FAQ: Bürgergeld trotz Arbeit
Auch arbeitende Bürger haben einen Anspruch auf das Bürgergeld. Solange alle Voraussetzungen des Jobcenters erfüllt werden, steht grundsätzlich nichts im Wege.
Wer Bürgergeld trotz Arbeit bezieht, erhält die Leistung nicht in kompletter Höhe. Durch die Tätigkeit bekommen Menschen einen geringeren Betrag überwiesen, da insgesamt das Einkommen dennoch steigt. Durch die Freibeträge des Jobcenters lohnt sich das Arbeiten, wenn Sie Bürgergeld beziehen.
Wenn Sie Bürgergeld trotz eines Jobs Ihres Lebenspartners beziehen möchten, ist dies ebenfalls möglich. Für die monatliche Überweisung rechnet das Jobcenter das Einkommen Ihres Partners in einer Bedarfsgemeinschaft an.
Inhalt
Wer hat alles einen Anspruch auf das Bürgergeld?
Möchten Sie Bürgergeld beziehen und arbeiten gehen? Zu aller erst sollten Sie wissen, ob Sie einen Anspruch auf das Bürgergeld haben.
Allgemein hat jeder Bürger mit wenig Vermögen und der als hilfebedürftig vom Jobcenter eingestuft wird, einen Anspruch auf das Bürgergeld. Außerdem müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Mindestens 15 Jahre alt und hat die Altersgrenze für die Rente noch nicht erreicht
- Wohnt in Deutschland und hat hier den Lebensmittelpunkt
- Kann mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten
- Antragsteller oder Mitglieder in seiner/ihrer Bedarfsgemeinschaft sind hilfebedürftig
Weitere Leistungen des Jobcenters: Das Jobcenter bietet nicht nur das Bürgergeld als Leistung an. Sie können unter anderem auch die Kosten der Unterkunft, Heizung und Warmwasser bezahlt bekommen. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung übernimmt das Jobcenter in einigen Fällen ebenso.
Kann ich als Arbeitnehmer Bürgergeld beantragen?
Dass Sie einen Job haben, sorgt nicht automatisch dafür, dass Sie keinen Anspruch auf Bürgergeld haben.
Es hängt eher davon ab, wie viel Sie aus dieser Tätigkeit monatlich verdienen. Eine wichtige Rolle spielen außerdem Ihre Kosten bzw. Ihr Lebensunterhalt. Wenn Ihr Gehalt diese Kosten nicht decken kann, haben Sie einen Anspruch auf das Bürgergeld trotz Arbeit. Je höher Ihr Gehalt ist, desto geringer ist in der Regel Ihr Anspruch.
Mit dem folgenden Rechner finden Sie heraus, wie hoch Ihr potenzieller Anspruch auf das Bürgergeld ist:
© by brutto-netto-rechner.infoWie viel darf man beim Bürgergeld dazu verdienen?
Offiziell gibt es keine Grenze, wie viel Sie durch Ihre Tätigkeit verdienen dürfen. Der Betrag ist sehr individuell und kann aus diesem Grund von einem Leistungsempfänger zum anderen sehr unterschiedlich sein.
Der maximale Betrag hängt sehr stark von der Kombination aus dem aktuellen Regelsatz und Ihren Wohn- und Heizkosten ab.
Arbeitslosengeld und Bürgergeld beziehen: Wenn Sie zur Zeit keine Arbeit haben, aber vorher bereits ein Jahr lang eine Arbeitsstelle hatten, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld. Dieses beträgt 60 Prozent Ihres vorherigen Nettolohns. Diese Leistung reicht dennoch oftmals nicht aus. Daher können Sie das Arbeitslosengeld auch mit Bürgergeld aufstocken, wenn Sie vom Jobcenter weiterhin als hilfebedürftig eingestuft werden.
Was versteht man unter einem Freibetrag?
Damit Ihr Anspruch auf das Bürgergeld trotz Arbeit weiterhin bestehen bleibt, stehen Ihnen laut dem Jobcenter bestimmte Freibeträge zu. Diese sind je nach Einkommen unterschiedlich und wirken sich auf den Anspruch auf das Bürgergeld aus.
Den Freibetrag aus einer Tätigkeit bekommen Bürger vollständig auf ihr Konto überwiesen. Da dies zusätzlich zum Bürgergeld passiert, steigt der monatliche Betrag, der dem Leistungsempfänger zur Verfügung steht. Somit können auch mehr Kosten für beispielsweise Wohnung, Lebensmittel und Freizeit gedeckt werden.
Wie setzen sich die Freibeträge beim Bürgergeld für Arbeitende zusammen?
Die Freibeträge hängen vom Einkommen eines Bürgers ab. Das Jobcenter gewährt pauschal einen Freibetrag von 100 Euro auf das Bürgergeld trotz Arbeit. Dies bedeutet, dass die ersten 100 Euro Ihres Einkommens anrechnungsfrei bleiben.
Danach werden die Freibeträge in drei Abstufungen ausbezahlt. Diese liegen zwischen 10 und 30 Prozent des Einkommens.
Zwischen 100 und 520 Euro haben Sie einen Freibetrag von 20 Prozent. Dies bedeutet, dass Sie zum Beispiel bei einem Gehalt von 480 Euro von einem Freibetrag von 76 Euro profitieren würden. Zusätzlich mit den pauschalen 100 Euro insgesamt 176 Euro.
Bei einem Verdienst zwischen 520 und 1.000 Euro beträgt der Freibetrag 30 Prozent. Wenn Sie ein Gehalt von 800 Euro haben, beträgt der gesamte Freibetrag 268 Euro (inklusive 100 Euro pauschaler Freibetrag).
In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Übersicht der aktuellen Freibeträge:
| Zuverdienstgrenze | Anrechnungsfrei |
|---|---|
| 100 bis 520 Euro | 20 Prozent |
| 520 bis 1.000 Euro | 30 Prozent |
| 1.000 bis 1.200 Euro | 10 Prozent |
Lohnt sich das Arbeiten während des Bürgergeld-Bezugs?
Allgemein lohnt sich das Arbeiten während des Bezugs von Bürgergeld finanziell immer. Wenn Sie monatlich durch Bürgergeld bzw. den Regelsatz 563 Euro erhalten, können Sie diesen Betrag durch eine Arbeit schnell aufstocken. Dies hat bei einem Einkommen von unter 600 Euro bereits eine große Auswirkung auf den Alltag und die allgemeine Lebensqualität.
Neben den finanziellen Vorteilen hat ein Job noch weitere positive Aspekte. Arbeitende erhalten im Alltag eine höhere Anerkennung von ihren Mitmenschen und können sich außerdem beruflich und persönlich weiterentwickeln. Dies erleichtert auch den Wiedereinstieg in ein Berufsleben ohne Bürgergeld.
Ein weiterer Vorteil von einer Tätigkeit sind die möglichen Geschäftsbeziehungen, die Sie bei Ihrem Job aufbauen können. Indem Sie andere Arbeitnehmer und Arbeitgeber kennenlernen, können diese Beziehungen im Laufe der Jahre für einen Anstieg Ihres Gehalts sorgen. Somit erhöht sich in Zukunft auch Ihr Einkommen und Ihnen steht mehr Geld für übliche Kosten wie Lebensmittel, Wohnung und Freizeit zur Verfügung. Dadurch verbessert sich auch Ihre Lebensqualität.

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