzuführen.

Was als „wichtiger Grund” gilt, klären wir im Folgenden.

Kündigung vom Fitnessstudio bei Umzug

Wollen Sie Ihre Mitgliedschaft im Fitnessstudio außerordentlich kündigen, reicht ein Umzug in der Regel nicht als Grund aus. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2016 (Az. XII ZR 62/15) und begründete seine Entscheidung damit, dass jeder Verbraucher letztendlich selbst entscheiden kann, ob und wann er umzieht. Deswegen sei ihm auch zuzumuten, die damit verbundenen Konsequenzen zu tragen, wie zum Beispiel das Fortbestehen einer Fitnessstudio-Mitgliedschaft, auch wenn er sie aufgrund des Umzugs nicht mehr nutzen kann. Dies gilt auch bei einem Umzug ins Ausland.

Manche Fitnessstudios beenden den Vertrag aus Kulanz, sollte am neuen Wohnort keine andere Filiale vorhanden sein. Es lohnt sich daher bei Ihrem Fitnessstudio nachzufragen. Einen rechtlichen Anspruch auf vorzeitige Beendigung haben Sie aber nicht.

Kündigung vom Fitnessstudio aus gesundheitlichen Gründen

Ist eine außerordentliche Kündigung vom Fitnessstudio auch bei Krankheit möglich?
Ist eine außerordentliche Kündigung vom Fitnessstudio auch bei Krankheit möglich?

Sind Sie aufgrund Ihrer Gesundheit nicht in der Lage, das Training weiter fortzusetzen und möchten deshalb eine außerordentliche Kündigung bei Ihrem Fitnessstudio einreichen, haben Sie gute Chancen. Denn der BGH entschied in einem Grundsatzurteil von 2012 (Az. XII ZR 42/10), dass eine Krankheit bzw. eine lang andauernde Verletzung als wichtiger Grund für die Sonderkündigung anzuerkennen ist.

Sie sind allerdings verpflichtet, ein ärztliches Attest vorzulegen, um Ihre Behauptung zu beweisen. Das Fitnessstudio hat wiederum das Recht, eine gerichtliche Überprüfung der Sonderkündigung vorzunehmen und das Attest auf seine Echtheit zu kontrollieren. Lassen Sie sich also nicht dazu hinreißen, einen gefälschten Krankenschein vorzulegen.

Kündigung vom Fitnessstudio wegen Schwangerschaft

Ob eine Schwangerschaft ein Sonderkündigungsrecht einräumt, ist umstritten, denn hierzu gab es in der Vergangenheit mehrere Urteile mit unterschiedlichem Ergebnis (z. B. Az. 251 C 26718/09 oder Az. 3 C 393/86). Der BGH hingegen hat sich zu dieser Frage noch nicht geäußert.

Sieht Ihr Vertrag keine außerordentliche Kündigung vom Fitnessstudio bei einer Schwangerschaft vor, sollten Sie sich deshalb an einen Anwalt wenden. Dieser kann einschätzen, wie viel Erfolg Sie mit einer Sonderkündigung in Ihrem Einzelfall haben.

Kündigung vom Fitnessstudio bei nicht erbrachter Leistung

Ein weiterer wichtiger Grund, der ein Sonderkündigungsrecht rechtfertigt, besteht dann, wenn das Fitnessstudio seine vertraglichen Pflichten nicht einhält und z. B. nicht die Leistungen bietet, die zugesichert wurden. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn bestimmte Trainingsgeräte über lange Zeit defekt sind oder die Räumlichkeiten wegen Renovierung nicht nutzbar sind.

Wann genau die Situation die außerordentliche Kündigung vom Fitnessstudio rechtfertigt, muss stets nach Einzelfall entschieden werden. Ein Anwalt kann Ihnen dabei helfen, die Erfolgsaussichten einer Kündigung einzuschätzen.

Quellen und weiterführende Links

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