BGH: Eventim muss Ticketgebühr für selbst ausgedruckte Karten einstellen

News von anwalt.org, veröffentlicht am 24. August 2018

Karlsruhe. Der Bundesgerichthof (BGH) urteilte am Donnerstag über eine von dem größten deutschen Eintrittskartenverkäufer CTS Eventim verlangte Ticketgebühr für Selbstausdrucke. Der Anbieter hatte für die elektronisch übersendeten Tickets eine pauschale Gebühr von 2,50 Euro verlangt. Der BGH befand diese nun in letzter Instanz für unzulässig (AZ. III ZR 192/17).

Pauschale Eventim-Ticketgebühr kann nicht gerechtfertigt werden

BGH-Urteil: Die Eventim-Ticketgebühr für selbst ausgedruckte Karten am heimischen PC ist unzulässig.

BGH-Urteil: Die Eventim-Ticketgebühr für selbst ausgedruckte Karten am heimischen PC ist unzulässig.

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die sich bereits vor dem Landgericht Bremen und dem Hanseatischen Oberlandesgericht gegen den Online-Ticketverkäufer durchgesetzt hatten. Zwar steht die Urteilsbegründung noch aus, doch bereits die Richter in den unteren Instanzen führten an, dass sich die Servicegebühr nicht durch einen Aufwand aufseiten des Anbieters rechtfertigen lässt wie bspw. durch den Scanner, mit dem die Tickets am Einlass kontrolliert werden.

Ein Sprecher von CTS reagierte auf das Urteil zu dieser Eventim-Ticketgebühr mit der Ankündigung, dass diese Gebühren nun zunächst nicht mehr verlangt würden. Jedoch warte der Anbieter noch auf die Begründung des BGH. Der Sprecher gab gleichzeitig bekannt:

Wir prüfen auch, ob die ‘print@home’-Gebühr künftig in verringerter Höhe beibehalten werden kann.

Auch Sicht der Verbraucherzentrale schiebt dieses Urteil nun einen Riegel vor die Praxis, von Verbrauchern unrechtmäßige Gebühren zu verlangen, was nicht nur für Eventim gelte, sondern auch für andere Anbieter dieser Art.

Wie können Sie Ihr Geld zurückverlangen?

Sie wollen die von Eventim unrechtmäßig erhobene Ticketgebühr zurückverlangen? Dazu benötigen Sie Daten vom Kauf.

Sie wollen die von Eventim unrechtmäßig erhobene Ticketgebühr zurückverlangen? Dazu benötigen Sie Daten vom Kauf.

Zwar forderte die Verbraucherschutzorga­nisation aus NRW Eventim auf, die Ticketgebühr für die selbst ausgedruckten Eintrittskarten von sich aus an die Kunden zurückzuzahlen. Dennoch können und sollten Verbraucher diese Gebühren selbst zurückzuverlangen. Dies können Sie per Brief an die Firma CTS EVENTIM AG & Co. KGaA erreichen.

Darin sollte enthalten sein:

  • Ihre eigene Anschrift
  • Datum der Bestellung
  • Bestellnummer
  • Anzahl der Tickets
  • Bezeichnung der Tickets
  • Veranstaltungsdatum und -ort
  • ggf. Kundennummer bzw. Nutzername, wenn Sie einen Account beim Anbieter haben
  • genaue Höhe der print@home-Entgelte, die Sie gezahlt haben
  • Verweis auf Urteil des BGH vom 23.08.2018 – AZ III ZR 192/17 und auf die damit verbundene Verpflichtung des Anbieters, die Gebühren zurückzuzahlen
  • Angabe einer Frist, bis wann das Geld zurückgezahlt werden muss (mind. 14 Tage)
  • Ihre Bankverbindung
Beachten Sie jedoch, dass aufgrund der Verjährung nur Kunden diese Eventim-Ticketgebühr zurückverlangen können, die ihre Karten vor nicht mehr als drei Jahren gekauft hatten.

Bildnachweise: fotolia.com/gzorgz, istockphoto.com/Kuzma

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Über Clarissa

Clarissa studierte Literatur, Kultur und Medien an der Universität Siegen und unterstützt das Ratgeberportal anwalt.org nun bereits seit mehreren Jahren mit Texten zu den unterschiedlichsten Rechtsgebieten. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem Arbeitsrecht sowie dem Medizinrecht.

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