Gewalt in der Pflege in Deutschland nimmt zu

News von anwalt.org, veröffentlicht am 20. März 2018

Deutschland. Gewalt in der Pflege ist hierzulande mittlerweile ein ernstzunehmendes Problem. Fälle sowohl von physischer als auch von psychischer Gewalt durch Pflegekräfte dringen immer mehr ans Tageslicht. Sicherheitsberater können helfen, mögliche Missstände in Pflegeheimen aufzudecken.

Wie oft kommt es zu Gewalt in der Pflege?

In Deutschland kommt es immer öfter zu Gewalt in der Pflege.

In Deutschland kommt es immer öfter zu Gewalt in der Pflege.

Auch wenn vieles durch das Pflegerecht geregelt wird – dass das deutsche Pflegesystem einige Schwächen und Lücken aufweist, ist allgemein bekannt.

Schlechte Bezahlung für Pflegekräfte, nicht vollständig erbrachte Leistungen seitens der Pflegeheime oder unzureichende Kontrollen der Pflegedienste sind nur einige der Probleme in der stationären oder der ambulanten Pflege.

Manch einer würde nicht denken, dass ein Sicherheitsberater für pflegebedürftige Senioren überhaupt notwendig ist oder das Gewalt in der Pflege generell ein Problem ist. Wie oft es in der Pflege zu Gewalt kommt, ist nicht klar. Ein Experte für psychiatrische Pflege sagte dazu gegenüber MDR Aktuell:

Es gibt ein paar Zahlen aus stationären Einrichtungen und da gehen wir davon aus, dass etwa 24 Prozent der Menschen dort Opfer von Gewalt werden. Das ist eine sehr hohe Zahl.

Die Dunkelziffer ist in diesem Fall entsprechend hoch zu vermuten, da nicht alle Opfer den Mut aufbringen, sich zu wehren oder die Wahrheit zu sagen. Darum gibt es in vielen Regionen Deutschlands das Ehrenamt des Sicherheitsberaters. Diese Berater haben für die Senioren ein offenes Ohr und können dafür sorgen, dass die Opfer im Ernstfall aus den entsprechenden Heimen geholt werden.

Was sind die Gründe für Gewalt in der Pflege?

Auch Pflegekräfte werden Opfer von Gewalt in der Pflege.

Auch Pflegekräfte werden Opfer von Gewalt in der Pflege.

In den wenigsten Fällen geht es um reine physische Gewalt. Die meisten Fälle sind eher unter psychischer Gewalt einzuordnen.

Dazu zählt auch Patienten anzuschreien, sie einzusperren, ihnen Dinge wegzunehmen oder sie mit Schweigen zu strafen. Die Gründe für Gewalt in der Pflege können vielfältig sein.

Nicht immer muss nur der Charakter eines Pflegers diesen dazu veranlassen, sich gewaltsam gegenüber den Patienten zu verhalten. Stress oder Zeitdruck, Lärm und zu viele pflegebedürftige Menschen in einem Raum können einen Pfleger den letzten Nerv kosten und unter Druck setzen. Die Pflegekräfte sind dann schlichtweg überfordert.

Gewalt in der Pflege geht auch umgekehrt: Nicht nur die Pflegebedürftigen leiden unter dem Gewaltproblem, auch Pflegekräfte werden täglich Opfer von Gewalt durch Patienten.

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