Neues Urteil über den Waffenhändler des OEZ-Anschlag-Attentäters

News von anwalt.org, veröffentlicht am 22. Januar 2018

München. Die zwölfte Strafkammer des Landgerichts München I ist dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft gefolgt und hat ein Urteil für den Waffenhändler des OEZ-Anschlag-Attentäters gefällt. Philipp K. muss demnach für sieben Jahre ins Gefängnis, da ihm fahrlässige Tötung in neun Fällen, fahrlässige Körperverletzung und zahlreiche Verstöße gegen das Waffengesetz zur Last gelegt werden.

Wie begründete das Gericht sein Urteil für den Waffenhändler, der den OEZ-Anschlag mitverursacht hat?

Das neue Urteil für den Waffenhändler des OEZ-Anschlag-Attentäters steht fest: sieben Jahre Haft.

Das neue Urteil für den Waffenhändler des OEZ-Anschlag-Attentäters steht fest: sieben Jahre Haft.

Die Angehörigen der neun Todesopfer wollen, dass Philipp K. wegen Beihilfe zum Mord verurteilt wird. Seine Verteidiger jedoch haben beantragt, dass der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben und er lediglich zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz geurteilt wird. Die Verteidiger warfen den Nebenklägern zudem laut der Süddeutschen Zeitung „Wut, Hass und Rachegedanken“ vor.

Der Angeklagte Philipp K. schwieg bis zum letzten Tag der Hauptverhandlung. In seinem Schlusswort sagte er jedoch:

Ich habe das nicht gewollt. Es tut mir leid. (Süddeutsche.de)

Obwohl die Strafkammer nicht der Überzeugung ist, dass Philipp K. über die Anschlagspläne informiert gewesen war, hat er sich strafbar gemacht, da die neun in München verübten Morde erst durch den illegalen Verkauf der Waffe ermöglicht wurden. Der Vorsitzende der Strafkammer betonte darüber hinaus, dass Philipp K. sich eindeutig als ein Rassist, rechtsradikal, ein überzeugter Anhänger Hitlers sowie des Dritten Reichs zeigte.

Am 22. Juli 2016 tötete der 18-jährige Schüler David S. im Olympia-Einkaufszentrum in München neun Menschen und verletzte fünf weitere durch seine Schüsse. Anschließend erschoss er sich selbst. Die Waffe, eine Pistole des Typs Glock 17 sowie ca. 500 Schuss Munition, hatte er zuvor von Philipp K. über das Darknet gekauft. Da der Täter sich bereits erschoss, fiel nur ein Urteil auf den Waffenhändler des OEZ-Anschlag-Attentäters. Das ist das erste Mal, dass in Deutschland ein Waffenhändler für ein Tötungsdelikt belangt wurde, an dem er nicht direkt beteiligt war.

Was bedeutet das Urteil für den Waffenhändler des OEZ-Anschlag-Attentäters für die Zukunft?

Mit dem Urteil über den Waffenhändler im OEZ-Anschlag-Fall soll das Waffengesetz verschärft werden.

Mit dem Urteil über den Waffenhändler im OEZ-Anschlag-Fall soll das Waffengesetz verschärft werden.

Nach der Gerichtsverhandlung soll Einiges in Deutschland verbessert werden. Unter anderem wandte sich der Vorsitzende des Gerichts am Ende seiner Urteilsverkündung an die Politik und regte für die Zukunft eine Verschärfung des Waffengesetzes an.

Des Weiteren sollte sich der Staat zukünftig noch stärker gegen Taten wie diese organisieren, die rassistisch und fremdenfeindlich motiviert sind.

Weitere Taten, die einen rechtsextremistischen Hintergrund hatten, waren beispielsweise der NSU-Mord, das Oktoberfestattentat und der Brandanschlag in Mölln.

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